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Jüdische Rundschau · 1907-02-01 · Heft 5 (1.2.1907) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 5 (1.2.1907)
Date
1907-02-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. S JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 51 * ' / den Beweis der Wahrheit dieser Behauptungen, sodass das Gericht den Angeklagten freisprechen musste. Warschau. 23. Januar. Das Vercinslokal der jüdischen Handlungsgehilfen ist nachts von üendarmeu und Polizei durchsucht worden. 34 Personen, die sich dort befanden, darunter sechs Frauen, wurden verhaftet Auch mehrere jüdische Druckereien erhielten Polizeibesuch. Eine davon, in der Leszno-Strassc 34, wurde von der Polizei besetzt und alle Personen. die sich tags darauf dort einfanden, wurden verhaftet. In einer anderen Druckerei, m der Nalcwki-Strassc. wurde der Eigentümer in Haft genommen. Auch sonst fanden in den letzten zwei Tagen wieder zahlreiche Verhaftungen statt. Unter den Verhafteten befinden sich der Fabrikant Josef Weintraub, dessen Kassiererin ErL Lastträger, der Schriftsteller Adolf Goldberg, die Acrzte Dr. Moritz Bornstein und Dr. Moritz Hertz, PrI. Marie Michelson. Erl. Berta Micheison, Erl. Franziska Rosenbauni, Frau üustava Wislicka, Erl. Ida Tenzer. Erl. Stefanie Hartmann. Eri. Tonmczyk. Das Fiaftlokal der Polizei ist so übcriiillt. dass gestern 190 Personen nach den Kasematten der Zitadelle gebracht werden mussten. Warschau. In der letzten Woche fanden, wie bereits mitgeteilt, wieder Massenverbaftungen statt. Die Lokalitäten des Veieins der israelitischen Handelsjugend wurden von Polizei und Militär umzingelt und nachdem die Räume einer mehrere Stunden dauernden sorgfältigen Untersuchung unterzogen worden waren, wurden sämtliche dort weitende Mitglieder, wie auch das Dienstpersonal zusammen 40 Personen, darunter mehrere Frauen, in Haft genommen. Allgemeines Aufsehen erregt die Verbauung einiger minderjähriger Mädchen. — Die Duma-Wall len sind in Warschau für den 27. Februar festgesetzt und schon Jetzt finden täglich grosse Wahlver- Sammlungen statt. Von den sozialistischen Parteien boykottieren die beiden Fraktionen der polnischen sozialistischen Partei (P.P.S.) die Wahlen, während die sozialdemokratische Partei des Königreichs!1ölen und Littauens (S.D.l eben selbständigen Kandidaten aufstcllt. Mit dieser Partei hat sich der jüdische ״Bund• veremigt; dagegen geht die sozialistische Partei ״Proletoriat“ mit den vereinigten demokratischen Bürger- Parteien zusammen zur Wahlurne. Die Zersplitterung der linken Parteien wird vermutlich zum Siege der vereinigten konservativen nationalistischen Parteien ifthren. Der Wahlkan.pf ist ziemlich erregt und komisch wirken die sentimentalen Aufrufe der polnischen nationalistischen Vereinigung, welche im vorigen Jahre unter der Parole der Judcngefahr kämpfte, jetzt sich aber an die jüdischen Mitbürger um Unterstützung wendet Grodno. Der Gouverneur hat die ursprünglich auf Sonnabend angesetzten Wahlen verlegt damit auch die Juden sich daran beteiligen können. Odessa. Der Kronrabbiner in Odessa. D r. K r e ps. ist nach St Petersburg berufen worden, wo er dem Ministerium des Innern als Referent iür jüdische Kultusangelegenheiten zugeteilt werden wird. Insbesondere wird es seine Aufgabe sein, die Vorlagen betreffs der Juden frage, welche der nächsten Reichsduma vorgclegt werden sollen, zu begutachten. ״Dr. Krebs ist“ wie der ISRAELIT schreibt ״österreichischer Herkunft und hat auch seine Studien au österreichischen Hochschulen zuriickgelegt.“ — Der ISRAELIT irrt insofern, als Dr. Moses Kreps aus Kertsch gebürtig und nicht österreichischer Herkunit ist. Er ist in Berlin ausgebikletcr Chemiker und besitzt leider kein jüdisches Wissen. Sein Amtstitel ist demgemäss ״Utsch.onnij Evrej“, d. 11. ״Gelehrter Jude“. Unsern Lesern ist er auch durch den Streit in der Odcssaer Gemeinde bekannt, wc er beschuldigt worden war. der Spion und Schieber der Tschinownikregicrung zu sein. Er ist den Juden seiner Zeit von der Regierung als Kronrabbiner aufgezwungen worden. Wieder eine Versammlung zugunsten der Judenemanzipatlon In Finnland. In Wyborg fand eine zahlreich besuchte Versammlung statt, welche der Judenfrage 41 Finnland gewidmet war. Die Mehrheit sprach sich dafür aus. dass man den Juden in Finnland die volle Gleichberechtigung erteilen solle. Es wurde beschlossen, an den Senat ein Telegramm zu senden mit der Bitte um schnelle und endgültige Lösung der Judenfrage. Sofia, 10. Januar. Der bekanntlich antiziomstischc orthodoxe!ISRAELIT schreibt: Die Opposition gegen den bulgarischen Obenabbiner nimmt eine immer schärfere Tonart an. Man wirft dem Oberrabbiner vor. dass er sich widerrechtlich an sem Amt klammere, nicht nur Zionismus und Ziomsten verfolge, sondern auch oiien über grundlegende jüdische Gesctzesvor- Schriften sich hinwegsetze und das religiöse Leben des Landes versumpfen lasse. Welchen Erfolg die gegen den Oberrabbiner jüngst veranstaltete Protestversammjung und der an die Regterung gerichtete Appell, ihn seines Amtes zu entsetzen, zeitigen * wird, bleibt abzuwarten — vorläufig »st das Ergebnis leider cm trauriges. Jerusalem, 10. Januar. Der Kolel Finsk schuldete der Regierr.ug an rückständigen Steuern die Summe von 2100 Franken. Da keine Bezahlung erfolgt:, so wurde gegen zwei Vorsteher des Kolel die Schuldhaft vollzogen: die Bitten angesehener Mitglieder der hiesigen Gemeinde, die beiden Männer freizugebciu waren erfolglos. Darauf wurde in emer Versammlung von Rabbinern und Vorstehern beschlossen, der Behörde für den Kolel zunächst 6"0 Francs ru übermitteln. Nach Empfang dieser Summe und nachdem die Vertreter des Pinskcr Kolel ver- Sprüchen hatten, die Rcstsckuld in monatlichen Raten allmählich abzutragen, gab mau den beiden Verhafteten die Freiheit wieder. Wenn man die Clialukah des Kolel Ifod, *d. 11. die deutschhollündiscbc Chalukah. nicht trotz aller Konferenzen in der bishtrigeu, n#vd1 immer nie!:: genügend gebrandmarkten Weise, den armen Gemeinden v o r e u t h ie 11 c. um einige wenige reiche Familien damit alljährlich in Höhe bis zu 2300 Franken zu begltkken. s<> wate das nicht möglich. Wann endlich wird man mit dem ganzen Chalukahschv. indel auiräumen und dafür sorgen, dass die A r n e n gelder wirklich iiir die Armen gegeben werden? *■*"™"1■יי" "1"■*""י■■""* יי ■ " J5"'■"" ך!— - - — --- 1 tesw 1 — j — ( Briefkasten der Redaktion ‘...־:־״־״־־־־.:...ר־־ I“□ 1 ..... . . Bern ... Da die ReJ׳-k:ion di;•!:T.aiisvcrzeichr.Isse neben ihten laufenden Arbeit.-!! allein anzuürti.gcn bat. so dürfen Sie sich nicht wundem. da«s diese erst fertig geworden sind. Zionsgruss. G. Hecht, Breslau. Ihren nui-.-rl.-Iien Brief zu beant- Worten, haben wir keine Absicht. Berichtigung. In voriger Nummer sind vom Setzer irrturnlicherweise zwei Notizen aus den ..Kleinen Mitteilungen“, die Persönliches enthielt•-:*, in den Briefkasten gerückt worden. Die Bemerkung: ״Wir w erden um Am: ahnie der folgenden Briefkastetmotiz ersucht”, bezog sich natürlich auf die letzte Notiz betreffs des postlagernden Briefes. Zur gefälligen Beachtung! Alle diejenigen Abonnenten, welche weder den Abomieraentsbeitrag pro I. Quartal 1907 einsandten — noch unsere Nachnahme honorierten, erhalten die Zeitung von No. 6 an nicht mehr. Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU. e.G.m.b.H״ Berlin C. 54. Auguststr. 49 a. Pensionat und Privatmittagstisch. BERLIN W., Teplifz-Schönau i. B. Kohti’s, jetzt A. C. Wiener»״ בשר KestGurawl: בשרי zum Goldenen Schiff (Kurgarten) und Cafe Central! Langegasse. Logis int Hause. Civile Preise.

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