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Jüdische Rundschau · 1907-02-01 · Heft 5 (1.2.1907) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 5 (1.2.1907)
Date
1907-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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/ 5 JÜDISCHE RUNDSCHAU . Sttte_C. •סא prozentual machten die Totgeborenen also 4.41 aller Jüdischen Geborenen und 3,32 % aller nichtjüdischen Geborenen aus. Die Zahl der Gestorbenen gibt die nachfolgende Tabelle an. Die Juden haben danach erheblich günstigere Sterblichkeitsverhültmsse als die Nichtfuden, denn es entfielen im Durchschnitt der Jahre 1904 und!905 auf 1000 Juden 14,44^0 Stcrbcfälle' 1000 Nichtjuden 26,27 % . ״ und von den Gestorbenen waren bei den Juden 644,32. bei den Nichtjuden dagegen nur 57,71 über 15 Jahre alt. Ef *ttrben B נד כ *• £ ס . 2 e- נז׳ 9 ״ «— ■ ־B גד 9 jz V Z ' Judea * ־! Männer unter 5 J*hr , •. ä 15 J ׳h׳e über!5 Jahre ........ übirhaupt ......... 11°6 J13 1S9 13 1*25; 216 3200 j 291 t 1310 , 101 190 14 2.27 > 213 430 ן 3629 Frauen unter 5 Jahr. 5—15 Jahre . . '. üter 15 J4hre. überhaupt. 10.57 159 155G 2772 •95 20 172 287 1 1031; 80 173! 8 17.1 : 205 -935; 291 Mänr.er und Frauwn z>1»»»mtucn | 59Si : 600 6'iöl 721 Aus: ZEITSCHRIFT FÜR DEMOGRAPHIE UND STATISTIK DER JUDEN. Zur Sabbatfrage Herr J. L. Greenberg schreibt aus London vom 19. Januar!906 an den Redakteur der WELT: ״Verschiedene deutsche Zeitungen haben den folgenden Artikel, der bei mehr oder weniger variierendem Wortlaut demselben Gedanken Ausdruck verleiht, veröffentlicht: ..Ein strenges Gesetz über die gewerbliche Sonntagsruhe wird in England vorbereitet. Alsbald hat seitens der führenden Kreise der englischen Judeaheit eine lebhafte Agitation eingesetzt, dahingehend, dass den Juden das gesetzliche Recht zugestar.den werde, für den Sabbat als Ruhetag zu optieren und dann am Sonntag zu arbeiten und auch jüdische Gehilfen zu beschäftigen. Wer hätte in Deutschland seinerzeit, als das Gesetz über die Sonntagsruhe beraten wurde, den ungeheuerlichen Mut aufgebracht, für ein gesetzliches Ausnahmcrecht von Juden einzutreten, im freien Deutsch-!and,, wo Christ und leider auch Jude nur an ungeset liches Ausnahmerecht gewöhnt sind! Um so befremdlicher ist es, dass den Gegnern des Sabbatpriviiegs. deren es ja in Eng-!and genug gibt, von einer Seite Waffen geliefert werden,!von der man sich’s am wenigsten versehen hätte. Kein anderer als Herr ,1. L. Greenberg. Mitglied des zionistischen engeren Aktionskomitees, fühlte sich bemüssigt, in einem Vortrag in Birmingham vor einigen Wochen dafür einzutreten, dass man den Sabbat verlege, wenn man damit alle . diejenigen, die ihn heutzutage nicht zu heiligen in der Lage seien, bei der Fahne des Judentums festhalten könne. Der Sabbat sei für den Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Sabbat. Die tote Hand der Strenggläubigkeit. die die Judengemcindc so geschwächt hohe, müsse entfernt, ihr Geist mehr elastisch werden. Wenn schon für die Zionisten die Religion Privatsache ist. so erwartet doch niemand von einem ihrer Führer, dass er es für verdienstlich halte, am den Grundfesten des Judentums rütteln zu helfen, und das in einem Moment, wo liberale Juden aller Grade dabei sind, dem jüdischen Sabbat eine Art gesetzlicher Anerkennung zu erringen. Von einem nichtnationalen jüdischen Organ muss sich Herr Greenberg daran erinnern lassen, dass, wenn er Palästina stets so emphatisch als ..nationale“ und ״historisehe“ Heimat in Anspruch nehme, der Sabbat doch ein viel älteres nationales und historisches Besitztum der Juden sei. Aber bei Herrn Greenberg darf man sich über nichts mehr wundern, seitdem er es fertig bekommen hat. die Schaffung eines Zufiuchtiandes für die wandernden Judenmassen — , wenn cs nicht gerade Palästina se» — als ein Unglück für das Judentum zu bezeichnen, derselbe Herr Greenberg. der zu den Initiatoren und Verteidigern des Uganda-Projektes gehört hatte! Die Zionisten sollten sich durch solche unklare Köpfe nicht ferner kompromittieren lassen; sie verfügen über stärkere Intelligenzen in hinreichender Zahl.“ # * >**■#> Ich kann mich nicht erinnern. Jemals einer *0 böswilligen Fälschung der Tatsachen begegnet zu sein. Da diese Behauptungen sich gegen mich als Zionisten richten, so erbitte ich mir Raum in den Spalten Ihres Organs, um diese schändliehe Verleumdung zu ־widerlegen. ״.נד . ־ . ’ ־ ־: Es ist einfach eine Lüge, zu behaupten, dass fdh fm Verlaufe meines Vortrages in Birmingham, in' Irgendwelcher Weis e die Aufhebung des; Sabbats und die Einsetzung eines So nnt a g-S ab'b a ts f ü r J u.d en befürworte(, oder dass, ich ״Juden zu ".veranlassen gesucht hät‘e. auf die Heilighaltung dieses •Tages, der Israels kostbarstes Erbteil bildet, zu verzichten. Ich strebte danach, in meinem Vortrage dem Wunsche Ausdruck zu geben, dass die Synagoge fm vblls'en Sinne des Wortes ihren Anschauungen einen weiteren Gesichtskreis gehen möge, damit kein Jude, welches auch immer seine Denkungsart und seine Ansichten sein mögen, ausgeschlossen sei. und d^ss die Svr.agoge in viel höherem Grade fähig seih möge, atie Ihre Gläubigen aufzunehmen. als dies heute der Fall :st. Ich habe noch zu lernen. d־*ss die Befürwortung von. Mitteln, durch welche die allmähliche En'fremdung vom Judpf,t״m und die Vermischung von Juden imt andersgläubigen Völkern elneeschränkt und bis auf ein Minimum reduziert werden kann, kein notwendiger und hochwichtiger Z"׳ei״ d<*r zionistischen, Propagapda ist. Natürlich müssen alle Mittel aneewendeti wer- . den. um die Ju<W1 für Zion zu erhahen: wfr' müssen .uns aüch bemühen, die Juden für das Judentum zu behalten., ' ' ־ Diese letztere Notivcndiekeit halte Ich für e׳ne solche Lebensfrage, dass ich in meinem Vor trage g^act h^be. dass selbst wenn es Juden gäbe. de״en es unmöglich wäre;- den Sabbat zu heil’^en und die deswegen einen.•Sonrt?g-5ahhat einsctz'en. die Svnazoge auch für solche Pa«m finde״• und s'e nicht verstossen solle. Ich gab auch der Meinung Ausdruck» dass solche Leute nicht bessere Juden se׳n würden als die- Jcnieen. die den Sabbat gar nicht he1|;gen — was denn doch eine ziemlich selbstverständFche Schlussfolgerung: Ist Jedermann kann sehen, in welchem Grade der Sir ר roelcer Bemerkungen entstellt worden ist Kein Wort Eher .den Teil meines Vortrages. In dem ich iür die Aiifr^chterhältung des Sabbats nach meinen־ besten Kr 5 e i h;• trat: kein Wort a״ch über meine A״s1ecnmg der Tatsche, dass die Nicbtaufrechterhaltung des Sabbats ־der Preis‘:g&- wesen sei. m>t. dem wir unsere nichtnationale Existenz befahlt haben, und dass dies die Zertrümmerung des Eck- Steines der Svnazoec bedeutet. .Es ist auch in dem Artikel nicht gesagt. dass mein Vortag nicht im entferntesten mit dem Gesetz über die gewerbliche Sonntagsruhe züsammcnlrng. Im Gegeilte5! sucht der Artikel zu bewelvrr. dass ich der allgemeinen jüdischen Meinung über d'esen Punkt In diesem Lande entgegenarbeite, und das ist absolut unwahr. ... Fs .ist wahr, dass Jch die Jesus von Nazareth zugrschrfeberien Wotie: ..Der Sabbat ist für de« Menschen gemacht und nicht der Mensch für den Sabbat" zitiert habe SoU ein 7*nn1st an den Pranger gestellt wertem einfach ■wei er die Worte eines der Frhucbten unseres Volkes anführ♦? Odkr ist e& die in dem Anspruch enthaltene Lehre. gegen die ehi Pjrmmad erhoben werden muss, unter dem Vorhände. dn«s sf#» durch ihren Ilrsnnmg notwendigerweise picht jüdisch Ist? Dies wäre lächerlich, hesondprs wenn .wir darm erinnern. dass einer unserer grösste1׳ Rabbiner eine id^nt'^che l.ehre I« fremde Wotic fasste: ״Fs bt besser, den Sahbst I« einen Wochentag umzuwand״!n. als von Irgendiemand abmhäncenv usw. Als W«r d?e VO« H״rrn Or״p״h׳*r״ letzt bPr»chfk׳f» Noffjj nach dem Der1!״er r.FVPPAt ANZFJOFR und nach der Wiener NATION’AT 7FITUNG mitfeilten. gaben wir hereHs damals unserer En*״istun<r über diese krasse Lfice Ausdruck. Alle, die Herrn Greenberg irgendwie kennen *missten von 'vornherein. dnss es s׳ch um eine a.nonvm» Verleumdung handeln müsse. Immerhin ist es sehr bedauerlich, dass es genügt, die Sache der Ito gegenftber d<*m 7.innlw11״s zu verfechten. um eine derartige Leichtgläubigkeit zu hesitz^h wie sie die beiden genannten Zeitungen in dem Abdruck dieser Notiz bekundet haben. ־ . : .. ־ i . Aber nachdem wir WHts vor 2 Wochen <fte Unwahrheit d’cser Ausstr0'««*»״♦»« wirtert״״t dns T>׳wr»זי;_ bmwr f AUBHnTTrHPM (11^חTSCH-ISRAFf ITlcrHF;7p!- TI INO), sic oh״«* wetier^s abdrucVan zu mr<«;s*m. Das R?*tt*L das sich 7״r 7.*it ftolsti«ch eebärdet Wo־♦ dh» l*chnrb’che Notiz hinzu: .Hoffentlich wfrd di« zionistische Oberleitung Hnrn Gre#mh*re falls er s*ch wirklich <<> aeäusv* rt hat. eng ratsch desavouieren.“ D»e Tfonistischc Oherlelhmg hat mehr za hm. als sich um Jede Verleimdung zu klitmueriv ״die gegen Ihre Mitglbder ur.d gezen Zionisten erfunden wird. t 1׳t 1יייו,*•!« *"ו '7ףוייי^ו,|י|יז!■׳'׳!־«"זייייו^מיי־ %4ז' Vir®>3* '•*־*ך >״» Tr?»«JT "׳l*

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