Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1907)
- Date
- 1907-01-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Fülle wichtigen Materials über die Verhältnisse der Juden alicr Länder veröffentlicht. Das Kuratorium und Der Vorstand des Verbandes. Mi tglicdsbeiträge und Spenden sind zu adressieren an den Schatzmeister des Verbandes Benno Braun. Berlin, Hausvoigteiplatz 12. München. Der Verein für die Statistik der Juden (E.V.) hielt am Dienstag seine Generalversammlung ab und hatte ferner einen Vortrag des Herrn stud. real. Eisenstädter: ..Die Juden im Kaukasus. Bevölkerung und Kultur“. Es folgen noch folgende statistisch-dcmographischc Abende der Jüdisch.־n gdudcntischen Korporationen: Mittwoch. 20. Februar 1907: Vortrag des Herrn stud. iur. Sega II: ״Die jüdische Bevölkerung in München*'. Mittwoch. 6. Mär:1907 ׳: Vortrag des Herrn stud. m*.־d. Asch: ״Meine Reise nach Palästina. Studien und Beobachtungen Über das W irtschaftsleben“ (Nähere Bestimmung des Ihcmas Vorbehalten). Die Vorträge find״״ sämtlich im Hotel Jochsberger (Har;־ mannstrasse) statt und beginnen um ^9 Uhr. Zu den einzelnen Vorträgen wird nicht besonders ein•*־*- laden, Strassburg, Der Verein Jüdischer Studenten an der Universjtät Strassburg. der dieser Tage sein fünftes Stiftungsfest beging, hat aus diesem Anlass eine Festschrift veröffentlicht, weiche neben der Grfindungsgeschichte und der Darstellung der Entwicklung und Tendenz des V• . vuviiou «1V,lii1v2v t ViIw . __ _ Choriiedern zur Pestkneipe ab. Die Festschrift sieht die Viriir U'.ssung zu den grossen jüdischen Zusammenschlüssen der letzten Jahrzehnt.• in der allgemeinen Notlage des jüdischen Volkes auf politischem und sozialem Gebiet, nicht zum wenigsten aber in dem geringen Verständnis, welches dies.s dem Judentum entgegenbrachte. Ausgeschlossen aus dem ailgemeinen Studentischen Leben führte die jüdischen Studenten der Drang nach Geselligkeit und Freundschaft zusammen. Aber im gegenseitigen Verkehr fanden sie sich wieder und ^sie erkannten sich, die sic so lange teilnahmslos nebenänar.uer gcwandelt waren, als Cileichgcartetc und Gleichempfindende. Nach mehreren Versammlungen zu Anfang 19 «) einigte sich im Juni dieses Jahres ehe Anzahl von jüdischen Studenten auf das Programm eines jüdischen akademischen Vereins. d:r unter den Mitgliedern wissenschaftliche Kenntnis des Judentums verbreiten und Geselligkeit pH :gen sollte. Diese freie Vereinigung, die sich nur auf eine ganz lockere Organisation beschränkte, welche genügen sollte, um die im Prinzip angenommenen Vortragsabende dauernd durchzusetzen, löste sich nach einjährigem Bestehen auf, uni einer Lbensfähigcren Institution Platz zu machen, welche am 20. Januar 1902 als ״Akademische jüdische Vereinigung“ gegründet wurde. Die Gründer gab:-n ihr gleich eine fest Grundlage und konkrete Form, indem sie die ״Akademische Jüdische Vereinigung“ auf korporativen Boden stellten. Sic steckten ihr gleich orn klares Ziel, indem sie die positive Tendenz,: ..Hebung des jüdischen Selbstbewusstseins“ uuf die blau - weiss - goldene Fahne schrieben. Diese ״Akademische Jüdische Vereinigung" wurde der Stammverein des heutigen ״Vereins Jüdischer Studenten", indem sich die ״Akademisch.? Jüdische Vereinigung" am 1. März 1903 nls ״Verein Jüdischer Studenten Strassburg" an den Bund jüdischer Korporationen anschloss Zur Feier des Stu'tungsfestcs. zu dessen Ehren gleichzeitig d:r Kartelltag des Bundes jüdischer Korporationen in Strassburg stattiänd. waren die Chargierten des Bundes jüdischer Kartcltvereinc ״Virein Jud.scbcr Studenten" und .,Makkabüa*‘-Pcrli״ .״Verein Jüdischer Studcnten"־Chr,rlottenburg. ..Verein Jüdischer Stud:ntcnv-Kön1gsberg. ״Verein Jüdischer Studenten" - Breshu. ״Verein Jüdischer Studenten"-Mii!1chen. ״Verein Jüdischer Studentin‘ -Frcibtirg, ״Verein Jüdischer St1tdcnten"-S»rasslu1rg und ..Verein Jiumchcr Studcnten“-Marburg. Fine lustige Kneipe und ein Hotter tialt im .,Roten Haus" cröfmctc Samstag Abend oas Fest: Sonntag Nachmittag fand ein Bummel nach Wolfisheim sia't. Zum Ab- Schlüsse des Festes sprach A.H. Dr. Eschclbachcr-BruchsM im ״Roten Haus" a:u Dienstag Abend über ״Moderne jüdische Wissenschaft". Nacli Schluss des Vortrags fand ein gemütliches Zusammensein der Damen und Herren statt. Bund jüdischer Korporationen Strassburg I. Eis. ln der vergangenen Woche fand hier der 6. ordentliche Kartelltag des ״Bundesjüdischcr Korporationcn“ statt der die ״Vereine Jüdischer Studenten" an 8 deutschen Universitäten und Hochschulen vereinigt. Die im Laufe dieses Semesters neugegründeten Seite 41 Vereine Jüdischer Studenten zu Marburg und ״Makkabäa"- Berlin wurden provisorisch In den Bund aufgenommen, der damit 9 Korporationen umfasst. Entsprechend dieser Ausd.haung beschloss der Kartelltag dem Bunde eine neue Organ!- sation zu gehen. Es wurde bestimmt, dass die Vertretung des B.J.C. in inneren und äusseren Angelegenheiten einem Präsidium zu übertragen sei. das seinen Sitz in Berlin hat Zum vprsitzendin dieser aus 7 Mitgliedern bestehenden Körperschaft wurde A.H. Dr. Erich Rosenkranz gewählt. Gleichzeitig mit dem Kartelltage feierte der ״Verein Jüdischer Studenten an der Universität Strassburg“ sein V. Stiflungsi.st. das unter der Teilnahme der gesamten jüdischon Bürgerschaft, sowie der Veriretcr des ganzen Kartells in würdigster Weise verlief. Ein Festkommers, am Abend des 5. Januar bewies durch einen überaus starken Besuch und eine lange Kett? von Reden und Ansprachen die grossen Sympathien, die dem Verein von allen Kreisen der hiesigen jüdischen Bevclkcrung entgegengebracht werden. Zu einem gemütlichen Zusammensein mit seinen Gästen veranstaltete der Verein am anderen Tage einen Ausflug nach Wolfisheim, uer 111 angeregtester Stimmung verlief. Den Abschluss des Festes sowohl wie des Kartclltagcs bildete ein Vortragsabend, der Dienstag s'attfand. A.H. Rabbiner Dr. M. Esdielbachcr-Bruchsal behandeltc vor einer zahlreichen Zuhörerschaft in geistvoller Weise das 7 lierna: ..Die modere jüdische Wissenschaft" und beleuchtetc cs von allen Selten. Der harmonische Verlauf der Veranstnitungen bewies in vollem Mass.i wie tief die hohen Ideen und Ziele des B.J.C. nicht nur in akademischen, sondern auch iri allgcmeiniiidisehcn Kreisen Wurzel gefasst haben. Arbeitet unsere Jugend so fort, so kann uns um Israels Zukunft nicht bange sein. Jüdische Studierende in Leyden Von Herrn Dr. L. S. Ornstein in Haag ging der Redaktion der ZEITSCHRIFT PCR DEMOGRAPHIE UND STATISTIK DER JUDEN folgende Mitteilung zu: Infolge der Redaktions-Anmerkung Seite 130 der ZEIT- SCHRIFT FCR DEMOGRAPHIE UND STATISTIK DER JUDEN, habe Ich die offizielle Liste des Leydener Studenten- Korps von 1905 durchgearb:itct. Es ist darin die Religion der Studierenden picht angegeben, doch kann ich die Juden auf Grund der Name:» und privater Kenntnis ausschciden. Die Studierenden gehören zum Teil dem studentischen Korps an. Diese- Zugehörigkeit zum studentischen Korps deutet in der Rege! auf gute soziale Lage der. Familie d־s Studenten hin, doch ist das Korps nicht etwa nrt den studentischen Korps an deutschen Universitäten identisch. Es studierten 1905 in Leyden 1352 Studenten, darunter 40 Jedem die sich nach Korps- Zugehörigkeit und Fakultät wie folgt gliederten: Fakultät Z.hi der S»u1׳*nt. n m Mitglieder des Korps ► N’ichtmifgbeder des K«>rps davon weiblich | 1 c g, : ־2u י• | sammen zu־ sammen luden Med« n. 186! 3 103 8 1 Exakte Wissenschaft . . 45 1 140 3 1 Sprachwissenschaft . . . 26 1 Ml 4 — JuriMis.he. 3:8(18) 16 115(68; 4 2 Theologische. 10 Gl ״— ־־" Zu«»n.m.n I 621 21 | 73t 10 | 4 (Die eingeklammcrte Zahl gibt die Zahl der Studierenden der indischen Regierungsbeamtenschule an, die der Universität angcgliedert ist.) Von den jüdischen Korpsmitgliedern war der Beruf des Vaters: Jur. ו .2*! & Id 3: b ׳r Zus. K*ufttunn. 4 — — 1 5 *tankier... l — — — 1 Rentner . . 3 1 — 4 Finanzinspektor.. 1 _ — — 1 *> — — 2 Justizrat in Indien. 1 — — — 1 S’absarzt ... 3 — - 1 tnwalt. .. 1 1 — 4 Arzt... . — 1 — — 1 Pariaments־Ahge״td!.ctfr . * 1 — 1 Zusammen 116 3 1 1 f 21