Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1907)
- Date
- 1907-01-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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____ _____jüdische kün פ sch au Seite 37 1imcI1w#:«1icIi sei. Wir würden uns gerne der Gemeituieverwaltung zur Erreichung dieses Zieles zur Verfügung, stelcu und machen uns anheischig, das angcdetitete Ziel hei den meisten der Vereine z erreichen. * Ist diese Uebeinähme der Vereine aber untunlich, so müssten die Subventionen an die Vereine in weit stärkerem Masse als bisher gegeben werden.; Wir verkennen zwar nicht, dass die Gesamtausgaben d.r Gemeinde für die Rcligionsvcreme jetzt schon erheblich scheinen, doch sind sie in Wirklichkeit• relativ gering. nametulieh mit Rücksicht auf die Verteilung an d e verschiedenen Vereine; es erhielten nämlich folg.mie Vereine Subventionen:? י.. יי״;,ו 1) Jüdische Retormgemcinde Berlin . . . 2) Gemeinde Chartottenburg ..... J Summe 3» Religions-Verein ״Westen“ ...... 4• Tiergarten-Synagoge (v. I. io. 05 bis 30 9. 06 Mk. 2WX<). Summe 5) Synagogenverein AI1a*ath Thauroh . . 6) ״ Rixdorf . ל) .. Lippmann-Tauss . . . 8 ״ Heth-Zioit. ״ Ahawath Scholaum 10) ״ Oranienourgcr V<1rsl. . 11) Schacharö hamb u. BnC Hrnh .... 12) Jsraei. Vereinigung rriedrichsberg . . 13» i>ynagogcnvercin Moabit. U) ״ (!eiur.dbruiintn . . .. ״ וצי Stcgli •z.: lb) ., Ahawath Reim . . . 17) Religionsverein Osten. ׳־ also Total Es haben also erhalten die der freien Richtung angehörigen Vereine sub 1 u 2 während auf die übrigen lf bezw.!5 der traditionellen Richtung angehörigen Vereine.. . Etatjahr , IV0i/06 Laufet. lElnmat. Mk. Mk. . Etatsjahr 1906 07 Laufd. Elnm. Mk. ׳ Mk. 20000 ' 1500) lies ׳ 6325 20000 HO» — 37405!5600 Jto80 97C0 8<» 9700 -- 1000 tooo 48105 (MX) 41780 — 1000 1CÜJ 3 <00 50 — •►׳31 2500 2H (»• - 250) 25 x» 2503 — <4׳5!250 J1'«u ' Id 0 .; 1. 1 |m (1 3.v 0 ־ 1»״ ׳4 .20 0 2• 00 2"H1| 230 i< 0 23"; 2250 , - ׳ 25> I5M) 13 0 2000 luöO 2t,«•» 1000 — . •— .!!•<:>* 76355 21 «0 | 71S» 25" ־9775 .Mk. Mk.?4330 Mk. 53 -•5 V .Mk. 31' 80 Mk, 075׳) Mk. •43350 entfielen: also diese 14 bzw. 15 Vereine erhielten in 19050’׳o um 8255 Mk. weniger und in 1906^07 um 12 170 Mk. mehr als Jene beiden Vereine allein, welche in den beiden Etatsjahren mit 84 0S5 Mk. subventioniert wurden gegen $8060 Mk. für alle übrigen Vcreine zusammen. Passen wir aber die Vereine zusammen nach den sozialen Schichten ihrer Mitglieder so ergibt sich, dass die Vereine 1—4. deren Mitglieder sch durchweg in besserer sozialer Stellung befinden, erhielten: in 16יי.5«י: Mk. M505 gegen Mk. 33 25» in 1916,07׳: Mk. 41 78■» gegen Mlc32s5<) und in beiden Jahren Mk. U6285 gegen .Mn. 65803 | für die übrigen n resp. f 13 Vereine zusammen. Wenn vielfach geltend gemacht wird, dass die Subvention in ein Verhältnis gebracht werden sollte zu den von den Mitgliedern der verschiedenen Vereine aufgebrachten Synagogensteuern, so glaulm:1 wir. dass dieser Standpunkt nicht der richtige ist. Gerade um soviel weniger jene Leute zur Gemeindesteuer beitragen können, um soviel mehr bedürfen sic der Unterstützung. wenn anders die Andaclttsstättcn bestehen sollen: — und deren Bestand ist ein notwendiges Kampfmittel gegen den immer mehr überhandaehmeiiden Indmerentismus und Abfall. Sodann muss auch berücksichtigt werden, dass selbst diese, sich in schlechter sozialer Lage befindenden Mitglleder der Vereine an ihren Verein Beiträge und Spenden entrichten, die weit über das hinauygchcn. was viel hessei situierte Leute an Synagogcnstcuen! zu zahlen haben: dadurch aber tragen jene Leute indirekt verhältnismässig weit mehr zur Entlastung der Gemeinde bei. \Vir fügen in Anlage 2 eine im Jahre 191G aufgcstelltc Statistik bei, laut welcher von 16 Vereinen ca. 6tK>n Synagogen-Plätze und Unterricht für etwa 1200 Kinder gestellt wurden: mit Einschluss der Tiergarten-Synagoge und der Israelitischen Synugogcn-Oemcinde < 4dass IsraelJ aber 7000 Plätze ca. und für 160י Kinder Unterricht. Die vorzügliche Rtligionsschule der Adass-Isroel-Uemeiiule wird von vielen Gemeinde-Mitgliedern benutzt. Nicht in Berücksichtigung gczogen sind eine ganze Reihe kleiner Vereine, die zum mindes teil noch über 1000 Plätze verfügen und mehrere hundert Kinder unterrichten. Die jüdische Gemeinde dürfte, wie schon erwähnt, gegenwärtig ca. 130000 Seelen zählen; die Anzahl der Besteuerten betrug am 31. März 1904 laut Verwaltung»- bericht 26471; die Zahl der Plätze in den: 6 Gemeinde-Synagogen weniger als . . ... 10000, die Plätze in den 11 Betlokalen an den hohen Feiertagen laut Verwaltungs-Bericht . . .12 769; zusammen stellte die Gemeinde also zu den hohen Feiertagen weniger als.• . . . 23 000 Plätze für Männer und Frauen (und 3290 für Kinder in bcsonderen! Jugend-Feiertagsgottesdienst); das heisst an den hohen Feiertagen waren .3000 Plätze weniger vorhanden als Besteuerte am 31. März 1904. Laut Verwaltungsbcricht kostete die Synagoge Rykesttassc in kl. Grund und Boden ca. 8560(»» Mk.; müsste die jüdische Gemeinde als Ersatz, des von den traditionellen Vereinen Geleisteten Synagogen bauen, so wären deren mindestens sofort 4 ווו den verschiedenen Stadtteilen erforderlich. w׳ekhe an Grund und Btnkn und Bau mindestens 3 500 000 Mark erforderten; der Zittsdienst für dieses Kapital. J •l^ berechnet, würde eine Summe von ca. 140 000 Mk.. der Unterhalt der Synagoge, ohne Beriicksichtigung des Gehaltes für die . ‘ etwaigen Kultusbcamten. . ״. . . gemäss den Durch- ״. . schnittszahkn des letzten ... . Berichts mit fc ca. 40 000 Mark angenommen, -־- 160 000 Mk. beides, zus. also 300 tOO Mk. annähernd erheischen. Dadurch vvnrdc aber noch keine Vermehrung der Plätze emgttrcten sei!,. sondern im günstigsten Falle Ersatz für die nagogui-Plätzc der V ereine sub. 3—10 resp. 17, ohne d;tss dir Unterricht gesorgt wäre; der ständigen Vermehrung der Uenjeindemitgheder wäre aber noch in keiner Weise Rechuting getragen: hieraus geht aber hervor, dass die Stil»- vciitionen an diese Vereine mit ca. lä'-x' Mk. ein geringes Ae1|1!i.akut darstelkn 1'iir die Leistungen der Vereine, durch deien Vorhandensein der jüdischen tlcnielr.de alljährlich grosse Summen erspart werden. Aber noch ein anderes Moment dari hier nicht ausser acht gelassen werden. In dem letzten Verwaltungshericht lesen wir: ״Wie gross dfc Vermehrung der Zahl der nicht bcsteuerten Gemein deiiiitglicdcr gewesen ist. entzieht sich unserer Kenntnis; die stets wachsenden Ausgaben unserer Wohltätigkeitsinstitutc. insbesondere der Armen-Konmässion. lasscu daran! schliessen, dass die prozentuale Steigerung der Ziffer der ärmeren Bevölkerung mit der Zunahme der Steuerkraft unserer Gemeinde mindestens gleichen Schritt hält.“ Dieses Verhältnis dürite seit der Abfassung des Verwalttuigsbcriciites durch die Not des Ostens sich wesentiicn verschärft haben: die ärmere Bevölkerung aber sucht zur Befiiedigting ihrer religiösen Bedürfnisse und der religiösen Unter- Weisung ihrer Kinder hauptsächlich die Privat-Vereüie im Zentrum, Norden und Osten auf. deren heilige Gebräuche und Formen dcu eigenen Gepflogenheiten und Herzensbedürfnissen jener Leute am ehesten entgegenkomnten. Diese wachsenden Anforderungen an die Privat-Verelne müssen aber durch Steigerung der Subventionen berücksichtigt werden. Denn es genügt nicht dass man den armen Glaubensbrüdern nur beisteht in ihrer sozialen Bedrängnis, dass man sie nicht umkommen lässt in kümmerlicher Not; denn wurde dadurch die Abtiünmgkeit stark werden, würde datiB nicht auf der Verwaltung und deren Funktionären die Schuld der Abtrünnigkeit für diejenigen lasten, welchen sie nicht die moralische Stütze gaben, um treu nuszuhaltcn bei ihrem Gotte? Wie unendlich wichtig s[nd die Vereine aber für den Unterricht; erfüllen sie doch damit einen Teil der Forderungen für den Religionsunterricht, w elche die am 4. und 6. Juni 1884 auf Anregung des Rabbinats der jüdischen Gemeinde in Berlin stattgehabte Rabbiner-Versammlung aufstellte, welche Versammlung bekaimtlich angesichts der Verunglimpfungen der S:ttcnlehrc des Judentums für die Reinheit und Lauterkeit der jüdischen Lehre Zeugnis ablegte. Wenn unsere Vereine aber in dieser Weise wirken, dann glauben wir. dass die Verwaltung die Höhe der .Subvention nicht, wi־.׳ cs beabsichtigt sein soll, abhängig machen darf von der Steuerlcistung der Mitglieder, sondern der einzige Standpunkt, der bei der Bemessung der Subvention in Betracht kommen kann, muss die Frage sein: 1. Wie stark Ist der Kreis derjenigen, für deren religiöse Bedürfnisse In Bezug auf Gottesdienst und Schule der Verein sorgt? und 2. Welche Summe Ist erforderlich, um diese Anfordcruugcn In würdiger Welse zu erfüllen? Allerdings kennte der Vorstand der Gemeinde ja hinstchtlieh der Verausgabung der Subvention die grösste" Kontrolle den Vereinen gegenüber zur Geltung bringen, ev. auch z. B.