Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 3 (18.1.1907)
- Date
- 1907-01-18
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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1 י <ר " No. 3 ' rr, r i׳•! A I u JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 11; Für den ,Nationalfond solle man in seinen Verkeilrskreisen sammeln, in die Nationalfondkommissionen seien Damen auf- ’ aunehmen. . , •T Dr.' D obrzynsk i empfiehlt die Gründung von Gymnasiasten-Vereincn In harmloser Form als Lese- und Turn- ‘.,r'Clubs.' ‘ ..‘••י י. , Dr. Ma rgulics. TepIitz, macht noch einige prak- ד tische Vorschläge, wie die Verwendung von Zirkularen, den 1 * ־Verkauf von Nadeln, Abzeichen und Ansichtskarten, Veranstaltung, von Vorstandssitzungen unter Zuziehung von eifrigen .1• 1 * «• ^1 VI U^VMIIII||,IIWWVI M« 7 ־ >ri• Nach einem Appell, den Lewandowsky, Beuthen, an das Solidaritätsgefühl aller Zionisten richtet, folgt das St il I u s s w o r t des Herrn D r. S t a h I. - - ״.. ז.Unter. Absingung der :Nationalhyinne wird ״die Sitzung stimmungsvoll geschlossen-. . ] Unmittelbar nach der internen Ritzung vereinigte der |;rossc 5aaי des Theater- und Konzerthauses'ein etwa 600 Perfonen zählendes Publikum zu deh öffentlichen Vorträgen de r׳ "Herren' Dr. Ellas Auerbach Tiber :,Judcmiot und Judcnwanderung‘* und Dr Heinrich Locwe über ״Kreuz und quer durch Palästina“ (mit Lichtbildern). Herr Dr. Auerbach führte in knappen und klaren Worten etwa folgendes aus: Die Judeunot sei nicht von heute und von gestern. Seit 25 Jahren seien etwa 2 Millionen Juden auf ruheloser Wanderung in die verschiedensten Erdteile und Länder (England, Amerika). Die Auswanderung, wie sic sich bisher vollzogen habe. lindere . aber die Judennot nicht, da in den Einwanderungsgebieten, infolge der konzentrierten Niederlassung ein neues Ghetto geschaffen werde, und zwar auch bei den Völkern, die den Judenhass bisher nicht gekannt hätten. Die Zersplitterung würde überdies die Auflösung des Judentums herbcifiihren. Die Beseitigung der Judeunot und Judcnwanderung könne nur durch Sammlung, d. h. Schaffung einer wirklichen Heimat erfolgen, in welcher das Jüdische Element ausschlaggebend sei. Die bisherigen Versuche, den Juden eine Heimstätte in einem unbesetzten Territorium zu schaffen (Argentinien), seien misslungen. weil sic das psychologische Moment des in den Judisehen Massen noch lebenden Gefühle.für ihre historische Heimat ausser Acht gelassen hätten. Palästina sei deshalb die einzige wahre Heimstätte und eigne sich auch nach dem Urteile aller Sachverständigen für die Besiedelung durch die Juden in hervorragendem Masse. Eine Schilderung dieses Landes gab hierauf Herr D r. H e i 11 r i ch Loe w e in seinem von inniger Wärme beseelten Vortrage. Unter Vorführung von Lichtbildern zeigte er nicht nur die historisihen Stätten, sondern legte auch die wirtschaftlichen nud physikalischen Bedingungen des Landes dar und wies auf seine grosse Zukunft in landwirtschaftlicher und industrieller Beziehung hin. Er gedachte auch der Erfolge, die die jüdische Arbeit in Palästina bereits zu -verzeichnen hat. Die Vorträge wurden mit stürmischen Beifall aufgenommen. Das Interesse der Zuhörer steigerte sich aber noch im Laufe der an die' Vorträge sich anknüpfenden Diskussion. Es traten ' Gegner auf, die durch klare und wohl überlegte Darlegung ihrer Anschauungen die Diskussion auf ein sehr hohes Niveau .stellten. Insbesondere sind zu erwähnen die.Ausführungen des Herrn Dr. Ludwig Cohn aus Berlin, die den Zionismus von kosmopolitischen und rationalistischen Standpunkte aus bekänipfteu. ln überzeugender Weise traten ihnen Herr Dr . Heinrich Loewe und Dr. Margulies-Teplitz entgegen. Den orthodoxen Standpunkt •vertrat Herr Religionslehrer Levy- .Berlin. In.sehr, wirksamer Weise'wurde er aber durch einen Geslnungsgenossen aus Russisch-Polen an der Hand von Bibelstellen zurückgewiesen. Dr. Elias Auerbach, der zu der Frage des Verhältnisses des Zionismus zur Religion das Wort ergriff, wies darauf hin, dass auch der religiöse Jude im Zionismus sein Ideal finden könne, da der’Zionismus auch *der Religion d:c Entwickehmgmöglichkeit bietet. Das Facit der Tagung muss als sehr günstig bezeichnet werden. Die interne Sitzung hat den obcrschlcslschen Gruppen reiche Anregungen geboten, die sicherlich zu einem Auf- Schwung der zionistischen Arbeit in Oberschlesien beitragen werden. Die öffentliche Versammlung hat die zionistische Idee in neue Kreise getragen und so den Boden für weitere Arbeit vorbereitet. Weissrpan n. , Frankel. j—ן Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Der zweite grosse Vortrag, den die Berliner Zionistische V‘e r e i n i g u 11 g am Montag Abend in den Sophiensälen veranstaltete, war ebenfalls sehr besucht . Dr. ArthurBiram gab in einem zweistündigen, durch ein.׳.* Pause, unterbrochenen Vortrag ein hochinteressantes Bild des jüdischen Mittelalters. Er umgrenzte es einerseits durch die Zerstörung Jerusalems durch Titus, andererseits durch den nicht minder einschneidenden Eintritt der nordeuropäischen Judcnheit in die europäische Kultur. In glänzender Darstellung und in sachlieber Ausführung legte er die grossen voJksbcwege:»d.en Grundgedauken dar. die die *mittelalterliche Kulturgeschichte markieren und zeigte ihren Zusammenhang mit der politischen Gestaltung Europas und den Geschicken der Juden. Mit grosser Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den bedeutsamen Auseinandersetzungen und gab ihrem Beifall wiederholt lebhaften Ausdruck. Berlin. Am Montag, dem 21. Januar, findet der letzte der von der Berliner Zionistischen Vereinigung veranstalteten G e s c h i c!11 s v u r t r ä g e statt. Herr Dr. Theodor Zloclstl wird im grossen Saal der Sophiensäle, Sophien- Strasse 17/18, über die Neuzeit m t besonderer Berücksichtigung der deutsch-jüdischen Verhältnisse sprechen. Berlin. In der Jüdisch-nationalen Frauenvcre in igu n g sprach am 10. Januar Herr Dr. Hei!1 r ch Locwe im ..König von Portugal“. Burgstr. 16.. über den ״nationalen Gedanken in der jüdischen G e- Schicht e“. Berlin. Am Sonnabend, dem 19. Januar, spricht im Diskussionsabend der Jüdisch-nationalen F raue uv ercintgung Fr. Else Natanson über das Thema: ״Wie er* ziehen wir unsere Kinder j ü d i s c h - n a t i on a I?'* Die Mitglieder werden dringend gebeten zahlreich zu erscheinen. Berlin. Mskknhüs. Der ״Verein Jüdischer Studenten Makkabäa“. der am Anfänge dieses Semesters an der Berliner Universität neugegriindet worden ist. wurde .durch Beschluss des Kartelitagcs der Vereine Jüdischer Studenten, der vom 3—10. d. Mts. in Strassburg getagt hat. provisorisch in den ..Bund Jüdischer Corporationen“ (B.J.C.) aufgenommen. — Der Griindungskommers des V.J.St. Makkabäa findet am Motttag. dem 2S. Januar, im Festsaal des Schillertheaters Charlottenhurg (nahe Untergrundbahnstation Knie) statt. . Hamburg. Zionistische Ortsgruppe Hamburg- Altona. Donnerstag, den 24. Januar, abends 9 Uhr: öffent* liehe Versammlung. Vortrag von Dr. B I ü dle - Nürnberg: ״D i e Juden als R a s s e". - ־ Historischer Vortragszyklus Donnerstag, den 31. Januar. 7. Februar und H. Februar, abends S Uhr. Herr Rabb. Dr Löwen thal: ״Die Zeit der H n s tn o n ä c r und Herodiane r“. Sämtliche Vcranstaltungen im ..Logenheim". Hartungstr. 9. Der Vorstand. Leipzig, ln den letzten Wochen hat unsere ״Zionist»- sehe Lesehalle und Bibliothek" zwei Stiftungen erhalten. Nachdem erst ein Gesimmgsgenossc. der nicht geuannt sein will, uns für die Lesehalle eine Spende von 100 Mk. zugewendet hatte, hat uns jetzt Herr J. Finkeistein- Leipzig eine grössere, sehr wertvolle Bibliothek, hauptsächlich rabbinischer Literatur, in hochherziger Weise gestiftet^ Beiden Stiftern sei auch an dieser Stelle im Namen unserer Gruppe herzlichst gedankt. Leipzig. Dienstag, dem 8. d. Mts. hielt die Ortsgruppe im ״Bonmand“ den Schekel tag ab. Der Vorsitzende, Herr Dr. E. C h a nt t z e r. setzte in einer wirksamen Aussprache die Bedeutung des Schekels und des Palästinabeitrages auseiu-