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Jüdische Rundschau · 1907-01-11 · Heft 2 (11.1.1907) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 2 (11.1.1907)
Date
1907-01-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 2 •davor hatte, sich zu zeigen, und doch eine Würde, die hoel» erhaben war über'die halb verlorene englische Steilheit, vorin wir alle gern ein wenig heriunpiuschen besonders aut' Reisen. Mit zwei jungen Juden, d.e ich t'iir Brüder hielt, ging ich lange zusammen. Fs kam dadurch, dass ein mit Heu und Unkraut belad• :1:׳er Esel uns drei in eine Ecke zusamtneu־ drückte, wo wir alle mit Stielen und Ciras behängen wurden. Wir lächelten einander zu bei dem gemeinsamen MissgescYck. ־ konnten natürlich gegenseitig kein Wort verstehen; aber wir iasen uns gegenseitig die Hahne ab. und wir fühlten, j:der auf seiner Seite: hätten wir nur reden können, so wären wir Freunde und Gleichgesinnte gewesen: wir verstanden, dass etwas Gleiches und etwas Gemeinsames uns verband, aber konnten!nur mit d׳.u Augen erklären, dass wir uns verstauden. Indessen iuhren wir iort. zusammen zu gehen — wie zuiüllig — die Strasse hinauf. Bisw eilen kamen w ir im Gedränge dicht aneinander, und wir lächelten; und so freuten wir uns gevissermasscu gegenscr'tig unserer Gesellschaft. Sie waren hochgcwachscu, wie das ganze Geschlecht vom portugiesischen Schlag. Haar und'Bart von ungewöhnlicher Schönheit, warn!.•, braune Haut und kluge Auge!», und vor allem eine Rt he und eine Sicherheit, d e sic weit vordem uttterschicder. was mau sonst unter Juden «erstellt. Und dazu kam. dass in Sahmik all die schwere und grobe Arbeit von Juden besorgt wurde zum Beispiel im Hafen. Am Samstag, wo sie also in iliren langen pelzverbräuitcii Kattans spazieren gingen, war kein Boot am (.)uai auiziitreibeit. Und bei der Löschung des Schiffes zeigte cs sielt, dass au diesem Tage, wo wir als Auslader und Lastträger die Bckcii- 11er anderer Götter hatten, nicht der dritte Teil verrichtet wurde: ausserdem c'lic die ganze Band: an Land, lange ehe die Sonne untergYig. w eil ein wenig W;n.l w ehen aniitig. Erst der Anblick dieser Nachkommen der alten Juden machte tf;ir die Geschichte des Joscphus. die ich halb unglaubig diesen Winter gel.seu habe, begreiilich. Dein der Lindruck von den Juden, den wir aus unserer biblischen Geschichte bekommen, ist im Grunde der, dass sie ein kleines umhergetriebenes Volk waren, rings um einen Tempel, von dem w ir w usstet», dass er zu Schutt und Asche w erdet! würde. Kitt Volk, das immer in der Klemme war und nur durch über natürliches Kingreifen autrcchterhalten werden konnte, ein Volk, das sich, wie Jakob, unter höherem Schutz mi: Lug und Trug vorwärtsbrachtc. Aber in den Juden von Sahmik findet n un die »mbetigsatne Kraft vied.r. vo,1 der Jcssephus erzählt, ein Heldenvolk so ziemlich das hartnäckigste, das di׳• Rottier zu beugen hätten, mit einer Hauptstadt, deren. Prachtbau cn in der Kerne wie ein hoher, schnecveisser Berg erschienen . . Juden in Abyssinien Frankfurt a. M. Dieser läge weilte hier Herr Br. Jak» 11 K a i 11 o v i t s c 11. um hiesige Kreise fiir die K a l a sc h a s zu interessieren. Pr. F. hatte am* Veranlassung seines Lehrers, des bekannten Orientalisten Professor Halcvy in Paris, eine ISmonatlige Forschungsreise in A b y s s i n i e n unterttommen. Pie sehr erheblichen Kosten dieser überaus schwierigen Reise trug einer der grossherzigsten Juden. Baron Kdmund von Rothschild in Paris, der bekannt-; Zionist. Der Zweck der Reise war. die l'aluschas zu studieren. Die Kalascltas s'itd Juden, die noch zur Zeit des ersten Tempels unter der assyrischen Herrschaft etwa /!»וי v. d. tibi. Zeitrechnung ans Palästina auswaiiderten tmJ seitdem in dun Alpenlande Abessiniens. abgescimttem vo:1 aller Welt, leben. Sie vergassen das Hebräisch; und haben die Bib.i nur in der Landessprache. Sie lebten auch di.• viele;‘ Jahrhunderte in dem Glauben, dass sie der Rest d.s jüdischen Volkes seien. Sie haben mit Treue das Gesetz bewahrt und stehen sittlich und körperlich sehr hoch. Der Talmud. Ch.uutka und Purim sind ihnen .selbstverständlich unbekannt. In den letzten Jahren haben die Missionare verheerend unter ihnen gewirkt, die ihnen cinredeten, dass sie ih:!en das richtige Judcutimt billigen. Grade in: Hinblick auf die zersetzende Tätigkeit der Misstonare ist cs eine Ehrenpflicht t'iir die Judciiiieit. sich dieses kulturhistorisch so interessante!! Teiles ihrer Gesumth.itschnell anzuuehmen. Ks müssen L e h r e r nach Ahyssimcn geschickt, wichtige Bücher des Judentums ins Aethiop«ische übertragen und eventuell auch eine Anzahl junge Ka Ia sc 11 a itt K iirnp a c r z o g e tt werd.it. Hierzu sind grosse Summen notwendig. Kostet doch die Reise fiir jede Person allein J1H1 Mark. - Geldspenden zur Krttiöglicliung des grosser Werkes wolle man an Herrn .1 a k o b S. P o s e 11. K r a 11 k f 11 r t a. M.. F i c 11 1 e s f r. 5. senden. Seite 23 Kleine Mitteilungen Kunstausstellung. Die Skulpturcu-Ausstcllung von Alfred Nussig. welche während d;s Dezembers in der Ausst.!HmgshaÜe am Zoolngischen Garten zu selten war. erweckte hei dem kunstverständigen Publikum so lebhaftes Interesse, dass die Amc- I o n g* s c h e K 11 n s 111 a tt d I u 11 g s ch entschloss.*!! hat. die ganze ArsMüamg iiir dei! Monat Januar in ihrem Salon, C 11 a r I o t t e t» s t r n s s e HG. zu installieren. Die Ausstellt:!!g rtttfasst eine Reihe jüdischer Statucttei. (Marianne, der Ewig»• lud; Juda der Makkabäer. König Salomo), ferner Büsten. Maske; und eine grössere Kollektion von Porträt- Plaketten in Bronze und Silber. Die Ausstellung bleibt vom Eröffnungstage ab (Sonnabend, den 5. Januar. Id Uhr mittags), bis zum dl. Januar werktäglich von 10—7 Uhr oiien. Eintritt frei. Berlin. f)cr Rahhlnerverbartd in Deutschland tagte atu 2. und •». Jan. er im fiats; der Gesellschaft der Freunde kt Berlin. II e Tages׳(׳■ .!•,•mg befasste die Seliäehti'rage. dt; Gesamtorgauisatior des .*•!dt 1;tums in Preusse:׳, die Sabhatliheiligiing und d!e Witwen, uml W'aiseuversorgung. Zu der Frage der Sabb;u!::!u!;cnu:.r wurde betont, dass diese \on den Israeliten erheb!:.he O;■j;r!'■׳rdcrc. di; durch die ztti.elmiettde Vcrschärtuug d r Ge>e-tz־.eb':t!:-:!׳her die Sonntagsruhe 'tnmer schwerer w erden. Fi.r den Neubau eines jüdischen Krankenhauses In Berlin hatte de Y.ibsck; Gm!־:׳,inde ein Preisausschreiben erlassen. Fs w urde;׳uerka! nt ein Preis von -15• »t 1 Mark dem Kr.twurfe der Re .ierin cs;■:m eiste!• Reimer m׳d K«־: i:1 Berlin. ein l’r.is in;.!•• :ei־11 ־״־.־•'!•; d.en! .\rJ1if.ku•!! K:r! Bonat/ zu Stresshur•/ in. G;n.;!r>c‘;a!t!״:! sviren Mitarbeitern H. Nissen und *'1. Mart‘n Jascü's;. ein Preis \ 1 ״י Mark dem Architekten Wilhelm Gri.mt lehn stadtischen Hodtbauamt in Wilmersdorf. .Metz. Zum Neubau d;r Synagoge wird ein (irundstück it; der Neustadt vom Magistrat ausersehet:. Breskn». 2<. I k7׳;n:l־;r. Der jüngst verstorbene Breslauer Stadtverordnete > e I: f! r t z tu :! tt!1 Int der Breslauer Stadtgemeir.de testamentarisch 0751s׳»» Mark vermacht, mit der üe>tm:tm:11g. dass der Zmsgcnnss seiner Gattin bis zu d;r.m Ableben verbleibt. D:!s Kapital <*•11 dazu verwendet werde:׳, den :׳:>be::׳>i:::k t! Bürger!; billige Wohiitingsgciegctiheit zu scha.'-er. Fm bestimmter Teil der bere:t/!!stelIc:1Jen W'onmtr־gen 1s; at..* Jriieklici! für arm-.• jüdisch; Mitbürger vorbehalten. Die^e tcst'iif.enturische Bestimmung eines Christliehen Testators zu Gunsten seiner jüdischen Mitbürger :st des!!;!!!» bemerkenswert, weii d.es i:t Breslau der erste derartige F; 1! ist. und um so wichtig;־. als bekanntlich Juden ־'!!;!!<>' י■teme,net; Stiitmge » t:׳!r dann für sic!: erwarten dürfen, w en:׳ ausdrücklich Jaden etwas ustam.uttarisch zugeward*, w.iid. Kfmigshiitte. .,*er jüdisch•; FricJImf hierselhst seltei tt s:ch naeli und na.!, erschöpft zu!iahen, zumal die jüdische Religion eine W kd .rbcnntzimg des Terrains nach einer Reihe von Jäh en nicht zulas't. ie verlautet. 11:!t s ch der \ orstanj der üi.lischea Gemeinde d»‘si!a!b auch schon imcii emeiti geeigneten reuen Stock Lund 1,!׳״.:esel1;n, oliue jedoch bisher etwas passendes eeiirJet! zu hübe■׳, da es hier setir schwer hält, zu einen; argemess. reu Preis; Land zu bekommen. das alle diesem Z'Veckw entsprechende Bed.itgung;!! erfüllt. Nürnberg. Lei der stattgef;־::de1!en Wahl der Frs.it/־ tnäim-.r iiir die Verwaltung de! jüdischen Kuitttsgemeimlc sind von Ifi'M Wahlberechtigten •bö Stimm!! abgegeben worden. Fs w!irden gewählt di•• Herren Privatier Jonas Bamherger t.«:5 Stimmen). Kamm hui Ludw ig Rosenzwcig UW). Batikdirektor Hirsehmami UbJ). Kaufmann Moritz Roseiibauer Uö7) und Kaufnuu'ti Albert l־'ec?1!1;iu:.r U06)L Berichtigung In 11t l i 11 s L ö \v y's Artik 1 über P e r 111: ti r g in Nr. 32 der JU!'D!>CHLN RUNDSCHAU sind ein ge Druckfehler zu berichtigen. So soll es heissen ״N i g g c r I a tt d” (statt N i p - perl;1 n d ״ יnd in der zweiten Spalte (Lederer, der Zn •lim er Jude usw.) Froika (nicht Troika)! Audi nach ״Ein Praclttjtidc" im Anfang soll ein Punkt sein. JÜDISCHE RUNDSCHAU v

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