Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1907)
- Date
- 1907-01-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651500-2651503--04312-2661279- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2A JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 2 Nach Schluss der Redaktion eingegangen Jüdische Kunst. Der Verein zur V ö r ü c r u n g 11 e r jüdischen Kunst hielt am Mittwoch, nachdem er kürzlich seinen ersten Ahcnd hatte wiederholen müssen, einen /.weiten Vortragsah:, n d ab, der der modernen jüdischen D i c h t u nR1!c w i d nt c t war. Der grosse Oberlichtsaal der Philharmonie war von einem vornehmen Publikum dicht gefüllt, als Herr I) r. N ossig durch eine einleitende Vorlesung. — die im Programm unnötigerweise wieder mir einem Fremdwort ausgezeichnet war. — den Vortragsabend einleitete. Fr setzte in ihm die grosse Bedeutung auseinander, die der neuen jüdischen Literatur in den beide:! Nationalsprachen ziikünie. als die er das N'eiiliebniische und das .liidischdcutsclie bezeiehnete. Die Literatur der andern lebenden Judendialektc liegt uns ja zu fern. Danach trug Rudolf Schildkraut mit der Gewalt und der Feinheit, die alle seine Vorträge ans/eichücii. eine grosse Reihe von modernen indischen Dichtungen unter dem sich immer wieder erneuernden Beifall des Publikums vor. Mit Martin Du b c r s “Xwci Tänzen־' begann er. dann folgte die deutsche Übersetzung von J) 1 a 1 i k s ”Josua v*׳r der Landnahme“. Dann kamen mehrere ITugscke Stücke au die Reihe, die freilich nicht aus dem Hebräischen, sondern aus den! Jüdischdeutsche:! übersetzt waren. Rosenfelds “Sturm" und Lei weis "Deruria“ entlockten dem Vortragenden echte Tränen der Rührung und .1 u!: g m a n 1! s “!job” unj besonders sein “Prosit Neujahr'־ riefen in die Augen der Zuhörer Tränen herzlichen Lachens. Nach einer Pause, in der sich sehr viele neue Mitglieder für de:! durch die Vorzüglichkeit seiner Leistungen werbenden Verein in die Listen eintrageii Hessen, folgten je eine Novelle von Z a 11 g w i 11. P e r e z und S c I! a 1 o m A s c 11. Der Beifall, der den einzelnen Rezitationen Schildkrauts in reichem Masse zuteil geworden war. wurde a!1! Schlüsse zu einer sich minier wiederholenden Huldigung. Dem! das spürte die ganze grosse Versammlung, dass hier echt jüdische Kunst zum Worte gekommen war, stammend aus einem sein Volk liebenden weichen u!u! warmen jüdischen Herzen. Man darf den weiteren Leistungen des Vereins mit grossen! Interesse entgegensehen, da er bisher alle an ihn gerichteten Erwartungen übertroffen hat. Ein Wort zum Wahlkampf. In den! bevorstehenden Wahlkampfe 1:1111 den deutschen Juden ehe überaus schwierige Rolle zu. Ihr Empfinden für die Grösse des Reiches wird sicher viele veranlassen, mit den in der Südwestafrikaangclcgcnhci: in der Minderheit gebliebenen Parteien zu gehen, obwohl die Gefahr nicht ausgeschlossen ist. dass infolge der eigenartigen Wahlparole eine reaktionäre und also auch iudenfeiudtiche Mehrheit in Jen Reichstag einzieht. Diese Schwierigkeiten sollt.n von seiten der Jtideu mellt dadurch verschärft werden, dass sie sich als Rufer im Streite geberden und etwa gar an der persönlichen Verunglimpfung der .Mitglieder der bisherigen Mehrhcitsparteien teilnchmcn. Das BERLINER TAGEU!.ATT, das unsere Gegner 1111 Christliehen Lager zu Unrecht leider als Jiideublatt saus phrase ansehen, leistet auf diesem Gebiete unangebrachter Angriffe wieder Hervorragendes, indem es bei seinen Angriffen auf das Zentrum die Gefühle des Katholiken verletzt. Ohne liier unsererseits irgendwie Partei zu ergreifen, weisen wir, wie schon so oft. aufs entschiedenste jede Gemeinschau mit die diesem Blatte zurück. Wie wir es wünschen, von seiten der iiiclitjiidiselicn Mitbürger gerecht beurteilt zu w erden, so verurteilen wir als nationale und überzeugte Juden ein derartiges Verhalten aufs schärfste. Zur gefl. Beachtung Alle Ahoniieineiitshelträge. welche bis zum IS. Januar nicht clngcgangcn sind, werden ausnahmslos per Postnaehnalune erhöhen, was für auswärts 30 Pf. und fiir Berlin 25 Pf. Mehrkosten verursacht. Mit Ziunsgrtiss Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU e. G. m. b. H., Berlin C. 51, Auguststr. 49 a. . .'י ־ mi L.....—_ Briefkasten der Redaktion I-. —, ■- Jüdisch-Akademische Verbindung JVRIA“. Bitte gefl. Ihre Zt ׳schlitten genügend frankieren zu wollen. Ziotisgrnss. Geschäftliche Mitteilungen Die Bedeutung der deutschen Lebensversicherung geht aus einer kinzlich in der Berliner Bo'seiizeiumg erschien.net! grossen statistischer! Arbeit wie.b r 1!:׳n1nl augenfällig hervor. Bei II deutschen Gesellschaften Ende!,,'1י: B.stand an Kapital- Versicherungen nahe/:! 9 Milliarden Mark, (iesanitiihcrschiiss rund 86 .Millinpcit ״Mark ׳״ul c.׳>\־:!;,'!ein 73 Millionen an die Versicherten zur Verteilung von Di\ Jeikleii. Die Aiiszalilmigen;••׳ billigen Versichcrn!1gs>!::!mie!: und R.uiet! beliefen siel! im Berichtsiah re auf 182.1 .Millionen Mark, woran mit den höchsten Beträgen beteiligt sind mit*.•' den Aktiengesellschaften die Germania. Stet!:!! not 21;.'' Millionen, und unter den gegens.itigeu Anstalten die Gothaer mit 22.1 .Millionen. Zahlen beweisen! 1:11 vorliegenden Lu!!v zv gen sic. wie segensreich die Lebensversicherung zur borde:: ״g der \ nikswoliiiahrt wirkt, und wie notwendig es itlr :Ile kla.'sen der Bevölkerung ist. sich mit diese׳• leider!״־ch zu sein \erkannten u:1d mit Inrecht;:f ge feindete׳! I! 11 r .'clitnmg I ekanut zu machen und siel! selbst daran za beteiligen. RnphAn prsnhifin! t o O © © © Ö 0 o Rede von Dp• E. VI• Tschlenow auf dem VII. Zionlsten-Kongress in Basel 1905. | Herausgegeben von der Zionistischen Propa | ganda-Kommission. Verlag!,Jüdische Rundschau‘1, E. G. m. b. H., Berlin N. 54, Auguststr. 49a, © - — Frei* IS!,ig*. Bei grösseren Bestellungen Rabatt. Eignet sich vorzüglich zur Agitation in der Land- und Ko'.onisationsfragc. t~-7־VT svA\v.J vier •a׳ r־T\\\ ,xSZru'CX* Weingrosshantllung'und Probier-Stuben W Paul von Malottki, Berlin. Auguststr. 60. u. Geschäft: Rosenthalerstr. 6/7. Anerkannt gute u. preiswerte Weine. Preisliste gratis u. franko. 3k y» y. י-״י״י• ןי•,ANj« ןייוזי׳ /