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Jüdische Rundschau · 1906-12-29 · Heft 52 (29.12.1906) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 52 (29.12.1906)
Date
1906-12-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 776 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 52 ihm — verantwortlich für sein ganzes Vorgehen ist und blelot also einzig und allein die Alliance, hi deren Hand es liegt einen m den Formen des Rechts vollzogenen Gewaltakt wieder gut zu machen oder zu sanktionieren.** Es wird trotz aller Denunziationen den Jerusalemer Dunkelmännern nicht gelingen, die Bestätigung des Chacham-Baschi zu hintertreiben, an der die Türkische Staatsregicrung offenbar noch grösseres Interesse hat, als die jüdische Bevölkerung, die zwar keineswegs für Antebi schwärmt aber sieji unter Jakob Mcirs Leitung auf dem rechten Wege w e I s s. Jüdische Dichter New-York. Morris Roscuield vor dein Erblinden. Wie bekannt ist der berühmte jüdische Dichter schwer krank. In der letzten Zeit hat sich sein Zustand einigermassen gebessert. Er konnte seine gelähmten Gliedmassen wieder etwas bewegen. Nun scheint uic Krankheit eine andere Richtung angeschlagen zu haben. Morris Rase nie ld steht vor dem Erblinden! Sein Atzt tröstet ihn damit dass auch Mitten seine besten Dichtungen als Blinder geschrieben habe. Das jüdische Volk ist ihm aber auch einen anderen Trost schuldig. Er. der uns zur Ehre gereicht, der in der vielverlästerten jüdischen Sprache Gedichte geschrieben hat. die ihm und uns Wcltruhm erwarben, ist arm. aller Mittel cntblöst. Spenden wolle man an Herrn J. Goldberg. New-York, 171, Eaert Broadway einseuden. Schalom Asch, der berühmte Dramatiker in jüdischei Sprache, hat ein neues Drama ..Der Gott der Rache“ verfasst, das von Direktor Reinhard zur Aufführung am Deutschen Theater-Berlin acceptiert wurde. Chicago. Yoi: interessierte? Seite wird geschrieben: In der letzten Sitzung des Direktoriums der American Colonization Company ist der Beschluss gefasst worden, auch j ü d isehe Kolonisten versuchsweise auf den Territorien der Gesellschaft anzusicdehi. Hierzu wird uns von der “Jcwish Agricultural and Industrial Aid Society“ in New York geschrieben: «Die Ländereien, über die die America:! Colonizatioi! — Company verfügt, sind in Sawyer, ungefjjhr *10 Meilen nördlich von Barran County, wo einige Farmer unserer Gesellschaft angesiedelt sind, gelegen. Wenn die Qualität des Landes in Sawyer County gleich der des Barron Cor.nty isL so würde das Besitztum für die beabsichtigten Zwecke gut sein. Durch Informationen, die wir gegenwärtig an Hand haben, wissen wir. dass die betreffende Gesellschaft vollkommen vertrauenswürdig ist- Wir glauben, dass Kontrakte, die mit dieser Gesellschaft eingegangen werden. auch erfüllt werden.“ Chicago. Nahe an 1UUU Juden aus allen Teilen New Yorks wohnten gestern abend einer Versammlung dcrJewish C0101׳y Organization. 62 East Jth. Street bei. Verschiedene Redner, die rieh an die Versammlung m englischer, deutscher und iildischer Sprache wandten, berichteten von dem Plan der Gründüng einer füdischai Kolonie auf einen! grossen Landstriche in Nassau County, direkt gegenüber dem Beimont Race Track. Pläne 2ur Etablierung von 400 Heimstätten sind bereits vorbereitet worden und man erwartet, dass diese Heimstätten .Anfang nächste« Jahres zum Beziehen fertig sein werden. Diese 400 Heimstätten sind von Juden aus der ganzen Stadt und( von Long Island gekauft worden. Die Mehrzahl der Käufer kani vom East-Erat. wo, wie einer der Redner sich ausdrückte, ״die Leute nach frischer Luft und Sonnenlicht schmachten". Es ist die Absicht der Philantropen. die an der Spitze dieser Bewegung stehen, gesonderte Heimstätten für 1.685 Familien zu gründen. Die Förderer dieser Kolonie wollen diese Stadt zu einer Mustermuwzipalität machen. — Ansprachen sind gehalten worden von: Morris Becker. Max H. Thuna, Max W e I k o w i t z und Samuel W 01 k o f i. den Hauptorganisatoren der Kolonie, und Prof. Becker (New York Times). New York. Herr Jakob H. Schiff, der bekannte Bankier und Philantrop. hat dem Fond 4cs Removaikomitees. dessen Aufgabe darin besteht, die einwanderndeu osteuropäischen Juden auf das flache Land in der Provinz zu verteilen. 1 Million Dollars fiberwiesen. Südafrika Die kurze Anwesenheit des Präsidenten des zionistischen Aktionskomitees, Herrn David Wollfsohn, in Südafrika gab den dortigen Gesinnungsgenossen Anlass zu einer Reihe grossangelegter Festlichkeiten, die in der Oeffentlichkeit ausserordentliches Aufsehen machten und von der südafrikanischen Presse in ausführlichen Berichten behandelt wurden. Sowohl in Capetown als in Port Elizabeth und in andern Städten der Kapkolonic hatten sich Empfangskomitees gebildet, die zu Ehren des Gastes Versammlungen und Bankette veranstalteten, an denen viele Delegierte der südafrikanischen Föderation und auch zahlreiche Nichtjuden, darunter die Spitzen der städtisehen Behörden, trilnahmen. ln Capctown begrüssten etwa 150 Delegierte aus der Kapkolonic den Gast, dem dann in! City House ein feierlicher Empfang bereitet wurde. Tags darauf fand ein offizielles Bankett statt, das der Mayor in! Namen der Stadt gab und d:!11 die Konsuln Deutschlands, Oesterreichs. Hollands usw. beiwohnten. Es wurden begeisterte Ansprachen gehalten, von denen besonders die Rede des Mayors und die des Herrn Wolffsohn mit stürmischen Beifa!l$h?zeugungen aufgenommen wurden. Am nächsten Tag wurden die Erzichungs- und Kultusanstalten der blühenden jüdischen Gemeinde von Capctown unter Leitung des Vorsitzenden der dortigen zionistischen Vereinigung, des Advokaten Alexander, besichtigt. Besondere Aufmerksamkeit widniete man dem zionistischen Heim, der Zions Hall, die mit einer prächtigen Bibliothek ausgestattet ist. In Port Elizabeth, wo Herr und Frau Wolffsohn am 21. %\ M. eintrafen, fand gleichfalls ein Empfang durch Delegierte und Vereine statt. An der Spitze' der Deputation stand der Rabbiner von Port Elizabeth Dr. Philippson. Es wurde eine Galafahrt nach dem Town House veranstaltet, wo der Mayor und Gemeinderat von Port Elizabeth •- grösstenteils Nichtjuden — Herrn Wolffsohn mit herzlichen Ansprachen \vUU:01nmen hkssen. Abends fand in der Town Ha!!, gleichfalls in Anwesenhei tder repräsentativen Bürger der Stadt, eine üßeraus zahlreich Iwsuchte Feier unter Vorsitz des Mr. J. Philipps statt, bei der Adressen verschiedener zionistischer Körperschäften an den Präsidenten des Aktions-Komitees und herzliehe Ansprachen vom Chairman, dem Major der Stadt u. a. gehalten wurden, «auf die Herr Wolffsohn in einer sehr beifäJig aufgenonuneiieu Rede erwiderte, in der er besonders warm die christlichen philozionistischen Kundgebungen hervorhob. deren er sieh als Präsident der zionistischen Bewegung in Südafrika erfreuen konnte. Aus: DIE WELT. Kleine Mitteilungen Jüdische Statistik. Das vom Verbände für .Stat i s t i k der Juden begründete Bureau in. Berlin-Halensec wird demnächst mit Unterstützung der Gesellschaft zur Forderung zur Wissenschaft des Judentums eine umfassende Arbeit über die jüdischen Ge m e i n d c 11 in Deutschland herausgeben. Es werden darin auf Grund des Materials, welches das Bureau von den Gemeindevorständen erhalten hat, zum ersten Male zahler.mässigc Angaben für ganz Deutschland über Häufigkeit des Gottesdienstes. Benutzung von Orgel und Chorgesang. über die Kultusbeamteu. die Besteuerungsverhfiltnisse. sowie über die Agglomeration der Juden gegeben werden. Man darf dem Erscheinen der Schrift mit Interesse entgegeusehen. Berlin. Exzellenz Bergmann hat sich dem Hilfsverein der Deutschen Juden bei so vielen Gelegenheiten als hingcbtmgsvoller Arzt «aus reiner Nächstenliebe zur Verfügung gestellt, dass der Hilfsverein mit Freuden den 70. Geburtstag dieses ausgezeichneten Chirurgen zum Anlass nahm, ihin ein Dankschreiben zu senden. Zuflzstlftung! D!e Zunzstiftung unterstützt ausnahmslos nur solche Arbeiten, welche inhaltlich und methodisen die Wissenschaft des Judentums fördern. Nur Anträge, welche mit vollständigen, ein Urteil ermöglichenden Unterlagen versehen sind, werden berücksichtigt. Dieselben sind bis zum 1. Mai 1907 dem Unterzeichneten Vorsitzenden einzureichen. Für das Jahr 1907 sind überhaupt 1700 Mk. verfügbar. •Berlin, im Dezember 1906.' Das Kuratorium der Zunzstiftung. Dr. S. Neu mann, Vorsitzender. Kurfürsteustr. 126. Prof. Dr. P. Liebermann. Schriftführer. Berlin. Der Verein Jüdischer Studenten an der König!. Techn. Hochschule zu Berlin beging am 3. Dezember sein lOjähriges Stiftungsfest in Form eines Palästina-Wein- Kommerses mit •Ball. Der Einladung des Vereins war eine stattliche Anzahl von Gästen gefolgt: u. a. bemerkte man Vertreter der jüdischen Berliner Verbindungen und anderer hiesigen jüdischen Korporationen. Dass der Gedanke, einen Palästina-Wcin-Kommers zu voranstaltcn. ein recht glücklicher war. bewies die fröhliche Stirnmung. dtc die Gäste bis zum frühen Morgen zusünunenhiclt und

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