Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1906)
- Date
- 1906-12-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I ן Seite 730 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 49 Aus dem Judentum sind ausgetreten im Jahre 1906 Bemerkungen im Monat darunter Januar . . Februar. . Mär?. April Mai . . . Juni. . . Juli . . . August . September . I! 20 19 U Ingenieur Dr. phil. Paul Meyer, Burggrafenstr. 19, geb. 14. 6 64 in Cölhen. Kunstmaler Eugen Schacher, Gels• bergstr. 30, geb. 29. 4.61 in Breslau. Direktor d. A. E.-G. Paul Mamroth. Potsdaraerstr. 121a, geb. 21. 9.59 in Breslau. Journalist Salomo Zucker mann, Werftstr. 3, geb. 30. 74 .ל iu Russland. Sängerin Frln. Aurelie Revy, Uhlandstr. 112/3, geb. 12. 5. 75 In Ungarn. )r. pbil. Arthur Born, Friedrich• Strasse 155. geb. 25. 9. 71 in Potsdam. ledakteur Karl J. Galandauer, geb. 26, 5. 66 in Ungarn. Opernsänger Siegmund Pordcs, Ksntstr. 77, geb. 6. ‘ 12. 78 in Lemberg. Arzt Dr. Moritz Sehen del, Friedrich* Strasse 151, geb. 26. 12. 62 ir, Bromberg. f)r. med. Max Senator, Dorotheen• strasse 63, geb. 8. 1. 73 in Berlin, rau Finanzrat Bertha Leg heim, geb. Rosenberg. geb. 17. 4. SO in Giessen, und deren Sohn Bankie Ferdinand I.egheim. Kfm. Georg Louis Wertheim .Bellcvuestr. 4, geb. 11. 2. 57 in Stralsund. Kommerzienrat Hermann Rückei, Brücken Allee 2, geb. 14. 6. 54 In Fraustadt. 3r. Louis Schoth, Arzt, Lach mannstr 6, geb. 12. 10. 58 in Sorau. Schriftsteller Franz P. Lindhcimer, Spichcrnstr. 23, geb. 25. 4. 70 in Frankfurt a. M. Justizrat Stephan Samuel Jacob Gerhard, Wilhelmstr. 90, geb. 7. 8. 57, in Berlin. PrivatdozentDr.mecLFelixKlemperer, Kurfürstendamm 13*) geb. 9. 10.66 zu Landsberg. IN ^411! Hermann Vor• treulich, Kfm-, Auguststr. 93, geb. 25.17.6S zu farnow) Galiz.) am 14. 1.05 aus dem Judentum ausgetreten, ist wieder in die Liste der Mitßlieder der jöd. Gemeinde aufg. Referendar Dr. Hans Mankiewiz Fas&nenstr. 48, geb. 23. 1. 83 in Breslau. Oktober . (|| Arzt Dr. Max Feldmann, Kantstrasse 21, geb. 22. 11. 67 zu Leschnitz. cand. med. Alfred Kurt Huldscbinsky, Tiergartenstr. 8a, geb. 24. II. 6c zu Gleiwitz. Arzt Dr. Fritz Danziger, Kurfürstenstr. 110, geb. 1. 8. 66 zu Gleiwitz. •) Sohn des Reform-Rabbiners. Die Wahlbewegung In Russland Die Juden in Russland treiien alle Vorbereitungen für die Dumawahlen. Das Wilnaer jüdische Wahlkomitee hat soeben den Wahlauruf an die jüdischen Wähler erlassen ln dem Aufrufe tritt das Komitee für die Aufstellung eigener jüdischer Kandidaten ein. Der Aufruf trägt die Aufschrift ״Teure Briider!״ und nicht wie sonst an die ״Bürger". Hieg einige Stelki aus dem Aufruf: ״Alle Verhandlungen und Debatten in der Duma haben uns klar gezeigt, erstens, dass wir uns unserer jüdischen Deputierten nicht zu schämen hatten, und zweitens — das ist der wichtigste Punkt —- wie wichtig cs für das jüdische Volk ist. dass jüdische Vertreter die jüdischen lntcressen schützen." .Wählend die Vertreter der anderen Völker und Parteien,־* heisst cs weiter, ״nur deshalb in die Duma gehen, um bürgerliche Vollbereehtigung zu erlangen, müssen wir Jude:! ausserdem auch noch dafür kämpfen, dass man uns genau so als Menschen anerkenne wie die übrigen, und uns das Recht zugestehe, als Bürger im Lande zu leben.'* Unter Hinweis auf die Judenmetzeleien und die Hilflosigkeit der Juden diesen Ausschreitungen gegenüber wird ferner ausgeführt: ״Die einzige Hoffnung, die uns geblieben, ist die Rcichsduina! Dort, holten wir, werden sich wieder die Best.-n Russlands z.usammeniieden. dort werden wir Gelegenheit haben, uns an den ehrlichen und gesunden Sinn der Vertreter aller Völker Russlands zu wenden, und dort, hoffen wir, wird unser Appell erhört werden.'* Das Wahlkomitee gibt sieh keiner Täuschung darüber hin. dass eine gross.־ Anzahl ofiencr Antisemiten in die Duma einziehen, und es demnach notwendig sein werde, gegen die .echten Russen" «)der mit den ״Schwarzen Leuten" heisse Kämpfe zu führen, und ״gerade wegen dieses bevorstehend :11 Kampfes ist es unerlässlich, dass wir gebildete, von jüdischnationalem Gefühle durchdrungene Männer in die Duma entsenden, denen wir die Lcbensinteressen des jüdischen Volkes ruhig an.ertrauen können.“ Was die Wal!lausM'cliteil in Wilna selbst, wo ein jüdischer Kandidat Sieges;!tissiciiten hat. betrifft, hebt das Komitee die Tatsache hervor, dass die Verhältnisse jetzt schlechtere sind als im Vorjahre, da dem städtischen Wahlbezirke noch ein Rayon angesclitosscn wurde, dessen W ähler .der Mehrzahl nach aus N’iclitjudeti bestellt, doch hofft das Komitee, dass bei einer Vereinigung aller jüdischen Stimmen auf einen jüdischen Kandidaten, es auch diesmal gelingen werden, diesem zum Siege zu veilielicn. Das jüdisclmationale Wahikomitec in Russisch-Polen hat für die Dutnawalifen folgende Forderungen aufgestellt: auf Grundla ge 1. Demokratisierung der Rej des Seibstbestinitnungsrechtes der Bürger. 2. Vollbercchtigung der Juden. 3. Dezentralisierung der Gesetzgebung. 4. Autonomie Polens mit der Sicherstellung der Rechte des jüdischen Volkes als einer der Minoritätsnatiouen. 5. Proportionalwahlrecht für all״.» Reichs-, Landes-, städtischen und Gemeindekörpcrschaftcn. 6. Oeffcntliclikciisreclit der jüdischen Sprache. 7. Das Recht auf den Sabbat als Ruhetag. 8 Selbstverwaltungsreclit in allen internen Angelegenheiten des Judentums. Zur Politik des russischen Zionismus Die LODZER ZEITUNG schreibt in ihrer Nummer vom 2$. November 1906: Das politische Programm der Zionisten enthält nachstehende Punkte: 1) Verteidigung der demokratischen Prinzipien, 2) Forderung der rechtlichen Gleichstellung cLr Juden, 3) Forderung einer Autonomie für alle Völkerschaften, die in Russland eigenes Territorium haben, wobei die Rechte der Völkerschaften, die innerhalb dieser Territorien eine Minoritat bilden, sichergcstdlt werden müssen, und 4) Selbstbestünnmngsrccht für die Juden in allen ihr kulturelles Leben betreiiciidcn Fragen. Zur Uudenfrage Petersburg, 28. November. In der ultrarcaktionären MOSK. WJED. veröffentlicht deren Redakteur Gringmuth einen offenen Brief an die Regierung, worin er die Erweiterung der Judenrechte für unzeitgemäss erklärt. Der Sieg der jüdischen Revolutionäre werde das russische Volk schwerer bedrücken, als die Niederlage von Tsuschima und der Vertrag von Portsmouth Das Volk werde in der ihm durch die Erweiterung der Rechte der Juden beigebrachten. Niederlage den Sieg des jüdischen Kapitals erbücken. Die kaiserliche Regierung müsse sich daher beeilen, den in der Judenfragc neuerdings eingenommenen Standpunkt wieder aufzugeben. Gringmuth ist baltischer Deutscher. Aus Palästina Die NEUE PREUSSISCHE (KREUZ־) ZEITUNG iu Berlin lässt sich aus Palästina schreiben: ״Hier findet eine lebhafte Einwanderung russischer J udn statt, wohlhabender und armer, besonders auch alter, die ihr Leben gerne im heiligen Lande beschlossen möchten. Infolge dieses Zuzugs hat sich die Jüdische Spekulation wieder des Landhandels bemächtigt und sich in Jerusalem grossen Besitz angeeignet um ihn bei günstiger Gelegenheit mit Gewinn wieder loszuschlagen. Auch grosse jiidi-!1 I