Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1906)
- Date
- 1906-10-26
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite (VIS JÜDISCHE RUNDSCHAU Äbor.ncnicntsbcstelltmgen ffir WELT und JÜDbCHE RUNDSCHAU. Mitgliedsanmclduneen. sowie Anfragen jeder Art sind seil, an unserti Schriftführer, Dr. Besser, Hamburg, Süderstr.. 124, zu richten. Alit Zionseruss DerVorstand. Hamburg - Altena. Zionistische Ortsgruppe. öft'cnMiche Versammlung am Donnerstag, dem 25. Oktober, abends 9 l’Iir. im ..Logenheim‘*, Hartungslr. 9. Vortrag des Herrn Pr. nied. l> a v i d über das Thema:..!י erZionismus und das religiös-liberale Judentum“. Freie Aussprache. Eintritt für jedermann. Per Vorstand. Hamburg. An die zionistischen Frauen und Mädchen! I»! vergangenen Jahre traten die weiblichen!Mitglieder unserer zionistischen Ortsgruppe zu einer Vereinigung zusammen, die es als ihre besondere Aufgahe betrachtet, den zionistischen Oedanken in die Familien zu tragen. M ir nehmen unsere Tätigkeit mii irischen Kräften wieder auf und erwarten von unseren Oesinnungsgenossinnen eine eifrige und verständnisvolle Mitarbeit. S.id Eurer Pflichten als jüdische Frauen bewusst! Pflegt den jüdischen Volksgedauken in der Familie! fTamt die Liebe zu tmserni Stamme und anserm alten Hcimatiandc Palästina ir. die Herzen der Kinder! Bekämmt alles Unjüdische in indischen Häusern! Seid eingedenk der PiÜchtcn die der Zionismus Euch auferlegt: Klärt auf über seine Ziele, werbt neue Anhänge!, sammelt bei jeder Gelegenheit für den jüdischen Natio- ־ nalfnr.ds. nehmt lei! nn unseren praktischen Arbeiten und Beratungen, erscheint zahlr.ich auf unseren Zusammenkünften! . Pie nächste Sitzung findet am Donnerstag, dem I. Novcmher. .abends S’l־ Uhr im ..Logenheim“, llartungstr. .9. statt. Tagesordnung: I. Mahlen. 2. Referat von Erau Dr. Fink über ..Ferienwohliahrt für jüdische Kinder". 3. Freie Aussprache fiber ein zu veranstaltendes Kinderfest. 0fiste sind stets willkommen. Zu Auskünfte!: ist jederzeit bereit Die Vorsitz-cndc der zionistischen Frauengruppe Frau H. Huld sc hinc r, Hohe Bleichen 46. Rechnungs-Abschluss der zionistischen Ortsgruppe Königsberg i. Pr., p. 1. Januar bis 30. September 1906. Einnahme: A usgaben: I. 10. 06 An: A\k. Kassabestand p. 1.1. OG 40,83 N'ationalfondspenden Kt ..... . . 168533 Schekelkonto. . . . 2!5.— Landesbeitragkonto . 10, - Beitragkonto .... 588,— Broschürenkonto . . 237.30 Ajjitationskonto. . . 7835 Kt für russ. hilfsbed. 180 — Juden. Zinsenkonto .... 1.43 Jüdische Rundschau . 158.85 Makkabäerfestkonto . 107.80 Nationalfondmarkcn- Konto.13,55 1.10.06. Per: Alk. Nationalfond-Spenden Kt. ..16 2,33 Schekelkonto. . . . 215,— LandesorganisationKt. 100,- Broschürenkonto . . 149,08 Atjilationskonto . . 327.95 Unkostenkonto . . 81,85 Inkassokonto . . . 25,— Annonzenkonfo . . 75,95 Kt. für russ. hilfsbed. Juden.180, - Portokonto .... 17,70 Jüdische Rundschau . 143,25 Nationalbibliothek . . 3,50 Kassabestand 30.9.06 354,83 Sa. Alk. 515,13 Sa. Alk. 515,13 I. 10. 05. An: .Bilanz-Konto. Alk. I. 10. 00. Per: Mk. Kassabestand . . .35183 Broschürenkonto . . 145,36 Nationalfondmarken- Konto ...... 9,— Nationalfondspenden- Konto.. 5,94 Sa. Mk. 515,!5 S E. & a Kapitalkonto .... 515.13 Sa. Alk. 515,13 S. E. & O. Am Dienstag, dem 0. Oktober 1906 haben die Kasse revidiert und mit den Belegen und Büchern übereinstimmend befunden Al. Konn. S. Gittelmann. Der Vorstand I. Ag M. Sambursky. Hamburg - Altona. Zionistische Ortsgruppe.־ Nationalfonds -Telegramme ztir Glückwunsch-Ab- Jösimg sind jederzeit erhältlich hei: A. Danziger, Rappstr. 101; Restaurant Hirsch, Gr. Burstah 10; Restaurant Logenheim. Hartungstr. 9; L. Al. Michael, Or. Bleichen 76; t rau pr. Chwollcs, Altona. Bahrem'eldcr Chaussee 5t; G. Bleiwciss. Wandsheck. Königstr. 65. - A b 1 i c f c r u n g s s t c 11 e für gesammelte Materialien (Staniol. Zigarrenabschnitte. Briefmarken) bei Frl. Hedwig Liihkc. Amchmgstr. 6. Gedenket des jüdischen א a t i o n a I f o n d s! Köln. Die zionistische Vereinigung cröfinetc ihre Wiut ־r• Kampagne am Samstag, dem 13. d. Alts, n it e:׳־e.n Vfiiage ihres Vorsitzenden. Rechtsanwalt Dr :5 0 J e 111! e imer uler ״Ein Rückblick über das vci flösset•;• Jahr und ein Mort a!1 uns :re Gegner.“ Die für Kölner Verhältnisse ausserordentlich gut besucht'e Versammlung — mehr als 150 Personen waren anwesend — nahm die klaren und sehr instruktiven Ausffilirungen des Redners mit lebhaften Beifall entgegen. Die Diskussion war sehr lebhaft und interessant. Herr Coralnik sprach im Anschlüsse an die seitens des Referenten erfolgte Verurteilung des bekannten Aliilisamschen Antrages über die theoretische Bedeutung der dabei in Betracht kommenden Frag:11 und plaidierte dafür, dass die deutschen Zionisten die Grundsätze nationaler Betätigung, die sie anderswo ancrkannten, auch in Deutschland zur Geltung kommen lassen miissen. Herr Berger erörterte die Frag: der inncrpoütiseheii Stellungnahme der deutschen Zionisten vom praktischen Standpunkte aus. Den Höhepunkt erreichte die Diskussion in den glänzenden Ausführungen des Herrn Sokolov, der davon ausgfng. dass das ,.Golus־‘ nun einmal die volle Betätigung als Jude unmöglich mache, dass der Jude der Diaspora eben gezwungen sei. auf manche Rechte zu verzichten. Aus diesem Gesichtspunkte heraus resultiere ja der Zionismus. Die Vor- Sammlung zollte insbesondere den Ausführungen des Herrn 8(t',;o!ow lebhaften Beifall. Die ganze Veranstaltung war ein schöner Eri'olg für die Ortsgruppe. Mehrere Mitglieder wurden gewonnen und für den Nationalfond wurde eine beträchtliche Summe gesammelt. Köln. U c b e r die Krise der modernen j ii d i selten Jugend sprach am Samstag abend im ersten dies- •:ihrigen Vortragsabend des Jüdischen Turn-Vcrcins, Herr Julius Berger. Der Vortragende ging von den russischen Ercignisscn aus. wo die jüdische Jugend mit aufopferungsvoller Hingebung und unter Einsetzung von Gut und Blut für die Rechte ihres unterdrückten Volkes cingetretcn sei. Wende man dagegen seinen Blick auf Deutschland, so könne man dort \on einem Wirken der jüdischen Jugend innerhalb und fiir das Judentum nichts wahrnehmen. Die jüdische Jugend Deutschlands sei dem Judentum fast vollständig entfremdet, sic habe keinen Zusammenhang mehr mit ihm. Die akademische jüdisehe Jugend versage fast vollständig, wenn es sich darum handele, dein Judentum einen Dienst zu Icisien. Ihre Vereiiiiguiigcii hätten für das Gesamtjudentum nur mehr problen.atischen M'ert, weil die akademische Jugend fast nie hervortrete, die Entwicklung des Judentums gehen lasse, wie sie gehe. Nur selten sei zu beobachten, dass diese akademischen Kreise sieh tatsächlich dem Judentum widmeten, ihre Kraft und ihr Missen in den Dienst der Allgemeinheit stelle. Noch schlimmer aber sei es um die grosse Masse der jüdischen Jugend bestellt, die dem Kauhnannsstand angehöre. Diese wisse heute kaum noch, was Judentum sei. Was aber das Schlimmste sei, es mache sich in diesen Kreisen eine immer mehr iiberhandnehmendc Verflachung und Unkultur bemerk har. M'er mit offenen Augen das Gros der jüdischen kauftnännisehen Jugend beobachte, müsse sich überzeugen, wie die so oft gerühmten Vorzüge der Juden. Enthaltsamkeit und Bildungsdrang. immer mehr im Schwinden begriffen seien. Für das Judentum aber, gleich in welcher Form, hätten diese jungen Leute fast nichts anderes als schlechte M'itze übrig. Redner beleuchtete hierauf eingehend die Gründe dieses Verfalls. Fr sicht sie darin, dass der jüdischen Jugend heute fast keine Gelegenheit mehr geboten sei. das Judentum kennen zu lernen. Der Unterricht in den jüdischen Fachern sei höchst mangelhaft, und was man in der Schule in einem Jahre lerne, werde durch den unangebrachten und unbegründeten ״Liberalismus“ der Eltern schleunigst wieder ausgerottet. So komme uer junge Jude ins Lehen, das an ihn ganz besondere Antor־ deruugen stelle, w eil er eben ein Jude sei. Er s.lie sich plötzlich einer feimllichen M’elt gegenüber, die ihn bedränge seiner jüdischen Eigenschaft wegen, ohne dass er auch mir eine Ahnung von diesem Judentum habe. So habe er keinen Halt. Das Judentum, das ihm diesen Halt kraft seiner ethi-