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Jüdische Rundschau · 1906-10-26 · Heft 43 (26.10.1906) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 43 (26.10.1906)
Date
1906-10-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Beilage Aus der zionistischen Bewegung Berliner Zionistische Vereinigung Am Dienstag, dem 30. Oktober d. Js., präzis 9 Uhr abends, wird in Berlin eine grosse zionistische Volksversammlung stattfinden, und zwar in der Viktoriabrauerei, Lützow־ Strasse 112. Herr Dr. Franz Oppenheim er wird über ״Jüdische Arbeit in Palästina“ sprechen. Eine zweite Versammlung wird am Dienstag, dem 7. November in den Sophiensälen, Sophienstr. 15 stattfinden Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Das Aktionskomitee teilt mit, dass es die Tage des Cliaknukahfestes, 12.—!9. Dezember, als Scliekeltage bestimmt hat. Das Aktionskomitee weist schon jetzt darauf hin, dass die Wahlen für den 8. Zionistenkongress bereits im Frühjahr stattnnden w erden. Es ist dringend notwendig, dass sämtliche Ortsgruppen, welche einen ן Delegierten zum 8. Kongress zu entsenden wünschen, schleunigst in die Agitation für die Einsamnihmg der Sehckelgcldcr cintretcn. Unter dem Szepter des Sultans vm. Zum Zlonlsten-Kongrcss in Basel.״) im Spätsommer 1903 traten die Delegierten der zionistlsehen Bewegung aus der ganzen Welt zu einem gemeinsamen Kongress in Basel zusammen. Ungefähr 500 der angesehensten Juden sind aus allen Teilen der zivilisierten Welt herbeigeeilt, um über die Zukunft des jüdischen Volkes zu beraten, wobei sie nicht nur ihre gegenwärtige Lage im Auge haben, sondern ihren Blick hauptsächlich auf das grosse Ziel richten, das in den letzten Jahren der leitende Gedanke aller mosaischen riemeinschaftcn war. und das man gewöhnlich mit dem Namen .,Zionismus“ bezeichnet — auf den Plan von der Zurücker• Werbung Palästinas für das jüdische Volk, das sich wieder in dem gelobten Lande der Völker versammeln soll. Wenn ich, der ich sonst wenig berufen erscheine, mich in die Angelegenheiten des jüdischen Volkes zu mischen, das Bedürfnis fühle, mich über den Hauptgegenstand des diesjährigen Kongresses zu äussern, der, wie kein anderer Zionistenkongress, der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit ist, so brauche ich nur auf die Tatsache zu verweisen, dass das ersehnte Ziel — Palästina — sich augenblicklich in der Gewalt des türkischen Sultans befindet, weshalb ich bei meinem Verhfiltnis zur türkischen Politik zu einem Stu.'ium der zionistisehen Frage und zur Anknüpfung von Beziehungen mit mehreren Spitzen dieser Bewegung veranlasst wurde. Ich glaube deshalb in der Lage zu sein, nicht nur dem grossen, Publikum die Gesichtspunkte hervorzuheben, von denen aus dio Sache rechtlich zu betrachten ist, sondern auch den Juden selbst Momente von Bedeutung anzuführen, die ihnen von ihrem Standpunkte aus weniger in die Augen fallen. Die gegenwärtige Judenfrage hat wie jede politische Frage überhaupt — eine ideelle und eine praktische Seite, dit *) Aus: Sajö-i Schahäncdc Unter dem Szepter des Sultans. Von Ali N 0 u r 1. Berlin 1905, s. L i t, - BI. man auseinanderhalten und Jede für sich behandeln muss. Was die erste betrifft, so ist cs ganz natürlich, dass der Wunsch nach einer territorialen Gemeinschaft gerade jetzt besonders brennend ist. Die Begebenheiten In Russland haben gezeigt, dass die Juden trotz aller Kulturfortschritte sich noch nicht unbedingt im Besitze ihrer bürgerlichen Rechte fühlen können, dass sie noch nicht überall ihres Lebens und ihres Körpers sicher sind. Dass sich aber bei denjenigen, die in der Welt verfolgt werden, das Bedürfnis nach einer Heimstätte und einem Zufluchtsort zeigt, ist durchaus erklärlich. Leider Ist die Basis, auf welcher die Ansprüche der Juden auf Palästina aufgebaut werden, nur ziemlich unklar begründet, und entspricht nicht ganz den Überlieferungen der Geschichte. Palästina wird als dasjenige Land bezeichnet, das dem jüdischen Volke sozusagen yon Erschaffung der Welt an angchört hat, bis es mit Gewalt aus ihm vertrieben wurde. Diese Behauptung streitet aber gegen alle historischen Tat. Sachen, hi Wirklichkeit sind die Juden von ihrem Ursprung an nichts anderes, als ein arabischer Stamm, der noch in der historischen Zeit aus seinem arabischen Vaterland ‘vertrieben und während seines Umherfiackcrns einige Jahrhunderte Mndurch in Palästina Station gemacht hatte. (Portsetzung folgt.) } —ך Aus den Ortsgruppen Berlin. Im Jüdischen Turnverein ״Bar Kochba“ spricht am Sonntag, dem 28. Oktober, in Wittneris Restaurant, Münzstrasse 81, Herr Dr. Hans M ühsam über: ״Die Juden a 1s R a s s e“. Hamburg-Altona. Zionistische Qrtsgruppe. Wir richten zu Beginn des Winters an alle unsere Mitglieder die dringende Bitte, die zionistische Bewegung im allgemeinen und unsere Ortsgruppe im besonderen durch Pflichterfüllung und reves Interesse mehr als bisher zu fördern. Dies Interesse möge in der Pflege unseres jüdischen Volksideals, ln der Betätigung unserer Stammcstteue, in unermüdlicher Aufklärungsarbeit, in steter Werbung neuer Mitglieder, Tn materieller Untcrstüzung unserer Volksinstitutionen (Nationalfonds, Jüd. Kolonial-Bank)- in der regelmässigen Teilnahme an unseren Veranstaltungen seinen Ausdruck finden. Für den kommenden Winter sind ausser den vierzehntägigen Zusammenkünften, für die bereits eine ‘Anzahl von Referaten angcmcldct sind folgende Veranstaltungen in Aussicht genommen: 1. An»!1. Dezember findet in sämtlichen Sälen des ״Logenheims“ eine Makkabäer-Feier statt, die aus Prolog, künstlerischen Darbietungen, Festrede und Ball bestehen wird. Als Redner isj Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Schornstein- Kopenhagen gewonnen. 2. Die Aktionskomitec-Mftglieder N. S 0 k 01 o w-Warschau und Dr. jur. Friedemann -Wiesbaden haben Vorträge zugesagt. 3. Auf Veranlassung des Vorstandes hat sich Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Lö w e n t ha I - Hamburg i!1 liebenswürdiger Weise bereit erklärt, während des Januar in einem Vortragszyklus .Die Zeit der Hasmonäer und Hcrodianeri* zu behandeln. Wir machen ferner darauf aufmerksam, dass seit einigen Monaten eine indische Volkslesehalle. Kohlhöfen 17. besteht, in der ca. 30 jüdische Zeitungen ausliegen. Sie ist geöffnet: an allen Werktagen, ausser Freitag, abends von S-10־ Uhr, am Sonnabend .von 11—1 Uhr und Sonntags von 5—8 Uhr. Wir bitten schliesslich, unser Zcntralorgan, die jetzt in Köln erscheinende WELT, welche wegen ihres vorzüglichen Inhalts eine anregende Lektüre bietet und zur Agitation ausserordentlich geeignet ist. durch Abonnements (vierteljährlich 2.50 Mar.k) zu fördern; sie ist seit jüngster Zeit auch im Einzelkanf an allen $trassenverkaufsste|lcu in Hamburg erhältlich, ל’*

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