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Jüdische Rundschau · 1906-10-26 · Heft 43 (26.10.1906) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 43 (26.10.1906)
Date
1906-10-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 43 JÜDISCHE RUNDSCHAU sehen, historischen, nationalen Bedeutung wohl geben könne, kenne er nicht, einen anderen Halt habe man ihm nicht mit• gegeben und die geistigen Leiter und die Führer des Judentums hätten oiienbir weder Zeit noch Lust sich um die schulentlassene Jugend mehr zu kümmern, als sic sich um die schulpflichtige kümmere. Die Folge sei ein schrankenloser Pessimismus, der bis zum Cynismus ausartc und Schuld sei an manchen unerfreulichen Erscheinungen, die wir in der letzten Zeit hätten beobachten können. Die orthodoxe Jugend, die noch Zusammenhang mit dem Judentum habe, halte sich aber von der jüdischen Allgemeinheit strenge fern und käme daher für sic auch nicht in Betracht. So könne das heutige Judentum auf seine Jugend nicht mehr rechnen. Wolle das Judentum, dass ihm seine Jugend und damit seine Kxistenzmöglichkeit nicht verloren gehe und wolle die Jugend, dass sic wieder einen festen Halt gegenüber den Stürmen des Lebens bckomme, so müsse sic sich die Wissenschaft, die Ethik des Judentums wieder zu eigen mache, sic müsse in Zusammenbang kommen mit den Erscheinungen des Judentums der Oegenwart und sic müsse darnach streben, überall in die jüdi-, sehen Institutionen cinzudringen. damit endlich der alte Schiendriau atiihore, damit endlich eine Bahn beschritten werde, an der mitzugehen auch die jüdische Jugcndvein Interesse habe. Die zahlreich besuchte Versammlung spendete dem Red-!:er lebhaften Beifall. In der Diskussion vertraten die Gegenredner meistens den Standpunkt, dass der Referent doch zu schwarz geschildert habe, wenn auch seine Darstellung im einzelnen sicher richtig sei. Herr Ceraltlik trat lebhaft für die Mitarbeit der jüdischen Jugend an den Kämpfen und Arbeiten des Judentums ein. Herr Feiwcl verteidigte die akademische Jugend gegen die Angriffe des Redners ,die allerdings in maneher Hinsicht nicht ohne Grund seien. Er führte aus, dass eine restlose Ausbildung als Jude in der jüdischen Diaspora überhaupt nicht möglich und nur auf einem nationalen Zentrum auf dem alten Heimnthoden des jüdischen Volkes in Palästina n Ggliclt sei. Herr Dr. Apfel bestätigte die düsteren Schilderungen des Referenten von dem moralischen und jüdischen Stande der modernen jüdischen Jugend in der Gressstadt. Er war der Ansicht, dass sich ein Heraustreten der jüdischen Jugend aus ihrer Reserve 7.ur Zeit nicht empfehle. Als positives Ergebnis des bedeutsamen Abends ist die geplante Errichtung von Bildungskursen in jüdischen Fächern zu betrachten, in denen von berufener Seite Vorlesungen über liebraischp Sprache, jüdische Geschichte usw. gehalten werden ’sollen und über die Näheres demnächst bekannt gegeben werden wird. Iglau. Am 18. Oktober fand hier die konstituierende Ver- Sammlung des Jüdischen Volksvcreins ״Theodor Hcrzl" für Iglau und Umgegen statt. Kantens der Proponenten besprach Herr Dr. Siegm. Werner. Ziel und Zweck des Vereins und des Zionismus. Hierauf wurden die Wahlen vorgenonmicn: Präsident: Fabrikant Richard Wc i s sc n s t c i n, Vizepräsideuten: Dr. Siegm. Werner , Moritz Schwarzkopf; Schriftführer: Max Herrn heiser. Gustav Glaser; Kassier: Josef KI a u h c r: Beiräte: Richard Pollak, W. O c s t c r r c i c h c r, J. Singer. Ins Schiedsgericht wurden gewählt: Advokat Dr. Meist, Fabrikant E. S e i d n c r und Fritz Stransky. Zu Kassiarevisoren: J. Lang und B. Tausk. — Am 28. Oktober veranstaltet der Verein eine grosse öffentliche Versammlung, in der Dozent Dr. Arthur Mahler aus Prag filier das Thema: ״Das jüdische I1 r o b I c in‘* sprechen wird. Die Wiener itoistischc NATIONALZFITUNG schreibt: ״Berlin. Die Itobewcgung hat in Deutschland wohl noen nicht zu einer regelrechten Organisation geführt, doch geschah dies bisher nur aus dem Grunde nicht, weil die Führer dci rei hsdeutschen Ito der Überzeugung sind, dass der offizielle Zusammenschluss aller Itoisten im Reiche zu einer geeigneten Zeit von selbst erfolgen wird, da es bekannt ist, dass ganze zionistische Ortsgruppen durch und durch tcrritoriaMstisch sind. Wir nennen hier Posen, Hamburg. Schön lanke, Samte r, Duisburg. Frankfurts. M.. Nürnberg-Fürth, Würzburg. Mühlhausen« Kassel, Lübeck, Strassburg, überhaupt sind fast alle Zionisten von Kamen und Verdienst in Deutschland stramm politisch und zugleich territorialistiseh und selbst unter deutschen Zione-Zion gibt es eine Anzahl solcher, die mit der Jto sympathisieren. Wenn die Jto erst ein greilbares Projekt!)ringen wird, so besteht kein Zweifel, dass 75 Prozent der deutschen Zionisten sich dafür cntliusia»• mieren und der Bewegung anschliessen werden.“ Wir enthalten uns jedes Wortes der Kritik. ' r Nationalfond ■־==== "* Sammlungen für den Nationalfond und »adere zionistische r Zwecke sind ausschliesslich zu senden an den&h»tzmeister de«. Zentralbureaus, Herrn Mut W0111taln«r, Berlin NW. *!,. —' Holsteiner Ufer 10. ■■ ■ ׳.״■■■■—■.— Konsul Paul Ed. Nölting, Hamburg . ... Dr. S. Ko schwand, Berlin, gratuliert zur Verlobung von Cloti Theilheimer, München . . . cand. ehern. Walter Weigert, München, aus derselben Veranlassung.. Derselbe gratuliert zur Verlobung Dr. Victor, Hamburg .. Aus der Nationalfond-Bücbse B 1153 Kaffee Hirseh, Hersfeld. ....... Bertha Majerowitsch, Berlin, gratuliert zur Hochzeit Julius Becker und Anita Rosenblatt . . Dieselbe anstatt Honorar für Receptur‘von Dr. Zwirn........ * Aus Freude über das Wiedersehen mit Fraul. Minna Adler, Lübeck, von ihrem ersten Freunde H. M. . Adolf Hofmann, Köln, Spendo beim Aufrufen zur Tbora, am Sitnehas Thora.. . Gesammelt in der letzten Vereinsversammlung in Köln atu 13. 10. . . •.... Aus der Katlonalfönd - Büchse Nr. 84 Gross- Strehlitz.. Heimann Bochncr, Schöalankc, גדר חד1ן Louis Lewy, Berlin, verlorene Wette an Ernst Lewy, Stettin. 100,-- Mk. 1,—r ״ 1* ״ 0,50 ,, 3,50 ״ 1״ ־ I,- ״ 10,— ״ ■ 5,— . 1, 18,— ״ 2,20 ,1 3»— »» 1,־־ tt Zionistische Vereinigung, Beuthen O.-S., Büchsenleerung: Frau V/o 1 fs0hn 0,85, Adelheid Altmann 4,77, Frau Kirschnor 0,57, Frl. Käthe Tic hau er 0,10, Frau Badrien 0,50, Cantor Löb 1,03, Isidor Herzfeld 4,46, Frau Pinezower 1,70, Jacob Stahl 2,40, Frl. Bertha Händler 2,27, Frau Emilie Freund 2,—, Frl. Selma Stahl 0,62, Frau Helene Hartmann 5,55, Frau Schlott 3,—, Julius Nothmann 7,10, Dr. Pinezower, Autor fenhütte, 10,57, Frau Moe 11 er 4,90, Frl. Magda Bändel 8,—, Recha Go Idstein 1,92, Moritz Weichmann 3,94, Prl. Luise Perl 2,11, Frl.Nanny Kober 0,31, Gemeinde - Badeanstalt 1,01, Frau Pauline Becker 1,50, Hugo Weise 0,94, Josef Freudenthal 2,76, FrL Lina Glücksmann 0,70, Frau Bertha Lesebziner 2,51, Frl. Cilly Weiss 1,—, Frl. Rosa Freund 1.35, Bernhard Cohn 2,25, Frau Peisack 13,41, Josef Spitz 2,50, Moritz Badt 0.S3, Frau Herta Fr ei mann 1,20, Frl. Job. Wen drin er 2,0t, Frau Rosalie Kaiser 3,50, Frl. Frieda Freund 1,02, Geschwister Fried-!ander 6,15, Frau Job. Brandt 2,—, Frau Friedericke Böhm 3,—, David Gutt mann 0,92, Frl. Recha Kop fstein 2,30, Louis Greu p ner 1.35, Frau Fanny Imbach —,10, Frau Ida B e n j a m i 7,90 ם, Frau Rosa S 0 i d 1 e r 0,95, Frau Fleischer 2,08, Frau Emilie Glass 1,— Lachman ns Stehbierhatle 1,94, Frau Jenny Schwerin 3.36, Frau Lesebziner 1,14 Mk. 140,85 ״ Dr. Dobrzynski, Berlin, gratuliert zur Verlobung Victor-Rinteln . . « . . . . . . . . 1,! Der Vorstand desJüd. Volksvereins, Hamburg- Altona, aus derselben Veranlassung. 1,— ״ Edos des ביטברך von Max Pinezower, Ratibor, am Simchas Thora: Wilhelm Benjamin 2,—, Max Pinezower I,—. L. Pinezower 2,—, A. Lomnitz 1,-, Mosler 1!— Mk. 7,— ״ Dr. B. Kahn, Berlin, gratuliert zur Verlobung von Cloti Theilheimer, München ....... 1,— , Else K, Berlin, grösst die Rosenberger Mauschelpartie 1,— ,, E. W., Pfennigsammiung und anderes .. 1,— ״ Walter Weigert, Berlin, für M. C. .. 0,56 ״ Zur Hochzeit von Otto Lychenheim mit FrL Martha Tobias, Rostock, gratulieren*. Dr. Joel und Frau, Frau Landau, Dr. Landau, Apotheker S. M ü hsam , Frl. Mühsam, Dr. Adler und Familie, Frau Dr. Joel, Lübeck. 2,60 ״ Paul Theodor, Breslau, gratuliert zur Hochzeit Julius Becker. 0,50 ״ Fritz B e nj a m i n, Breslau, aus derselben Veranlassung 0,50 ״ Rechtsanwalt Dr. Hantke, Berlin, aus derselben Veranlassung.. ..• 1,— *

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