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Jüdische Rundschau · 1906-10-04 · Heft 40 (4.10.1906) · page 19

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 40 (4.10.1906)
Date
1906-10-04
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Beilage 9mm «?4.q| j n 1■ Aus ,der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Den Ortsgruppen und Vertrauensmänner sind nun- 'mehr die Schckelblocks für das Jahr 1906/07 zugegangen. Falls an irgend einem Orte noch Schekelblocks gebraucht werden, bitten wir um Mitcilung, die Versendüng wird schleunigst erfolgen. Das Aktionskomitee teilt uns durch Rundschreiben vom 27. September mit, dass cs die Tage des Ciianukalifestes, 12.—19. Dezember, als Schekel! age bestimmt hat. In diesen lagen sollen von allen Ortsgruppen die Sehckcl eingehoben werde!!. Das Aktions־ Komitee weist schon jetzt da rauf hin, dass die Wahlen für. den 8. Zionistenkongress des Jahres 1907 nicht erst ''vTie sonst im Juli, sondern bereits im Frühjahr stattfinden werden. Fs ist daher dringend notwendig, dass sämtliche Ortsgruppen, welche einen Delegierten zum 8. Kongress zu entsenden wünschen, schleunigst in die Agitation für die Kinsammlung der Schekelgelder eintreten. Süddeutscher Zionistentag Heber die Arbeit der süddeutschen Ortsgruppen Im kommenden Winter referiert K a 11 i in a 1111 ־Freiburg. Der Referent ist nicht ht der Lage, ein genaues Arbc.tsprogramm zu entwickeln, sondern will nur gewisse Richtungsllnicn angeben, in welchen sich nach seiner Meinung die Arb.it bewegen sollte. Anknüpfend an die am Vormittag bekundete Uebereinstimmung ül er die Palästinaarbeit hält er für die wichtigste Aufgäbe der Ortsgruppen, ihrerse'ts auf die Förderung dieser Arb:it bedacht zu sein. Die Abnahme der Schekcizahlungen in Süddeutschem! sei — abgesehen von lokalen Gründen — in der Hauptsache aut* die vom letzter. Kongress her stammenden Diiierciize:! zurückzuführen, und es sei zu erwarten, dass, nachdem die verschiedenen Meinungen, im wesentlichen ausgeglichen seien, die Agitation mit verstärkter Kraft wieder einsctzc. Dabei müsse die Palüstinaarbe’t in erster Linie b.tont werden, ln unseren bürgerlichen Kreisen habe man vor der realen Arbeit den meisten Respekt. Und die Sympathien für die alte Heimat unseres Volkes seien noch in weiten Kreisen vorhanden oder doch leicht zu wecken, auch an vielen Stellen, wo man vor den politischen Bestrebungen des Zionismus sich geflissentlich zuriickhalte. Durch die Propagierung einer gcsunden Realpolitik werde man diese Kreise heranzichen können und so die Mittel für eine ausgedehntere Arbeit in Palästina gewinnen, während cs uns bis jetzt an den nötigsten Mitteln i.hlt. Dabei brauche man nicht zu befürchten, dass bei dieser Art der Propaganda der Ziomsmus verwässere und zu einer Wohltütigkcitsvcranstaltung herahsinkc. Fs müsse dafür gesorgt werden, dass in den Ortsgruppen der zionistische Geist lebendig bleibe; und anderseits habe man damit zu rechnen, dass die Freude an dein Aufbau unserer Position in Palästina auch die AusscnstcheiKlcn nuhr und mehr zu uns herauziehc, tutd so aus vielen Spendern nach und nach wirkliche Zionisten werden. Zur praktischen Ausgestaltung der obigen Idee ist vor allem erforderlich, dass er über die palästinensischen Verhältnisse mehr als bisher Bescheid wisse. Darin muss uns unsere Leitung unterstütze». Friorderlich sind gemeinverständliche Broschüren, Vorträge, und wo cs möglich ist. wie an Universitäten mit grosser jüdischer Suidentenzahl, die Errichtung von Puh'istiiiakurscn, sowie ein Pa!f»stin:»jahrbuch. Wir müssen uns I in den Ortsgruppen mit allen Palästinafragen ernstlich befassen und dann hinaus vor das grössere Publikum treten. Am wichtigsetii, aber auch atn schwierigsten ist di. flnauzitllc Seite der Frage. Da gilt es denn c'nzutrcten für den von dein Dclcgicrtcutag zu Hannover beschlossenen freiwilligen Palüstmabcitrag, dessen Ergebnisse für die verschiedenen Kulturellen Arbeiten in Palästina bestimmt s.in sollen. .Ebenso gilt cs einzutreten für den Bczalel und den ncugegrfmdeteu Platizungsvcrcin. der eilte gute Form daistellt, um unseren Bodenbesitz in Palästina aus privaten Mitteln zu vermehren. Dabei dürfe man aber keineswegs d.n Nationalfoiids vergessen, der den Bodenerwerb für die Gesamtheit erstrebe. Ebenso ist cs unsere Pflicht, durch die Schekelzahlungen und Lat,des?! ei träge unsere Organisation leistungsfähig zu erhalten. Nur eine leistungsfähige Organisation kann den hohen Aufgabin. welche wir zu erfüllen trachten, genügen. Erwägt man. wie grosse finanzielle Aufgaben uns obliegen, so ist cs klar, dass wir Zionisten sic mit unseren Mitteln nicht erfüllen könnc:1. Der Referent tritt dah;r warm für den von hier aus ins Lehen gerufenen Pah'istinavercin ein, der dazu be- stimmt sei, einen neutralen *Boden zu bilden, auf welchem alle, d׳c der Palästinaarhcit zugetan sind, Zionisten und Nicht- Zionisten, zusammen wirken keinen. P.r Palästinavercin könne auch zu einem Mittelpunkt. für d e verschiedenen Vercitiigungen werden, welche an der Palästinaarhcit beteiligt sind. Durch den Palästinavercin könne die zionistische Partei ausserordentlieh entlastet werden. Ein gutes Vorbild ist der Bezalel. d^r ohne zionistisch zu sein, im zionistischen Sinne wirkt. Der Referent geht dann auf die innere Arbeit der Ortsgruppen ein. die er dahin präzisiert, dass die Ortsgruppen andauernd bemüht bhiben müssen. Herde nationaler Gesinnung zu sein und hier Mitglieder in diesem Sinne durch geeignete Referate, Vorträge und dem Geiste des Zionismus entsprechende festliche Veranstaltungen zu erziehen. In gleicher Weise muss auch versucht werden, soweit als möglich nach aussen zu wirken. Doch soll bei den eigentlichen Agitationsvcrsannulungcn der r;0!politische Charakter unserer Bestrebungen in erster Linie hervorgehoben werden. Die Organisation der Ortsgruppen, die nur lose gefügt sind, bedürfe der Verbesserung. Der Referent schlägt dazu gewisse Normativbestiimnungen vor. Ferner ist cs erwünscht, dass die benachbarten Gruppen und Gruppen verbände miteinander in regeren Verkehr treten, sich ihre Versammlungen und wichtigere Beschlüsse und was sonst zur Anregung dienen könnte, gegenseitig nütteilcn, fjnier dass sie einander durch Vorträge unterstützen, dass bei wichtigere 1 .Anlässe:! die benachbarten Ortsgruppen vertreten sei.:!. Das trage zur Hebung־ des Ansehens bei. Auch sei, um die einzelnen Gruppen und Gruppenverbände zu stärken, an die Gründung eines Distriktsverbandes zu denken. — Die Frage dir Beiträge an die Gesamtwie an die Laudesorganisation bedürfe einer erneuten Prüfung. Der Referent stimmt den neuerliehe» Auslassungen in der WELT bei, wonach de jetzige Form■ der Schekcizahlungen sich nicht bewährt habe. Auch die Einrichtung der Schckeitave passe nicht für unsere Verhältnisse. Neben der Palästinaarbeit, der inneren Arbeit, der Sorge um die Stärkung und Verbesserung unserer Organisation müssten die Ortsgruppen ihrer Gesinnung auch dadurch Ausdruck verleihen, dass sie an allen jüdischen Fragen, die das jüdische Volk berühren, Interesse nehmen und in geeigneter Form an allen Arbeiten für unsere bedrängten Stammesbrüder sich b.- teiligen. (Lebhafter Beifall.) N a c h m i 11 a g s s i t z u 11 g. Zunächst erstattet Herr Dr. Kauimami-Frciburg sein

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