Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 37 (14.7.1906)
- Date
- 1906-09-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage ־IE RUNDSCHAU j&x׳■ n°37־ Aus der zionistischen Bewegung Süddeutscher Zionistentag Tagung der Oruppenvcrbäude Freiburg, Mannheim, Elsass-Lothringen und Bayern. Mannheim, den 16. September 1906. . Tagesordnung: Sonnabend, den 15. September, abends S'"* Uhr, im Casino-Saal, R. 1.: Ocfientliche Volksversammlung. Referat: Die politische Bedeutung des Zionismus. Sonntag, den 16. September, im Saal der August-Lamey- Loge, C. 4. 16, . Vormittagssitzung 9 Uhr: 1. Eröffnungsansprache des Präsidenten Dr. Boden- 1 h c i m e r. 2. Burcauwahl. 3. D r. Mos es-Mannheim: Die innere Lage des Zionismus in Deutschland. 4. Diskussion. Naclnuittagssitzung 3 Uhr: Referate. 1. I) r. K a 1! f 111 a 1111 - Freiburg: Die Arbeit der süddeutschen Ortsgruppen im kommenden Winter. (Korreferent Dr. J. S t raiiss-Heidelberg. 2. Diskussion. Abendsitzung S Uhr: 1. Julius Simon-Mannheim: Der Entwurf eines Rcformgcbclbuches für die badischen Juden. (Ocffcntliehe Versammlung). 2. Diskussion. Zum Erscheinen auf den! ״Süddeutschen Zionistentage“ sind alle Zionisten ans den Oruppenverbänden fiir Elsass-Lothringen. Baden, Rheinpfalz, Württemberg, Hessen-Nassau, Grosshcrzogtmn Hessen und Bayern berechtigt. Für die Vormittags- und Nachmittagssitzung ist die Einführung von Güsten nicht gestattet, dagegen ist die Abendsitzung öffentlich. Zionistische Vereinigung fiir Deutschland. Zur Besiedelung Palästinas _ (Schluss.) Mit dein Vorschlag soll zweierlei bezweckt werden: Hin mal etwas" Negatives und das andere Mal etwas Positives. Durch die Unterstützung in der beschriebenen Weise werden die Kolonisten gewahr, dass es sich nicht um Wohltütig'kcitsgründungen handelt und dass sic nicht zu Alniosen-Einpfängern hcrabgewiirdigt werden. Sie sollen und müssen arbeiten in dem ,Bewusstsein, dass sie für sich selbst schaffen und dass der Giund. der mit ihrem Sohweiss gedüngt wird, bei Flciss ur.d ordentlicher Bewirtschaftung ihr eigen werdan wird. Das Positive des Vorschlages soll eine Erhöhung des Intercsscs für die zionistischen Kolonien erstreben. Nach der bis jetzt in Übung befindlichen Weise zur Aufbringung der für eine Kolonie notwendigen Gelder übermittelte der Geldgeber einer der grossen Wohlnitigkeitsgesellschaften einen gewissen Betrag, der für den gedachten Zweck Verwendung finden sollte. Mit dem Augenblick, wo das Geld aber die Hände des Gebers verlässt, hört auch die Verbindung zwischen dein Geld und seinem früheren Besitzer auf und dadurch verliert auch meistens der Wohltäter jedes Interesse für das Unternehmen, wofür er gewiss in edelster Weise gestiftet hat. Das aber soll durch Ausführung des Vorschlags vermieden werden! Gebt ,den Leuten für das gespendete Geld einen Bcsitztitcl — hier also eine Aktie — in die Hände, damit sic jederzeit daran erinnert werden, dass sie an dieser oder jener Kolonie mit einem gewissen Betrage beteiligt sind. Ich halte es für dringend erforderlich, dass das Interesse für Kolonien gestärkt wird, schon aus dem Grunde, um auch den Lästermäulern, die dem Zionistnus die Fähigkeit, aut diesem Gebiet praktisch arbeiten zu können, absprcch.u den Mund zu stopfen und ihnen zu beweisen, dass wir das. was wir wollen, auch sicher zu Wege bringen. .Ganz gewiss sind aber auf die vorgeschlagenc Weise eher Barmittel zu erlangen, als auf dem Wege der Wohltätigkeit. Leute, die bisher jährlich an eine der bestehenden Kolouisationsgcsellschafteii eine regelmässige Jahresgabe von vielleicht 20 Mk. abgefiihrt haben, werden sich bereit finden, statt dessen den 101'achen Betrag in Anteilen einer Aktiengcscllschaft anzulegcn. besonders wenn die Anteile zunächst nur mit ,/יי oder V« ihres Nennwertes cingezahlt werden sollen.. Und werden gar erst die Erfolge einer solchen Akticngrfindung sichtbar und erfahren die Aktionäre davon, dann muss es doch leicht sein, die Mittel für weitere Kolonisations-Akticngescllschalten aufzutreibcu. Sobald ein' sonst den indischen Ansicdehmgsbcstrcbungcn Fernstehender durch Aktienbesitz an einem Unternehmen beteiligt ist. wird er die einzelnen Hutwicklungsstndi.ti mit Interesse verfolgen, ohne dass er eines besonderen Hinweises bedarf. Fs ist — wie schon oben gesagt ־— von wesentlicher Bedcutuug. dass wir ein dauerndes Interesse, kein flüchtiges, kein vorübergehendes — fiir die Kolonie wecken und in. E. würde der von mir vorgeschlagenc Weg dies gut erreichen. Durch Errichtung mehrerer kleiner Gesellschaften statt einer grossen soll auch verhindert werden, dass die Gründung der Kolonien durchweg nach einem Schema erfolgt: denn cs ist von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit, iestzustellcn, welches die beste, cttoigreiclist.• und rationellste Art der Gründüng ist. Und dieses festzustellen, ist nur möglich, wenn eine Anzahl von einander vollständig unabhängiger Institutionen die Arbeit in Angriff nehmen Auch das wird meine Motivierung, dass ich der Bestimmung des Nationalfonds nicht vorgreiten möchte, nur bckräftigen. Es ist hochwichtig, dass der Nationaliond — wenn seine Mittel in Aktion treten sollen — sich die Erfahrungen dieser Vorläufer zunutze machen kann. Wie im Vorstehenden gesagt soll die Tätigkeit der Gesell- Schäften von einander vollständig unabhängig sein, keineswegs . soll damit aiigedeutet werden, dass s;c nicht untereinander in Verbindung stehen sollen. Im Gegenteil: cs wäre sogar recht wünschenswert, wenn sie in enge Fühlung zu einander treten würden, um Ihre Enahiungen gegenseitig auszutauschen. Die Tätigkeit der Gesellschaften unterstünde selbstredend dem grossen A.K. und in Verbindung mit den Landes- oder Bezirks- Generalversammlungen müssten natürlich als beratende Teiluchmcr auch Vertreter jüdischer Ackerbau- und Handwerkerschulen neben erfahrenen Kolonisten hei augezogen werden. Es wird Zeit, dass wir Arbeit, erfolgreiche Arbeit leisten, um den Zweiflern ad oculos zu demonstrieren, dass wir auch wirklich imstande sind, etwas zu erreichen. Wir wollen und wir müssen arbeiten! Per aspera ad astra! Ganedcii, Marburg a. L. Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank '״ Köln, den 29. August 19%. Ordentliche Generalversammlung. Der Präsident des Direktoriums. Dr. Katzcnstein-Libau, erstattete den Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. Infolge der Spende von 2000 Pfd. Sterl. und der Notwendigkeit. das russische Geschäft cinzuschränkeu, ist der Uebeiscliuss der Bank auf 3700 Pfd. Sterl.. also des Kapitals gesunken. Es soll daher von der Ausschüttung einet Dividende Abstand genommen werden, ln der Debatte wurde die Frage der Errichtung von Filialen in den Hauptländern der zionistischen Agitation, das russische Geschäft der Bank, dis Unkosten der Benk und die Spende von 2000 Pid, Sterl. für