Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1906)
- Date
- 1906-08-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 522 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 35 I ן schreitet und noch sehr grosse Zukunftsmöglichkeiten besitzt. I Auch die organisierten Arbeiter der amerikanischen Vereine I Poale Zfem fehlten sieb durch ihre hingebungsvolle und ein- I heitliche Tätigkeit aus. Sie geben tin eigenes Organ herau^ I das in, jüdischen Arbeiterkreisen erfolgreich wirkt. In Ca na da hat de Bewegung ebenfalls sehr gute Fort* I schritte gemacht. Die Federation hat insbesondere bei .dei Aktion für die russischen Juden ganz Hervorragendes geleistet. Auch hat sje eine sehr erhcblfehe Sannme an den Hilfsfond ahgefiihrt; , Aus Argentinien liegt ein eingehender Bericht vor, der besagt, dass auch dort mit Erfolg für den Zionismus gearbeitet wird. D* die Form der Organisation dort ergänzungsbedürftig ist. haben wir den argentinischen Vereinen Vor• Schläge für eine Neuorganisation gemacht, die hoffentlich diegewünschte Wirkung haben werden. Von erfreulichem Vorwärtsschreiten zeugen auch die bisher eingelangten Berichte aus Italien. In Bulgarien haben die Zionisten im verflossenen Jahre sehr schöne Erfolge erzielt. Sie haben viele neue Schckclzfthler gewonnen, in immer steigenderem Masse das Vertrauen der Volksmassen erjvorben. Das von der Fedyation herausgegebene Journal HASCHOFAR wird nicht nur in Bulgarien, sondern im ganzen Orient gelesen und bietet ein ausgeg^ichnües Agitationsmittel unter den spaniolischen Juden. In Ägypten haben sich mehrere neue Vereine gegründet, j die sich jetzt zentralisieren wollen. j Aus Südafrika, das nach wie vor eine unserer besten Landsmannschaften bleibt, ist der Jahresbericht noch nicht eingelangt Au:; den einzelnen hierhergesandten Nachrichten können wir aber entnehmen, dass diese Federation fortdauernd mit ebensoviel Eifer als Geschick bemüht ist. ihren Ausbau zu vollenden und unsere Bewegung zu stärken. Auch dort bringen die Regierungsbehörden der zionistischen Bewegung nach wie •vor das .grösste Interesse entgegen, was sich besonders deutlich bei den in Südafrika zahlreich veranstalteten Protestmeetings gegen die russischen Massakers zeigte. In O s t a t r i k a bestehen zionistische Vereine. In D ä ם emgrk macht die Bewegung erfreuliche Fortschritte, ebenso In Serbien. In China arbeitet die Shanghai Zionist Association mit gutin Erfolge. Sie gibt ein in! Ostea viel gelesenes Halb* monatsbiatt. acn JEW1SH MESSENGER, heraus und hat erst Jüngst eine Ortsgruppe in Singapore gegründet. Ein erfreulicher Einzelbericht liegt über die Tätigkeit der zionistische•! Vereine in der Mandschurei vor. In Japan haben sich neue Vereine gegründet. Hier wirkten besonders russische Kriegsgefangene agitatorisch für unsere Sache. v In Brasilien hat sich die kleine dort bestehende .Judenansiedelung zu einen.! zionistischen Verein zusammengeschlossen. Einen besonderen Aufschwung nahm der Zionismus ln AעstraIien und Neuseeland. Für diese beiden Länder war eine Reise des Mitgliedes des A. K.. Herrn S. Goldreich aus Johannesburg sehr bedeutungsvoll, der dort überaus eifrig u!d erfolgreich für unsere Idee Propaganda machte. Es wurden mehr als zwanzig neue Vereine gegründet, und es Ist besonders erfreulich dass sich die Frauen auch für den Zionismus betätigen. Auch hier sind augenblicklich Bestrebungen im Gange, um eine Fedjjration der Vereine zustande zu bringen. So zeigt das abgelaufene Jahr durchweg ein Bild der Regsamkeit und der unentwegten Hingebung der Zionisten der ganzen Welt. In treuer Disziplin stehen allüberall unsere Ge* sinninigsgenosscn zu den Kongressbeschlüsse» und den .Weisungen des Aktions-Komitees, und immer breiter und . stärk« wird das Band der zionistischen Organisation, das in unzerreissbarer Festigkeit die Welt umschlicsst. ' Das ver* flosscnc Jahr .hat uns schwere und grosse Sorgen gebracht es brachte uns aber auch manchen schönen Erfolg. Fest jn unseren Überzeugungen, hoffnungsvoll und schaiicns- .freudiü wollen wir unsere Arbeit fortsetzen. A Bericht der Palästinakommission Erstattet von Prof. Dr. O. W a r b u r g. Die! Tätigkeit der Kommission zur Erforschung Palästinas■ hat sich im letzten Jahre in ungefähr den gleichen Bahnen hewegt wie in der vorhergehenden Berichtsperiode. Wir haben zu unterscheiden: 1. Forschungsarbeiten wissenschaftlich-wirtschaftlicher Natur: I. Arbeiten behufs Verbreitung der Palästinakenntnis: 3. Organisatorische Arbeiten behufs Entwicklung Palästinas in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung: 4. Beratende Tätigkeit dem Aktionskomitee den Föderal:״- nen, den Ortsgruppen und Einzelpersonen gegenüber; 5. Verwaltung von zionistischen und anderen Institutionen. 1. Was die• Forschungsarbeiten betrifft, so wurde vor allem die Kenntnis der Geologie Palästinas weiter gefördert. Bekanntlich hatten im Jahre 1904 die Herren Dr. Blankenborn und Agronom Aaronsohn das Gebiet des Toten Meeres in unserem Aufträge zum Gegenstand eingehend« und wichtige Resultate fördernder Untersuchungen gemacht. Diese Untersuchungen wurden in dem Berichtsjahre fortgesetzt, und zwar wurden vor allem Teile des nördlichen und östlichen Palästinas bereist. Das ausscrgewöluiüch nasse Wetter des Winters verhinderte hingegen die gleichfalls geplante ge••!״- gische Aufnahme des Jordantales, die demnach 1'iir ein zukiinitiges Jahr ztirückgestcllt werden muss. . Da Dr. Blanckenhorn für seine Reise von der Königlichen preussischcn Akademie der Wissenschaft eine sehr erheb! che Beisteuer crhalUU hatte, so hatten wir mir die Kosten der Reise des schon in Palästina weilenden Herrn Aaronsohn zu tragen, der nicht nur durch" seine allgemeine Kenntnis der Verhältnisse Palästinas bei dieser Expedition wichtige Dienste leistete, sc•;:־ dem besonders auch in botanischer und landwirtschaftlich, r Beziehung wertvolles Material zusammcnhrachtc. Ferner wurde'•noch durch die Kommission eine wasserwirtschaftliche Expertise in das J o r d a 1! t a l veranlasst; im ׳ Frühjahr des laufenden Jahres erkundet, der Ingenieur und Kulturteclmiker Treidel das gesamte Jordantal, uin die Bewässerungsmögüehkeit und Anhaufüliigke't des Jordantales kennen zu lernen. Die auf Grund dieses Materials hqrgestelltcn Reise und Karten sind schon nahezu vollendet. In den letzten Monaten unternahmen Herr Aaronsoly! und Herr Bermann mehrere kleinere, landwirtschaftliche» Zweck cn gewidmete Expertisen ins Jordantalund nachGaliläa. Von besonderer Bedeutung ist die hierbei gemachte Entdeckung des wilden Vorkommens des limmcr s. einer primitiven, jetzt kaum mehr angebauten Wci/.ensorte, im Gebiete des oberen Jordan. Da dieser Weizen als ■die Urform der KuUursorten des Weizens betrachtet wird, und ausser eniem einmaligen Fund an dem b.nachbarten Hermon wild bisher noch nicht aufgefunden worden ist. so hat man Grund anzuuekmen. dass die Kultur dieser ältesten und wichtigsten aller Getre Jearten in Palästina resp. im südlichen Libanongebiet ihren Ur- Sprung genommen hat. wenn auch natürlich lauge vor der Ein- Wanderung der Israeliten 2. Arbeiten behufs Verbreitung der Palüsj t i n a k e n n t n is. Bei weitem die wichtigste Arbeit in bezug l hierauf ist die jetzt im 3. Jahrgang herausgegebene Zeitschrift ALTNEULAND, die sich einen immer grösseren Kreis von Lesern erobert, namentlich seitdem sie in etwas geringerer Ausstattung für den überaus billigen Preis von 2 Mark per Jahr der WELT als Beilage beigegeben wird. Dass trotz des reichen Inhaltes und des in der Tat aiissergewöluilich billigen P1cis;s nur ein Teil der Abonnenten der WELT sich bisher eul- I schlossen hat, auch auf die Beilage zu abonnieren, ist sehr!10־ I daucrlich. und wird, wenn nicht ein erheblicher grösserer Tc-If I Abonnenten der WELT sich noch cntschlicssen sollte, die kleine Ausgabe von 2 Mk. für das Abonnement von ALTNEULAND zir entrichten, dazu führen, dass wir den Preis dieser Ausgabe I wieder erhöhen n!üss:n. I Sehr erfreulich ist hingegen, dass seit Januar dieses lahres I eine russische U e b e r s e 17. u n g von ALTNEULAND als I Beilage zu der in russischer Sprache erscheinender Monats- Schrift JEWREJSXAJA SH1ZNJ erscheint. Bei der grossen Verbreitung dieser Monatsschrift gelangt durch diese L'eb«- Setzung unsere Zeitschrift und damit die Kenntnis der wirts'chaftlichcn Bedeutung Palästinas und des vorderen Orients überhaupt, m viel weitere und bisher dieser Frage fernstehende Kreise. Dass auch in nichtjüdischcn Kreisen der Zeitschrift schon Aufmerksamkeit geschenkt wird, beweist einerseits die Besprcdiung des Inhaltes derselben in wissenschaftlichen Zeit- Schriften, anderseits die Mitarbeiterschaft bedeutender Christ-