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Jüdische Rundschau · 1906-08-31 · Heft 35 (31.8.1906) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 35 (31.8.1906)
Date
1906-08-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 35 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 519 In Frankfurt hofft man allein auf 30—40 Teilnchmcr. Auch Frei bürg, das schaffensfrohe, wird mit seinen Nachbargruppcn gewiss in stattlicher Anzahl kommen, wenn auch der Weg etwas weiter ist. Das gleiche hoffen wir von Stuttgart, von H e i I b r o n n und von Cassel mit seinen Nachbarbczirken. Die elsässischen Freunde sind ihren Nachbarn auf der andren Seite des Rheins noch wenig bekannt bisher: sie sollen sich jetzt gemeinsam kennen lernen; die Strassb u r g e r, die Metzer, die aus M ü Ihausen sollen kommen.dass die alten Freunde von dort her da sein werden, darf man gewiss sein. Schliesslich gilt der Aufruf den bayerischen Gruppen. Für die Würzburger ists nicht weiter, als für die von Frei bürg, die eine zahlreiche Beteiligung bereits in Aussicht gestellt haben und wenn die Herren aus München, aus Regensburg, aus Nürnberg und Fü r 111 es etwas weiter haben, um so j verdienstlicher wird ihr Kommen sein. Gerade die aus Bayern müssen fühlen, dass für sie viel tun übrig blieb für den kommenden Winter. — Die Vorstände der beteiligten Ortsgruppen mögen auch noch ihrerseits entsprechende Anregungen an ihre Mitglieder hinaus geben und den Zeitpunkt einer gemeinsamen Fahrt bekannt machen. Ich hörte da ein Wort über die grossen Reise- Spesen, die wir unseren Anhängern durch derlei Veranstaltungcn verursachen und die anderen zionistischen Zwecken verloren gingen. Nicht an Spesen sparen — das ist nicht nur ein kaufmännischer Grundsatz! Wir müssen oft Zusammenkommen. Wir haben nur zu sorgen, dass, wenn wir dann wieder auseinandergehen, das Beisammensein auch Keime reifen liess, die der Vertiefung und der Ausbreitung unserer Idee zu Gute kommen. Diese Reisespesen sollen uns ebenfalls helfen unserem Ziele näher zu kommen: die Reisespesen zu sparen, die unser armes, unglückliches Volk auf der Flucht verausgabt — Jahr aus. Jahr ein — Jahr aus, j Jahr ein. Julius Simon. ן *!!־׳ f \ fW 1 Uo<L1׳ U Konferenz in Köln (Vormittagssitzung vom 2S. August 1906.) Anwesend waren die Mitglieder des Engeren Aktionskomitces: Wolfisohn, Professor Dr. Warburg, M. Ussischkin. Dr. Alexander Marmorck. Kann, Haag und Grcenberg-London, ferner folgende Mitglieder des Grossen Aktionskomitees Dr. P.odcnhelmcr, B. Feiwcl und Dr. Hantke aus Deutschland. Cowcn, Moser, Dr. Weitzmami aus England. Oscar Marmorck, Kremenetzky. Dr. Schalit und Dr. Korkis aus Oesterreich, Grünau für Belgien. Lcwin-Epstcin für Nordamerika, Schclnktn. Dr. Schemaria Lewin, Dr. Sapir, Goldberg-Wilna, Rabbiner Rabinowitsch, Dr. Idelsolm-St. Petersburg, B. Jaffe, D Tschle• now, Rosenbaum-Minsk für Russland, H. Rosenbaum für Rumänien, Dr. Catcb für Bulgarien. Anwesend waren ferner Dr. Max Nordau als Präsident des 7. Kongresses, Seligmann- Amsterdam, Herz-Antwerpen als Vorsitzende der niedcrländi* sehen und belgischen Landesorganisationen, Dr. Katzenelsohr. Präsident des Direktoriums der Jüdischen Kolonialbank, Lewontin, Direktor der Anglo-Palestine Co.. Dr. Nossig. Vorsitzender der Propagandakommission, Feldstein, Podlischcwsky als Kongressrevisoren, Mr. Bentwich, Redakteur Sokolow uaa Motzkln, insgesamt 40 Herren. Schliesslich waren noch 12 Gesinnungsgenossen, darunter Dr. Kalmus, Rechtsanwalt Gronemann, erschienen. Diese Herren wurden ausnahmsweise als Zuhörer zugelassen. Der Präsident NVolifsohn eröffnete die Sitzung, erstattete den anliegenden Bericht des Aktionskomitees und gedachte der Toten des vergangenen Jahres, der Herren Dr. Kokesch, Schalit-Riga, Dr. Isidor Marmorck und der Zionisten, die In Russland als Märtyrer des jüdischen Volkes gefallen sind. An den Bericht schloss sich eine eingehende Gene׳aldiskussion an. In derselben wurden eine Reihe von Palästinafrag(n gestreift, einige Massnahmen des Aktionskomitees, insbesondere aber die Ergebnisse der Brüsseler Konferenz und die Stellung• nähme der englischen Landsmannschaft zur Ito knti$f״rt. Per Präsident des Aktionskomitees wusste die Angriffe auf die Gtschäftsfiihrung der Leitung zu widerlegen. Ilnn und den« Aktionskomitee wurde einstimmig das Vertrauen der Konferenz ausgesprochen. Die Brüsseler Konferenz hat nach den Mitteilungen des Herrn Grcenberg nur geringe Erfolge gczeitigt, da von den grossen Organisationen im Grunde genommen nur die Anglo Jewish Association zur Mitarbeit bereit wai. In der Nachmittagssitzung wandte sich die Debatte de! Frage zu, ob die Jahreskonferenz ihre Ansicht über die Stellung der Zionistischen Organisation zur Ito festlegen solle. Die überwiegende Meinung ging dahin, dass eine Zusammenarbeit mit der Ito ausgeschlossen erscheint, dass aber auch ein Kampf gegen dieselbe unangebracht sei, da sie tatsächlich nur eine philanthropische Gesellschaft ist. Bericht des Aktions-Komitees Erstattet von dessen Präsidenten Herrn D. Wolffsohn. Das Jahr, über das wir Ihnen zu berichten haben, wird ir< dem Buche der jüdischen Geschichte für ewige Zeiten mit blutigen Lettern verzeichnet stehen. Furchtbares Leid ist in diesem Jahre dem jüdischen Volke geschehen und entsetzliches und grauenhaftes Unrecht ihm zugefügt worden. In seiner schrcklichsten Bedeutung zeigte sich der Welt das Elend unseres unglücklichsten Volkes, das. heimatlos, auf Recht nicht hoffen darf. Es ist klar, dass die furchtbaren Ereignisse in Russland für unsere Bewegung von schwerwiegendstem Einfluge sein mussten. De.r Zionismus wurde in erster Linie mit betroffen von dem entsetzlichen Unglücke. Gerade in diesem Jahre aber hatten wir ausserdem noch mit manchen grossen Schwierigkeiten zu *ämpfen. die sich aus den äusseren und Inneren Verhältnissen unserer Organi* sation ergaben. Zum ersten Male lag die Führung der Bcwegung einem Engeren Aktions-Komitee ob, dessen Mitglinder nicht wie bisher in einer Stadt, sondern an räumlich weit auseinanderliegenden Orten ansässig waren. Dazu kam, dass die Erregung in der Organisation. Jjc vom sechsten zum siebenten Kongresse so hohe Wellen geschlagen hatte, noch an vielen Stellen nachzitterte und erst sehr langsam einer ruhigen Auffassung Platz machte. In diesem Jahre musste es sich zur Evidenz erweisen, ob die Bewegung Lebenskraft genug besitzt, um aus sich heraus den schweren Verlust zu überwinden, den sic durch Ben Tod unseres Dr. Herzl erlitten hatte. Wir können In unserer abschlicsscnden Betrachtung mit Genugtuung konstatieren, dass die zionistische Bewegung auch diese harte Probe auf ihre Existenzberechtigung bestanden hat und dass insbesondere die oft bewährte Disziplin der Gesinnungsgenossen, manchen Prophezeiungen zum Trotz, nirgends versagte. Auch im verflossenen Jahre, das wir natürlich nur mit einen! kongresslosen Jahre vergleichen können, hat die zionistische Bewegung an vielen Orten neue Wurzel geschlageu. und ernsthafte Verluste

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