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Jüdische Rundschau · 1906-06-22 · Heft 25 (22.6.1906) · page 20

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 25 (22.6.1906)
Date
1906-06-22
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite. 380 JODISCHE noch höherem Grade in der Zukunft haben ־wird. Das Bestreben einer gesunden Palästinapolitik muss daran! gerichtet sein, diese Arbeiter so weit zu unterstütze::, dass sic imstande sind, mit den arabischen Landarbeitern zu konkurrieren. Dies wird nur dann gelingen, wenn sie ebenso wie die umwohnende» Araber ein eigenes Häuschen und etwas eigenes Gemüseland besitzen, und falls dies nur in grösserer Entfernung von ihrer Arbeit.»• Stätte sein kann, muss man für sic in den Kolonien selbst Volksküchen und Üntcrkunitshäuscr errichten, wo sie während der Zeit angespannter Arbeitstätigkeit wohnen . können. Auch Unfall• und Krankenversicherungen wären eine sehr wichtige Ergänzung dieser sozialen Fürsorge. Das sind natürlich vor allem Aufgaben der Chowewe• Zion •Verein c, die aber bei ihren geringen Geldmittcln nicht viel leisten können; aber auch die Zionisten sollten diese Bestrebungen, wenn auch niclit mit Geldern des Nationalfonds, unterstützen« da mir so die Grundläge für eine kräftige und grossziigige landwirtschal:־ liehe Kolonisation geschaffen wird, die — nach meiner Auffassung wenigstens, — doch das Fundament unserer ganzen Bestrebungen darstellt. Neben der Einwanderung von Arbeitern macht sich gegenwärtig auch ein Z u f 1 u s s v o n w o h 111 a b e n - dem Leuten bemerkbar, die sich sehr gerne in Palästina als Landwirte ansiedeln würden, die aber leider nur selten ihr Ziel erreichen, da ihr Kapital niclit genügt, um sowohl Land zu kauten, Häuser zu bauen, als auch noch genügend Betriebskapital übrig zu behalten. Einen gercglten landwirtschaftlichen Kredit wie bei uns gibt es nicht in Palästina, und wo es gelingt, Darlehen aufzunehnieii. sind die Zinssätze ungemein hoch und fast ruinös. Dazu kommt noch, dass die Uebertragung der Ländereien schw ierig, langwierig und kostspielig ist, so dass die meisten wohlhabenden Ankömmlinge nach einigen Monaten decouragiert das Land wieder verlassen. Die russische Gesellschaft Genial! bemüht sich zwar neuerdings, ebenso wie die Anglo- Fa!estinc־Co., diese Leute mit Land zti versorgen, jedoch ist die Auswahl von Ländereien, über welche diese beiden Institutionen verfügen, naturgemäss nur eine sehr kleine, da sie bei den geringen Pachtsätzen auf, "kurze Kündigung nicht viel Geld in Land investieren dürfen. Auch sind beide Institute nicht imstande, den Ansiedlern lange Kredite zu gewähren. Hier sollte ein zu schaffender Agrarfonds resp. eine mit den Rechten einer juristischen Person versehene Agrarbank, venu eine solche erreichbar ist. vermittelnd eintreten, was tmi so leichter durchzuführen sein würde, w enn cs sich, wie der Direktor der A!!Rlo-Palestmc־Co. meint, eri^ög* liehen liesse, für einige 100 00U Frs. Obligationen auf das gekaufte Land, also eine Art Pfandbriefe, allein in Palästina abzusetzen. Die landwirtschaftliche Täiigkeit der Bank erstreckte sich bisher, abgesehen von־einigen Landkäufe» und Verkäufen auch auf die Begründung von Darlelmskassen der Kolonisten, auf die Beleihung landwirtscliaftliciier Produkte usw. Sie hat in dieser Hinsieht schon eine recht segensreiche Tätigkeit ent* iahet, in der Organisierung und moralischen Unter• Stützung der auf die Selbsthilfe gerichteten Bestrebungen der Kolonisten sowie in der Gewährung von Krediten, soweit solche genügend sichere Unterlagen haben, wird alich in Zukunft die Hauptbedeutung der Bank für die Landwirtschaft liegen; dauernde Festlegung grösserer Kapitalien, wie z. B. zum Bau von Speichern, Bcwässe־ rungsanlagcn, Sekundärbahnen, Eisenbahnstationen, w ird man von einer so kleinen Bank nicht erw arten können. SUN DS CH AU __ No.'25 eventuell sind hierfür aber seitens der Bank besondere Gesellschaften zu gründen. (Fortsetzung folgt.) Verbandstag des Gruppenverbandes Brandenburg und Pommern (ohne Berlin). Sonntag, den 24. Juni!906, in Eberswaldc, Saal des Gesundlyunneiis, nachmittags 3י׳י l’hr. Tagcsordnung: 1. Ansprache des Vorsitzenden: L. B a r t h-Messingwerk und des Vertreters des Zentralbureaus. 2. Referat: L. Barth. Agitation und Organisation in kleineren Gemeinden. 3. Bericht des Verbandes und der Einzelvcrcme. 4. Besprechung des Agitationsplanes für den Winter. 5. Reorganisation der Ortsgruppe Pr en 7. lau. Abends S Uhr: Gemütliches Beisammensein veranstaltet vom zionistischen Verein E b c r s w a I d c. Die Berliner Parteigenossen werden hiermit liöüichst eingeladen, den Veranstaltungen beizuwohnen. Dieselben fahren zweckmässiger Weise mit dem Zuge 2 Uhr vom Stettiner Bahnhof ab und können mit dem 12 Uhr-Zuge zu. iickfahrtn. Das Sonntagsbillet kostet 3. Klasse 1.90 Mk. hin lind zurück. Mit Zionsgruss L. Barrii. —! Aus den Ortsgruppen,- _1__° *1_1_ Lübeck. Die von der Ortsgruppe am 27. Mai veranstalten־ Schekclfeier war gut besucht. Nach den markigen, eiideiteuden Worten des Herrn Dr. Adler hielt Herr Dr. Landau seinen Vortrag über: ..Die Einheit des jüdischen Volkes". Die viv: aufrichtigster Begeisterung getragenen Worte fanden reichen Beifall. — Zu Delegierten wurden die Herren Eduard Joel und Dr. Joel, als Ersatzdelegierte die Damen Frau I)r. Joel. Frau N. Blumenthal und Frl. Mühsam gewählt. Nürnberg. Am Sonntag, dem 27. Mai. versammelten sic!! zur festlichen Veranstaltung des Schekeltages Mitglieder und Freunde der Ortsgruppe Nürtlbcrg-Fürth im Saale des Restanraut Tauber in Fürth. Der Leiter der Versammlung. Herr Samuel Diinner. begrüsste die zahlreich Erschienenen im Hinweis auf die Bedeutung des Abends und erteilte dem Redner. Herrn Bamberger-.NiYrnberg. das Wort zu seinem Vo! trage über ״Ziele und Wege der zionistischen Bewegung“: welchen derselbe in dankenswerter Weise anstelle des plötzlich verhinderten Herr!! Dr. E. Auerbach in München, hielt. Wie immer verstand cs der Redner, seine Zuhörer, durch seine interessanten Ausführungen zu fesseln und neue Mitglieder dadurch zti werben. Die Ortsgruppe dar! auf den würdigen Verlauf des Abends mit Befriedigung zuriiekblicken. Ein zweiter Vortrag über ״Heine, ein Nationaljude“. der ebenfalls auf der Tagesordnung stand.' und vom Referenten Dr. Barnberger am selben Abeml gehalten wurde, fand ebenso nngeteilten Beifall. Obersftzko. Am 15. April er. wurde hier eine Zionistische Ortsgruppe gebildet, der sofort 13 Damen und Herren als Mitglieder beitraten. Der Generalversammlung am 29. Anril konnte schon eine Einladung der benachbarten Ortsgruppe S a tu t e r zu einem Vortrage des. Herrn Dr. Jcretiras. Posen, vorgelegt werden. Dem interessanten Vortrage übe« ״Oie praktischen Leistungen des Zionismus" folgten die meisten Mitglieder der O Z. O. — Am ersten Schekcltag. fand eine würdige Feier statt. Bei der ersten öt'icutliclic» Veranstaltung der O. 2. O. hielt Herr Reievemliu Br. iur. Ali red Ma nasse einen meisterhaften Vortrag über die Eutwicke- Jung des Ziosnistnus. seine Institutionen. Aufgaben und Ziele, der mit lebhaftem Beifall aiifgenomnien wurde. Viele auswürtigen Gäste, u. a. Herr Rabb. Dr. Wrcsehner mit d*r Ortsgruppe Samtcr und hiesige Gemeiudcmitgliedcr wohnten dem Vortrage bei. י A. Z. Hcrzfdcnktual. Ein Komitee erlässt einen Aufruf seitens der Zionistische.ר Oesterreichisehen Studentenschaft, ein Herzldcnkmal zu er-

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