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Jüdische Rundschau · 1906-06-22 · Heft 25 (22.6.1906) · page 21

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 25 (22.6.1906)
Date
1906-06-22
Page
– (sequence 21)
Language
German
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I No. 25 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3öi richten und zwar eine Zeder, die Herz! bei seiner Palästinareise int Jahre 1898 dort pflanzte, umfrieden und durch einen Denkstein bezeichnen zu lassen. Das schönste Denkmal wird, abgesehen von der Erreichung des zionistischen Zieles, die Pflanzung des lebendigen Hcrztdcnkinals. des lebenden Olwatdcs sein. Zur Jaltrzeii. die am 13. Juli sein wird, hoffen wir auf die Stiftung einer recht grossen Zahl von Bäumen in den Herzlwald. Ist doch die Oelbauntspende und insbesondere der Herzlwald gewissermasseu die besondere Domäne der deutsehen Zionisten. Basel. Delcgiertentag des Schweiz. Zionjs'.en-V'erbandes. Auf dem Delegiertentagc. der unter Leitung des Herrn O. Meyer-Basel (Präsident) und J. Horn-Zürich (Vize-P*äsident) am 3. d. M. hier tagte .erstattete der Präsident des Landeskomitees. Herr Dr. WormserBasel den Bericht. ׳ Dem Berichte zufolge ist die gegenwärtige Zahl der zionistischen Vereine in der Schweiz 17 mit •174 Mitgliedern (im Vorjahre 19 Vereine mit 580. Mitgliedern). Die beiden ausgcschiedcncn Vereine sind der Zionistische Verein i!! Kcti-En dingen, der schon längere Zeit ein. Scheindasein geführt, und der Akud. Verein Haschachar in Zürich, welche beiden Vcreine zusammen 47 Mitglieder . zahlten. Agitationsversammhingen wurden keine abgehaltcn. Die Bemühungen, welche dahingingen, für Basel und Zürich einen zugkräftigen Redner zu gewinnen, schlugen ebenso fehl, wie diejenigen, die zum Zwecke hatten, in den von alteingesessenen Gcmci;:.den1itglicdem gebildeten geselligen Vereinen in Bern und St. Ballen die Erlaubnis zu einem zionistischen Vortrage /׳» erhalten. Für Chaux-de-Eonds und Lausanne fehlt cs au geeigneten Rednern französischer Zunge. Die Zahl d»r Sehekel/ahler betrug im Berichtsjahre I3S5. das ist eine Vermehrung von 250 gegenüber dem Vorjahre. Herr Bollag-Fcuchtwauger-Basel erstattete rodatm den Bericht über die Kasse, die mit einem Bestand von 108? Pres, abschliesst und Herr Dr. C. Levy-Biel den Bericht über den NationalioiyJs. Ls wurden in der Schweiz für de ו Nationaltonds gesammelt: 1902: 1713 Pres1374 :1903 ״ rrcs.. 1904: 3815 Pres, und 191)5: 4836 Pres. Der Verkauf vor. Nationalfondsniarkeu. sow ie der Erfolg der Oelhanmsoenden war nicht erheblich. Mit den Berichten war die Vormittagssitzuue erschöpft. In der Nachmittagssitzung w׳ird folgende Resolution cinstimmig gefasst: ״Der in Basel versammelte Delcgiertentag nimmt mit Befriedigung Kenntnis von der seit dem 7. Kongress cntfalteten Tätigkeit des C. A. C.. namentlich dessen Präsidenten, und spricht demselben sein Vertrauen und seinen Dank aus.“ Die nun folgende Diskussion erstreckte sich hauptsächlich aut Fragen der Agitation, auch wurde das Verhältnis zur Jto berührt. ־ - Als Mitglieder des Landcskoinitces wurden s.tatutengemäss die Basler Herren Dr. phil. L.•Weil a't Präsident. Jules Lrhsicin als Aktuar und Dr. med. Wornurr als Kassierer gewählt und als fernere Mitglieder die Hc'ien Bollag- Feuchtwanger-Basel. J. Horn-Zürich. Rawikowitsch Bern und Prl. Charlotte Mayer-Zürich. Petersburg. Das Zcutrallnireaii der zionistischen Organisaliou in Russland bat beschlossen, mit den jüdischen Schrift- Stellern in!,alästina in Verhandlungen zu treten, um dort ein Organ zu gründen. Um keine Zeit zu verlieren, soll die Zeit- Schrift vorläufig in Aegypten herausgegehen werde!, und zwar, bis man •von der Regierung die Erlaubnis der Herausgabe in Palästina erhalten hat. Als Kandidaten für den Redakteur- Posten sind vorgemerkt:. Dr. Josef Klausner und Dr.׳M. Ehren- »reis. ' . Rabbiner Joseah Friedlander *1t San Antonio (Texas) hat eine zionistische Monatsschrift unter dem Namen THE YF.WISH HOPE gegründet. Das neue Organ, das sich auch äusscrlich sehr vorteilhaft repräsentiert, billigt in seiner ersten Nummer eine Reibe intcressantcr Notizen, eenen wir folgetfkes entnehmen: Zionistische Vereine bestehen in Texas schon seit einigen Jahren. Am 31. Dezember verflossenen Jahres fand an fVcraniasstmg des Houston Zionist Societv eine Zusammenkunft aller zionistischer Vereine in Texas statt, atu der beschlossen wurde, die sämtlichen Vereine zu einer Texas Zionist Association zu vereinigen. Die neue Organisation hezweckt, die Agitation für den Zionismus in Texas olanmässig und einheitlich zu betreiben und eine Zentrale des Zionismus für den ganzen Süden der Vereinigten Staaten zu bilden. Seit dieser Zusammenkunft bat der Zionismus in Texa.; einen erfreuliehen Aufschwung genommen. Vereine bestehen heute in Houston. Galvcston. Bcaumout. San Antonio. Dallas Waco Fort Worth und Tyler. Vorsitzender der Association ist Dr. L. A. Freed. San Antonio. ^E5 Sprechsaal EEP Fflr die Mitteilung«?! «n dieser Stelle übernimmt die Redaktion nur die pressgesttzliche Verantwortlichkeit. Geehrte Redaktion! In der letzten Nummer der RUNDSCHAU beschäftig( sich auch Herr Dr. Klee mit den Ausführungen, die ich auf dun f Jelegi.vrtentag in Hannover gemacht habe. Um ke' tc Polemik üt.v. vtiizclnc Worte zu beginnen, w ill ich gleich die Sache seihst präzisieren. Entweder will der Sultan ־ oder er will nicht (Jnsuc Uegper fragten immer: Wenn er nun nicht will, was wollt'״ Ihr tun? Herr Dr. Klee hat wie alle andern darauf erwidert: Wir werden ihn überzeugen, dass es sein Vorteil Dt. — Wo- .durch? Durch Worte, durch Versprechungen? Nein, durch die Erschliessung Palästinas und die Steigerung se־mer Werte. Herrn Dr. Klee hat dieser Plan wohl nicht vorgcschwcbt. dann aber hin ich gespannt, zu erfahren, weiche Ucbcrzcugui.gsmittel wir noch haben, die nicht schon ohne Erfolg versucht worden sind. Anscheinend will der Sultan wirklich nicht, uns Palästina auf dem Wege blosser politischer Verhandlungen überlassen. Was sotten wir tun? Untätig warten? Worauf? Ja wer das wüsste! Das weiss niemand in der ..politischen” Gruppe. (Jieht es keinen Ausweg? Haben unsere Gcgnci Recht mit ihrer Hoffnungslosigkeit? Man — auch Herr Dr. Klee sagt: Entweder will uns der Sultan Palästina durch diplomatische Verhandlungen überlassen, oder wir bekommen es überhaupt nicht, wenn er das nicht will. Die Logik scheint unentrinnbar, aber sie ist mir formal, die Tatsachen liegen anders. Die AussLhtslosigkeft der rein politischen Arbeit, die in der Luit stellt bedeutet nicht auch die Aussichtslosigkeit der praktischen Besitznähme Palästinas. Der Sultan heisst ein kranker Mann: aber wenn er auch taub für Versprechungen ist. muss er da auch blind für wirtschaftliche Vorteile sein? Wir stellen, heisst es. vor einer Mauer. Wie w är’s. wenn wir statt die Mauer anzustauneii eine Leiter anlegten. dem! Sprossen unsere w irtschaftlichen Fortschritte in Palästina sine? Von oben aus sind wir mit einem Sprunge drüben. Dr. Elias Auerbach. München. I-ich er Herr Baum! Ihre ״offene Frage“ hätte ich gern mündlich beantwortet, w eil sich dann ausführlicher das sagen Hesse, was ich so ttu,־ kurz audeuten kann. Sie konstatieren. ..dass die Unmöglichkeit, zu eit oolitische Arbeit für!,alästina zu leisten, für die meisten Zinne-Zion der Ausgangspunkt für ihre Forderung prakeischer Arbeit sei." Wenn dem. Gott behüte so wätc. wäre das ein Verbrechen? Aber ״die psychologische Quelle des unheimlichen Palästinaeifers" ist eine andere: ich will es- Ihnen verraten. Wir halten .die Ueberzengung von der pohtischen Methode als dem einzig e 11 Mittel einer w i r^'f i - eben Erlangung" Palästinas in der Tat für eine־ Irrtum iü'r einen Irrtum, den ich einst mit Ihnen zusamnie'i teilte. Sie ist ein hervorragendes, nicht das einzige Mittel Grosse Ereignisse sind seit 3 Jahren über uns heruiedergegatigeu; sie ,zwaiigcil mich, meine zionistischen Gedanken noch einmal durchzudcnkcn. Sie machen mir einen Vorwurf daraus dass ich etliches unilernte? Ich werte Ihnen vor. dass Sie cs nicht taten. An eines noch möchte ich Sic erinnern. Die ..oolitisclic“ Gruppe entstand, damit die politische Arbeit für cm anderes Territorium als Palästina zulässig hleihc. Um dafür wirken und das zionistische Interesse darauf lenken zu können, musste sie die politische u 1! d die praktische Arbeit für P - I ä s t' n a als ..zurzeit“ aussichtslos liinstellon. Das tut sic auch. Aber beide Thesen sind Dogmen, die wir nicht anerkennen. 111• ־• K mag die politische Arbeit für!,alästina aussichtslos erscheinen, für uns hat sie neue Aussichten, seitdem wir in der uiaktischen Arbeit den mächtigsten Förderer iiir sie erkannt hul.cn. Ob die praktische Arbeit in [,alästina schädlich oder heilsam ist? Not wendig ist sie. ..Wenn mir einmal in Pa 1:1stina ,sei!» .wollen, werden wir hingehen müssen.' _ Einen herzlichen Ziousgruss. alter Kampfgenosse von Ihrem 1 Elias Auerbach Miinctnri.

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