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Jüdische Rundschau · 1906-06-22 · Heft 25 (22.6.1906) · page 19

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 25 (22.6.1906)
Date
1906-06-22
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Benage JUEDISCHE RUNDSCHAU J2x1־ N°25 Aus der zionistischen Bewegung Zahlung der Schekelgelder und der Landesbeiträge Am 30. Juni endet das Rechnungsjahr der zionistischen Organisation. Wir müssen daher die Schekelgelder spätestens am 27. Juni an die Jüdische Kolonialbank abführen. Wir bitten infolgedessen alle Ortsgruppen und Vertrauensmänner, welche bisher nur einen Teil der Schekelgelder und Landesbeiträge eingesandt haben, alle noch bei ihnen eingegangenen Gelder bis zum 26. Juni an unseren Schatzmeister, Herrn Max Wollsteiner, Berlin N.W. 23.. Holsteiner Ufer 10, zu schicken. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Zenfratb ureau. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der vom 10. Delegiertentag cingcfiihrtc Palastina hei trag wird mit Rücksicht darauf, dass unser Geschäftsjahr bereits am 30. Juni d. J. ablauft, erst im Geschäftsjahr 1900/07 eingefordert werden. Diejenigen Parteigenossen, welche den P a I ä s t i n a b e i t r a g auch noch für das jetzt ablaufeitde Rechnungsjahr zahlen wollen, bitten wir hierdurch höflichst, ihre Beitrage bis zum •30. d. M. an unseren Schatzmeister zu senden. Die Zahlung des Palästinabcitragcs ist natürlich eine freiwillige Leistung, cs ist aber sclbstver• stündlich, dass die Ortsgruppen und Vertrauensmänner die Agitation für die Zahlung der Beiträge ebenso in die Hand nehmen werden, wie die für die Zahlung der Schekel und Laudcsbcitrage. Wir weisen auf die V c r b a n d s s i t z u u g des < i r u p p e 11 v e r b a!1 d c s für Brandenburg und Pommer 11 (ohne Berlin) hin und bitten unsere Ber- Hner Parteigenossen, sich an der Veranstaltung zu beteiligen. Die .Pa I ü s ti 11 aha n de I sg es e 11 sc h af t in H a m b u r g . G r 0 s se Reiche st r. 30, teilt uns •mit. dass sie in diesem Jahr den Import von Ethrog i m a us P a 1 ii s t i 11 a in grösserem Umfange aufnimmt. Die Ethrogimernte in Palästina verspricht in diesem Jahr einen der Menge und der Güte nach hervorragenden Ertrag. Oie Palüstinahandclsgcscllschaft bittet, ihre Aufträge möglichst frühzeitig zu schicken, damit dieselben ordnungsgemäss ausgeführt werden können. Wir machen unsere Parteigenossen hierauf ausdrücklich anhnerksani. Das zionistische A-B-C Buch ist, wie bereits mehrfach ‘mitgeteilt, imumehr in Arbeit. Der Fortgang der Arbeit hängt aber wesentlich davon ab. dass sich mögliehst viele Parteigenossen zur Mitarbeit melden. Wir bitten daher alle diejenigen, welche an diesem bedeutungsvollen Werk mitarbeiten zu können glauben, sich umgehend bei uns zu melden. Wir nehmen hierbei auf das in No.?1 erschienene Stichwörterverzeichnis Bezug. Palästinafragen Referat des Mitgliedes des Engeren A.C. Prof. O. Warburg auf dem Delegiertentage in Hannover. (Portsetzung statt Schluss.) Noch weniger stichhaltig ist der letzte Einwand, da;s ohne öffentlich-rechtliche Sicherstellung der Sultan jeder• zeit durch einen Federstrich alle Bemühungen ve־׳ nichtcn könne. Die Macht des Sultans mag sehr gross sein, immerhin gehört doch auch schon die Türkei zu den Ländern, wo es Gesetze gibt, und seit Menschengedenken ist es nicht vorgekommen, dass, soweit es sich nicht um Verschwörer handelt, wo die Konfiskation der Güter auf Rcchtsgrundsätzen beruht, privatrechtlich erworbenes Gut einfach vom Sultan koniisziert worden ist: selbst den Armeniern, die in der Türkei genau so unter Pogromen gelitten haben, wie die Juden in Russland, sind ihre Ländereien. Häuser, Läden, Fabriken nicht konfisziert worden. Dazu kommt, dass doch auch jeder innere Grund fehlt, der den Sultan oder die türkische Regierung veranlassen könnte, die wirtschaftliche Expansion der Juden in der Türkei mit Gewaltmitteln zu unterdrücken. Wenn es den griechisch-orthodoxen Be- Strebungen gegenüber versucht werden würde, so wäre es noch allenfalls erklärlich; von den Juden aber hat der Mohammcdanisuuis nichts zu fürchten, noch auch jemals in der Geschichte etwas zu fürchten gehabt; was abc; die Herrschaft der Türken in Palästina betrifft, so könnte eine Durchsetzung der arabischen Bevölkerung Syriens durch Juden derselben nur forderlich sein, ebenso wi: unsere Bestrebungen auch für die Türkei ein Schutzdämm gegen etwaige territoriale Gelüste der euro• päischei! Mächte sein würden. Dass aber die Juden 111 Palästina sieh zu Revolutionären entwickeln sollten, wie ein Redner sagte, halte ich für völlig ausgeschlossen. Nur dort ist eine solche Entwicklung möglich, wo die Juden, wie es in Russland der Fall ist, durch harte Ausnahnicgesetze geknechtet und zur Verzweiflung getrieben werden; in allen andern Ländern der Welt haben sieh die Juden stets als gute und treue Bürger erwiesen, lind auch in der europäischen Türkei, wo doch soviel Ztind- Stoff vorhanden ist, wo Bulgaren, Griechen, Kutzowalaehen, Serben, Albaner bewaffnet einander gegenüberstellen, ist die jüdische Bevölkerung stets durchaus friedfertig geblieben, und bildet dort eine der wenigen, wirklich zuverlässigen Stützen des Reiches. Mit den türkischen Beamten lebt die jüdische Bevölkerung der Türkei überall auf dem besten Fusse, und cs unterliegt keinem Zweifel, dass die türkische Regierung die!andwirtschaftlichen und industriellen •Unternehmungen Palästinas weit lieber im Besitz der Juden sieht als in den Händen .christlicher Untertanen der verschiedenen Grossmächte, da sie stets befürchten muss, dass letztere hierdurch Handhaben zur Einmischung erlangen. Betrachten wir jetzt, nachdem wir bisher die \V ichtigkeit und Möglichkeit der Palästinaarbeit festgstcllt haben, die verschiedenen Aufgaben der praktischen Tätigkeit der nächsten Zukunft in Palästina, und zwar nach den drei grossen Rubriken: Landwirtschaft, hvdustrie und Geisteskultur geordnet. Was die Landwirtschaft betrifft, so lässt sich' nicht leugnen, dass die Zuwanderung eine'r kräftigen jüdischen A rb eite r sch aft ■einen bedeutenden Einfluss auf die Kolonisation ausübt' und wenn es gelingt, diese Bewegung richtig zu leiten,• in

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