Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1906-06-01 · Heft 22 (1.6.1906) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 22 (1.6.1906)
Date
1906-06-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2651447-2651469--03608-2660543
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 332 ־JÜDISCHE ־ RUNDSCHAU ____•..;No. >2 (Man sieht dass auch die preussische Regierung Ausnahmen zu machen weiss. Sonst will sic die russischen Juden aju liebsten ganz fern halten und bedenkt sie mit Ausweisungen. Der Landwirtschaft werden aber auch auf diesem Gebiete Kon* Zessionen gemacht. Nach getaner Arbeit werden sie ins Elend ausgewiesen.) ' Berlin. Der Vorstand der Jüdischen Lesehalle und Bibliothek. Oranicnburgcrstrasse 28. hat vielfach geüusserten Wünschen £5ח Lesepublikums entsprechend beschlossen, die Lcsezcit wesentlich zu verlängern. Das Institut ist gcöiniet an Wochentagen von I bis 5 Uhr nachmittags, Sonnabend und Sonntag von II Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags, ferner an allen Abenden mit Ausnahme von Freitag von 7 bis 10 Uhr abends. Preisbewegung beim Ifilfsverein für liidiscJie Studierende für 1906. a) Medizinische Aufgabe: Histonsch-krit'schc Darstellung der Theorien über die Aetiologie der Krebskrankheit. b) Nationalökonomischo Aufgabe: Die Bedeutung der Juden für die Industrie im brandenburgisch-preussischcn Staaten 1670-—IS12. Zur Bewerbung zugelassen sind Jüdische Studierende Berliner Hochschulen von allen Fakultäten, die Reiie- und Piirf־ tigkeitszeugnis heibringen können. Den •Bcwcrbungsschriueii ist in verschlossenem Umschlag, auf dem ein Motto steht, die mit dem Namen des Bewerbers Unterzeichnete Versicherung auf Ehrenwort, dass er selbständig und ohne fremde Hilfe diese Arbeit augefertigt habe, beizulegen. Mit demselben Motto ist die Arbeit zu bezeichnen. Der erste Preis beträgt 3UÜ Mark; cs kann daneben oder allein ein zweiter mit 150 Mark zuerkannt werden. Die Bewcrbungsschrfitcn sind bis zum 1. Dezember 1906 an den Schr'ftiührer Prof. Dr. Liebermann, Bendlerstr. 10. einzt! reichen. Israelitische Klnderheltstatte Königsdorn-Jasfrzcnib. Die in dem altbewährten Soolbadc Königsdorff-Jcslrzcmb im Jahre 1890 gegründete israelitische Kinderhoilstättc hat im Mai ihre Piorten wieder geöffnet. Die Anstalt die als eine ausgezeichnete Wohlfalirtscinrichtuug sich bewährt hat bcwilligt unbemittelten Kindern halbe oder ganze Freistellen und nimmt bemittelte Kinder gegen Entrichtung־ der Selbstkosten auf. So gereicht das Institut den verschiedenen Bevölkerungs- Massen zum Segen. Das schmuckvolle Anstaltsgcbaudc liegt in der Nähe des grossen Parkes mit seinen prächtigen, alten Baumbeständen und ist von schönen Gartenanhgcn umgeben. Die Erhaltung der Anstalt, die der Förderung edler Menschenfreunde würdig ist, geschieht durch milde Beiträge. Nähere Auskunft erteilt der Vorsitzende Rabbiner Dr. W i 1 h c 1 rn M fi n z in G1 e i w i t z. Die Verhandlung über die Revision des Drcj’fus-Prozesses vor dem Kassationshofe ist definitiv für den 15. Juni anberäumt. Die ersten zwei Tage sollen der Prüfung der Geheimakten gewidmet sein. Berichterstatter Moras beantragt die Kassierung des Urteils des Kriegsgerichtes von Rennes und die Verweisung des Kapitäns Drevfus vor ein neues Kiiegsgcricht. Generalprokurator Baudouin beantragt gleichfalls die Kassarung des kriegsgerichtlichen Urteils, verlangt ober die sofortige Freisprechung Drcytus’, ohne denselben vor ein neues Kriegs gericht zu verweisen. Der Gcneralprokurator begründet diesen Antrag damit, dass die Untersuchung die volle Schuldlosigkeit Dreyfus* ergeben hat und dass eine neuerliche Verhandlung in dieser Sache vor einem Kriegsgerichte ohne jeden Nutzen bleiben müsste, nachdem die Militärrichtcr den Major Walsin- Esterhazy freigesprochen hatten. . _ Berte. Der ״Alliance Israölile Universelle" sind im Laufe dieses Monats du Berlin 600 neue Mitglieder beigetreten. Zur gefl. Beachtung Jungem Rechtsanwalt wird Ort 1n Schlesien, geeignet zur Niederlassung, nachgewiesen. (7000 Einwohner. 2 Anwälte, die wenig leisten sollen.) Näheres durch Schachtel, Breslau VI, Königplatz 8 b. ,-"; —י .־*י־־־־־“ "» El 1":. . Briefkasten der Redaktion P. P. ln Berlin. Sie haben Recht. Auch der zweite ״W c r t h e i m" ist nunmehr eudgiltig ״aus dem Judenturne ausgeschieden". . 4 H. L. ־ (Hasmonaca). Die Nationalfondverwaltung!eilte mit. dass die merkwürdige •Begründung lediglich auf einem Missverständnis beruht. ״Erzschelm". Wir wissen nicht, ob die Geschichte mit d:;n kottcntottischcn Rabb'ner aus der Nähe Poscns auf Wahrheit beruht. Vielleicht ist sie so lustorisch wie die bckannte Geschichte der vierhundert Tapferen von Piorzhcim unter der Führung ihres Bürgermeisters Deimling, die bekannt-!Ich ein Sehulfall historischer Fälschung ist. Zionsgruss. W. in K. Ihr •Bericht, der übrigens iiir unser Blatt unendlich viel zu lang ist. kam 1'iir diese Nununcr viel zu spät an. Ausser ihm mussten sehr •viele Berichte aus dieser Num- «־er Zurückbleiben — u. a. die ganze Erörterung des Volks- Schulgesetzes in seiner jetzigen Form - ve'i wir d:e Bcrichte zum Delegierteutagc sämtlich zusammen abdrucken müssen. Zionsgruss. S. B. Während des Delegiertentagcs nehmen wir selbstverständlich Berichte auch in Hannover an. Aber Berichte von ausserhalb bitten wir wie immer nach der Mclanchthou- Strasse in Bcrl 11 richten zu wollen. Zionsgruss. > r•. *J ־ 1 J•», . - ־«■ Ul* ** w Für Zuliörer sind Plätze reserviert. Es wird gebeten, Meldungen an Herrn Ca pell, Hannover, Hciligenstr. 3 zu richten. Am Montag, dem 4. Juni, findet in Hannover anlässlich des deutschen Delegiertentagcs abends ein Festkcminers zu Ehren der Delegierten statt, bei dem I) r. Heinrich L 0 c \v e (Berlin) einen Vortrag über Palästina mit Lichtbildern halten wird. Der Ortsausschuss in Hannover empfiehlt in erster Reihe das K o n t i n e n t a I h o t c I am Bahnhoi. Etwas billiger und einfacher ist das Hotel Waterloo, ebenfalls in der Nähe des Bahnhofes gelegen. Als jüdische Hotels werden 1ms aufgcgeben: de Vries, Hcrrschelstr. 35, und IIoffman ns Hotel, Schillerstr. 16, Ecke Limburgstrasse. Der Ortsausschuss der Ortsgruppe Hannover wird zu den Zügen am Sonntag Nachmittag und Montag Vormittag Vertrauensmänner zum Hauptbahnhof entsenden, die den Delegierten Auskunft erteilen. Die Delegierten werden gebeten, zur Erufmungs- Sitzung im Gel ו rock zu erscheinen. Anträge der Ortsgruppe Mannheim zum 10. Delegiertentag In Hannover am 4. und 5. Juni 1906. Die zionistische Ortsgruppe M a n n h c i m begriisst lebhaft die jüngsten Bestrebungen der Pnliistinnkommission durch regelmässige Jahresbeiträge eine starke finanzielle Basis für ihre Tätigkeit zu schaffen. Als die geeignetste Form erachtet sie die Schaffung eines Vereins. Sie betrachtet die dem deutschen Delegiertentag 1 vorgeschlagene Einführung eines Palästinaschckels nur ׳ dann als ein wirksames Mittel zur Erreichung d^s an gestrebten Zieles, wenn dieser Palästinaschcke! alige mein und unabhängig von der Zugehörigkeit zur ziolüstischen Organisation von jedem erwachsenen Juden als nationale Steuer gefordert wird. Die zionistische Ortsgruppe Mannheim beauftragt daher ihre Delegierten, dem deutschen Delegicrtentag in Hannover nachfolgende Anträge vorzulegen und zu vertreten, falls , der Delegicrtentag nicht den Beitritt der deutschen Zio- , nisten zu dem P a 1 ä s t!1 a v e r e i n empfehlen sollte; j t. Der deutsche Delegicrtentag beschliesst die Einftihrung eines Palästinaschckels für Deutschland. Der Palästinascliekel ist von jedem erwachsenen •' Juden als Nationalsteuer zu fordern. Für die Mitglied!: 1׳ der deutschen Landesorganisation ist die Zahlung des Palästinaschckels obligatorisch,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.