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Jüdische Rundschau · 1906-06-01 · Heft 22 (1.6.1906) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 22 (1.6.1906)
Date
1906-06-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 320 Mo. 22 JÜDISCHE RUNDSCHAU £ ^־°א daher bestimmt, im kommenden Winter das A-B-C-Bnch herausgeben zu können. Am I. Juli d. J. erscheint zum ersten Mal wieder seit einer langen Reihe von Jahren ein Volkskalender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Die Redaktion desselben hat Herr Dr. Zlocisti übernommen. Die von uns hcrausgegcbciien Flugblätter und Broschüren werden nicht nur von unseren eigenen Ortsgruppen, sondern auch von den österreichischen Distriktskomitccs, der schweizer und der holländischen Landesorganisation verwendet. Wir stehen daher mit diesen Organisationen in ständiger Fühlung. Eine Reihe von Plänen haben wir leider fallen lassen, bezw. zurfickstellcn müssen, so die Grütidu <g eines Jugendvereins (Hcrzlbund für die jüdische Jugend) und die Herausgabe eines zionistischen Adressbuches. Die Tätigkeit der Innenarbeitskommission des Hamburger Dclegiertcntages hat in diesem Jahre vollkommen geruht. Der Gedanke muss aber wieder aufgenommen werden, da er für die Ausbildung der Parteigenossen in den Fragen der zionistischen Idee dringend notwendig ist. Auch in diesem Jahre haben wir besondere Aufmerksamkeit der Agitation für den Jüdischen Nationalfond gewidmet. Unsere Erfolge können als zufriedenstellend bezeichnet werden. Wir verweisen hierfür auf den eingehenden und detaillierten Bericht unserer Nationalfondverwaltung. Die' Gesamtsumme der Spenden für den Nationalfond und seine Unterabteilungen betrug 23 100 M., die der sonstigen Sammlungen 22 600 M., zusammen 45700 M. gegen 37800 Al. im Vorjahre. Die Zentralsammelstelle für Materialien zu Gunsten des Nationalfonds arbeitet unter der bewährten Leitung der Frau Dr. Joel in Lübeck rastlos weiter. Auch die Leistungen der Shareklubzentrale sind, seit dieselbe nach Hamburg verlegt und unter die Leitung des Herrn Moritz Goldschmidt gestellt ist, überaus zufricdcnstcl- Iend. Für beide Institutionen verweisen wir ebenfalls auf die nachstehenden Sonderberichte. ־ . Ucbcr unser Kassenwesen können wir einen Perieht diesmal nicht liefern, da unser Etatsjahr erst am 30. Juni schliesst, und da die Schekel- und Landcs’eiträge erst in den allerletzten Wochen, vielfach sogar erst lange nach Schluss des Etatsjahrcs, cingehen. Wir konnten daher auch erst am 22. Januar 1906 die cndgiiltige Abrechnung für das Etatsjahr 190-F1905 geben. Um ein Bild von unserer finanziellen Lage zu geben, geben wir im Folgenden eine kurze Uebersieht über das Etats- Jahr 1904G905. Einnahmen: Landesbeiträge 3138 Mk. Zurückbehaltcner Anteil an Schekelgeldern 1372 ״ Summa: _ 4510 Mk. Ausgaben 4069 Mk. Ueberschuss: 441 Mk. Wir hatten somit im Etatsiahr 1904/1905 einen Ueberschuss von 441 Mk., der unseren Betriebsfond von 1159 Mk. auf 1600 Mk. erhöhte. Ob dieses günstige Verhältnis auch im laufenden Jahr erreicht worden ist, lässt sich noch nicht übersehen. Wir hoffen es umso- ,mehr, als der Betriebsfond von 1600 Mk. für unsere Bedürfnisse noch nicht einmal ausreicht, da wir, wie bercits bemerkt, unsere Einnahmen meist erst am Schluss des Etatsjahres erhalten, während die Ausgaben das ganze Jahr hindurch fortlaufen. Aus den oben angegebenen Gründen können wir auch keinen Bericht über den Eingang der Schekelgclder gegeben. Wir sind aber überzeugt, dass das Endergebnis ein gutes sein wird, da . ־ die Idee des Schekchages der Schekclsanmilung einen grossen Impuls gegeben hat. Zur Erleichterung der Schekcleinziehung haben wir in diesem Jahre 1000. neue Blocks ausgegeben, die zweckmässig eingerichtete Abschnitte für Schekel und Landesbeitrag, sowie einen Talon zur Fertigstellung der Schckelzahlcrlistc enthalten. Die Deckelsciten der Blocks haben wir benutzt, um den Vertrauensmännern die wichtigsten Daten über die Geschichte und den Umfang unserer Bewegung in die Hand zu geben. Unsere Tätigkeit ist durch mannigfache Umstände gehindert worden. Wir hatten einerseits mit einer gewissen Ermüdung zu kämpfen, die im Herbst 1905 anscre Parteigenossen ergriffen hatte, andererseits, sind unsere finanziellen Kräfte durch die notwendig gewordenen Sammlung für unsere russischen Brüder äugestrengt worden. Trotzdem hat die regelmässige Arbeit für die Agitation und für den Ausbau unserer Parteiinstitutionen nie nachgelassen. Wir sehen hierin eine Gewähr dafür, dass unsere Arbeit nicht nutzlos gewesen ist und hoffen, dass dieselbe in späteren Jahren weitere Ergebnisse zeitigen wird. Hantke. Lcszynsky. . Simonso 11. Wo 11 s t c i n e r.‘ Q, ־י»!•n*־, rjr.1* 4* Jsi'JjÜ» UiJa » S 1ir C i Lj \Lß ü ffm Vi* 4 1*1 •3»»» * » 1 * 0 C.cw J .will ■ f ר*י;י* ** י׳ז? r »,ך "* .. i ci * w C/1 «2 L4 Ui.j f Ij£3 1 | 1* r n t*\ *** V. Wl Für den Fortschritt unserer Bewegung ist eine systema* tische Arbeit nicht nur in den formell konstituierten Ortsgruppen, sondern insbesondere in denjenigen Städten dringend erforderlich, wo es bisher nur wenig oder keine organisierte Zionisten gibt. Da diese Aufgabe in zwcckentsprecheirder Weise nicht von der Zentrale aus erfüllt werden kann, hat der Deicgicrtentag in Hamburg diese wichtigste Tätigkeit den ,.Gruppenverbänden“ zugewiesen. Sache־ des Zentralbureaus ist cs, die Anregungen zu einer wirksamen Agitation zu geben und das Agitationsmateriai zur Verfügung zu halten. Das Zcntralbureau hat demgemäss die Gruppenverbände und Ortsgruppen durch eine Reihe von Rundschreiben darauf l!i:!- gewiesen: 1. wie überhaupt die Agitation i!1 zweckentsprechender Weise zu betreiben ist, 2. was in speziellen Fällen und zu bestimmten Zeiten unternommen werden muss. Ausserdem hat das Zentfalburcau‘ die Verbände und Gruppen mit Broschüren und Flugblättern, ׳ Nationalfoudbüchseu, v Nationalfondtelegrammcn Nationalfondmarken etc. soweit erfordernd!, versehen. Die Ausfiihrung der Anregungen dagegen seitens des Zentratbureaus muss den Verbänden und Gruppen überlassen bleiben. Dementsprechend haben die Qruppeuverbütide Hanse־• Städte, Posen und Freiburg die Agitation innerhalb ihrer Bezirke ganz selbständig betrieben. Von Hamburg aus sind, obgleich im Bezirk nur wenig' Juden wohnen, die Ortsgruppen Kiel und Bremer 11 ave n > gegründet und Vertrauensmänner in Rostock und K u x 11 a v c n gewonneu worden. Der Gruppenverband hat auch die Sliarcklubzentrale, die Sannnelstelle für Materialien und den Vertrieb der Nationalfcndtclegranune übernommen.

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