Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 307 No. 21 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Export Jaffas Während der Jahre 1904—1905. Artikel 05־1 1<XM 1903 Mittel 1901 -190a Exportiert nach: Menge Wert Pfd. Stcrl. Menge . Wert Pfd. S'erl. . Menge Wert Pfd Stert. Menge L Wert Pfd, S*erl. Orangen . . . Kisten 4:61« 114650 467500 ־ 10.1950 ' 447675 93435 407373 97012 Hauptsächlich nach Grossbrl- י ■ ... - ־ ־* ■ *: . . « -* ., tannien ' (Der Handel nach * ‘ . diesemLandcnimmts(etigzu) Seife .... FÄsscr 2275 56910 2613 62600 2810־ T7650 ־ 2138 5146 t ־ Ägypten Wein & Spirit . Kilo 3,708400 47020 3,512581 37860 2805795 30350 27435 3 33796 Deutschland, Grossbritanniert ׳ u Amerikaner Export ist Im ״ ־ « Wachsen begriffen» Hirse . . ־ . •. Malter 24090?3 ICO * 6662 6178 Ungefähr nach Liverpool, '/* . * »* nach d. Kontinent. Wasser r.efonen 48800 . 11000 «9000 17610 Ägypten u. Türkei. Lupinen . . . Malter 21850 15400 5800 58 0 4416 Ägypten. Sesam .... Fässer 931 138:5 1676?3350 2160 30040 2583 24335 Frankreich, Oesterreich-Ungarn ־ u. Belgien. Bohnen . . . Malter 10480 123 5 2134 2507 Zur Hälfte rach Liverpool, fm * , . . Übrigen nach dem Kontinent. Dcvotlonaticn . Kisten 985!2580 650 9000 5:0 7100 4 8 6705 Vorncnmlich nach Amerika (Der Handel hierin nimmt zu). Weizen . . . Malter 7660 11003 <532 2200 Letztes Jahr nach Algerien. Ildutc & Felle . Lbs. 5066( )0 8110 267500 6000 128600 4000 261457 4905 Frankreich. Wolle .... Lbs. 265750 4540 3S9000 7930 320SC0 4500 252650 4088 Hauptsächlich nach Amerika u. Europa. Koloquintcn. . Lbs. 52500 3370 57003 3650 71160 3700 47952 2872 Grossbritannien u. Deutschland Diverse . . . 26200 29210 47230 ־. 32174 Olivenöl . . . Lbs. ־ 80930 950 416800 53.0 »' ✓ Hauptsächlich Im Landkonsüm Rosinen . . . Fässer 50 400 Nach Italien Total I 367820 | | 296300 | | 322335 | 293296 | I. Die deutschen Kolonien. Diese s!:*d: a) Die Kolonie Saronn. die etwas (Her Meile nördlich von Jaffa Kelep.en ist'. Die beinahe •ICO Seelen, tind ist beinahe eine Ke; liehe Kolo:■Je. Die Kolonisten sind haupt? beruer, die vor etwa <0 Jahren in dieses U Sie sind fleh-sir: und sparsam, und ihre Maus Kebmit lind sauber. 'Sie sind meist mit La und bebauen das Land um ihre Wolmstf.: Gerste und Ge mH sc für den Markt. Line fie Kolonisten betätigen sich mit der Herst; welcher in den letzten Jahren seine Quulit" bat. und für seine Güte einen f.uten N'׳ eine englische 2 Kolonie zählt* : landwirlschaftehlich WOrtcm- J cinwandertcn. 211י sind zierlich!bau■ beschäftigt .n mit Weizen, isse Anzahl der .mir von Weh», sehr verbessert;en erlangt bat Einige der Kolonisten haben es auch unter.-.onimc-n. Orangen zu kultivieren und haben Orangengärten ger Tanzt, welche im Laufe der■ Zeit in aller Wahrscheinlichkeit cr.ragbringcnd sein werden. b) Die Kolonie Jaffa, welche ca. 250 Individuen zählt; einige von diesen haben kleine Anpflanzungen im Besitz, und bebauen diese, die meisten sind jedoch Handelsleute. c) Die Kolonie W i 111 c l m a. welche ungefähr vor vier Jahren von mehreren der deutschefi Bauern aus Sarona, Jaffa, Jerusalem und Haifa gegründet wurde. liegt ungefähr 9 englischc Meilen östlich von Jaffa in der Ebene zwischen der monischen Laute. Ucbrigens vergass ich vorhin die allerdings selbstverständliche drückende Atmosphäre zu erwähnen, die besonders im Winter herrschte, wenn Tür und Fenster fest verschlossen waren. V. Mein Melamed hiess Rabbi Meir Israelländer; letzteren Namen führte er nicht etwa, weil er ^us Palästina gebürtig gewesen oder einmal wenigstens dahin gcpilgert wäre, um an den Gräbern der Propheten zu beten. Er war nie in seinem Leben dort gewesen, ja, er war Über überhaupt nicht befähigt, irgend eine Reise zu unternehmen; sein ganzes Leben hätte er in seiner Vater- Stadt zugebracht. Er verdankte den sonderbaren Zunarnen vielmehr einem ganz anderen Umstande. Die Sache hatte sich nämlich folgendennassen zugetragen. In seiner Jugend, als noch das Blut heiss in seinen Adern wallte — soweit dies bei einem derartigen Pflegmatiker und Asketen überhaupt möglich ist —, am frohen Abend des Festes der Gesetzesfreude war es gewesen. Er hatte ein Gläschen Schnaps zuviel genommen — d. h. eigentlich trank er überhaupt nur ein Glas, aber auch dieses Quantum war für ihn schon zuviel —, da ver¬ See und dem. Gebirge•. Die Anzahl der hiesigen• Kolonisten vermehrt sich rapid. Es sind bereits ca 20—25 Häuser und Hütten — ausser einer öffentlichen Schule und einem kleinen Gasthaus — erbaut worden. Die Grösse des Landes, das den Kolonisten gehört, beträgt ca. 2000 Morgen. Diese haben alle guten reichen Boden, welcher zum Anbau von Getreide, wie auch ftir das Wachstum von Wein sehr geeignet ist. Nach dem Verhältnis, in dem sich diese Kolonie entwickelt, wird sie bald eine der wichtigsten in Palästina sein. d) Die Deutsche Niederlassung .bei Jcrusalcm. welche etwa 300 Seelen beherbergt, enthält eine Schule und eine Kirche. Die Häuschen der Einwohner sind sehr nett gebaut. Zu jeder Wohnung gehört ein Stückchen Land. Hauptsächlich sind jedoch die Kolonisten als Handelslculc in Jerusalem beschäftigt. II. Die jüdischen Kolonien. Diese sind völlig landwirtschaftlicher'Natur, und wurden mit der alleinigen Absicht gegründet, dis Juden, welche ge־ nötigt sind, aus gewissen Ländern Europas atiszuwandern, in dem Lande, das ihnen aus religiösen Oeiühlen und aus nationalem Streben und Denken geheiligt ist, Bauern werden zu lassen. fiel er plötzlich in eine so erhabene religiöse Stimmung und fühlte eine derart gigantische Macht in sich, dass er sich sogleich mit folgender pathetischen Ansprache an seine Zechgenosscn wandte: Rabbotha!*)! Schon zweitausend Jahre sind verflössen, seit wir die Ankunft des Messias erwarten, — er aber erscheint nicht! Wir sind des Harrens nun müde! So wollen wir denn unsre Lenden mit Macht und Glauben umgürten und selber nach dem gelobten Lande ziehen. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs wird uns nicht verlassen. Noch niemals hat er die, so auf ihn hoffen, irti Stich gelassen! . . . Was glauben Sie denn, Rabbotha'1? Da einem Betrunkenen selbst das tiefste Meer nur bis an die Knie reicht, so darf cs niemand überraschen, wenn die Rabbotha‘1 ־— besser gesagt, seine Zccligenossen — ohne Umstände seinem Vorschlag zustimmten. Gesagt, getan! Augenblicklich sammelte sich die ganze Gesellschaft und verliess die Stadt. Sie wandc.icn einen, zwei, drei Kilometer weit, Psalmen und synagogale Gebete singend.. Auf diese Weise zogen sic etwa ״) Meine Herren!