Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 21 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 21 Seite 305 JÜDISCHE RUNDSCHAU צדק צדק תרדוף למען תחמז Der Gerechtigkeit und nur der Gerechtigkeit müssen wir michjagcn, dann wird unser Volk leben, Das Recht, das auf der Wahrheit beruht, muss uns zu teil werden, wenn wir der Wahrheit und der Gerechtigkeit treu bleiben. Durch WahrheiMind.Recht?um Frieden, das ist für uns die Bedeutung: der Schekel tage nicht minder wie die des Festes unserer Tora. E1 j ft q 1 m. Bericht der - Literaturkommission Die ” Zusammensetzung der Kommission ist mancherlei Wechsel unterworfen gewesen. Sie bestand im vorletzten Berichtsjahre ans dem Unterzeichneten als Vorsitzenden, ierner den Herren Dr. Moses und Julius Simon -Mannheim und S o!1 d 11 e i!11 e r -Frankfurt. Die Herren Dr. Moses und Sondheimcr schieden während des letzten Jahres infolge Mangels an Zeit aus der Kommission aus, eine Ergänzung der Kommission gelang bisher nicht. Trotzdem ist eine nicht unerhebliche Arbeit geleistet worden. ' Behandelt wurden iolgeudc Angelegenheiten: 1 ־. Herausgabe einer aufklärenden Palästinabrosehiire. Der Plan wurde vorläufig vertagt. 2. An! Jiid. Volkskalender I9U5/06 wurde in der Arb mitgearbeitet, dass die vier Obengenannten als Rcdaktioaskommission fungierten. 3. Die Broschüre des Unterzeichneten: ״Was will der Zionismus“ wurde umgearbeitet und i!1 2. Auflage herausgegeben. . 4. Die Herausgabe eines Vortragsheftes wurde beschlossen, das wichtige Fragen der Bewegung in kurzen Referaten stets von mindestens zwei verschiedenen Seiten beleuchten und so die Grundlage für anregende Debatten in den Ortsgruppen schaffen soll. * ־ 5. Dali Flugblatt No. 6 wurde entworien und veröffentlicht. 6. Eine Instruktion für die Abhaltung von öffentlichen Versammlungen und deren Ausnützung durch die Ortsgruppe wurde entworfen. Sie liegt ׳z. Zt. dem Zentralkomitee zur Begutachtung vor. Massgebend für dies Unternehmen war die Beobachtung, dass die Ortsgruppen vielfach keineswegs verstehen, aus den mühsamen und oft mit erheblichen Kosten sobald sie einander näher kennen lernen, sind sie meistens bereit, ewige Freundschaft zu scliliessen. In der einen Ecke des Häuschens stand die kleine Werkstatt des Besitzers, welcher irgendwo die Kunst, Kreidestäbchen für das Kartenspiel anzufertigen, erlernt hatte und sich mit ihrer Ausübung den ganzen Tag über beschäftigte, obwohl der Absatz dieser Artikel — allerdings'aus von ihm unabhängigen Gründen — nicht besonders flott war. Dessenungeachtet arbeitete er immerfort, als hätte er aus der Residenz bedeutende Aufträge erhalten, deren Ausführung und Ablieferung keinen Aufschub duldeten., . Diese Beschäftigung war noch ganz passabel, unerträglieh war aber der Umstand, dass er sich einbildete, ein vorzüglicher Sänger, zu sein, und während der Arbeit trillerte er unablässig synagogale Gesänge mit einer derartig tollkühnen Stimme und brachte derartige Rouladen und Fioriturcn hervor, dass jedem im Hause die Ohren gellten und man die Neigung verspürte, davonzulaufen. Zwar, hatte man ihm schon oft erklärt, dass er grässlicher afs zwei betrunkene Schuster brülle, —־ aber was ist zu machen, wenn ein enragierter Artist an den!.Grössenwahn leidet, er und seine Kunst werde von veranstalteten V<yträgen irgend welchen Nutzen In finanzieller imd agitatorischer Richtung zu ziehen. 7. Eine Reihe von Entwürfen zu Flugblättern, Broschüren usw. wurde geprüft, musste aber infolge von Mängeln abge• lehnt werden. 8. Die hauptsächlichste Arbeit der Kommission, an der sich aber ausser dem Unterzeichneten bedauerlicherweise nur Herr Simon beteiligte, bestand in der Vorbereitung zur Herausgabe eines A.-B.-C.-Buchs, über welches das Weitere an anderer Stelle In dieser Nummer der JÜDISClffN RUND- SCHAU veröffentlicht wird. Dasselbe ist soweit gefördert, dass wir hoffen können, in etwa Jahresfrist die Drucklegung vo.lendct zu haben. Im Wesentlichen wird der Erfolg dieses überaus wichtigen Agitationsmittcls von der Unterstützung abhängen, die uns von Selten der Gesinnungsgenossen zuteil werden wird. Wir richten daher a!1 alle Zionisten die dringende Bitte, sich uns zur Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Dr. Fricdemann. Berichte aus Palästina I. Der Schiffsverkehr von Jaffa im Jahre 1904 lm Jahre 1901 wurde Jaffa von 150 britischen Dampfern mit einem Tonncugehalt von 178 839 t besucht, gegen 139 Dampfschiffe mit einem Tonncugehalt :von 143 761 t während des Vorjahres. Also eine Vermehrung ln der Anzahl der Dampfschiffe um 8 und um 24 % jm Tonnen gelfalt während des Jahres 1904. Das ergibt einen Durchschnitt von 3 britischen Dampfern wöchentlich für Jaffa im Laufe eines Jahres. Wenn man jedoch die Tage der Wintermonatc. an welchen die Schiffe der stürmischen See wegen nicht ankern können, abrechnct. kann man für die Zeit, in welcher die Schiffahrt möglich ist, vier britische Schiffe als Durchschnitt betrachte. Während des Sommers!904 besuchten 16 britische Dampfschiffe die Ankersteüe von Gazah zwecks Einschiffung von Gerste für Grossbritannien. Diese Dampfschiffe müssen noch zur Anzahl derjenigen des Jafiaer Schiffsverkehrs hinzugerechnet werden. Die Namen der britischen Dampfergesellschäften, welche am Handelsverkehr mit Palästina beteiligt sind, finden sich in einem Spezialbcricht über Jaffa, den wir nächstens bringen werden. Es ist jedoch zu bemerken, dass sich unter diesen Namen diejenigen einiger grosser Ozeanlinien finden, die ihre Danipfschiiie speziell nur zur Beförderung der Touristen nach Jaffa entsenden. Diese nämlich kommen jetzt regelmässig in solchen Mengen nach Jerusalem, dass man diese Stadt hinsichtlich ihres Fremdenverkehrs während des Frühlings und des Herbstes mit einem zweiten Cairo vereinem undankbaren Publikum verkannt? Der Hauswirt wollte seine Singerei, der Welt zum Trotz, um keinen Preis aufgeben in der philantropischen Hoffnung, dass endlich doch die Menschen seine Kunst verstehen und nach Gebühr zu würdigen lernen würden. In der dritten Hauseckc wimmelte ein verkrüppeltes Männchen, von Profession ein Tapezierer, herum; obwohl er niemals sang und sogar nur äusserst selten sprach, verursachte doch sein Hammer ein solch unangenehmes Geräusch, wobei er beissende Staubwolken hervorbrachte, dass es allen Hausbewohnern lieber gewesen wäre, wenn er mit dem Hauswirt unisono gebrüllt hätte. Aber der Tapezierer wollte sein Metier um keinen Preis aufgeben. Uebrigens hielt er, von seinem Standpunkt aus, das Brüllen aus voller Kehle für gänzlieh nutzlos. Die vierte Ecke bewohnte das Ehepaar Kussiel, seines Zeichens Lumpenhändler, das sich mangels gegenscitiger Uebereinstinnnung beständig zankte. Sie wurden sich nie darüber einig, wer von beiden daran schuld sei, dass das Geschäft so schlecht ging. Bei derartigen,' diametral entgegengesetzten Ansichten ist... das Polemisieren unvermeidlich und die.