Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 14-15 (6.4.1906)
- Date
- 1906-04-06
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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I ןו i f j; '1 ■t I 1 ו (׳ 1: 4! t ' 1! , י I * I I i 1 ( . 1־ f 1 ij ו¬ «• I Seite. 210_JÜDISCHE Qcrätcucchse!, Kürturnen. Turnen einer Musterriege am Reck und' Tauziehen. Trotz der Ermüdung der Berliner Turner, die seit S Uhr morgens auf den Beinen waren und am Vormittag durch die Frohe zum Schauturnen, am Nachmittag durch e neu DampfcrausOug und die Besichtigung der Stadt in Anspruch genommen wurden, klappte abends alles nach Wunsch. Nur beim Musterricgenturnen zeigte sich eine gewisse Abspannung der Teilnehmer, die jedoch dem grössten Teile des Fühl kuins entging. Vor den Stabübungen hielt der Schriftführer _ des Stettiner Vereins. Frey er, eine Ansprache, in der er auf die Notwendigkeit des nationalen Zusammenschlusses im allgemeinen und der Körperpflege im besonderen hin wies: ..denn zu höherem Ziel führet unser Spiel”, dies war der Gruudge* danke seiner kurzen treffenden Ausführungen. Die Bereit- Willigkeit einer so grossen Anzahl von Berliner Turnern zur Teilnahme an defn Stettiner Schauturnen ist ein schönes Zeichen von dem starken Bande, das die nationale Turnidec um die Verb,1!1dsvcrci11e geschlungen hat. Die Stettiner Hessen es sich auch י nicht nehmen, ihren Berliner Gästen durch treffliche Bewirtung in den Familien der Turner, durch einen nach dem Schauturnen veranstalteten Kommers usw. ihre Anerkennung auszudrücken. Hoffentlich hat die Veranstaltung, die in jeder Beziehung als durchaus gelungen zu bezeichnen ist. der jiidisehen Turnsaclie in Stettin die Bahn geebnet und manches Vorurteil hinweggeräumt. Dr. B. Kleine Mitteilungen Morris Rosenfeld schwer erkrankt- Die Redaktion der WELT erlässt folgenden Aufruf: Morris Rosenfeld ist von einem grossen Unglück heimg'csucht worden. Kurze Zeit, nachdem er seinen Sohn verloren hat. Ist er selbst schwer erkrankt: Fine Lähmung des rechten Armes wird den Dichter, dessen Gesundheit leider schon •vorher sehr zerrüttet war. mindestens fiir ein Jahr aus Krankenbett fesseln. Seine Familie ist dadurch aller Existenzmittel entblösst. Mehrere jüdische Schriftsteller, darunter Hljakim Zunscr und Schalem Aleichem. haben in der jüdischen Fresse in Amerika und Europa Aufrufe erlassen; In denen sie sich ..an das Jüdische Volk wenden, dass cs dem grossen Dichter in seiner Not beistelle". Die Redaktion der W ELT tritt diesen Aufrufen bei. mit dem herzlichen Appell an die vielen Freunde die der kranke Dichter in Westeuropa gefunden hat. zu einer Ehrengabe beizusteuern, die ihm zugleich ein Zeichen der Teilnahme und eine kleine Hilfe in seiner bedrängten Lage sein soll. Wir. bitten Beiträge hierzu, die wir dann nach Abschluss der Sammlung in unserem Blatte ausweisen wollen, an die Expedition der WELT zu senden. Köln. 28. März 1906. ״ Die Redaktion der WELT: B e r t h o 1 d F e i w c I. A. C o r a 1 n i k. Kein Schönstedt mehr.; ... Zum ersten Male seit einer sehr langen Reihe von Jahren sind 3 Juden zu Oberlandesgerichtsräten ernannt worden. Es wird dies wohl mit Recht auf den Wechsel im Justizministerium zurückgeführt. Berlin. Der Berliner Synagogcn-Bezirk ist durch Augliederung weiterer Ortschaften der Kreise Teltow und Nieder- Barnim beträchtlich erweitert worden. Er umfasst nunmehr ausser den Stadtkreisen Berlin. Charlottcnburg. Schöneberg und Rixdorf 11. a. folgende grösseren Ortschaften: Wilmersdorf. Friedenau. Steglitz. Tempelhof. Treptow. Gr.-Lichterfelde. Zehlendorf. Grunewald. Waitnsee. Schlachtcnsec, Teltow. Gr.-Becren. Hohen- und Nieder-Schönhausen, Friedrichsberg- Lfchtenberg, Fricdrichsfelde, Pankow. Reinickendorf. Rummelsbürg, Tegel. Wcissensce. Plötzensec. Biesdorf bei Berlin, Blankenfelde. Hcinersdorf usw. Charlottenburg. Die Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlung beendigte am Donnerstag die Beratung des Etats. In der Debatte Uber die ..höheren Mädchenschulen" kamen versehfedenc Missstände zur Sprache. So ist in der Königin Augusta-Schulc von 160 Anmeldungen nicht eine einzige berücksichtig( worden. Ferner wurde darüber Klage geführt, dass verschiedene private höhere Töchterschulen jüdische SchiileriuiKU entweder gar nicht oder nur in geringer Zahl aufnehmen. Berlin. Die IV. ordentliche Mitgliederversammlung des VcreinsJüdischeArbeitcrkoloniein.Wcisscu* sec bei Berlin hat am 18. d. Mts. im Bureau”des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes stattgefunden. Hauptgegenstand der Besprechung bildete der Entwurf neuer Satzungen, die auf Grund der in den vier Betriebsjahren gesammelten Erfahrungen eine Anzahl teils materieller, teils formaler Änderungen vorsehen. Von besonderer Bedeutung Ist der RUNDSCHAU No. 14^15 Fortfall der durch die bisherige Mitbczcichnung ״Asyl" . gestellten Aufgaben. Es hat sich gezeigt, dass die Arbeiterkolonic stets mit Kolonisten voll besetzt ist und seine Aufgabe als Asyl für Auswanderer zu dienen, sowohl aus Raummangel als auch als Vcrwaltungsschwicrigkeitcn nicht erfüllen kann. Anstelle dessen wird die vorübergehende kostenlose Beiterbergung stellungsloser Handwerker jüdischen Glaubens vorgesehen. Eine interessante Debatte knüpfte sich an die Mitteilung des Jahresberichtes, wonach 50 % der Kolonisten im Alter zwischen 16 und 24 Jahren stehen. Von den meisten Rednern, wurde dies als ein Vorzug anerkannt, weil gerade im jugendliehen Alter die Gewöhnung an Arbeit am leichtesten an die Stelle zur Neigung der Wanderbettelei zu setzen ist. Mit Rücksicht auf die ungünstige finanzielle Lage ־ der Kolonie haben mehrere Teilnehmer Geldbeiträge gespendet. Fernere Unterstützungen sind erwünscht unter der Adresse: Deutsch-Israclitischcr Gcmeindcbiind, Berlin W., Steglitzer- Strasse 85. Wegen Abholung gebrauchter Kleidungsstücke wolle man sich gefl. wenden an Herrn Inspektor Behrendt, Neu-Weissensec bei Berlin, Wörthstrasse 20. Berlin. Am Sonntag, dem *25. März, fand hier die alljührliehe Generalversammlung des Israelitischen Fortb i I d 11 n g s v e r c i n s ״Monteflorc“ statt. Nach dem Bericht des Vorstandes über das Vereinsjalir 1905/06 entspann sich unter lebhaiter Beteiligung eine Generaldebatte, die einen schönen Beweis für das rege Interesse der Mitglieder am Gedeihen des Vereins lieferte. Den Schluss bildete die Neuwähl des Vorstandes, der sich für das kommende Vereinsjahr aus folgenden Herren zusammenselzl: Dr. Ed. Biberfcld. Ehrenvorsitzender: Dr. D. A. Winter. Vorsitzender. Dr. N. Moses. I. Schriftführer; James Halberstadt. 2. Schriftführer: Hans Lehmann. Kassierer; Arthur W o I f f. •Bibliothekar. Hamburg. 3J mittellose Auswanderer kehrten mit den! Hamburger Dampfer ..Port:־!*‘ über London nach hier zurück und wurden am Kaiserkai. wo sie an Land gingen, durch das israelitische Hilfskomitee in Empfang genommen, das für ihre vorläufige Unterkunft Sorge trug. Schönfankc. 24. März. Mit der Verladung von Mazzcn ist hier jetzt so viel zu tun. dass auf der Eisenbahn dauernder Waggonmniigel herrscht: im ganzen kommen 150 000 Kilo zum \ ersand. Straublug. Der hiesige Synagogenbauverein hat für den Bau einer Synagoge den Platz an der Wittelsbacherstrasse erworben. Paris. 1. April. Im Pariser Hauptbureau der Baron-Hirsch- Stiftung für auswandernde Israeliten wurde heute von russischpolnischen Untcrstiitznngsbcwcrbern. die nach Kanada geschickt werden sollen, das Mobiliar zerstört. Veranlassung war, dass die Leute unverzüglich ihr ganzes Reisegeld verlangten, obschou die Kassen gesperrt waren. Einige Tumultuanten wurden verhaftet. Wanne i. Wil. Die jüdische Gemeinde hesciiloss den sofortigen Bau einer Synagoge. Die Synagoge in Kallsch ist polizeilich geschlossen worden und soll dieselbe zur Andacht erst freigegeben werden, wenn die Gemeinde eine Strafe von 3000 Mark zahlt. Anlass zu dieser Massnahme soll eine sozialistische Ansprache gewesen sein, die ein junger Mensch ohne Erlaubnis des Vorstandes zu halten begonnen hatte. Szatmar. ln Törükt'aiwa ist die Synagoge gänzlich niedergebrannt. r.-...«־.־1 1...־T- Briefkasten der Redaktion •יי־•* J. L. In Glelwltz. Ihre sehr wichtige Anregung übergelxm wir dem Aufsiclitsrat der Genossenschaft Jüdische Rundschau, .der mehr und Besseres damit anzufancen wissen wird als die Ocffentlichkeit. Zionsgruss. S. Die K ö n i g s b e r g c r und Duisburger Berichte ’mussten diesmal aus äusseren Gründen leider zurückgclasseu! werden. Auch ״B r a 11 n s c h w e i g" erst in nächster Nummer. Zur gefl. Beachtung Diejenigen Abonnenten hn Auslände, welche bisher das Abonnement per II. Quartal 1906 nicht erneuert resp. bezahlt haben, erhalten die JÜDISCHE RUNDSCHAU nicht weiter. Die Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. Berlin N. 51, A 11 g u s t s t r. •19 a. j 1 i 1־ ' i