Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1906)
- Date
- 1906-03-30
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2651447-2651461--03408-2660335- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 190 JÜDISCHE gebaut werde, seit alter Zeit ein Gebäude trug, welches ein Lehr-. Bet־. Siechen- und Krankenhaus enthielt. Auch eine Lehranstalt für die Kinder stand hier. Der Denkste 11. der in die Erde gesenkt werde, solle ein Symbol für die Heilswahrheiten sein, die in unser Herz gelegt werden sollen. Lin Gehet um den .Beistand des Allmächtigen zu dem Gelingen dieses Baues schloss die weihevolle Rede. Herr Julius Scheitel verlas das Protokoll dieser Leier. Demnächst wurden durch den Gemeindevorsteher Herrn Samuel Schönlank folgende Schriftstiieke in einen kupfernen Behälter gelegt: 1. Lin Satz Zeichnungeil zur Synagoge. 2. Lin Heit, enthaltend Abschriften der wichtigsten Verhandlungen. Vorlagen und Beschlüsse der Gemeindebehörde bezüglich der Einrichtung der neuen Synagogc. sowie die Grundlagen für den Wettbewerb und die Verhandlang der Preisrichter und die Verfügung des Königlichen Herrn Reg.crungspräsideutcn vom 31. August 19!•5, enthaltend die Genehmigung der Beschlüsse der Gemeindebehörde. 3. Ab- Schrift des für die Eingliederung der Israelitischen Bri'idergemcinde in die Synagogengemeinde beschlossenen Abkommens. *1. Etat der Synagogengemeinde pro 1905/06. Verzeichn.sse tkr Mitglieder des Vorstandes der Synagogengemeindc. der Repräsentanteu-Versammlung. der Lachkommissionen, der Kuratoren, der Stiftungen, welche unter Mitwirkung der Syna• gogengemeinde verwaltet werden, der Beamten der Synagogengemeinde. 6. Ein Verzeichnis der Spenden für den Synagogenbau. 7. Je ein Exemplar der Statuten. Geschäftsordnungen usw״ welche für die Verwaltung der Synagogengemeindc, ihre Angestellten und sonstigen Einrichtungen 1m Gebrauch s tut. S. Statut und Bericht des Verbandes der Synagogengemeinden des Regierungsbezirks Posen nebst Verzeichnis seiner Mitglieder und des Verbands-Ausschusses. 9. Statuten der wohltätigen Anstalten und Vereine hiesiger Gemeinde. 10. Ein Adressbuch nebst Plan der Stadt Posen pro 19ü6. 11. Ein Ycrwaliungsbcricht der Stadtgcmciude Posen pro 1901/05. 12. Je ein Exemplar der hier erscheinenden deutschen Zeitmigen und der bedeutenderen in Deutschland erscheinenden jüdi sehen Zeitschriften. ,13. Ein Verzeichnis der Herren, welche mit der Ausübung der Hatmr.erscliläge beauftragt worden sind. Schliesslich je ein Stück der gangbaren Münzen des deutschen Reiches, 10 Stück, und je eine der bei der Syiiagogcn-Gemeinde im Gebrauche befindlichen Selilaehtmarken. *- Zum Schlüsse richtete Herr Rabbiner Dr. Bloch eine Ansprache au die Versammelten, gab einen historischen Ueberblick über die Gemeinde vor 500 Jahren, schilderte die blurigei! Verfolgungen, die damals die Juden in den einengenden Ghettomauern erduldet und wie erst mit dem beschützenden preussisc’neii Adler in unserer Provinz Ordnung geschaffen wurde und d e Juden ihre jetzige Stellung einzig und allein dem Hohcuzollcrnhausg zu verdanken haben. Mit Gebet für unseren Herrscher, seine Lamilie und das Gcsamtvaterland erreichte mit einem Schlussgesang nach Psalm 127 die würdige Feier ihr Ende. J• Königsberg. Das israelitische Waisenhaus für Stadt und Provinz hielt am 4. März, Vormittags uni 11 Uhr; im neuen Anstaltsgebäude in Königsberg unter dem Vorsitz des Herrn Professor Dr. Saalscliiitz seine Jaliresgcneralvcrsammlung ab. Die Zahl der Zöglinge betrug am Ende des Berichtsjahres 32, und zwar 20 schulpflichtige Knaben. 6 schulpflichtige Mädchen, 4 Knaben und 2 Mädchen in beruflicher Ausbildung. Dem Kassierer, Herrn Alexander Magnus, wurde Entlastung erteilt. Die Einnahmen betrugen 13-1324,00 M., die Ausgaben 211 760,02 NE, Die Gesamtkosten für einen Zögling stellten sich für das Jr.hT auf 749 Mark. Der Vcrinögcnsstand des Waisenhauses stellt sich auf 266 5S4,95 Mk. Der Haushaltungsentwurf für 1906 wurde mit 2t 000 in Einnahme und Ausgabe balanzicrend angenommen. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Herren M. Minkowski- Königsberg. Dr. Kanmitzcr-Allcnstein und Otto Eichclbaum- Insterburg wurden wiedcrgcwähU, zu Revisoren Barschall und Alterthum wieder- und David Beer neugewählt, zu ihren Stell- Vertretern M. Keller und Fritz Cohn wicdergewählt. Endlich wurden noch die Herren M. Barschall, David Beer und S. Behrendsohn in die Kommission zur Auswahl der Kleiderstoffe für die Waisenknaben gewählt und die Generalversammlung ilanii iim J3Vf Uhr geschlossen. Brünn. Die nach Plänen des verstorbenen Wiener Architekten Baurates Max Fleischer durch die hiesige Kultusgemeinde in der Ottgassc erbaute zweite Synagoge ist bereits unter Dach. MU Beginn der besseren Jahreszeit wird unter Leitung des Architekten Johann Micdl. Fleischers langjährigen Mitarbeiters und Nachfolgers, an der inneren Einriclitung des Gotteshauses gearbeitet werden, das im August fcrtiggcstcllt sein wird, DerIV. Rechenschaftsbericht des Vereins jüdische Arbclterkolonlc in Weisscnsee iist soeben erschienen. Fr widmet den lielpigcgangcncn׳•Vorstandsmitgliedern: Justizrat Hermann Stern und Bankier Martin Simon Worte herzlichen Gedenkens R UNDSCHAÜ____ No. 13 und gibt eine Erklärung des trotz aller Popularität des Instv tuts in finanzieller Beziehung ungünstigen Jahresabschlusses. Recht günstig ist dagegen der Abschluss, wenn man die der Arbcitcrkolouic gestellte Aufgabe in’s Auge fasst. Im letzten Jahre sind 453 Leute neu auigenommeu worden. Seit dem Bestehen hat die Kolonie 1356 Insassen beherbergt. Sehr gross ist die Zahl früherer Kolonisten, die dauernd zu einer anständigen Lebensstellung gelangt sind. Der Gesundheitszustand in der Kolonie ist ein günstiger geblieben. An Gelegenheit zu geistiger Aufrichtung, deren moralischer Wert nicht hoch genug veranschlagt werden kann, hat es niemals gefehlt. Der auf den IS. d. M. auberatimten Mitgliederversammlung liegt ein den praktischen Verhältnissen angepasster Entwurf zur Vcrbcsscrung der Statuten vor. Vermehrung der Jahresbeiträge des Vereins wie auch Unterstützung der Kolonisten durch Zuwendüng von gebrauchten Kleidungsstücken bleibt erwünscht. Frankfurt a. M. Ein Wettbewerb um Entwurfskizzen für den Neubau einer Synagoge in Frankfurt a. M. wird unter den in Deutschland ansässigen Architekten mit Frist bis zum I. September ausgeschrieben. Es sind Preise von 4500, 3000 und 1500 Mark ausgesetzt. Weitere Entwürfe können vom Preisgericht zum Ankauf empfohlen werden. Der Jury gehören unter anderen Professor Hocheder aus München, Profcssor Hofmami fn Darmstadt, Baurat v. Hoven in Frankfurt am Main und Professor Landsberg in Darmstadt an. __1 laa » ... ־_,! Briefkasten der Redaktion -..... l CI 1.. —.~ An einen unbekannten Abonnenten. Sie haben unserer Expedition am 19. März von Berlin (Postamt O. 76) —,95 Mark gesandt und auf dem Postabsehnitt folgendes vermerkt: ״Als Abonnement per 2. Quartal 19 6׳ statt der Nachnahme- Sendung hochachtcnd D. O.“ Wenn das letztere vermutlieh der Obige heissen soll, so ist zu bedauern, dass ausserdem nirgends etwas von einem Absender vermerkt ist. Trotz der Intelligenz, die wir unserer Verwaltung Zutrauen, dürfte es ihr aber schwerlich gelingen, den Namen des Abseuders zu erraten. Seien Sie weniger zurückhaltend und nennen Sie vertrauensvoll Ihren Namen. Er bleibt Redaktions- und auf Wunsch sogar Expeditionsgeheimnis. stud. Jur. R, W. in M ü n c 11 e n. Ja, wenn Sie glauben, dass wir den Raum dazu haben, jeden Artikel, der uns cingcsandt wird, noch in derselben Woche zu drucken, so machen Sic sich von dem Betriebe einer Zeitung eben falsche Begrific. Ein solcher Artikel, dessen Inhalt durchaus nichts dadurch verliert, dass er lagert, muss eben warten. H. B. in S 011 a u. Die Adresse DER WEG in Warschau genügt in normalen Zeiten. L. H. J., Boxhagenerstrasse. Zwischen Russland und dem Deutschen Reiche gibt es keinen Vertrag zum Schutze des literarischen Eigentums. Zur gefl. Beachtung. Im kommenden Quartal werden wir als Feuilleton u. a. die hochinteressante Erzählung' ״Das Schulgespenst“ von Lew anda bringen. Diese Erzählung hat bei ihrem ersten Erscheinen in russischer Sprache ausserordentliches Aufsehen erregt und wird jetzt zum ersten Male in deutscher Ueber- Setzung Vorlagen. Die geehrten Ortsgruppenvorstände werden dringend gebeten, postwendend, soweit es noch nicht geschehen, neue, richtige Abonucnten-Listen per 2. Quartal 1906 einzusenden. Hierbei die ergebene Mitteilung, dass diejenigen Ortsgruppen, welche das I. Quartal 1906 nicht reguliert haben, im II. Quartal die Zeitung nicht erhalten können. Verlag ״Jüdische Rundschau“, E. G. m. b. H., Berlin N. 54, Auguststrassc 49 a. Zur gell. Beachtung. In der Pessachwoche er• scheint keine Nummer der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. Statt dessen wird In der nächsten Woche eine Doppelnummer erscheinen. Wir bitten unsere Mitarbeiter und die Vorstände der Ortsgruppen alles Material für die nächste Nummer bis spätestens am Montag, den 2. April ln die Hände der Redaktion gelangen zu lassen. w>״m»1