Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1906)
- Date
- 1906-03-30
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2651447-2651461--03405-2660332- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Basra 2× ep/1044138
OCR text
No. 13 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 187 der Begründung, so weit ausschauende Pläne seien nichts als Versuchsballons. Ocgcn diese Annahme spricht die Tatsache, dass Wilcox Babylonien selber bereist und über die Ergebnisse seiner Untersuchungen einen sehr eingehenden Bericht erstattet und veröffentlicht hat. Die Schwierigkeiten, die sich beim Ausbau der Wasserläufe und alten Kanäle für die Ingenieurkunst ergeben würden, sind nach seiner Ucberzeugung ganz unwesentliche. Dass Sir William Wilcox seine Plant mit Unterstützung des englischen Botschafters an massgebender Stelle in Konstantinopel unterbreitet hat, steht ausser Zweifel. Durch diese englischen Pläne auf der einen Seite und andererseits durch die Tatsache, dass die Konzession zum Bau der Bagdädbahn in deutschen Händen liegt, sei für Deutschland der Weg gewiesen, den es einzuschlagen habe, wenn es sich im Euphrat-Tigris-Ocbiet den ihm gebührenden Anteil an der wirtschaftlichen Erschliessung und Ausbeute sichern wolle. Es müsste, nach Ansicht des Vortragenden, eine Vereinbarung einerseits zwischen der Türkei und andererseits zwischen einem Konsortium, das sich auf die Bagdädbahnkonzessionärc stützt, angestrebt werden zum Ausbau der etwa S00 Kilometei langen Linie der geplanten Bagdädbahn von Basra am Schattel-’Arab bis Chanikin am Hamrin-Oebirge. Mit dem Ausbau dieser Bahnstrecke müsste Hand in Hand gehen die Wiederbelcbung des alten Kanalsystcms, und /,war müssten diese Arbeiten ausgeführt werden, ohne dass der türkische Staatssäckcl in Anspruch genommen würde. Der Vortragende ist überzeugt, dass diese Bahnlinie Basra—Bagdad—Chanikin mit dem Tage der Bctricbscröfinung sich rentieren würde, weil sic die bedeutenden Mengen der Transitwaren nach Persien vom Persischen Oolf her an sich ziehen würde. Die Fortführung der Balm von Basra südwärts bis Kueit am Persischen Oolf würde sich vorläufig angesichts der ungünstigen politischen Verhältnissc nicht empfehlen. Die Verbindung zwischen dem Persisehen Oolf und Basra müsste der Schiffsverkehr auf dem Schatt-el-'Arab hcrsteilen. Will Deutschland den Wirtschaft- Ifthcn Wettbewerb in Mesopotamien aufnehmen, so wäre Vorbedingung die Einrichtung eines regelmässigen Dampterverkehrs nach dem Persischen Golf, denn der Handel Mesopotamiens, dessen Mittelpunkt Bagdad mit schien 200 000 Einwohnern ist, neigt nach dem Süden. Wem! Babylonien, nach Wiederherstellung seines alten Kanalnctzes, erst wieder ein reiches- Kulturland geworden sein wird, werden uns die Auf- Wendungen dafür sicher nicht gereuen. Die vor wenigen Wochen ins Leben gerufene Deutsche Orientbank deute daraui hin, dass man von deutscher Seite den wirtschaftlichen Verkehr mit der Levante und dem weiteren Inneraslcn zu pflegen und zu fördern entschlossen sei. Und dass cs sich bei Jenen Plänen nicht um trügerische Pliantasiegcbildc handle, dafür bürge die Vergangenheit Babyloniens und das Beispiel Aegyptens. Die Zukunft der babylonischen Erde wird, wie in Aegypten, auf der Baumwollkultur diesem für das moderne Wirtschaftsleben so ausserordentlich wichtigen Faktor, ruhen. Die Industrie ist, abgesehen von der Hausindustrie, in Babylonien heute so gut wie unbekannt. So weit Said Ruetc. Wem! aber Deutschland dort wirtschaftlich etwas schaffen und gelten will, so muss cs eine fleissige, deutsch sprechende Bevölkerung dort und in den Umlanden, zu denen Palästina und Syrien ansiedeln. Solche Bevölkerung würden aber nur die jüdisch-deutsch sprechenden Juden Osteuropas in ausreichender Zahl und geeigneter Kulturfähigkeit abgeben. Die Deutschen sind in diesem Klima nicht widerstandsfähig. Aus Palästina Der Import des Jahres I9׳H erreichte einen Wert von 473 320 Pfd. StcrI. gegen ■139 775 Pid. Sterl. im Jahre 1903. Es bedeutet dies ein Anwachsen um 33 5*15 Pid. Sterl., welches sich auf Reis, Zucker, Bauholz, Petroleum. Ocl, Motoren. Kupfer- und Ziimplattcn. Kleider und Stoffe, Weine und Spirituosen, Tabak, Eisen und hauptsächlich Eisengeräte bezieht. Ferner steigerte sich der Import diverser minder bedeutender Artikel. Andrerseits war ein geringerer Import sowohl nach der Menge als auch nach dem Werte bei Textilwarc, Mehl, Kohle und Kaffee. Vergleichende Tabelle der Aus- und Einfuhr Jaffas In den Jahren 1903 u. 1904 nach Ursprungs- und Bestimmungsländern Land. Export. 19 M | iw Import. Mittel 1900 -01 1901 1 1901 Export Import Pld-Strl Pfd.Strl. Pfd.Strl. Pfd.Strl. 1’lü.Strl. Pfd.Strl. Grossbritannien . 92 000 I 90 000 13 0C0 ' 3SOOO SO 700 39 000 B׳U. Kolonien . . 6 000 5 0*1 32 WX> , 30 OüO 2 200 18 200 Türkei. 20 000' 25 OCO 170 000 150 000 21 «10 112830 Frankreich . . . 21 030; 300a. 32 000 3 000 31 tfjj 19 760 Italien. 7 m: 13000 IjsOöO. I100U V04O 15 500 Egypten .... 15 00) ' 65 000 29 00 3!m 57 6״u 12 IOO Russland .... 8 000 12 cm 35000 32 030 8SX) 36 500 Deutschland . . . 32 000 30000 23600 20(00 21 55t) 27 OX) Oesierreich-Ungarn 12 ao 20 010 6u OCX) 50 0 -־u lOfOO 37 520 Belgien. 6 000 5 000 22 OCO 20 tC׳J 2 600 12(300 Amerika . . 80 0: 7 OuO 6 (XD ' 5 <».I 1900 1300 Andere Länder. . 5 300 20 335 6 32) 5 775 11922 30132 Total. 29j 31301 343;1733.0 |2335׳v77a| 274 722 , 125172 Eiserne Bettstellen und Maschinen wurden im vergangenen Jahre in bedeutenden Mengen importiert, da die Nachfrage im Wachsen begriffen zu sein scheint und Fabrikanten dieser Artikel würden gut tun, dieser Tatsache ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Der Wert des Handels mit Grossbritannien betrug 135 00t) Pfd. Sterl., zeigte also im Jahre 1904 eine Steigerung um mehr als 5 Prozent gegen das Vorjahr. Der Export nach Grossbritannien betrug 92000 Pfd. Sterl. und war somit bedeutender als der nac hirgend einem anderen Lande. Das nächstfolgende war Aegypten, mit 75 000 Pfd. Sterl, dann kam Deutschland mit 32 000 und Frankreich mit 24 000 Pid. Sterl.. während der Wert des Exports nach den anderen Ländern verhältnismässig klein war. Der Gesamtwert des Imports aus Grossbritannien betrug 43 000 Pfd. Sterl. gegen 3S 000 Pid. Sterl. im Jahre 1903. Das bedeutet ein Anwachsen urn mehr als 13 Prozent. Die Türkei hatte im Jahre 1904 den grössten Jaffas Einfuhr an wichtigeren Artikeln in den Jahren 1904, 1903. 1904 1903 Mittel 1900-1904 Herkunftsland /vniKei Menge Wert Pfd. Sterl. Menge Wert Pfd. Sterl. Menge Wert Pfd. Sterl. Baumwollware . . . Ballen 6780 160000 8215 175000 5975 132 710 Hauptsächlich von Manchester, einig, aus Italien. Mehl. Säcke 19496 18 700 «־78 33 30200 39778 37520 Aus der Türkei .y. Russland. Reis Tonnen״) 3780 38fc00 3616 37 300 4 283 39 z 28 Aus Kangun u. Ägypten. Zucker. מ 2200 83140 1757 22070 2 200 26020 Aus Russland, Oesterreich-Ungarn u Frankreich 1 auholz. cbm 10520 25 960 7265 19000 7 477 18518 Aus Oesterreich-Ungarn u. Klefnasfen Petroleum .... Kisten 100700 24 730 98 700 22220 82 540 19800 Nur aus Russland (Batum) Kaffee. Tonnen״) 198 8385 382 14150 362 16043 Von Triest u. Marseille. Petroleum-Motore . Stückzahl 39 5200 42 4410 34 4 472 Aus Grossbritannien u. Deutschi. Kohle. Tonnen״) 1670 3310 5830 8 895 3893 6567 Aus Grossbritannien u Belgien. Zink- Kupferu. Zinnplatten מ 167 4650 104 3300 75 2320 Aus Grossbritannien u. Deutschi. Eisengerätc .... Kisten 56S8 20900 2150 9 700 2180 11472 Aus Oesterreich-Ungarn u. Grossbrit. Stoffe u. Kleider . . Ball. u.Klst 107 6050 87 3 700 206 7 630 Hauptsächlich aus Ocsterrclch-L'nga׳n, und Deutsch!, in kleinen Mengen aus Grossbrit. Weine u. Spirituosen Kist. u.Fass 2355 45S0 1320 3560 2 556 4 172 Aus Frankreich u. Griechenland. Tabak u. Tembek. . Kisten 5355 47D00 3 870 39 600 2557 25880 Aus der Türkei u. Persien. Eisen u. Eisenware . Tonnen׳) 1645 11955 1526 10 700 1354 11912 Aus Grossbritannien u. Belgien. Maschinen .... Kisten 90 3000 — — 18 600 Aus Grossbritannien u. Deutschland. Andere Gegenstände — — 50960 _ 35370 _ 60608 1 •) 1 eng«. Tonne -1016,C18 kg 473 320 439775 425 4721