Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1906)
- Date
- 1906-03-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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>• ן 1 Benage JUEDISCHE RUNDSCHAU■*». ׳*>•» Aus der zionistischen Bewegung . Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Ein Herr Otto Hamburger sucht in zionistischen Kreisen unter Berufung auf Hamburger Parteigenossen Unterstützungen zu erhalten. Seine Angaben sind, wie uns von zuverlässiger Seite mitge* teilt wird, unrichtig. 2. Die Ortsgruppen und .Vertrauensmänner werden hierdurch dringend ersucht, die Schekel- und L andesbeiträge bald abzuführen. Im übrigen nehmen wir auf unser Rundschreiben No. 21 vom 7. Februar Bezug. 3. Die. Sammler von Materialien für den Nationalfoiicl werden nochmals dringend gebeten, die Samm- Iungcti noch Im Laufe des Monats März an Frau Dr. Joel, Lübeck, Beckergrube 58, abzuführen, bezAv. an Ort und Stelle zu verkaufen . 4. Ortsgruppen, welche im Besitz von Nationalfondsbüch sen sind, für die sic zur Zeit keine Ver- Wendung haben, werden dringend gebeten, diese Büchsen sofort an Herrn Max W 011 s t e i n e r. Berlin N.W. 23, Holsteiner Ufer 10, zurück- /uschicken. 5. Wir gestatten uns, unsere Freunde darauf aufmerksam zu machen, dass auf sämtlichen Bahnhöfen und Städtbahnhöfen Berlins und der Vororte die JUEDISCHE RUNDSCHAU käuflich zu erhalten ist. 6. Durch Rundschreiben No. 26 haben wir die verehrlichen Ortsgruppen und Vertrauensmänner gebeten, uns zur Versendung von Propagandacxempiarcn der JUEDISCHEN RUNDSCHAU geeignete Adressen zur Verfügung zu stellen. Zu unserer Freude sind uns bereits letzt über 1200 Adressen initgeteilt worden. Infolgcdcssen wird die Versendung erst nach und nach Im Laufe der Monate April und Mal erfolgen. Die ersten 500 Exemplare werden mit der nächsten Nummer versandt. Aus den Ortsgruppen Berlin. Montag, den 26. März, abends 9 Uh-, lindet Im grossen Saal des Haudwerkervereins. Sophi• nstrasse 15. eine öffentliche Volksversammlung statt. Herr Dr. Julius Moses aus Mannheim wird über das Thema: ,.Der Fmanzipations- Kampf des Jüdischen• Volkes —Zum 100. Geburtstage Oabriel Ri essers" sprechen. Vlerlcr Jüdischer Vortragsabend. Als Abschluss des Zyklus der jüdischen Rezitationsibendc findet Donnerstag, den 29. Marz, 9 Uhr abends ln den Snphiensälen, Soohienstras«e 17/18. eine dem ,Jüdischen Witz und Humor“ gewidmete Veranstaltung statt. Der Abend wird den Charakter e'nes literarischen Kabarets tragen. Ihre Teilnähme haben bis fetzt folgende Künstler zug'esagt: Hr. Fritz Richard und R. Gross mann vom Deutschen Theater; Frl. Jeannc Robert und Frl. Geldern, Hr. Egon Brecher. Als Conferencier wird Dr. J. Moses die Vorträge einlcltcn. Das Programm ist c׳n äusserst reichhaltiges. (Siehe das Inserat in dieser Nummer.) Za dem Abend, für den sich seitens des Publikums bcsonderes Interesse kundgibt, sind Eintrittskarten ä 1 Mk., für reservierte Plätze ü 2 Mk. zu haben bei: A. Werthe 1 m. Lcipzigerstrasse, Bote & Bock, Leipzfgerstr., M. L i 1 i e n t h a I. Friedrichstrasse 101 und In der Expedition der JUEDISCHEN RUNDSCHAU, Auguststr. 49a. Berlin. Am Sonntag fand im Belle Alliance-Theater eine Aufführung vo״ Theodor Herzls Neuem Ghetto statt. Das Theater war sehr reichlich besetzt und das Stück wurde mit grossem Beifall aufgenommen. Ueber das Stück sclbsL das unsern Lesern oeknnni ist, orauchen wir hier nichts bemerken. Es genüge, dass die Darstellung eine sehr gute war. obwohl unter den Schauspielern auch einige Anfänger sich bcfanden. Die Rolle Wassersteins, der ja beinahe der Held des Stückes ist wurde von Egon Brecher in ausgezeichneter Weise gespielt. Auch die Herren Klein. Rhoden und D a p p e r zeichneten sich durch ihre Darstellung aus. Den Veranstaltern der Aufführung. deren Ergebnis für die jüdischen Waisenkinder in Russland bestimmt ist, gebührt der Dank dafür, dass sie dafür sorgen, dass dieses vorzion'sti$che Stück Herzls in Berlin nicht verschwindet. Berlin, 20. März. Im grossen Saale des Handwerkervereins (Sophiensale) sprach am 19. März Herr Redakteur Felix Salten über .Moderne jüdische Kunst“. Es war die dritte Veranstaltung in dem der jüdischen Literatur und Kunst gewidmeten Vortragszyklus. Der Vortragende, eine für das Berliner Publikum neue Erscheinung, hatte sich während seiner Tätigkeit an grösseren Wiener Blättern als feins'nnieer Kritiker und glänzender Stilist hervorgetan und wirkt seit kurzer Zeit in Berlin als Chefredakteur der BERLINER MORGENPOST und der B. Z. AM MITTAG. Sc 11 warmes Interesse für das Judentum ist nicht erst seit seinem letzten Vortrag bekamt. Viel bemerkt wurde sein Theodor Herzl gewidineter Nekrolog in der Wiener ZEH', den wir in unserer Herzlgcdenknummer abdruckten, und sein mannhaites Auftreten gegenüber dem antisemitischen Bürgermc'stcr Lueger. Herr Salten begann seinen Vortrag mit einer Charakteristik des Verhältnisses der älteren ־und der jüngeren Generation der Juden zum Judentum. Die Väter häccn i:u Augleichungsbestreben das Judentum beinahe verloren, die Sohne haben es wieder errungen und unter anderem in der Kunst betätigt. Nach einer Erörterung des Problems, ob die Juden über eine spezifische Begabung für die bildenden Künste verfügen, untersuchte der Vortragende, was die Juden der europäischen Kultur schulde:! und was andererseits die europäische Kultur deu Juden schulde. Hierauf beleuchtete er die Bedeutung dts jüdischen Heimatsbodeus für die jüdische Kunst und ging schliesslich zur Bcsprehung des Schaffens der zeitgenössischen jüdischen Künstler über. Diesen Teil des Vortrages illustrierten Lichtbilder. So sah man u. a. Skulpturen von Antokolski, Ezechiel, Aronson. Schatz. Nossig. Bilder von Hirszenberg, Horowitz. Ury. Kaufmann. Liebermann. Piazaro, Israels Struck. Die ganze Veranstaltung. welche zum ersten Mal eine Uebersicht über die gesamte Wirksamkeit der Juden der Gegenwart auf dem Gebiete der bildenden Künste lieferte, erweckte bei den! sehr zahlreich erschienenen Publikum sehr lebhaftes Interesse und fand ungeteilten Beifall. — Der Vortrag Felix Saltens wird — ebenso wie der Vortrag ״Moderne jüdische Dichtung“ von Alfred Nossig - demnächst in Broschürenform erscheinen und so weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden. Berlin. Die Zionistische Vereinigung und die Jüdischnationale Frauenverein'gung veranstalteten am 12. März. d. J. in Dräsels Festsälen. Neue Friedrichstrasse, ein Purim-Kinderfest, welches einen glanzenden Vcrhuf nahm. Nach der sinnigen und zum Kinderherzen sprechenden Rede der Frau Lina W a g n e r - -T a u b e r folgten Ucberraschungen in Form von Geschenken. Theaterstück. Vorträge und Tanz. Posen. Die Nationaliüdische Frauenvercinigung veranstaltctc am 11. März ein Fest für die Kinder der Ortsgruppen- Mitglieder. Der grosse Mylius’sche Saal konnte die kleinen Festgenossen und ihre erwachsenen Begleiter kaum fassen. Der Knabe Leo Scherek sprach einen schönen Prolog. Dann ging, unter Mitwirkung der Mädchen Erna Ncumann, Hertha Lubinska, Kiwi, Geschwister KaHman» sowie der Knaben Hallemann und Scherek. das reizende Goldschmidt'sche Festspiel 11׳ Szene das den Widerstreit der jüdischen Feste und ihren gemeinsamen Kampf gegen das nicht ebenbürtige Purimiest darstellt. Dann gab es c;nc solenne Pause. Daran schloss sich eine Kindcrpolonaise voller Ucberraschungen; da gab cs jiidisehe Bücher und Bilder für die grösseren, allerlei Spielzeug für die kleineren Kinder, und alle schieden hochbeglückt von der gelungenen Feier. In der Z:onistischen Ortsgruppe referierten in der sehr besuchten Monatssitzung am 6. März die Herren Dr. Köllenscher über ..Neues von der Alliance“ und M. Krause über ״Jüdische Sozialdemokratie in Russland". An das zweite Rc-