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Jüdische Rundschau · 1906-03-23 · Heft 12 (23.3.1906) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 12 (23.3.1906)
Date
1906-03-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 172 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 12 Die Orangenerntc von Jaffa entsprach nach den Abteilungen des Konsularagenten Amzalak im Jahre 1905 nicht den Erwartungen. Statt 500 000 Kisten, auf die gerechnet wurde, werden wohl nur etwa 300 000 Kisten zur Ausfuhr gelaugt sein, und dies ungeachtet der neuen Pflanzungen von Jaffa und der Umgebung. W eine und Spirituosen wurden ebenfalls in grossen Mengen exporfert hauptsächlich nach Hamburg und in kleineren Quantitäten auch nach Grossbritannicn und Amerika. Es wurden im Jahre 1904 3 512 531 kg Wein und Spiritousm im Werte von 37 860 Pfd. Sterl. exportiert gegen 2805 795 kg und 30 350 Pfd. Sterl. während des Jahres 1903. Das bedeutet 1 einen Aiehrexport von 706786 kg und 7510 Pfd. Sterl. im | Ja 11 re 1904. Wolle zeigte im Exnort ein Anwachsen um 3430 Pid. Sterl. und Häute um 2000 Pfd. Steil. Erstere wurde nach Amerika und Europa, letztere wurden nach Frankreich verschifft. Rosinen sind erst in dtn letzten Jahren ein Exportartikel geworden und die Verschiffungen nehmen von Jahr zu Jahr j zu. Sie werden hauptsächlich nach Italien exportiert, wo sie I bei der Weinfabrikation Verwendung f nden. Bedeutende ן Mengen werden aus dem Saizdistrikt östlich van Jordan, wo | die Trauben wachsen, nach Jerusalem gebracht und dort riir! den Export getrocknet. Ausweis der hauptsächlichen Exportartikel von Jaffa während der Jahre 1904,!903. Artikel 1904 1903 1 urchschnitt 1930-1 04 Exportiert nach: Menge W rt Pfd. Sterl Menge Wer» Pfd. Sterl. Menge! Wert Pfd. Stert. Orangen . .. . . Kisten 467500 103 050 447 675 93 435 36635S SS 925 Hauptsäc lieg. Grossbritan׳ len und Irland, einiges nacti Ägypten und Russ'and. Sesam . . .; . . Tonnen*) 1676 23 350 2160 30010 2856! 27682 Frankreich, Oesterreich-Ungarn und Belgien. Seife .. Tonnen*) 2643 62000 2810 77 650 2007 51992 Ägypten. Weine u. Spirituosen Kilo 3512581 37860 2805795 30 350 1 2335 StB 28760 Deutschi., Grossbritannien u. Irland und Amerika. Wassermelonen . . __ 11000 — 19000 I I87s0 Ägypten u. der Türkei. Häute .. Lbs. 267 500 6000 128600 4000 . 166017 3 609 Frankreich Koloquinten .... Lbs. 57 ODO 8650 71 160 3700 67972 2574 Grossbritannicn u Irland u. Deutschi. Wolle. Lbs. 3-19000 7930 320500 4 500 212100; 3452 Amerika und Europa. Oliven-Oel . . . . Lbs. 80900 950 414500 53 0 237 880? 3378 Hauptsächlich im Lande selbst verbr. Rosinen ..... Tonnen*) 50 400, —!"י 80 Italien. Religiöse Kunstgegenstände ..... Kisten 650 9000 580 7100 246! 4190 Hauptsächlich n. Amerika verschifft. Andere Gegenstände — 29 210 — 47 2 0 - I 39300 1 1 ■ 295 300 322 335 j 272 722 •j 1 engl Tonne -»016.C4S kg " (Fortsetzung folg(.) Der türkisch-ägyptische Grenzstreit Konstantinopel. 8. März. Grenzstreitigkciten gehören zum täglichen Brot der Piortc. Das ist nicht wunderbar in einem Lande, in dem das Absolute, das durchaus Klare und Bestimmte, noch eine so untergeordnete Rolle spielt wie hier. Es gibt immer Grenzfragen, sei es mit Montenegro oder Serbien oder Bulgarien und Griechenland, wobei mit üblem Willen der kleinen Balkanstaaten zu rechnen ist, sei cs mit Persien, mit den Schochs von Innerarabien oder mit Aegypten. Die jetzt der Lösung nahe Frage der genauen Grenzlinie zwischen der Türkei und Aegypten hatte kürzlich von sieh reden gemacht, als ein türkischer Kommandant aus Torheit oder Ucbcrcifcr in •eine kleine, seit längerer Zeit als ägyptisch betrachtete Ortschaft auf der Sinaihalbinsel eingerückt war. Giösscrcs Interesse erhielt die Frage erst, als England in Wahrnehmung ägyptischer Wünsche sich anzuschicken schien, den türkischen Ort Akaba als Entschädigung zu besetzen. Das hätte nicht nur in Konstantinopcl unangenehm berührt. Bekanntlich soll in der Gegend von Akaba die noch immer beabsichtigte tiirkische Zweigbalm enden, die die Mekkabalm südlich von Maan mit dem Roten Meere in unmittelbare Verbindung bringen soll. Akabah ist ausserdem als Ausgangspunkt eines Kabels in Aussicht genommen. Die Pforte beeilte sich nun, die gewünschten Erklärungen zu geben und ihre Mitglieder eines türkisch-ägyptischen Ausschusses zu ernennen, der an Ort und Stelle die Grenzordnung und genaue Bezeichnung vornehmen soll. Die türkischen Truppen sind aus dem ägyptischen Gebiet zurückgezogen worden, und eine Besetzung Akabas durch die AnglohAcgyptcr droht nicht mehr. Die neue Grenze soll von der alten etwas abweicher! und in fast gerader Linie El Arisch mit Akaba verbinden. Rundschau der Presse Im Verein Berliner Journalisten berichtete Herr L öw enberg über Misstünde im Verkehr /.wischen der Zeitung DIE POST und ihren Mitarbeitern. Die Beschwerden gehen namentlich dahin, dass DIE POST in bestimmten Fällen Mitarbeiter zur Ermässigung ihrer gerechten Honoraransprüche habe veranlassen wollen, indem mit dem Abbruch der Be- Ziehungen gedroht wurde, falls das Verlangen der POST nicht erfüllt werde. Dieses Verfahren wird in einer Resolution getadelt, welche lautet: ..Der Ve*ein hat mit Bedauern davon Kenntnis genommen, in welcher Art und.Weise die Zeitung DIE POST sich in verschiedenen Fällen ihren Honorarpflichten zu entziehen und die üblichen Honorare herabzudrückeu versucht hat.” DIE POST ist bekanntlich das ..vornehme" Blatt, das die Juden als geschäftlich unsauber bekämpft und in wohlverstandener Judenfeindschaft sich gegen die Partei wendet, die allein imstande ist, der Judenfeindschaft für immer den * Garaus zu machen. Weil DIE POST bis ins innerste Mark j hinein judenfeindlich ist, bekämpft sie den Zionismus. Wie aber würde DIE POST ...ludeubläUet" bekämpfen, die in der Art der POST ihre Mitarbeiter behandeln würden. Eine amüsante Geschichte ist einer Briefkastenpolemik, die zwischen zwei Grazer Blättern geführt wurde, zu entnehmen. Die Nummer 9 des GRAZER WOCHENBLATTS vom 4. März d. Js. enthält folgende ,Briefkastennotiz: .,Dr. A. W. Sie schreiben voll gerechter Entrüstung: .,Geehrte Schriftleitung! Um den jüdischen Heine-Kultus der TAGESPOST und des ARBEITERWIl.l.E in das richtige Licht zu setzen, genügt wohl der Abdruck des Gedichtes ״Beichte". Wem da ob des echt jüdischen Zynismus und fraiizöselnder Frivolität nicht Ekel über den ,.deutschen" Rheinluitdichter und über seine Nachbeter auf-

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