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Jüdische Rundschau · 1906-02-23 · Heft 8 (23.2.1906) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 8 (23.2.1906)
Date
1906-02-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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1 No. 8 JÜDISCHE: RUND. SCHAU Seite 119 qnd des jüdischen Volksvcrcins vom 26. Februar an vergrösscrt werden. Es werden stattfinden: > I. 2 Kurse für Deutsch, Lesen und Schreiben, Montag und Mittwoch 8—10 Uhr in der Jüdischen Mädchenschule, Kaiser- Strasse 29/30. II. Kurse für Deutsch, Grammatik. Orthographie, Sprech- und Leseübungen usw. Montag, 8 -10 Uhr, in der Rcligionsschule Rykestrasse 53, Donnerstag, 8—10 Uhr, in der Jiidlsfchen Miidchenschulc, Kaiserstr. 29/30. III. 2 Kurse für Rechnen (Anfänger und Vorgeschrittene), Dienstag, 8—10 Uhr, in der Rykestrasse 53. Ausserdem haben wir auf mehrfache Anregung hin beschlossen, Vortragskurse einzurichten, in denen verschiedene Wissensgebiete wie Geographie, allgemeine und jüdische Geschichte, Naturwissenschaften, Volkswirtschaftslehre und Hygienc behandelt werden sollen. Es werden vorläufig vom 26. Februar bis Anfang April allwöchentlich einmal stattfindende Vorträge gehalten werden. Es werden sprechen arn Montag Abend, 8—9 Uhr, Herr Dr. Thon:. Die Juden in Russland. Montag Abend, 9—10 Uhr, Herr Redakteur Julius Becker: Sozialismus und Nationalismus. Dienstag, 8—9 Uhr, Herr Dr. Heymann: Die Deutsche Volkswirtschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 9—10 Uhr, Herr J. Zlocisti: Geographie mit besonderer Berücksichtigung des Handels. Mittwoch, 8—9 Uhr, Herr Dr. Täubler: Die Juden in der hellenistischen Zeit; 9 10 Uhr. Herr Dr. Mühsam: Hygiene und Prophylaxe. Alle Kurse sind unentgeltlich und finden A\bc!1ds statt, uiid zwar die Vorträge am Montag und Mittwoch im Lokal des Vereins jüdischer Studenten, Gipsstrasse 12 a, am Dienstag in der Jüdischen Mädchenschule. Kaiserstrasse 29/30. Der Verein Jüdischer Studenten. Die Freie Verbindung Hasmonaea. Der Jüdische Turnverein Bar-Kochba. Der Jüdische Volks verein. Das Kuratorium: Dr. H. Mühsam. Dr. Th. Zlocisti. Berlin. Zum zweiten Male in diesem Winter fand im Jüdischen Turnverein ״Bar K o c h b a" ein Schauturnen statt. Sonntag, den 18. Februar, produzierten sich in dei Turnhalle des Köllnischen Gymnasiums die I. Damen-Abteilung und IV. Männer-Abteilung in ihren vortrefflichen Leistungen. Sowohl die Turnübungen als auch der wunderschöne Reigen der Frauen-Abteilungeu klappten vorzüglich. Nach diesen hielt der I. Vorsitzende des Vereins, Dr. Israel Auerbach, eine kurze kernige Ansprache, in der er sich sowohl an die jüdischen Eltern wandte, damit sic ihre Kinder für die national-jüdische Turnbewegung interessieren, als auch an die jüdische Jugend selbst, damit sic von selbst die Initiative hierzu ergreifen. Es müsse ein jeder fühl e n, dass cs eine Lust sei, sich in den Dienst dieser Bewegung zu stellen und es müsse ein jeder e i n s e!1 e n, dass cs eine dringende Notwendigkeit sei. die jüdischen Leiber zu stählen, den Körper stark und gelenkig zu erhalten, es müsse ein jeder auf diese Weise der jüdisehen Gesamtheit nützen, um gegebenen Falles stark uhd1xgeeint der Welt zu zeigen, dass wir Juden uns nicht hinseh lachten lassen, ״wie das liehe Vieh", dass auch wir uns nicht nur mit Geisteswaffen, sondern mit gepanzerter Faust verteidigen können. Dieser Rede folgten alsdann die ebenfalls exakten Stab- und Gerüt-Ucbungen der uoch jungen IV. Männer-Abti-ilung. So mancher der Zuschauer staunte über die Fertigkeit dieser jüdischen Turner, denen er sie nie zugetraut hatte und recht befriedigt gingen alle nach Hause. Am Abend fand im Anschluss au das Schauturnen in Kellers Festsälen ein Kommers mit Tanz statt, der die Teilnehmer in recht gemütlicher Stimmung bis zum frühen Morgen zusammenhielt. rt. Berlin. Am Sonntag, dem 25. Februar. 5 Uhr nachm., findet eine Versammlung des Jüdischen Turnvereins Bar- Kochba statt, in der Dr. Zirker ״Ueber einiges aus der Jüdischen Turnerschaft" sprechen wird. Gäste willkommen! b. Dessau. Gemäss, der in Basel gegebenen Anregung, unternahmen die Führer der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe, Herr Rechtsanwalt Dr. A scher und Herr Kantor Blitz den Schritt, die hiesige Gemeinde für die Selbstbestcuerung zun! Nationalfond zu gewinnen. Der Versuch war von Erfolg gekrönt. Es haben fast r» der Gemeinde, eine überwiegende Zahl Nichtzionisten, regelmässige jährliche Beiträge für den Nationalfond gezeichnet. Worüber in *der heutigen Nummer von der Berliner .Nationalfondverwaltung quittiert wird. Diese Zeichnungen zeigen zur־ Genüge, dass man in allen Kreisen, auch in den nichtzionistischen, grosses Ver-.?*tändnis für die Wichtigkeit dieser Institution hat, und es wäre dringend wünschenswert, wenn die Führer anderer G1 uppen für die Sache in gleicher Richtung tätig wären. Hamburg. In öffentlicher Versammlung berichtete der Delegierte unserer Ortsgruppe, Herr Moritz S. Wolff, am Donnerstag, dem 15. Februar er. über den Verlauf der Brüsselci Konferenz. Er schilderte eingehend den Gang der Verhandhingen und gab in fesselnder Weise seine persönlichen Eindrücke wieder. ׳ Die Konferenz bedeute, einen grossen Erfolg für den Zionismus, der durch die Nichtbeteiligung der JCA und Alliance nichi abgeschwächt werde. In der Diskussion äusserten sich Dr. Halpern, Levisohn und Estcrmann in zu• stimmendem Sinne. Herr Gottlieb, ein Student aus Riga, forderte zu energischen Sammlungen für die Selbstwehr auf. Die Versammlung war von über 150 Personen besucht. Hannover. Im Dezember vorigen Jahres fand die General- Versammlung der Ortsgruppe Hannover statt. Nach der Berichterstattung des Vorstandes wurde ihm Dccharge erteilt und ein neuer Vorstand gewählt, der wie folgt zusammengesetzt ist: R.-A. Gronemann 1.* Vorsitzender, Dr. Presch 2. Vorsitzender, stud. Benenson 1. Schriftführer, M. Reinigenheim 2. Schriftführer, B. Bacharach und J. Schnelling Beisitzer. — Am 27. Januar fand die erste Monatsversammlung in diesem Jahre statt. Herr J. Schnelling referierte über ITO und den Zionismus. An den Vortrag schloss sich eine anregende Debatte an. - Am 8. Februar erstattete Herr R.-A. Gronemann in einer Versammlung von über 300 Personen, von denen ca. 25 Prozent Nichtzionisten waren, Bericht über die Brüsseler Konferenz. Nach dem Vortrage, an den sich eine Diskussion anschloss, wurde folgende Resolution einstimmig angenormnen: Die am 8. Februar in der ״Bosse" tagende Ver- Sammlung der Juden aller Richtungen spricht ihre Freude über die Ergebnisse der Brüsseler Konferenz aus. Sie darfst den Einberufern der Konferenz und hont eine weitere Ent- Wickelung der Kooperation aller Jüdischen Hilfsorganisationen. Leipzig. Treffpunkt der Leipziger Zionisten alle Mittwoch Abend im Kahee Pfau (Erstes Wiener Kaffee), Plauenschc Passage. Während der Oster-En grosmesse (5. bis 11. März) a 11 a b c n d I i c 11. Mainz. Am 7. Februar fand die IV. ordentliche General- Versammlung unserer Ortsgruppe statt. Der Rechenschaftsbericht lag in gewohnter Weise gedruckt vor (ein Exemplar derselben liegt bei). Wir entnehmen demselben, dass an Schekelgeldern und Beiträgen für die Landesorganisalion 25-1 Mark und iiir den Nationalionds 125 Mark abgeführt wurden, während ausserdem von unseren Mitgliedern dem Nationalfonds direkt grössere Zuweisungen gemacht und ö 1 bäu me gestiftet wurden. Der Wolffsohn-Stiftung siiid 50 Mark zugeführt worden. Für unsere unglücklichen Brüder in Russland wurden 1217 Mark gesammelt. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Sigmund Lazarus 1. Vorsitzender, H. Bi och. Dr. C. Levy, L. Lesern. L. Friedmann. H. Meyer, S. Gupoenh e i m. Im Anschluss an die Generalversammlung erstattete Herr Dr. C. Levy ein Referat: ״Die Juden in der russischen Revolution im Vergleiche zu de! französischen Revolution", das sehr aktuelle Betrachtungen bot und den lebhaften Beifall der Versammlung fand. Herr Dr. Dannenberg aus Metz war als Gast anwesend und richtete warme zionistische Worte an die Ver- Sammlung. Mannheim, 18. Februar. Die zionistische Ortsgruppe hielt zwei Vortragsabende ab am 6. und 13. Februar, die sich eines starken Besuches erfreuten. In der ersten Versammlung refc• rierte unser allverehrtcr Vorsitzender, Herr Julius Simon, über die ״Brüsseler K o n f e r e z'\ der er beigewohnt hatte, in der zweiten Herr Dr. Sonderling -Berlin über ״die Qegcnwartslage der Juden und des ZIon i s m u s“. Beide Vorträge gaben zu einer anregenden Dfskussion Veranlassung. München, den 15. Februar 06. Der Verein Jüdischer Studenten in der Universität München ist in den Bund Jüdischer Korporationen (B. J. C.) aufgenommen worden. München, Februar 1906. Zur Zeit ist hier• der Karneval. Es wäre mir nicht schwer, über unsere Juden auf den Bällen zu schreiben, denn kein Ball ist zu teuer, das jüdische Kontiiigcnt ist meiner Ansicht nach genügend vertreten. Da wäre cs kein grosses Wunder, wenn das Interesse für jüdische Angelcgenheiten erlösche. Zum Glück kann man diese Bernerkung in Hinsicht auf unsere Zionistische Ortsgruppe nicht aufrecht erhalten. Vor einigen Wochen hielt Herr cand. Iur. Oskap Nathan, Mfmehen-Hamburg, einen gut orientierenden

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