Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1906)
- Date
- 1906-02-23
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 120 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 8 Vortrag über ״Moses H e s s", über den von vielen der zahlreichen Zuhörern in eine lebhat'tc Diskussion cingctrctcn wurde. Vierzehn Tage später sprach Herr Dr. nied. Blöd (•־Nürnberg über den Werdegang des Zionismus von Hess bis H e r z 1. Er legte dar, wie Hess aus rein ideellen Gründen zum Postulat eines neuen, Jüdischen Reiches kam, ohne aber durch sein Buch ״Rom und Jerusalem“ die nötige Aufmerksam־ keit zu erregen: und berührte die Kolonisationsbestrebuuge» der 80er Jahre, die Bedeutung P i n s k e r s, der C1! o \v c w {•- Zion bis Herz!, der allen Gedanken eine Formel lieh und erst zu praktischer Handhabung brauchbar machte. Der erosszügige, klare Vortrag wurde vom ersten Diskussionsredner bekrittelt, weil er nicht ganz methodologisch aufgebaut sei, während die übrigen Redner int allgemeinen eine sachliche Diskussion vorzogen. A. T. . Auch aus nichtzionistischeu Kreisen ist manches zu bcrichten, Gutes und anderes. Zum letzteren gehört die Lage des hiesigen Turnvereins, der von Studenten gegründet uiid gehalten wurde, ohne der kaufmännischen Bevölkerung dauerndes Interesse abgewinnen zu können. In den letzten Monaten turnten eigentlich fast nur mehr die V.J.S'ter, die von jeher die Hauptstütze des Vereins bildeten. Um nun die * Existenz des Tournvcreins sicher zu stellen, trat man mit dem hiesigen Jiid. Jugendbund in Verbindung, der sich in einer Versammlung darüber schlüssig machen sollte. Fs bestand sogar eine Geneigtheit, sich am Turnverein zu beteiligen, ihn event. als Gruppe des eigenen Vereins anzugliedern, da — drohte ein Mitglied der München-Loge, die in letzter Zeit ohne* hin viel von sich reden machte, die Loge wolle sich vomJ.JJJ. znrDckziehen, wenn er die Turnsachc in die Hand nehme, was zur Folge hatte, dass der J.J.B. das Projekt hinsichtlich des J. T. V. Al. ablehnte. — Wer also eine event. Auflösung des z. Zt. sehr schwachen Turnvereins zu verantworten hat ist aus obigem ersichtlich und verdient, ad notam genommen zu werden. Zum Schluss sei nur des Resultates einer OencraJvcrsammlung des Vereins für die Statistik und Demographie der Juden Erwähnung getan. Es ist insofern interessant, als man zu Beisitzern im Vorstand nicht die jüdischen Honorationen wählte, sondern, diejenigen, die durch tätige Mitarbeit ihr Interesse am Verein *bewiesen hatten, so dass die beiden Listen des Vorjahres und der Neuwahl folgendes Bild zeigen: Vorjahr: Rabb. Dr. Werner, Konsul Ballin, Dr. Blumenstein; Justizrat Ofner, Dr. Sielmann, Dr. Holländer. Neuwahl: Rabb. Dr. Werner, Hirschweger, Lehrer Dingfelder, cand. iur. Wanerniann, cand. ittr. Wadler, cand. iur. Theilheimer. A. T. Wien. Am 30. Januar d. J. fand im grossen Saale des ״Hotel Post“ eine überaus stark besuchte konstituierende Generalversammlung des neuen ״Zion. Zentral-Verein in Wien" statt In einer sachlichen und gediegenen Rede setzte der Referent Heu Fabrikant Adolf Böhm, auseinander, dass bei der Zersplitterung, welche die bisherige Agitation mit sich gebracht habe, die Gründung eines Zentral-Yereins dringend notwendig gewesen sei. Er entwickelte die Grundlagen des Zionismus, zeigte, dass die Assimilation Schiffbruch gelitten habe, dass die blosse Wohltätigkeit kein Prinzip der jüdischen Politik abgeben könne und sprach in warmen Worten für Palästina, wobei er den Territorialismus heftig bekämpfte: denn eine Heimat könne man tücht künstlich schaffen. Nach einer ausführlichen Besprechung der Organisation der Kolonial-Rank und des National-Fonds sagte er. dass der Zionismus nichts anderes sei als der Wille des jüdischen Volkes, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Selbst Nicht-Zionisten müssten die grossen Erfolge des Zionismus, der das Judentum neu belebt und das Selbstbewusstsein jn ausserordentlicher Weise gehoben hat, zugeben. Da alle hervorragenden Elemente, die Intellektuellen, die Idealisten, die Jugend und das arbeitende Volk sich dieser Bewegung grösstenteils angeschlossen haben, so könne man schon heute den Zionismus als Auslese des jiidisehen Volkes betrachten. Der Verein konstituierte sich sofort mit einigen hundert MUgUedem und wählte folgende Herren in den Vorstand: Dr. J. Margulies Obmann, Markus. Van Young Obmann-Stellvertreter, Böhm. Stein Schriftführer, Lederer Kassier, Gewitsch Dr. Gottlieb. Dr. Littniarm. Dr. Meisel, Dr. Weisengrün. Zuschriften und Anfragen sind zu richten an das Sekretariat des ״Zion. Zentral-Verein“. Wien IX, Türkenstrasse 9. Montreal in Kanada. Die zionistische Bewegung macht erfreuliche Fortschritte. Die Organisation hält treu und fest an den Beschlüssen des siebenten Kongresses und ist entschlossen sich nicht von diesem Wege ablenken zu lassen. Eine neue Gruppe wurde in Yarmouth (Nova Scotia) begründet In Blalystok fand eine Versammlung der Poale-Ziön statt. Nach criolgtcr Anhörung eines Referates über die jetzige Lage der Juden in der Freiheitsbewegung und nach Verlesung eines Zirkulars der Rayons Groduo, Bialystok und Minsk, worin die Hoffnung ausgesprochen wird, dass die langersehnte Organisierung der Poale-Ziön-Gruppcn, ihrer Erfüllung nahe ist und die Konstituierung einer einheitlichen Partei der palüstiuischcn Poale-Ziön bevorsteht, nahm die Versammlung folgende Resolutionen an: ״Da wir Bialystokcr Poale-Ziön erfahren haben, dass in Russland eine Zusammenkunft aller Gruppen der Poale-Ziön bevorsteht, die zur Schaffung einer einigen Partei Poale-Ziön führen soll, so senden wir der künftigen Versammlung unseren herzlichsten Gruss und wünschen ihr Glück zu ihrer fruchtbringenden Arbeit für unser Ideal, die Etablierung des jüdischen Proletariats auf dem Boden von Erez-Jisrael.“ Um den Bericht vom Poscner Distriktstag ungeteilt bringen zu können, musste diesmal das LITERATURBLATT zurückbleiben. -—Nationalfond -- Sammlungen für den Natfonalfond und andere zionistische •Zwecke sind lediglich zu senden an den Schatzmeister des Zentralbureaus, Herrn Max WolUtctaer. Berlin NW. a3, s—m;=— ...... Holsteiner Ufer 10. ===rz====r=rz-:-r: Dessauer Zionistische Vereinigung: Geh. Kommerzien- Mk. 1; Landesrabbiner Dr. Mk. ratHugoSonncn• : Walter . . . 20,- thal . 20,—!S. Hirschfeld . 10,- Kommerzienrat : B. B1 i t z . . . . 2,50 Tuchmann 20,- |M. Schapiro . . 2,50 Hofbankier Paul M. Ruckenstein 1,50 Märker . . . 24,- M. Wo b 1 m u t h . 2,50 Rechtsanwalt Dr. H. Hu rtig . . . I- Ascher . . . 50,- 'S. Nussbaum . 3,- Rechtsanwalt Dr. .J. Fordansky . 5,- Cohn . . . . 20,- { Sau! Nussbaum 1,50 Hermann [Marcus 20,- 'Leo Schapiro . + 9 Dr. Moses . . . 10,- . M. S p i g h e 1 . . 5- Friedländer 10,- Bankier Rothen- Eduard Borc[hart 10,- stein . . . . 20,- Robert Tasse . . 20,- N. Kapelußch- N. Lipky . . . 10,- nick . . . . ־,5 Meyersein . . 10,;S. u. A. Lewinsohn ־־,5 Fritz Tuchmann 20,- Aus der Baronin Max Tuchmann 20,— :von Cohn- Willy Tuchtnano 20,—, Oppenheim- S. Ascher . . . 10,— sehen Stif- Rosenbaum . . 2,50 tung (Bewilligung Hermann Gutmann 10,— des Kuratoriums) 500,— 893,— J. H. Wagner und Frau, Berlin, gratulieren Moritz Goldschmidt und Frau, Hamburg, zur Geburt ihres Töchterchens Bertha. 0,50 Mk. Setroa Levy, Hamburg, und Nathan Blumenthal, Lübeck, danken den lieben Gesinnungsgenossen für die Glückwünsche zu ihrer Verlobung. 3,— ״ H er z ik Iu b, Stettin, Selbstbesteuerung pro Februar. 1,50 Mk. Versammlung 11. Februar. 2,— . 3,50 , Dr. R u e c k und Frau, Eichstetten, statt Telegramm zur Verlobung Saxaganskaja -Sichel, Freiburg 0,50 , Dieselben statt Telegramm zur Vermählung B 1 k a r t M i rwi 8 , Eichstetten. 0,50 ״ Dr. Adler, Gleiwitz, gesammelt in B r e s 1 a u bei der Verlobung seines Neffen Adler mit Frl. Brock . 8,— , Edith Lewin, Berlin, Sammlung in S t. Moritz (nachträglich).. . 0,50 , Else Heydemannn, Frankfurt a. d. Oder, gratuliert ihrer 1. Pensionsschwester Dir.a Saxaganskl zur Verlobung. 0,50 , Stud. Felix Rosen blü th , Berlin, gratuliert Frl Lotti Wiener, z. Z. in Palästina, zum Geburtstage . . 0,50 י Gesammelt in Tarnowitz bei der Hochzeit Guttmann u. Timendorfer am 11. Februar . . . 20,— , Dr. Robert H a n t k e, Berlin, gratuliert seinem I. Bhr. Rabbiner Dr. Emil Cohn, Berlin.0,50 ״