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Jüdische Rundschau · 1906-02-02 · Heft 5 (2.2.1906) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 5 (2.2.1906)
Date
1906-02-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 5 ' Seite 69 eines Volkes auf ein Land ist genau so gross wie sein wirtschr.ftlichcr und kultureller Einfluss, verbunden mit dem Besitz von Grund aut־ Boden. Das verstehen alle die den Juden abholden Mächte und kaufen Land und sichern sich Rechtstitcl aller Art. Wenn man Palästina als das Endziel der Judcnwanderung ansieht, so muss man bei Zetten daran denken, dass nicht Grund und Grundrechte schon jetzt in Hände übergehen, aus denen sie niemals oder nur unter ungeheuren nationalen Opfern au die jüdische Gemeinschaft übergehen werden. Der^Handel in Palästina In dem letzten Berichte des englischen Konsuls in Palästina, der im Juni vorigen Jahres vom Foreign Oiiice veröffentlicht wurde, wird das stetige" Anwachsen des Handels in Palästina konstatiert. So belief sich der Export aus Jaffa und Gaza int Jahre 1901־ auf 10 093 560 Francs mit einem Ueherschuss von 1 751 560 Francs vor den! Jahre 1903. Der Import betrug im Jahre 190-4 12 13S250 Francs mit einem Ueherschuss von 2321210 gegen das vorige Jahr. Im allgemeinen vergrösserte sich der Import im Laufe der letzten 5 Jahre um 2 250 WO und der Export um 750 000 Francs. Die Haupt-Produkte des Exportes im Jahre 1904 waren: Gerste für 2 700 000. Orangen für 2 531000, Seife für 1 530 000, Wem für 1G05 0C0 Francs. Die Gerste und die Orangen wurden hauptsächlich nach England exportiert die Seife nach Egypten und der Türkei, und der Wein hauptsächlich nach Deutschland. Die Hauptprodukte des Importes im selben Jahre waren: Baum- Wollstoffe für 3 970 000 Francs Tabak und Tombak 117 000, Petroleum 650 000 Frans, Zucker 601500־, Reis 737 (>.">, Holz 5000 15־ Francs. Die Baumwollstoffe wurden hauptsächlich aus England und Italien importiert der Tabak aus Persien und der Türkei, Petroleum aus Russland, Zucker aus Oesterreich. Reis aus Egypten, Holz aus Russland und teilweise aus Oesterreich. Im Export nimmt England den ersten Rang ein, dann folgen Egypten, Deutschland. Frankreich, die Türkei, Oesterreich, Russland und. Italien. Im Import dagegen nimmt die liirkci den ersten Platz ein und den zweiten England. Vom Hilfswerk Die Vereinigung der■ orthodoxen jüdischen Gemeinden in den Vereinigten Staaten und Kanada versandte den folgenden Brief an alle ihre Mitglieder: Wir haben unsern leidenden Brüdern in Russland Hilfe gewährt und müssen sie ihnen weiter gewahrem aber wir müssen uns vorbereiten, die Flüchtlinge zu empfangen, und wir müssen Sorge tragen für einige der Waisen. Erstens: Wieviel Flüchtlinge können Sie in Ihrer Stadt aufnehmen und ihnen zu einer Beschäftigung verhelfen? Zweitens: Wieviel Waisen finden dort Heim in religiösen Familien? ״ Wir erbitten auf diese beiden Fragen innerhalb einer Woche Antwort. ' .. , H. Pereira-Mendes. Präsident. ,Ein Kanadier, der Europens. . .״• Ein russischer Auswanderer in Kanada schreibt an das Berliner Komitee der Alliance Israölite Universelle: ״Ich wju־ seit dem 11. September beim Dreschen, also abwesend von Creelman, Sask. Mein Lohn betrug 2,25 Dollars, per Tag mit Kost und Logis. Vorgestern bin ich nach Creelman zurückgekehrt; in den ganzen 3 Monaten hatte ich nur 50 Arbeitstage, da im Herbst meistens schlechtes Wettei war, so dass man nicht jeden Tag dreschen konnte. An den arbeitslosen Tagen wurde nur Kost und Logis gegeben, aber kein Löhn. Ich habe während dieser Zeit vieles gelernt,, ganz besonders, was die Kanadische Landwirtschaft anbelangt, da Ich vielleicht 75 verschiedene Farmer besucht habe. Bei dieser Arbeit erinnerte ich mich der Worte von Professor Warburg in Berlin, den ich um Rat fragte, bevor ich nach Kanada reiste: ״Sie werden aber »n Kanada wie ein Pferd arbeiten müssen.“ Ich war aber auch mit dieser Arbeit zutrieden und ich hörte manchmal, wie der Eigentümer mich füi meine Arbeit lobte. In den Arbeitstagen wurde schon um 5 Uhr gefrüjistückt, um 6 Uhr angefangen zu arbeiten. Mittag dauerte nur so lange, dass die Leute fertig essen konnten. Es wird bis 7 Uhr gearbeitet, manchmal auch bis 9 oder 10 Uhr in der Nacht, ich habe mir aber auch meine 200 Dollar gespart, welche ich einer Bank zur Ve.wihrung geben werde. Für den Winter habe ich hier im Hciel eine Stellung mit 15 Dollar monatlich, mit voller Kost unu Logis. Meine Arbeit Ut, zu heizon, die Pferde zu füttern und die Kühe zu melken.. Das Exemplar der Zeitung (gemeint ist No. 6, des Korrespondenzblattcs 1905 mit Abdruck seines Briefes) habe ich erhalten. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sic mir jeden Monat ein Exemplar zuschicken könnten, da diese Zeitung für mich sehr interessant ist. Wegen meiner Schwester ist es so, dass ich ihr nicht zu helfen weiss. Sic möchte wohl nach Kanada kommen, da ich ihr auch eine Schiffskartc schicken möchte und sie könnte auch hier in Creelman. J5 Dollar den Monat bekommen mit Kost und Logis für sehr leichte Arbeit; sie ist aber so religiös erzogen, dass ich sicher bin. dass sie es Tier gar nicht aushalten kann, de.nn cs wäre ihr liier nicht möglich, sich jüdisch zu führen. Jetzt habe ich Ihnen etwas Neues mitzuteilen, nämlich dass ich seit dem 1. Oktober auch schon eine Heimstätte aufgenommen habe. leb hatte eine sehr gute Gelegenheit; es kostete mich 17 Dollar, 10 Dollar Einschreibegebfihr und 7 Dollar die Reise nach Regina, denn dort ist das Dominion Land Office. Man kann dies auch durch Briefe abmachen, aber da ich nicht viel Zelt hatte, auf eine Antwort zu warten, so ging ich selbst nach Regina. Ich denke!01 nächsten Frühjahr anzufangen, das Land zu bearbeiten.“ Zur Marokkokonferenz Das Blatt CAFFARO erklärt inbezug auf die. vom Papst unternommenen Schritte zu Gunsten der Rcligionsfreiheit in Marokko, dass man bei den meisten Regierungen den Standpunkt vertrete, dass dieser Schritt des Heiligen Stuhles einen durchaus politischen Charakter trage und . man sich ihm daher nicht anschliessen könne. Die Zahl der Juden in Schweden Die vom königl. schwedischen statistischen Zentralbureau herausgegebene Statistisk Tidskrift bringt im 13*1. Heft folgende Angaben auf Grund der Volkszählung von 1900: männlich weiblich zusammen Gesamtbevölkerung 2506 436 2 630 005 5 136 441 darunter Juden 2026 18S6 3912 Gegenüber dem Jahre 1890, in dem die Zahl der Juden 3402 (1778 Männer und 1624 Frauen) betrug, hat die Zahl der Juden also um 510 zugenommen. Unter der GcsamtbevöUrerung machten die Juden im Jahre 1900 0,74 */•י׳ aus. — Von den Juden gehören 1551 zu der vom Staate anerkannten jüdischen Religionsgemeinschaft (Kirche) an, 2361 haben dagegen sich zu eigenen Religionsverbanden zusammengetan. Die letzteren sind hauptsächlich strenggläubige Einwanderer aus. Osteuropa, denen der Kultus der offiziellen jüdischen Religions-.Gemein- Schaft nicht genügt. Zahl und Verteilung der Juden in Norwegen Nach den amtlichen Mitteiiungn über die Volkszählung vom 3. Dczbr 1905 gab es in Norwegen unter einer £}esamtbevölkerung von 2 221 477 Seelen 642 Juden, d. h. 036 *־.׳. Während von den Juden 565 87,9 % in Städten und nur 77• 12,1 % in Landgemeinden wohnten, entfielen von der übrigen Bevölkerung nur 628 247 283 c/c auf die Städte und 1592 588 — 71,7 % auf die Landgemeinden. ־— Die meisten Juden, nämlich 343 zählte der Stadtkreis Christiania, neben, dem nur noch der Stadtkreis Süd-Drontheim (Sondre Troridhjeni) eine erhebliche Anzahl Juden, nämlich 119 zählt. Von den übrigen 17 Stadtkreisen haben 5 gar keinen Juden, 4 je einen Juden, fünf 2—10 Juden, drei 20—30 Juden. Von den 18 Landkreisen zählen zwei 10—20, dreizehn 1—10 und 3 gar keinen Juden. Unter 642 Juden waren 20 nicht in Norwegen einheimisch, sondern nur vorübergehend anwesend. Juden in Südafrika Auf der kürzlich abgehaltencn ersten Konferenz der südafrikanischen Zionisten hielt Dr. Hertz einen Vortrag über die Zahl der . Juden in Südafrika und kam dabei zu folgenden Schätzungen; Kapkolonle. Natal. *t Rhodesia.־ . . . H Oran.ge River Colony . . 1520 . ־. H Transvaal . . . . n Por tu giesisch-Südafr ika . . 300 . 9• zusammen 49120 Juden Vor einigen Jahrzehnten waren in Südafrika nur ver* schwindend wenige Juden vorhanden. Die jetzt ziemlich erhebliehe jüdische Bevölkerung, die sich hauptsächlich ln Kap- Stadt und, Johannesburg konzentriert, ist. der starken Ein- Wanderung aus Europa zuzuschreiben. W■*» T+mmmft' "*nF*

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