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Jüdische Rundschau · 1906-01-19 · Heft 3 (19.1.1906) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 3 (19.1.1906)
Date
1906-01-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Erste Beilage JUEDISCHE RUNDSCHAU •״.««׳<>•» Aus der zionistischen Bewegung י Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. In einer schlesischen Mittelstadt ist die Niederlassung eines Jüdischen Rechtsanwaltes, nach den uns gewordenen Mitteilungen angebracht. Nältere Auskunft erteilt das Zentralbureau. 2. Das stenographische Protokoll des 7. Kongresse.; ist erschienen und vom Verlag Jüdische Rundschau. Berlin N. 54, Auguststr. 49a, für 1 Mk., exklusive Por.o zu beziehen. 3 ־. Folgende Ortsgruppen haben uns Tag und Ort ihrer wöchentlichen Zusammenkünfte angegc .cn: Königsberg i. Pr.: Mittwoch, Hotel Masie. Hintere Vorstadt 51. Gleixvitz: Dienstag, Germaniarestaunnt, Ger n.aniaplatz, nicht regelmässig. Zabrze: Mittwoch, Hotel Schüller, (einmal im Monat) Breslau: Cafe Fahrig, oberer Saal, zweimal wöchentlich. * י Stammtisch: Jeden Mittag Cafe Hahn Karlsplatz. Stettin: Jeden 2. Montag, Restaurant Gold- Schmidt, Schulzenstr. 19. Hamburg: Donnerstag, Logenheim. Hartung- Strasse 9, nicht regelmässig. Stammtisch Sonnabend Abend: Cafe Ott, Jiingfcmsticg. Bremen: Dienstag, Lcvy’s Hotel. Cöln a. Rh.: Jeden 1. Sonnabend im Monat: Altes Präsidium, Schaldcrgasse. 2 mal monatlich: Hotel Maier, Oberste Gasse 59. Nürnberg-Fürth: Dienstag, Cafe Kurlättder, Nürnberg. 4. Die Shareklubzentrale für Deutschland befindet sich jetzt in Hamburg. Sämtliche Anfragen etc. sind an Herrn Moritz G o 1 d s c h m i d t, Hamburg. Stadthausbrücke 12/14, zu richten. Mitteilung Wir teilen unsern verehrten Lesern und Freunden mit, dass unser Kollege, Herr Redakteur Julius Becker, aus der Redaktion der JUEDISCHRN RUNDSCHAU ausgeschieden ist. Der uns bei der Arbeit so lieb gewordene Kollege bleibt in engster Fühlung mit uns, so dass wir uns hier ersparen. Abschicdsworte ihm zu widmen. Die Redaktion der JUEDISCHEN RUNDSCHAU, k ׳. ....־"..... —I Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Die am 30. Dezember stattgehabte von ca 50 Personen besuchte Makkabäerfeier der B. Z. V. brachte 270 Mark Ucbcaschuss für unsere russischen Brüder. Vorträge musikalischer und deklamatorischer Art von Frl. Fanny Opfer, Frau Rahmer-Nothmann, Herrn Löwenköpf unter Klavierbegleitung des Komponisten Arno Nadel fanden reichen und wohlvc׳dienten Beifall. Die Festrede hielt Herr D r. Sonderling, alsdann fand nach einer von der Jüdisch-nationalen Fraucnvcrcinigung veranstaltetcn Tombola die Kaffeetafel statt, bei der einige heitere Vorträge gehalten wurden. Berlin. Am Montag, dem 15. Januar, sprach in einer gutbesuchten Mitgliederversammlung der B. Z. V. Dr. Hans M ü h s a m über ״das O e g e n w a r t s- und Z11 k u n f t s- Programm des Z i o n i s m u s.” Der Redner forderte 1 die Gründung nationaljiidischer Organisationen als politischer i und wirtschaftlicher Interessenvertretungen der Juden in den! Golusländcrn, und auf seinen Antrag wurde diese Forderung als Antrag der B. *Z. V. dem A.-K. überwiesen, obwohl die meisten Diskussionsredner sich dagegen aussprachen, dass in dieser Versammlung schon ein bestimmtes Oegenwartsprogramm angenommen werde, bevor die ganze Frage genügeud geklärt sei. — Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. H a n t k e, machte •1. a. die Mitteilung, dass der Vorstand der B. Z. V. eine energische und systematische Agitation in Berlin durchzufiihren beschlossen habe, zu der die Vorarbeiten nun fast beendet seien, so dass mit der Tätigkeit baldigst werden begonnen werden könne. — Schliesslich sprach die Versammlung den Nationaljuden Galiziens ihre Anerkennung aus für deren zähen und imponierenden Kampf gegen das galizisch-polnisch-jüdische Assimilantcntum und für eine jüdisehe Kurie. .Di« Begründung d< s Antrages Mühsam ist in No 49desJahrg 1905 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU enthalte n ״ Berlin. Am Dienstag, dem 23. Januar, spricht in der ״Freien Verbindung Hasmonaea“ Bbr. stud. jur. Hermann Schroul über 100״ Jahre nach Gabriel Riessers Geburt!“ — Lokal: Neue Schönhauserstr. 10 1 {Levin). Zeit: %9 Uhr. Jeder Zionist ist herzlich willkommen. Frankfurt a. O. Lazarus Barth sprach am 14.. Januar in Frankfurt a. d. Oder vor geladenem Publikum. Es wurde ein Zionistischer Lese - und Diskuticr-Klub gegründet. Hamburg. Am 4. Januar hielt in einer stark besuchten Versammlung der zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona, Dr. Max Besser einen Vortrag über ״Judentum und Sozialismus*'. Der Redner ging davon aus, dass das altjüdische Schrifttum von dem Geist sozialer Gerechtigkeit erfüllt sei. Die mosaische Gesetzgebung enthalte eine Reihe soziale/ Gesichtspunkte, die noch fiir die Gegenwart vorbildlich wären, und in den Reden der Propheten komme der beharrlichste Widerspruch gegen Ungleichheit und Unterdrückung zum Ausdruck. Wenn auch die Forderungen der heutigen, klassenbewussten Proletarierbewegung erst eine Folge der Ökonomischen Verhältnisse der Gegenwart sind, so sei doch schon in der Bibel die Grundanschauung des modernen Sozia-!Ismus enthalten, dass der Staat für das Wohlergehen aller seiner Angehörigen Sorge zu tragen habe. Die Beteiligung der Juden am modernen Sozialismus habe lange Zeit eine assimilatorische Tendenz gezeigt, wie das Beispiel der beiden hervorragendsten jüdischen Sozialisten, Marx und Lasalle. lehre, die dem jüdischen Volke entfremdet waren. Die Sozialdemokratie, die in Fragen der Staatsbürgerliehen Gleichberechtigung der Juden eine ehrliche Haltung beobachtet habe, sei doch nicht vorurteilsfrei genug gewesen, jüdische Sozialisten in Russland und Galizien als selbständige nationale Gruppe in ihre Organisation aufzunehmen. Für die Zukunft des jüdischen Volkes habe der Sozialismus insofern eine grosse Bedeutung, als die jüdischen Proletariermassen des Ostens zum Teil in ihm ihr Lebensprinzip erblicken. Mit ihm kämpft der Zionismus um die Vorherrschaft im jüdischen Lager. Der Redner erhofft eine Verständigung beider Richtungen, die nicht in einem prinzipiellen Gegensätze zu einander stünden. Auch der Sozialismus erkenne das Nationalprinzip bis zu einem gewissen Grade als berechtigt an. und beide Bewegungen dienten dazu, bestimmte Gruppen von Menschen dem Ideal vollen Menschentums entgegenzuführen. Der Zionismus selbst könne sieb allerdings als eine nationale Bewegung nicht mit den ökonomischen Interessen einer bestimmten Klasse identi* fizicren. Der Redner schloss mit der Aufforderung au die jüdischen Sozialisten, sich gegenüber den jüdisch - nationalen Freihcitsbestrebungcn nicht ablehnend zu verhalten. •— In der Diskussibn vertraten Dr. Pinkus und Dr. Le vy einen radikal-sozialistisch-zionistischen Standpunkt. Ihnen trat Herr Ester mann entgegen mit dem Hinw׳cis darauf, dass bei^e Bewegungen. Zionismus und Sozialismus, parallel laufen. Dr. Kalmus wünscht die zionistische Bewegung vor dem Eindringen der sozialistischen Tendenz des Klassenkampfes hewahrt zu sehen. Einen vermittelnden Standpunkt nahm D r. Victor ein. Beuthen (O.-SchL). Eine Makkabäer-Feier veraustaltet? am verflossenen Sonnabend im grossen Saale des Hotel ..Sanssouci" die hiesige Ortsgruppe der zionistischeu Vereinigung. Saal und Logen waren dicht besetzt. Alle Stände mul Klassen unseres jüdischen Publikums hatten sich eingefuuden. Frl. Kopfstein sprach empfin-

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