Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1906)
- Date
- 1906-01-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 32 Jüdische Rundschau No. 3 deutender Mitglieder vertreten sein. Es ist für den Geist, der in der durch ihre G.rundstatuten doch immer jüdischnationalen Alliance IsraGite Universelle zur Zeit in Paris wieder Platz zu greifen droht, bezeichnend, dass sie ebenso wie die mit ihr eng verschwisterte ICA die Beteiligung an der Konferenz abgelchnt hat. Di.' Herren in Paris und London, die beide ein grosse י Erbe zu vertreten haben, müssten erst lernen, dass diese Würde auch verpflichtet. Da sind unsere Brüder in Amerika ganz andere Leute. Es ist hier nicht der Ort, etwa die Stellungnähme eines Sc h i f f zu beleuchten, aber es muss ausgesprochen werden, dass selbst Leute, die dem Zionismus als solchem fern stehen, die weitgehende Bedentung der zionistischen Aktion zu würdigen verstehen. Davon legte besonders die durch die Bemühungen des in Amerika wie in Europa gleichbelicbten Dr. Magnes zustande gebrachte Konferenz aller grossen jüdischen Organisationen in den Vereinigten Staaten Zeugnis ab, als sie ihre Beteiligung an der Brüsseler Konferenz bcschlossen. Die . Oestcrreichisch-Israelitische Allianz ist durch das österreichische Vereinsgesetz daran verhindert, in offizieller Eigenschaft sich an internationalen Verhand- Jungen und Organisationen zu beteiligen. So kann sie sich der Alliance Israelite Universelle, als deren Landesorganisation sie ursprünglich gedacht war, nicht anschliessen und nur mit ihr kooperieren. Um aber tätigen Anteil an der Brüsseler Konferenz nehmen zu können, werden beide Präsidenten der Wiener Allianz nach Brüssel fahren. Wenn wir uns Vor Augen führen, dass da ausser den genannten Organisationen die Mitglieder unseres Grossen Aktionskomitees und der Jahreskonferenz, also die Herren vom Jewish Colonial Trust und die Vor- Steher unserer ständigen Kommissionen mittagen werden, so ergibt sich für uns eine nicht geringe Zahl von berufenen Vertretern des Jüdischen Volkes. Wir dürfeil also hoffen, dass eingehende und sachgemässc Beratungen dem Gegenstände gewidmet werden, die auf Grund der Sachkenntnis und der Liebe zum Juden* Volke sich zu einem Material vereinigen werden, wie es bisher für die Frage der äusseren Judennot nicht vorhanden war. Und nach allem dürfen wir auch hoffen und fest erwarten, dass den Beratungen Taten felgen werden. Bereits in voriger Woche hat in •Brüssel eine engere Vorkonferenz stattgefuriden, an der unsere bcwährten ־ Gesinnungsgenossen' Green borg und Kann ausser unserem Präsidenten tei’gencimnen haben. Mögen die Nachkonferenzen in der gleichen Harmonie verlaufen und mögen die Resultate der Versammlung überhaupt im jüdischen Sinn.* eine Erleichterung ל*ר«ו1ח; herbeiführen helfen! E1j ü q i m. Voranzeige Neues Kgl. Opern-Theater (Kroll). Montag, den 22. Januar, 9 Uhr abends. I Gedenkfeier Der Überschuss ist für die durch die russischen Juden massakers 0 e s c 11 ii d i g t c 11 bestimmt. Aus dem Proßramm: (Änderungen Vorbehalten.) I. ' ' Ouvertüre aus der Oper ״Jose!“ von Mehul. Orchesterdirigent: Herzog!. Musikdirektor Will y B o c 11 m c. Prolog von Alircd Nosslg. ״Judas Makkabäus“, Oratorium von G. 1־’. Händel. Chöre aus dem Ersten Teil. Gedenkrede von Dr. Franz Oppenheimer. Lebende Bilder aus der Geschichte des Jüdischen Volkes. Mit Orchcsterbcgleitung. Gestellt von Hermann Struck und Regisseur Egon Brecher vom Kleinen Theater. 1. Die Blüte Israels. 3 ן. Der Ewige Jude. 2. Auf den Ruinen Jerusalems 1 •1. Ein Pogrom. 3. Die Zukunft Israels. Althebräische Gesänge, bearbeitet von Proi. Dr. Oscar Fleischer. 1 Für Chor und Orchester. — Gesungen in historischen Kostümen. ״Die Makkabäer“, Tragödie von Otto Ludwig, Schlussakt. Dargesteift vor hervorragenden Künstlern der Berliner Bühnen. Judas Makkabäus: Herr Karl Marr v.'Lessing-Thcater.; Regie: Prof. Leo Friedrich, ehern. Regisseur und Schau- Spieler des Kaiserl. Hotburgtheaters in Wien. III. Promenaden-Konzert. Vorträge jung-jüdischer Dichtungen. Tombola. Reich atisgestattet mit jüdischen Kunstwerken . und jüdisch-künstlerischen Publikationen. Aus meinem Märchenbuche Der Ring des Propheten Elijjahu (Fortsetzung.) Die letzten Worte wären dem erstaunten Jüngling beinahe entgangen, hätte sie der Bankier nicht ganz fcesonders scharf betont, so sehr war er durch die ihm so sonderbare Art des Alten zum Nachdenken bewogen. Sie gingen stillschweigend die Allee Unter den Linden hinauf, und der Jüngling kam erst wieder zu sich, als sie vor einem grossen Gebäude standen, das die Auf- Schrift ״Hotel de Rome“ trug. Dort half Herr Abraham seinem jungen Bekannten ein Zimmer zu mieten, und nachdem sie noch einige höfliche Worte gewechselt hatten, empfahl er ihm, sich so bald als möglich zu Bette zu legen, damit er am anderen Morgen wieder früh erw’achen könne. Er würde sich gestatten, ihn im Laufe des Vormittags abzuholen, um ihm die Stadt zu zeigen. Darauf ־ drückte er ihm noch die Hand und empfahl sich, um ebenfalls nach Hause zu gehen. Der Diener kam, um das Bett aufzudecken, und der junge Mann war nicht zu unbeholfen, zu begreifen, wie er es mit dem Bette zu halten habe, obwohl zu den Zeiten des Königs Jannai die Betten ganz anders einge richtet gewesen waren. Aber in nicht geringes Er* staunen setzte es ihn, als er sab, auf welch sonderbare Weise der Diener Feuer machte. Derselbe nahm' aus einem Holzkästchen, das oben eine Aufschrift auf gelbem Zettel trug und braune Seitenwände hatte, e:n Stäbchen nicht ganz von der Länge eines Fingers Indem er ein braunes Köpfchen, welches dasselbe an einem Ende hatte, schnell über die braune Seitemvand einherstrich, entstand plötzlich eine helle Flamme am untern Ende des Stäbchens, und indem er dieses an das Licht führte, zündete er es an. Erstaunt betrachtete Bcn-Jekuticl diesen sonderbaren Vorgang und fragte den Diener, was das wäre und was er da mache, j Dieser wiederum glaubte, dass der Fremde sich einen j Scherz mit ihm erlauben wollte und antwortete halb! scherzend, halb unterwürfig: ״Der gnädige Herr bc-! lieben so zu tun, als ob Sic zum ersten Male schwedische ן Streichhölzer sähen." Sodann fragte er den Gast, ob er j nicht noch einen Befehl habe, und als jener dieses ver• . neinte, wünschte er eine gute Nacht und verüess das | Zimmer. I Ben-Jekuticl entkleidete sich und warf sich auf das 1