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Jüdische Rundschau · 1905-12-01 · Heft 48 (1.12.1905) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 48 (1.12.1905)
Date
1905-12-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 635 No. 48 melir wird darum ein Zusammenschluss aller derer geboten sein, denen die alten KulUisiormen keine leere Schale sind, und diejenigen, die ihnen aus religiösen Motiven atihängen. werden vielleicht noch einmal Hilfe von Seiten der bislang hier so scharf befehdeten Zioivsten ersehnen, di; aus nationalen Oriinden das traditionelle Judentum erhalten wissen wollen. Discitc monti! Siehe Berlin. Rykcstrassa! Hamburg. D;r Vorstand der Hamburger Ortsgruppe bschloss, den langjährigen 2. Vorsitzenden,1 RdJakt/cur Kdj. Lev inson in Anerkennung seiner Verdienste um den Z*onismus in das Goldene Buch ciutragen zu lassen. An Stelle des ansgcschiedem.11 S. M. Margulies wurde Dr. Georg Hai- Peru in den Vorstand kooptiert. —- Die zionistischen Frauen Hamburgs haben sich zu einer Gruppe zusammcngcschlosscn. Vorsitzende ist Frau H u 1 d sc 11 i n er. Fine nationale Makkabäerfeier für Kinder ist von der Frauengruppe in Aussicht gcnonunen. — In nächster Woche findet eine von d:r Ortsgruppe veranstaltete Ausländer-Versammlung statt. — Unser Vor- Standsmitglied Rechtsanwalt Dr. Victor ist zum Deputi.rten der Wandsbecker Gemeinde gewählt worden. K. Emden. Bei der gestrigen Vorstandswald wurde der erste Vorsitzende unserer Ortsgruppe ״Lcniaau Zion”. Herr Isaak Stein, zum Mitglied d.s Vorstandes der Svnagogengemeinde gewählt. Mannheim, den 19. Ngveinber. Zn einer imposant.ח Kundgebung gestaltete sieh die Versammlung, die von der hiesigen Zioui$t:s:hcn Ortsgruppe für Samstag, den IS. d. Mts. in den Saa! des Bernharduslmfcs zum Holest gegen die grauenvollen Vorgänge in Russland cinberufen wurde. Wdt über 10t«) Personen aus allen Schichten der Gesellschaft waren erschienen, um ihre Entrüstung filier ehe gräss' ehen Ereignisse und deren verbrecherische Urheber kund zu tun. Herr, Julius S i m o n. der Vorsitzende der Ortsgruppe, crüiiuete die Versammlung mit der Mitteilung, dass unser Hauptredner, Herr Dr. Frfedetnam!. Wiesbaden in letzter Stunde bedauerlicher Weise hätte absagen müssen und gab Herrn Solowey aus Heidelberg das Wart. Der Referent schilderte die entsetzliche Lage unserer Brüder in Russland und wies dam! darauf hin. dass wir nicht nur den den Witwen und Wa;sen der Ermordeten helfen müssten, sondern dass cs unsere Hauptpflicht se:. die tapferen Kämpfer in Russland in jed.er Weise cu unterstützen und dass cs besonders nöt'g sei. eine Antwort auf die brennendste aller Fragen zu finden, auf die Frage, wohin mit den Emigranten, die Russland jetzt natiir- Heber Weise in Scharen verlassen werden. Der tosende Be•'- fall, den der Redner erntete, bewies Herrn Goctzl. Mannheim, dass seine Resolution, die er im Aufträge des Vorstandes vorlesen sollte, ehicr eingehenden Empfehlung nicht bedürfe. Di:sc besagte: ״Die heute von der Zionistischen Ortsgruppe Mannheim einberuLnc, von 1000 Personen besuchte Versammlung ist einmutig im Gefühl des Abscheues über die rubhlosen Vorgänge in Russland, denen unzählige ihrer Brüder zum Opfer fielen. Sic stellt mit Entrüstung fest, dass ihre Volksgenossen von den BJiördcn schütz- und rechtlos i!1rcm Schicksal preisgegebei! waren. Sie hält es für die Pflicht des gesamten jüdischen Volkes, nicht nur den Witwen, den Waisen und Geplünderten zu helfen, sondern auch d'cjenigcn zu unterstützen, die noch aufrecht steh:11 in ihrem schweren Kampfe um ihr Leben und ihre Existenz.“ ln der darauf stattfiudeiideu Diskussion traten die Herren Dr. St rau ss und Bernstein. Heidelberg, wann für die Resolution ein. Der Laudtagsabgeordnetc Herr Siisskind Mannheim, versuchte die Wirkung des Abends zu schwächen, indem er ausiiihrte. dass eine Ausbeutung der Lage der russi- .scheu Juden iiir zionistische Ag'tation n'clit nur nicht am Platz:״, sondern sehr schädlich sei: so schafic mau den Rassenhass. (!) Man solle nur die Arbeiterorganisationen unterstützen und d!'c Intelligenz der Arhc'ter fördern, nur so könne man der leidenden Mens;hhcit und mit ihr den Jud.n helfen. Herr Dr. Moses trat ihm entgegen. ״Wer heute unter dem Eindrücke der tieftraurigen Ereigiüsse noch sprechen könne, der Rassenhass und Ra s se 11 ka 111 p i sei tue 11t vor 11 anden und könne durch eine zionistische V e rs a 111 in I u 11 e g e s c 11 a f 1* e n w c r d e 11. der sei w ahrbch um s.iiic Nai v i tü t zu beneiden. Entseheden Verwahrung müsse er gegen den Vorwurf cinlogcn. dass die Zionisten die traurige Lage der russ'seheit .luden agitatorisch uusheuten würden. Keiner von den zionistischen Rednern hätte irgend ein Wort fallen lassen, das agitatorischen Charakter gvtragen habe. Wenn trotzdem Herr Siisskind d»'e Empfindung gehabt habe, dass liier eine Agitation für zionistische Ideen vorliege, so.könne Redner siel« dies nur dadurch erklären, dass die traurige Lage der Juden selbst die zionistischen Ziele propagiere. Die Zionisten seien wirklich die einzigen gewesen, die seit acht.Jahren daraui hhiwiesen. was eigentlich nötig sei. um solchen Vorkommnissen vorzubeugen. Der Rat des Herrn Siisskind, wir sollten die Arbeiterorganisationen in ihren Kämpfen unterstützen, käme sehr verspätet. Sei Jahrhunderten hätten die Juden überall und immer den sozial Schwächeren Hilfe gebracht und für ihre Arbeit au der Hebung der Intelligenz hätte doch die russische Refccrung erst in jüngster Zeit wieder a'itmal durch die Veranstaltung der Judcnmassacrcs dankend quittiert. Auch weiterhin würde uns nichts Menschliches fremd sein, aber verloren shrJ wir. wenn w ir auf Dank und Hilfe von ergend jemandem rechnen. Helfen können wir uns nur selbst!“ Stürmischer Beifall unterbrach häufig den Redner. Um :H11 Uhr schloss der Vorsitzende die.Versammlung. .׳'•׳ Strassburg, den 23. November. Mit Rücksicht aut das in! Entstehen begriffene hiesige Lokal-Komitee zur Unter- Stützung der russischen Juden hatte der Vorstand des hiesigen zkyüstischen Vereins davon Abstand genommen, eine eigene Sammlung zu veranstalten, jedoch beschlossen, zwei Sitze in dem zu gründenden Komitee zu erlangen zu suchen und alsdann demselben Vertrauensmänner zu Sammlungen gur Verfügung zu stellen. Man hat uns •aber einfach vor die Türe gewiesen. Unser bekannter Prot est:Oberrabbincr Klag, erklärte nämlich unsern Delegierten, er würde de zionist'sclic Ortsgruppe wie jeden andern Verein behandeln und ihm, obwohl 5ie darum bat. keine Einladung zur konstituierenden Sitzung zukommen lassen, dagegen würde er sehr gerne unseren beiden Delegierten als Privatpersonen eine solche zuschickcn. Aber auch das geschah 11 i eh1. Zionisten konnte d.r Herr Überrabbiner im Komitee nicht gebrauchen, besonders wenn Herren wie der Vorsitzende des Cliaritas-Verbandes Müller-Simonis als solcher und sogar der Herr Bürgermeister Bock. Unterstaatssekretär a. D. uuterzeLhnete. Infolge dies.r Zurücksetzung hat sich der Vorstand voranlasst gesehen, e'ne eigene Sammlung zu veranstalten und in 11 hiesigen Geschäften $ a nt-ni e 1 s t e 11 e!1 des zionis isehen Vereins zu errichten. Man ist übrigens hier mit der Tätigkeit des Lokal-Kon1ite:s sehr unzufrieden. Bis heute, den 23. er., s'nd in der grossen Stadt Strassburg kaum'20 000 Mark eingegangen. Se. Exzellenz Staatsminister v. Preller hat 30 Mark gezeichnet! sw. Strassburg, 24. November. Die J ü d i s c h - n a t i 11 ״ a 1 e F r a u e!1 v c r e i 112 g u n g veranstaltete Donnerstag, den 23. November, ehren ersten Versammlungsabend. Die iPräs'deiitüi begrfisste die zahlreich erschienenen Damen und 'machte die Anwesenden mit den Statut.m des Vereins bekannt. .Der Vorstand hielt es für zweckmäss:g. das Basler Programm n'cht aufzunchtncii. wohl aber als ersten Punkt den nationalen Gedanken zu betonen. Die jüdisch-nationale Präüenvereinigung will nicht nur diejenigen in ihren Verein aufnehmen. die schon Zionistlnnen süid. also ebenso gut im allgemeinen zionistischen Vereine arbeiten könnten, sondern sie stellt sich die Aufgabe, das Judentum, den Zionismus zu verbreiten und zu.lvert'efeti. Das Referat hielt Herr stud. math. Bickcrt über; ..Das jüdische Weib" von Nahida Rcnü. Er gab ein klareis B Id des wesentlichen Inhaltes des schönen Buches. Möge die Schriftstellerin selbst und vele der bedeutenden jüd;s:hen Frauen d;r Bibel und des Talmuds nicht nur ein Beispiel wahren Judentums h:er bleiben, sondern ihr Leb.n fortdauern in einem grossen modernen, echt jüdischen Fraucnlcbcn. Dr Sehr. Metz. Am Sonntag fand im überfüllten Saale des Hotels ״Trierer Hof” eine Versammlung statt, in welcher die Herren Bruno Weil-Strassburg und Dr. Dannenbcrg-Mctz Ilbcr die Judenfrage und die Judenmetz־.leien in Russland sprachen. Den mit grossem Beh'all angenommenen Referaten folgte eine kurze Diskussion, in welcher ein Herr Wolfi seinen autizionistischen Standpunkt mit zum Teil unwahren Behauptungen klar zu machen suchte. Dr. Dannenberg wies in sü'ner Entge.gnung darauf hin, dass den Antizionisten allmählich der Stoff zu ein;r einigermassen logischen Bekämpfung des Zionismus mangele, und dass map daher zu dem alten Prinz'u greife, calmnniare audacter — semper aliquid haeret! Die Versäum!- lung, di; einen sehr würdigen, für unsere Sache in Metz günstigen Verlauf nahm, wurde mit der Annahme ־ folgender Resolution geschlossen: ״Die im Trierer Hof zu Metz tagend: Versammlung spricht ihre Entrüstung aus über die »Iler Menschlichkeit hohnsprechenden Jtidenmorde in Russland und verspricht, nach Kräften an einer endgültigen Lösung der Judenfragc mitzuarbeiten. Dc^.D. Mülhausen L E. Am 12. Nuv. er. hielt im Vere'n Zion unter Vorsitz des Herrn Dr. Elias das Mitglied des A.-K-. Vor- •,וו ווי jß" ויי<״ייון״דוו?״יי«^*

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