Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1905-12-01 · Heft 48 (1.12.1905) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 48 (1.12.1905)
Date
1905-12-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2651394-2651442--03021-2659931
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 634 No. 48 VerbreüuiiK und der Vertiefung des Zionismus unter dei Jugend energischst ausgesprochen worden. Dort, wo schon vorher in diesem Sinne gearbeitet wurde, hat es irichts gcschadet, aber manchenorts, wo noch nichts geschehen, ist jetzt schon der dedanke aufgegriffen worden. Und wenn wir nur vor dem Sterben nochmals kräftig ins Horn stossen. so wird wieder einmal der deutsche Zlon'st an seine erste Arbeit erinnert, die der Jugend gilt. .. V Vorerst aber wollen wir noch gar nioht sterben, hn Gegen- ..teil! Möge sich eine r.cht grosse Anzahl von der Jugend Zions mit uns zusammen Mittel suchen und Wege gehen, die Jugend Judas zu befreien. Felix Thea 111 aber. München. Pettcnkofcrstr. 23. -,Die Adressen sind: für Berlin: Verein Theodor Hcrzl und S. Moses, stud. itir.. Altonaerstrasse: Bonn und Duisburg: cahd. jur. Löwe. Bonn. Universität: Gleiwitz: stud. math. Loews*. Bahnliofstrass:; Stettin: Herzlkluh. i. A.: E. F'reyn, Königstor. Alle weiteren Adressen durch UNSERE HOFFNUNG. Wir halten nun das Th e m a ״Hc r z Ibu n d” ifi r erledigt, solange nicht gänzlich neue Mom c n t c h i n zu k 0 m nt e n! Die Redaktion. -—ן Aus der Bewegung ן— Die Schekelblocks pro 1905 1906 sind jetzt zur Ausgabe gelangt.‘ •־ Damen und Herren, welche die Einziehung von Schekeln in Berlin übernehmen wollen, bitten wir, sich mit genauer Angabe ihrer Adresse baldigst an unsern Schatzmeister J. H. Wagner, Prenzlauer Allee 9 zu wenden. Berliner Zionistische Vereinigung. Berlin. Am Dienstag, den 5. Dezember, abends?»9 Uhr, pünktlich, spricht in der ..Freien Verbindung Hasmonaca“ Herr Dr. Bruno Blau über ״Die rechtlichen Grundlage« der Kolonisation“. Jeder Zionist ist herzlich willkommen. Lokal: Restaurant Lewin, C.. Neue Schönhauscrstr. 101. ': Berlin. Die Jüdischnationale Fraucu-Vcreinigung veranstaltete am Donnerstag, dem 23. Nocvmber, Abends 9 Uhr, im oberen Saale des Handwerker-Vereins einen Vortrags-Abend. Prof. Dr. A. Be r 1•־ner hielt einen Vortrag, in welchem er über die Bedeutung und den Ursprung der jüdischen Frauinnamcn sprach. Diesem seltenen und inte!• essanten Thema folgte die zahlreiche Zuhörerschaft mit lei)־ haftem Interesse. Die Jüdisch-nationale Frauenvereinigung ist Herrn Professor Berliner für die gegebene Anregung.herzlich (Japkbar. Beriin. Jüdischer Turnverein ״Bar Kochba“. Am S״mrtag. dem 3. Dezember, nachmittags Uhr. Dirksenstrasse 4S/-19 hält Herr Dr. Dobrz ynski einen Vortrag über: ״De« jüdische Arbeiter“. Gäste h e r z I i c 11 willkommen. Rybnlk. Am 22. Nov.mber 1905 wurde hier eine zionisVsehe Ortsgruppe mit ca. 35 M;tgliedern gegründet. Wir gingen diesmal sehr vorsicht g zu Werke. Gesiimunsgeuosse Schindler, der als Apotheker in Rylmik in Stellung ist. bereitete den Boden vor. so dass Herr Rechtsanwalt Steinitz aus Gleiwitz am 28. Oktober vor einem Publikum von ca. 60 Persong« einen instruktiven Vortrag über die Geschichte und Organrsation des Z'onismus halten konnte. Deser Vortrag hatte den Erfolg, dass sich ca. 30 Mitglieder der hiesigen Gemeinde bereit erklärten, einer zu gründenden Ortsgruppe Rylmik beizutr.itcn. Noch hielten־ wir den Zeitpunkt iür die Gründung der Ortsgrupp.• nicht gekommen, da die Geniciirdemitglicder. die vermöge ihres Geldsackes d e sogenannten ..besseren Kreise*' bilden, von dem Vortrage ׳grösstenteils fcrngcbücbcn waren. Wir wollten dl‘•.sein Teil der Bevölkerung noch weiter entgege11konmK.11, da i!1 diesen Kreisen das jüdische Gefühl um eirt*ge Temperatur grade kälter ist. Herr M 0 r g e 11 s t c r n aus Gleiw itz unterzog sich deshalb der Mühe. In einem zwo teil Vorträge am 22. November in der hiesigen Gemeinde in öffentlieber Versammlung durch eine flammende Rede gegen die russuchen Judeiimetzclcicn Einspruch zu erheb:!» und gleichzeitig die hiesigen Juden an ihre Stammesverwandtschaft mit den Geknechteten zu erinnern. Auch zu diesem Vortrag waren die ״Spitzen (nicht Stützen) der Gesellschaft1' trotz wieder- •hoitcr pr'vatvr Aufforderung nicht erschienen und so verziehteten wir endgültig darauf, uns um die Herrschaften zu bemühen. Mögen sie nun zu uns kommen. Der Vortrag von Hern! Morgenstern hatte die gewünschte Wirkung־. Der Gedanke der jüdischen Volkszusammeugehörigkcit und die zionistische Idee habe!» hier Wurzeln geschlagen. Ich will noch das eine bemerken, dass wir hier in Rybnik keine eigentlichen Gegner mehr-haben,!.li der Gemeinde haben warmes Interesse für unsere Sache, die übrigen sind nach anfänglicher Gegner- Schaft neutral geworden. Wir gründeten nach dem Vorträge, an d.n sch eine Diskussion schloss, die Ortsgruppe. De Vorstandswahi ergab als Vorsitzenden Herrn A p t, als Schriftwart Herrn H a u p t m a n n. als Kassenwart Herrn Lese 11־ czincr. Besonderer Dank gebührt ausser den beiden Vortragenden «och den Herren Dr. Kassel. Apotheker Schindler, stud. math. Loewy und Schutz. II. Gross-Strehlitz, den 3. November, in der heute cinberufencn Generalversammlung wurde Herr Willy Not mann wieder- und Herr Max Lcwlnski (Kassierer) in den Vorstand neu gewählt. Am 21. d. Mts. sprach hier Herr Davis Tri et sch über• ״Palästina und Nachbarländer“. Reichlicher Beifall lohnte die treffliche Rede, die auch auf die ecgemvürtigen russischen Judenverfolgungen Bezug nahm. Frau L cwiuski sang zum Schluss das Lied von der Judcuwandenmg. das die zahlreichen Anwesenden tief ergriff. Eine Sammlung fiir die russisch. Selbstwehr brachte 19 Mark ein. Breslau. Am 20. November er. fand im grossen Saal der Lcssinglogc ein Vortrag des ״Vereins Jüdischer Frauen” statt, der von ca. 800 Personen, Damen uni Herren, besucht war. Der Saal war j.doeh lunch nicht gross genug, um die Zahl der Erschienenen' zu fassen und ca. 200 Personen mussten umkehru». ohne Finlass gefunden zu halsen. Frau A 11 m a t, n. als Vorsitzende des provisorischen Komitees, leit.tc die Versammlung, begrüsstc die Anwesenden, »nachte sie mit der Tendenz des neugegründeteu Vereins, .,der ein Zusammenschluss aller derjenigen Frauen und Mädchen sein soll, die sich bewusst a!$ Jüdinnen iithlen und an der Rege- Iteration des jüdischen' Volkes tätig niitarbeiten wollen.” be- Kaimt und erteilte alsdann Frl. Channali Margarete Sachs- Berlin das Wort. Die Dame •hielt einen äusserst fesselnden und anregenden Vortrag über ״Die Rechte des antik.u und die Pflichten das modernen jüdischen Weibes”. Au den Vortrag schloss sich eine Diskussion an. in der als erster Redner Herr Redakteur H a I b e r t auttrat. Seine Ausführungen wurden von Fräulein Sachs eingehend widerlegt. Es sprachen noch Herr Dr. Neustadt und Frl. Beutler. — Wir sind mit dieser unserer ersten Versammlung im höchsten Masse zufrieden und besitzen schon jetzt eine Mitgliederzahl von ca. 150 Damen. Wir bitten diejenigen Damen, die noch unseren» Vcrcti beitreten möchten, sich an Frl. Else Schindler. Breslau VI, Köir'gsplatz 3b zu wenden. Zur Auskuuitserteiiung sind wir jederzeit bereit. E. Sch. Posen. Der erste Erfolg der Agitat’on unserer Ortsgruppe in Octne nde1.־nge!cg׳.uheite11 ist die Einführung der Oeffentüchkeit der Repräsentantensitzung. Die bc:den ersten öffentlichen Sitzungen entbehrten fast vollkommen des allgemeinen Intercsscs. Natürlich. Denn unsere Gemeinden fassen fast durchw.g ihre Aufgaben lediglich unter dem Ges:ehtspunkt teclinisuher Vcrwaltungs-, nicht moderner jüdischer Iutcressenpolitik auf. Doch wird wohl in naher Ze t eine Angelegenheit von grösserer Bedeutung, di-e gegenwärtig den Vorstand beschäftigt, vor die Repräsentanten Versammlung gebracht Werden. Innerhalb der hiesigen Gemeinde haben seit vielen Jahren die ״liberalen” Elemente ihre Kultusangeleg.nheiten in einem besonderen Verein ״Israel־tische Brüdergemeinde" geregelt. Diesen» Vereine, wiewohl ihm das Gras der jüdisch•:» Plutokratie angehört, werden die Ausgaben für den figenen Kultus nachgerade zu teuer. Insbesondere hat die Tatsache, dass die Hauptgemeiiide eine grosse, neue Suiagoge nach alten» Ritus errichtet, die Begehrlichkeit der reichen Liberalen erweckt, und sic wollen tum auch ihre religiösen Sonderbcdürfnfssc (!) aus dem Ocmeindesäehel befriedigt sehen. Sa entstand der Antrag auf Eingemeindung der Orgelsynagoge, dessen Annahme, wie wir zuverlässig erfahren, hem» Vorstände im Prinzip gesichert ist. Jetzt erst wird also, aller Voraussicht nach, in die uralte Posener Gemeinde das ״Licht der Aufklärung’׳ fallen, und sie wird in d:e. Lage gebracht werden, sich offiziell mit weniger jüdischen KultuSformcn und mehr christlichem Orgelspiel und. was sonst den Auchjudcn ״heilig" ist. zu befassen. Immer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.