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Jüdische Rundschau · 1905-12-01 · Heft 48 (1.12.1905) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 48 (1.12.1905)
Date
1905-12-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 632 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 48 geht, wie sein eigenes Ich: zum allerinmdesten aber braucht sein Eiccnint:resse durchaus nicht von dem für de Gesamtheit beeinträchtigt zu werden. Unsere Hauptaufgabe muss es nun sein, dies den Kaufleuten uachziiweisen, sie vor allem bei uns zu vereinigen: haben wir sic einmal unter uns. daun werden sic sich d:r Notwendigkeit unseres nat:onalen Hilfswerks nicht vcrschliesscn können und auch mitarbe ten. Doch wie dies Zel erreichen, das. wie ich schon eingangs erwähnt, schwer ist Zu diesem Zweck müssen w i r zu n ft c h s t einen Stamm von zionistischen Kaufleuten 11 c r a n s c h a f f e n. diesen Stamm sowohl mit der zionistischen Oese 1. ich tc wie mit der jüdischen überhaupt vertraut machen, ihnen Gelegenheit geben, unter gleich gesinnten B e r u f s g e n o s s e n z u diskutieren, kleine Ref c r a t v nur aus unserem kleinen Kreise zu hören, also g e w i s s e r m a s s e n eine Redncrsehulc f ii r z ' o 1) ist i sc 11 e K au i l e u t e zu bilden eigens zum Zwecke späterer grosser Propaganda unter ihren Kollegen. Es wird vor allem Wert darauf gelegt werden müssen, die Momente in unserer Bewegung her- \nrznhebeu. die kommerzieller Natur si.itd. es müssen Handels- und liidustriebez'eliungeu zu unserem Zukunitslande besprochen werden, sozialökouomisclie Themen vom praktischen Standpunkt des Kaunn.r.ms behandelt werd.n. Es ':st endlich einmal an der Zeit, dass wir den!־Tagen, die unser. Theoretiker so schön vorbereitet haben, uns nunmehr auch mit etwas praktischem Geiste nähern. Unsere* Organ'sation braucht vorläufig nicht gross se•':׳. aber sie muss aus lauter arbeitswilligen u n d 1־' r e 1: d i ge n Zi o n : s t e 1! best eh en. es mu s s jeder einzelne sich .sei 11 er P i I i c h t voll 11 n d ganz bewusst sein, keinen V e re i usabe 11 d v e r sä 11!11 e 11 und auch arbeitet!, w e r 11 er k c i u Amt besitzt. Nur wenn man solche Unter- Stützung findet, lohnt esfür di.se Auigabe z.u arbeiten und diese Auigabe tut dringend not. Leder Tat die Organisation, die hier bereits h.stellt, trotz grosser Anstrengungen, noch nicht die zur .Erfüllung ihres Programms notwendige Unterstützuug unter uns.re!! Beru.'sgeimssei! geämden. Es ist die,«, ich muss es leider aussprechen, eine Schande iiir de z onistischen Kanilcute. die Fälligkeiten besitzen und sich der Organisation nicht anschlessen. Es ist ein gewaltiges Unrecht von ilin.11. das s'־e am jüdischen Volke begehen, wenn sie ihre Kräite nsiidcr wichtiger Arbeit widmen. Noch st es Zeit, sich dem Yerohi zur Verfügung zu steilen, der das eben definierte Programm auf seine Fahne geschrieben hat. ich meine den Verein Zionistischer Kauflcutc ״Theodor Herz1". Aber säumt lieht. Berufskollegen, denn bald ist die Zeit vorüber, die uns Gelegenheit lfctct. zusannucnzukomnicii. denn sonst vergeht auch dieser Winter und für unser Vorhaben :ist. mangels genügender Unterstützung, wieder nichts getan worden. Von jedem einzelnen zionistischen Kaunnannsaiigestellten wird erwartet, dass er u 11 verzag lieh seine Adresse an den S c 11 r i f 11 ii 11 r e r des genannten Vereines. Herrn Leon Saul. G r e 11 a d i c r s t r. 21־ III luitteilt. Es ist se'tic heiligste Pflicht als lüde, als guter Zionist, sich Zusammenschlüssen, z.u gemeinsam.r Arbeit. zu gemeinsamem Kampfe um und iiir unser gemeinsames Ziel: ״Oie öffentlich rechtl'ch gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina." Berlin. Jeschajalui T r a n s 1 a t e 11 r. ״Herzlbund" I. Herr Hecht wird es mir verzeihen, wenn ich s.incii Ausiührungen in No. •1.3 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU entgegentrete. Ich stimme mit ihm darin überein, dass man. wo es nicht f angängig ist. die Srehi'tlcr ganz aus dem Spiele lassen soll. Wir müssen nur darauf IiiuwTkcn. dass die Schüler in Volksschulen und Gymnasien einen geeigneten hebräischen mul GescliicUtsuntcrrcht erhaltet׳, dass sie als Studenten in eine nationaljüdische Verbin Jung kommen usw. Hat!׳!! ist meistens für s'e aiisgesorgt. das wissen wir wohl beide aus eigener Erfahrung. Auch wenn d:e Vorbereitung auf den Gymnasien fel.lt, gelingt es doch in den meisten Füllen, das Versäumte naehzuholen. V>e! schlimmer steht es heute um die Jungen jüdischen Kaufleute. Hecht verzichtet von vornherein auf den Lehrling •m Alter von 15-18 Jahren, mit IS Jahren kann er sich einer Ortsgruppe anschlessen. wo für seine Ausbildung gesorgt werden muss. Nun. ־.vir können Lehrlinge bis IS Jahren in den Herzlbund aufnehmeu: denn der HcrzlbuuJ ist kein poüt'scLcr Verein, nicht einmal die Ortsgruppen sind es, da sie weht n die Politik des Deutschen Rechs oder c:ncs Bundesstaates c n greifen. Junge Leute über 18 Jahren sollen in die Ortsgruppen e'ntrctcn. Ja. wer in eine Ortsgruppe eintritt, muss doch Zionist sein und wenn wir in den drei Jahren, in denen er s:ch aiisblJen soll, in denen das funge Gemüt noch empfänglich ist für all’ das Schone und Erliabene. für all* das Schmerzliche und Bittere, wenn wir in diesen Jahren eine Einwirkung unterlassen, dann können wir nicht verlangen, dass der 18jährige junge Mann seine fn.se Zeit der zionistischen Sache opfert Dann gellt er schon lieber in emen der heute für d.« jungen jüdischen Kaufmann typischen Vergnüeungsvcreinc mul wird der ״Ladcnsthw.'iiger. Ich gebe zu, dass es Ausnahmen gibt. Junge Leute, die orthodox erzogen wurden, oder deren Väter zionistischen Ortsgruppen angeboren, oder die sich durch eigne Kraft durch die Jahre ihrer Ausbildung!׳י!!durch•jearbeitet haben. Brüder von z onistischen Studenten und andere. Man wird mir hier einwenden: Es rst ja völlig unmöglich, alle jüdischen jungen Leute zu gewinnen Wir werden in nicht einmal alle iiidisclicn Studeuten für unsere Sache erwärmen können und brauchen cs ja auch weht, dem! sehe;! gelingt es emer natönakn Bewegung, alle Bestandteile eines Volkes unter einen Hut zu brhigen oder wenigstens für ihre Zwecke nutzbar zu machen. Es .־st das ja auch gar nicht 1!öti׳g. Dean woraus sollte sielt sonT das gros>c Heer der Mitläufer rekrutieren. Diejenige!), die. solange gcarbeitet werden muss, ängstlich abw artend oder n!f!s>;g zusehen, dann aber, w enn die Arbeit getan 'st. uns um den Hals ,fallen und sagen: Bruder, laben wir nicht alle eine;! Vater, hat uns nicht alle c11׳ Go:: ׳geschaffen! Aber Scherz beiseite. In den me'sten Ortsgruppen in der Provinz, die nrtuuter über eine ganz stattMehe MitTeder/ahl verfügen gibt cs mir eine ganz geringe Zahl wirk7c!י ausgebildetc Ziom'stcn und von diesen sind auch niclir alle in der Organ satio!! zu verwenden. Das gilt nicht etwa bloss für die Zionistische Bewegung, für alle anderen Bewegungen, mögen sie w irischäT.'chen oder nationalen Charakter habe!׳. g:lt das ebenso, vm! den Vereinsbew euiieen 4ranz zu schweigen. Der langen Rede kurzer Smn ist also der: Wir müssen jedes Mittel ergreifen, das zur Verhre tuim des jüdisch׳, n und soezieli des ziotfstischer! Gedankens dient. Wir dürfen ke'n Mittel unversucht lasset!, tut! von den hingen i'iidiseheu Kaufleuten wenigstens die zu gewinne«. d׳e für etwas Höheres cmofäivihh’shid. da01׳: der junge jüd'sclic Akademiker, der aus gebildet von der Hochschule kommt, d i c Hilfskräfte findet, d e nötig sind, uni cTtc Regeneration des Judentums dureb/nführen. Ucberall. wo w r können, müssen wir Hcr/l-Kluhs gründen, intime Vereinigungen von Jungen Leuten, in d ucii sic «•'eh ״e:stig und körecriefi bcrnnbPden. Ich denke m.:r die Einrichtung und Eutv iekeTmg ähnlich wie die d.r •üd:schcu •?»״dentenkornoratioMcn. S:c sollen ja unter dm hingen Kaufh nten dasselbe erreichen, u־! jene unter den Studenten. Desh׳»lh seien s c hu; der MitcEederzahl auch weniger auf die Quantität als aui die Oaahtät sehen. Es 'o'l.n. w׳ic eesant intime Vereinigungen *ein. Und warum sic zmmstisch se;n sol'en? Weil uatioiialTuIisch noch nicht zonist sch ist. zioinsti^ch aber auch nationalifidisch und weil die Auswahl grösser •st und de Auslese schärfer sc;n muss. Joseph L o c w v. II. . Nachdem von verschiedenen?eiten über unser!! Verband geschrieben wurde. soU.n auch von Solen ehics M'telicdcs der Vurstand^chaft des jungen ..Herzlbundcs" einige Erklänmgen ful״e11. Es werd.« diese Worte wohl schon deshalb erlaubt sein, weil •de ouasi Authentisches!"׳her *mfstelumg und Wesen unserer Vereinigung• bieten sollen. Ich glaube, jeder deutsche Ziomst wird zugeben, dass unsere iiidisebe Jugend noch recht in dem Un'fange zi׳'׳!istisch mul itationaHüdseh ist. als wir wünschen. Mit Optimisten und Leuten. d;״ nicht so sehr unter der .111 ״e-d Judas leben, wie w ir von! Herzlbund. wollen wir nicl t rechten. Das hätte . keinen Zweck. Aber d'cfcnig.n. die sich nrt der jungen Generation beschäftigen und zwar viel, die werden und müssen mir zugehen, dass ein gut Teil der konmiemleu Generat or! entw eder überhaupt noch keine Z:onisten sind, oder selbst wenn sic sch so nennen, nicht für voll angesehen w erden können. Für uns junge Leute getilgt nicht nur die Erkenntnis — ich scheue mich, es »1 d'escn Tagen zu sag.n — von der

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