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Jüdische Rundschau · 1905-12-01 · Heft 48 (1.12.1905) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 48 (1.12.1905)
Date
1905-12-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 48 Seite 625 JÜDISCHE RU Die Sitzung des Engeren Aktions-Komitees Aii der Sitzung des Engeren Aktions-Komitees, j welche von Sonntag, den 19., bis Mittwoch, den 22.! d. M., in Köln staufand, haben folgende Herren teilgenommen: W 0.1 r t s 0 h n - Köln, Professor Warbürg-Berlin, Q reen b e r g - London, Kann-lHaag, Dr. Marmorck ־ Paris, Ussisch kin ־ Ekaterinoslaw. Der erste Tag war lediglich der Lage der Juden in Russland gewidmet. Es wurde beschlossen, die russische Hiifsaktion mit allen Kräften zu unterstützen, sich dem‘ allgemeinen Hiliswerk anzusehliessen, daneben aber auch eine besondere zionistij sehe Aktion cinzuleite.n. Den russischen Mitgliedern des I Grossen Aktions-Komitees wurden diesbezüglich die j weitestgehenden Vollmachten erteilt. Ferner wurde j beschlossen, eine Kommission zu entsenden, um an Ort und Stelle die Verhältnisse zu studieren. j Auf die bereits früher an sämtliche Federationen : erfolgte Aufforderung des Aktions-Komitees, ein um- ' fassendes H i 1 f s w c r k zu organisieren und die gesammelten Gelder der Jüdischen Kolonialbank zu überweisen, sind inzwischen aus Südafrika, Australien, ■ Neuseeland, den Vereinigten Staaten, Kanada, sowie von fast sämtlichen europäischen Federationen Nachrichten mit der Meldung cingegangen, dass überall energisch gearbeitet wird, auch sind bereits die ersten Gelder im Betrage von zirka fünfzehnhundert Pfund bei der Bank in London cingelaufen. Es wurde beschlossen, dass sich die Jüdische Kolonialbank eben- 1 falls mit einer Spende im Betrage von zweitausend ‘ Pfund an dem Hiliswerk beteiligt. j Die allgemeine Lage des Zionismus' war Gegenstand ernster Erwägungen, es wurden dies- 1 bezüglich mehrere wichtige Beschlüsse gefasst.! Da die Errichtung des Zionistischen Zentrallbureaus in Berlin sfeh• aus verschiedenen j Gründen letzt als unausführbar erwiesen hat, wurde : ,beschlossen, die Bureaux der Leitung unter dem Namen ' ״Zionistisches Zentralbureau‘* in Köln zu vereinigen, j Die Redaktion der WELT soll nach Berlin verlegt werden, während der N a t i 0 n a 1 f o n d s vorläufig in Wien verbleibt. י damals, als er im Garten weinte, .hatte cs noch gar keinen Christen gegeben. Der Rabbiner glaubte, dass er es nicht wüsste, weil es in der heiligen Stadt Jeru-; sälein keine Christen gäbe, und er erzählte ihm, dass j vor 1730 Jahren im jüdischen Lande ein Knabe geboren sei, der später von den Römern gekreuzigt worden j wäre. Viele aber hätten geglaubt, dass der Gekreuzigte! ein Sohn Gottes gewesen sei. und alle, die ihn anbeteten, j nenne man Christen. Die Christen aber hätten überall j die Juden in ihren Ländern verfolgt, nur in Frankfurt; nicht, weil die Frankfurter Juden die, besten und gelehr־; testen und frömmsten Juden der Welt seien. Denn das j glaubten die Frankfurter Juden zu sein, eben weil sie; es nicht waren. Und der Rabbiner und Ben-Jekuticl gingen die j Strasse hinauf und die ganze Gemeinde iolgte ihnen;; denn alle wollten wissen, wer der Fremde wäre. Und die Sonne leuchtete so hell und klar und sagte zu Benj Jekutiel: ״Ich bin noch dieselbe Sonne, die ich in Paj lästina war, wenn ich auch hier nicht so schön bin.“ Und der Rabbiner fragte den Fremden, ob er den Talmud gut kenne; aber Ben-Jekutiel fragte, was der Talmud sei, denn zur Zeit des Königs Jannai hatte man NDSCHAU Die Generalversammlung behufs Abänderung der Bankstatuten soll mit der nächsten Sitzung des Grossen Aktions-Komitees verbunden werden. Die Arbeit in Palästina wurde eingehend behandelt, insbesondere wurden Beschlüsse gefasst, betreffend die Erforschungsarbeit und die Errichtung neuer Bankfilialen in Palästina. * * * Das Aktions-Komitee hat beschlossen, zur Beratung über die Lage der Juden in Russland eine allgemeine jüdische Konferenz einzuberufen mit dem einzigen Punkte der Tagesordnung; Die Lage der Juden i n R u s s I a n d. Die Konferenz wird am Montag, den 29. Januar 1906, in Brüssel stattfinden. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland I. Von den im Anfang des Jahres angegebenen Nationaliondsflugblättern sind noch 2000 Exemplare vorhanden. Audi von dem Flugblatt No. 6 ״Was will der Zionismus" stellen noch 3000 Exemplare zur Verfügiing. Wir gebln dieselben zum Preise von I Pfg. pro Stück ab. Beschlüsse des Delegiertentages 1. Die Konstituierung von Schekclzahlcrgrtippen zu ״Ortsgruppen" erfolgt unabhängig von der Zahl der Mitglieder auf Vorschlag des zuständigen Gruppenvcrbandes durch Beschluss des Zentralbureaus. Dein Zentralburcau stellt das Recht zu, arbeitsunfähige Ortsgruppen mit Zustimmung des zuständigen Gruppenverbandes zu suspendieren oder aufzuheben.- 2. Ordentliche Delegiertentage finden in jedem Jahre statt; sie haben nach Möglichkeit innerhalb des Deutschen Reiches zu tagen. In den Jahren, in denen der Kongress tagt, soll der Delegiertentag spätestens zwei Monate vor dem Kongross stattfinden. 3. Die Wahlen zum Kongress finden innerhalb des Deutschen Reiches an einem Tage statt. den Talmud noch nicht aufgeschrieben und auch noch nicht drucken lassen. Weil er aber nicht wusste, was der Talmud ist, sagten die Einen, er sei ein Amhoorez, dass sollte soviel heissen, als er sei unwissend. Das aber sagten sie; denn sie wussten selbst nichts. Die Anderen aber sagten zum Rabbiner, er sei ein Sadduzäer, und damit meinten sie, er glaube nicht, dass die Seele unsterblich sei; er aber antwortete, er habe im Kampfe viele Sadduzäer erschlagen und sei ihr Feind, und damit meinte er die schlechten Leute, welche dem König geraten hatten, so grausam gegen sein jüdisches Volk zu sein. Und unterwegs erzählte der Rabbiner dem Ben- Jekutieil, wie schön es in Frankfurt sei und wie die Juden von den Christen geliebt wurden. Dabei kamen sic an das Stadttor und der Torwächter hielt eine lange Stange heraus, an deren Ende eine Büchse war. Der Rabbiner warf zwei Silbqrstücke hinein und der Tor- Wächter zog das Geld und die Holzstange zu sich herein. Da gingen die beiden weiter, und Ben-Jekutiel fragte, was das zu bedeuten hätte. ״Wir Juden müssen im ganzen Abendlande, wo wir wohnen dürfen, an jedem Tore, so oft wir ein- und

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