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Jüdische Rundschau · 1905-11-24 · Heft 47 (24.11.1905) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 47 (24.11.1905)
Date
1905-11-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 614 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 47 dem u. a. das Arbcitsprogramm für das Semester festgesetzt wurde. Jeden Dienstag Abend findet unter Leitung von Bbr. Theilhaber ein jüdisch-zionistisches Seminar statt, in dem in Gestalt von Vorträgen mit daran schliesscnder Diskussion vorläufig Fragen aus der jüdischen Geschichte, später rein zionistische Fragen b.haridclt werden. B׳s jetzt wanden folgende Vorträge, meist von Bbr. Bbr. gehalten: Die Grundlagen des Zionismus. Entstehung des Judentums. Die Zeit זי׳>׳ Propheten. Für die folgenden Semitiarabende sind in Aussicht g.nommeu: Vocträeo über die Fnstehung des Christentums von Dr. Elias Auerbach; Jüdische Wirtschaftsgeschichte hei Beginn der Diasr.ora: Leben und Wirken der Juden in Spanic;*, Frankreich, Deutschland. Niederlande: Die Mcndelssohusche Epoche usw. Ein Ted der Bbr. Bbr. nimmt an dem statistischen Seminar und dem hebräischen Sprachkursus teil. Für die körperliche Ausbildung der Bbr. Bbr. wird durch tägliches Fechten sowie Turnen im jüdischen Turnverein, dem wir korporativ angehören. Sorg.c getragen. Die S;mesterantrittskne!pe fand am Sonnabend, den II. d. Mts., statt. Leider war dieser Tag insofern etwas unglücklich gewählt, als an dcmse^cn Abend ein grosser Teil unserer Freunde durch mancherlei andere Veranstaltungen in Iresigcn jüdischen Kreis n in Anspruch genomrtien war. Trotzdem nahm der Abend einen recht ge hmgenen Verlauf. Anwesend waren A. H. Dr. Wulfskehl. Dr. Ei ns Auerbach. Zahnarzt Strauss. mehrere Vertieter der zionistiscltcn Ortsgruppe, eit!. Anzahl von Gesinnungsgenossen aus Saidentenkreisen u. a. tu. Die TcndeuzreJe hie!t_ Bbr. Theilhaber. Dr. Elias Auerbach beglückwünschte d:_* Korporation zum Semest. rbeginn. ebenso Herr Reich im Namen der Z'onistischcn Ortsgrtirpe. Eine grosse Zahl von Glückwunschte’egrammen und -Schreiben liefen ein. so von Dr. Blöde- Nürnberg, dein bayerischen Ornrmei’.verbar-dc. der ireien Verbindung ..Hnsn!on.1ea."-Be׳;Un. Dr. E. Straiiss-Miinchen \md vielen anderen Freunden und Gönnern der Jordania. Eine Sammlung für den Nationalfond und di.* rus ischen Juden ergab eine beträchtliche Summe. Die Zahl uer Aktiven der Jordania helft u't sich augenbl ckUch auf 10 und mehrere חי־ייziellcn Verkehrsgäste: es ist jedoch berechtigte Hoffnung vorhandelt, im Laufe des Semesters noch einige neu. Fiixc zu bekommen. Zuschriften ttsw. sind zu richten entweder au den Schriftwart: stud. iur. Georg MiilK-rheim. TT.eretiCT.str. 52 f. oder an di. Kneipe: Würzburger Hof. Goetltestr. 8 I. München. Mir mochten wohl Grund zu unserem langen Schw;igelt haben, denn mit dem Judentum wollte cs in München gar nicht mehr vorwärts gehen. Nach längeren Vorbereitungen Tnarscbiereu wir nun wieder hoffnungsvoll in den Winter hinein. Unsere letzte Sommerauteabc war der bewirkte Zusantmei'schhiss z.’ir Gründung einer jikbsch'en Lesehalle, die auch unter der Beteiligung von 1? jüdischen Vereinen in der Löwengrub: No. 6 unter! alten wird. Dann gelang der unermödlicheit Arbeit v״!! Frau Dr. rred. Straus -- der wir auch auf diesem Wege danken wollen — ein Zusammenschluss jüdisch-nat!on־der Frauen; cs sind deren beute schon fast 30 dent Verein bc;gctr: ten. so dass bei der Regsamkeit der bcteiligteu Damen eine recht ersoricss’iclie Arbeit geleistet werden wird. Das letzte Referat Inelt Frl. sttuk med. denn Bettv Hu lli sch filier jiid'sehe Geschichte. Auch leden Studonten ist wieder e nc bessere Zeit cingczogen. Nach dem mehrmaligen Vetsagen resp. gänzlich umüszinbrierten Vorgehen der damals hier weilenden zionistischen Akademiker schien ein enger Zusammenschluss und ehi organisiertes Vorgehen dringend geboten, ganz abgesehen von zionistischen Akademikeru. die abseits unserer Bewegung »,ichts oder fast nichts genützt haben. So entstand die zaristische Verbindung ...lordania". deren Mitebeder ber.itwillig e!־>e Reibe zionistischer und jüdischer Arbeiten auf sieb genommen haben. Etwas snäter ist auch der Verein jüdischer Studenten wieder auf die Be ne gestellt wurden, fm vorigen Semester hatte er mir eine Schcincvst nz. Einige von auswärts zurfickgckehrtc V׳. J. St.er haben dem Verein c׳ne Reibe!,euer Kräfte zugeführt, d;e sicher unter der wissenschaftlichen Lcitmi״ unseres langjährigen Ortsgrunnemnitgliedes, cand. jur. Theilbcimcr. zu guten Juden berangebi.’det werden. In der Ortsgruppe selbst musste iiFoh'e der Amtsniederlegung der Herren Dr. Halocrn tmd Dr. Regensburger ein neuer Vorstand gewählt werden. Herrn Dr. Halncrn wurde in der Oc neralversammlung nach Hamburg, wohiu-imser früh rer 1. Vorsitzender übergesiedelt ist. unsere besten Dankesgrüsse ühcrtmtteb. An seine Stelle wurde Herr I.obatz. als stellvertretendes Präsidium Herr S e h a c 11 וו o gewählt: Kassen wart ist Herr Hausdnr I und zu Beisitzern wurden Frau Kunstmaler Hermann und cand. med. Theilhaber ernannt,!!•folge Absage des für den Schriftnihrerposteu gewäldt.ti Herrn wird dieses Amt interimsweise verwaltet. — Mit den übrigen Ortsgruppen des Gruppenverbandes sind wir in regem Verkehr; so entsandten wir jüngst einen Herrn nach Nürnberg. — Am Montag, den 30. Nov., fand c;ne grosse öffentliche Versammlung statt, in der Herr Dr. Israel Auerbach über die Vorgänge in Russ-!and sprach.- Die Notablen der Gemeinde hatten aus Furcht, es könnte dadurch A n t i s em i t i s m 11 s e n t s t c 11 e n . die Veranstalt 11 ngeiner allgemeinen, grossen j ti d ■: s c h c n Vcrsamm־ Iu n g a b ge I e h n t. Wir leben eben immer noch in München! Aaron Beit Colia u. 4! Von vielen Selten wurden uns lokale Aufrufe zu Gunstci. unserer gemordeten und geplünderten Brüder c'ngesandt, ׳zum AIxlruck in der RUNDSCHAH. Wir winden gern solche z.um Abdruck bringen und daran zeigen. w:e in der Provinz gearbeitet wird, zumal sie niest.ns von zionistischer Seite veranlasst und verfasst wurden. Doch verbieten uns die Rücksicht auf den Raum und der Umstand, dass es schwer ist. eine Wahl zwischen so vielen mc'st sehr gelialt- und gefühlvollen Atimncn zu treffen, einige davon abzudrucken. * Herzlbund Alle .Mitglieder und Freunde unseres Herz.lbumks werde.!! ersucht. Beiträge au Herrn c a 11 d. j u r. A ui b r ti n 11. M 0 11 ־ e hen. Unter an ge r. zu senden, damit d'e Übersendung von UNSERE HOFENl'NG erfolgen kann. IM Rundschau mm Aus Russland Die DEUTSCHE TAGESZEITUNG findet den traurigen Mut. die folgende von Verlogenheit strotzende Auslassung zu verö.'- fentlichcn. von d:r wir unseren Lesern Kenntnis geben, um diejenigen vom ihrem Wahn zu befreien, die dem Blatt noch immer eine gewisse Anständigkeit Zutrauen: Die jüdischen Provokationen Aus Petersburg schreibt uns unser T-Korr.spondent: Die öffentliche Meinung ist keineswegs darin cüiig. dass die Judemuetzcleien in verschiedenen Städten aut Anstiftung von der Regierung oder doch von der Polizei zuriiekziiiiihren seien. J.tzt, wo die Sthntnung sich allmählich zu beruhigen beginnt, erfühlt man Einzelheiten, aus denen siel, ergibt, dass de Juden selbst au dem über sie hereiugcbroehcitcu Strafet richte einen grossen Teil der Schuld tragen. In Ssaratow hatte am Tage der Veröffentlichung d׳:s letzten Manifestes eine Anzahl jüuisrher Revolut ouäre eine Versammlung am Theaterplatze abgclnlten. in der die Redner in ttvissloser Weise den Kaiser und die Regierung beschimpften. Dcsc Versammlung war sclmn cf.shalb ein grober Fehler von jiidischer Seite. \\e 1 die Volksstimmung g’cich nach Bekanntweiden des .Manifestes durchaus loyal und friedfertig w ir. Mm erkannte die Bedeutung des kaiserlichen Onadcnaktcs an. c.s wurden Dankgottesdienste abgehalten, und alle* W.lt g:1b sich der Hoffnung auf eine glückliche freiheitliche Zukunft hin. Unter düsen Umständen war es natürlich, dass der kaisertreu. Teil der Bevölkerung Ssaratows in höchstem Masse erbittert war. Aber man hielt sich noch z.'.irü’k. Als dam׳ die Kau!• .,naimschaft eine patriotische Kundgebung verausta'teu und ein Telegramm an d.n Grafen Witte absenden wollte, erla l» sielt starker Widerspruch unter der j ii d i s c h e n P a rtei, de entschlossen schien, sich tätlich diesem Plane zu widersetzen. Als das in Ssaratow bekannt wurde, Hessen sich die ErbitVrten nicht mehr ziigeht. tmd man begann die jüdischen Geschäfte zu verwüsten sowie die Juden zu misshandeln, wo man sie traf. In K i *; w hatten d;t jüdischen Revolutionäre kurz vor der Hetze, der sie zum Opfer fielen, das Oebätid.• der St׳*־ltvcrw־altu11>f entsetzlicli z.ugericlitct: naimutlich waren die Kaiserbi'ldnisse und die Heiligenbilder vernichtet worden. dass siel, darüber die orthodoxen!ovalen Russen cm- Dören müssen, liegt auf d.r Hand. Die angebliche״ Intriguen und Hetzereien seitens der .Vertreter des absterbeuden reakti״- 1׳:iren Systems" waren wirklich nicht 11öt>g. u1״ das Volk gegen Jude!׳ mobil zu machen. Die Juden Italien selbst ausgezeichnet v o r g e a r b e i t e t. um uie a 11 g .- .m eine E nt p ö r 11 n g gegen sie zu nt A u s b r u e h z 11 bringe n. Folgt dann nachstehender ..Privatbrief" aus Odessa. 5. November, dessen Anfang also lautet:

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