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Jüdische Rundschau · 1905-11-17 · Heft 46 (17.11.1905) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 46 (17.11.1905)
Date
1905-11-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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t 0 Seite 594 _JÜDISCHE Aufruf an die Zionisten! Unser Volk ist wieder von einem' ungeheueren Un- ‘glück lieinigesnclit worden, das alle früheren Kata- Strophen an Grausamkeit, Härte und Tragweite übertrifft. Russland wird frei. Tausende und Abertausende Juden haben di, Freiheit des russischen Reiches durch unerhörte Opfer, durch Hingabe von Blut und Leben rr.itcrokcrn geholten. Wir sind dem gewaltigen Kampfe der russischen Völker um die Freiheit immer mit dem grössten Intertss ־ gefolgt, aus an-erem Freihcits- und' Mcuschheits- *«:־. | heraus, namentlich aber auch aus dem Grunde, w c,! das Geschick unserer russischen Brüder auf innigste damit verbunden ist. Wiewohl wir stets an unserem Grundsätze festhielten, dass die endgültige Lösung der Judenfrage weit über die Emanzipation der Juden der einzelnen Länder hinaus in der Befreiung der jüdischen Nation auf eigenein historischen Territorium liegt, haben wir von der grossen Umwälzung Russlands eine Stärkung unserer Volkskraft erwartet. Nach namenlosen Leiden fielen die ersten Hoff• nungsstraliLn in das entsetzliche Dunkel des jüdischen Lebens. Kaum aber ertönt der erste Freihcrsria. als schon w ieder und grauenhafter denn je. die Mächte des Fanatismus und des Judenhasses, den man eben für gebändigt hielt, entfesselt Wurden und unsagbares Unheil über Millionen unserer Brüder gebracht haben. I!1 dieser schweren Stunde, da das jüdische Probiein sich wieder in seiner ganzen furchtbaren Grösse vor uns atifrichtet, wollen wir indessen* nur an den nächsten Augenblick denken. Tausende Juden sind in niederträchtiger und grausamer Weise hingemetzelt wcrd°n, die Existenz von Hunderttausenden ist vernichtet. Gedenken wir unserer Pflicht gegen unsere ins F>nd gestürzten Brüder! Schaffen wir schleunige Hilfe! Geben und sammeln wir mit all unseren Kräften für die Geplünderten, für die Witwen und Waisen. Millioneji sehen mit Bangen den furchtbar drohenden Gefahren entgegen. Denn niemand kann sagen, w׳as die nächsten Stunden bringen werden. Jetzt, da unsere Volksgenossen nur auf sich gestellt sind, ergehe unser Ruf an alle Gesinnungsgenossen und Freunde. Gebet unseren Brüdern und Schwestern die Mittel an die Hand, sich gegen bestialische Mordbanden zu wehren. Stützet die organisierte jüdische Selbstvertei« digung! Stärket die jüdische Selbst wehr! Das Zionistische Aktionskomitee. An die Mitglieder des grossen A.-K. und die Landesorganisationen Der Präsident des A.-K., Herr D. W 01 f f s 0 h n , hielt kürzlich mit anderen Mitgliedern des A.-K. und Delegierten aus Russland in Berlin Konferenzen ab, die sich ausschliesslich mit der russischen Katastrophe beschäftigen. Das Engere A.-K. hat energische Schritte unternommen, um unseren gefährdeten Volksgenossen in Russland in ihrer jetzigen bedrohten Lage nach Kräften beizustehen, und ist in dieser Richtung unausgesetzt tätig. Gesinnungsgenossen! Wir fordern euch auf, unverzüglich öffentliche Versammlungen und Kundgebungen zu veranstalten, Sammlungen einzuleiten und hierbei die weitesten jüdischen Kreise beranzuziehen. Als Zentralen für die Entgegenahme von Beiträgen füngieren die Jüdische Kolonialbank und die Sammelstellen für den Nationalfonds. RUNDSCHAU Mitteilungen des Zentralbure^s der Zionistischen Vereinigung für Deutscand Alle Ortsgruppen, die sich bisher noch nicht; dem Sammeln von Materialien zu gunsten des Nationonds beteiligt haben, werden'nochmals dringend liier; a}dgefordert. Bevor nicht jeder einzelne Zionist cs fiis£,nc Piliclit hält, die kleine. Miihe des Sammelns zu,bcr־ nehmen, wird das Ergebnis der Materialien$amll״ß unzureichend sein. Welche Erfolge durch eifrige?aJ־״ mein erzielt w erden können, beweist die bekam! ־0ץ delsehw iiighsclie Anstalt in Bielefeld, die allein a!״em Verkaufe von Zigarrcnabsclinitten im letzten •a‘.,rJ־’ 4000 Mk. gewonnen hat. Wenn auch selbstvcrsta'1cjl die deutschen Zionisten allein nicht cbensovie,3־1״ bringen können, so kann doch gerade von diesem,atc־ rial eine Menge Zusammenkommen, wem! jede ra11־ eilende Herr beim Einkauf von Zigarren regelte Spitzen als Beigabe verlangt. Ausserdem zeigt < *-r־ fahrung, dass auch Nichtgcsiiimnigs- und GIaut1sßc־ nossen einen Sammler von derartigen, sonst wd0!j5n Dingen gern in seinem Bestreben unterstütze.! garrenabschnittbiichsen mit dem Aufdruck: ״JfPcbcr Nationalfonds“ sind von der Lübecker Zentrale ] b5" ziehen. Preise: einzeln 25 Pf., 100 Stück a ’ 15 0י% י*ז Stück ä 20 Pf.. 25 Stück ä 22 Pi. Der Betrag isPr'1er einzusenden. Ganz besonder«; wird das Sammeln von *aJ0״‘ empfehlen, iiir das die Zentrale sehr gute Preise zielt. Irrtümliche Anschauungen walten vielfach ül* ״a־j Sammeln der Briefmarken ob. Da diese unsortn ״״״ unabgelöst eingeschickt werden können, verurst1* lbr Sammeln keinerlei Mühe. Selbstverständlich erae״ sie in der Wiener Zentrale, wohin sie gesandt erc^en» sorgfältig sortiert, sodass jedes seltenere EmP^ar seinen vollen Preis bringt. Das Zentralbureau ersucht die noch fernst?aaen Ortsgruppen nochmals, baldigst Sammelstcllen i/.hrem Orte ins Leben zu rufen und Namen und Adre^ des betreffenden GCschärtsleite.rs der Lübecker^en־ trale (Adr.: Frau Dr. Joel, Beckergrue?8) initzuteilen, ,die die näheren Anweisungen sofe e‘n* schicken wird. * * ♦ In einer mittelgrossea schlesischen Stadt, 1 der eine kleine Ortsgruppe besteht, ohne dass unr., der reichen und zum Teil gut jüdisch gesinnten B'ölkerung zionistische Propaganda getrieben wird - aus־ schliesslich aus Mangel an geeigneten Kräf —• könnte sich ein junger zionistischer Arzt niede1sse״• der In der zionistischen Agitation über ErfaPnßen verfügt und Willen und Fähigkeit in sich fühlt, ,r°Pa־ ganda zu treiben und eventl. die Leitung eine^Hsgruppe zu übernehmen. Nähere Auskunft, spezit aucb über die Chancen der Praxis, erteilt D r. Sa^cr< Breslau, Nicolaistrasse 7. ץ• - Mitteilung Englische Zeitungen veröffentlichen ein Tele^mm des Präsidenten unseres Engeren Aktionskd‘^05» Wolffsohn, an den englischen Minister des Auswegen, Lord Landsdowne. Das Telegramm lautet: An Seine Lordschalt Marquis Landsdowne Downing Street, London. Im Namen der zionistischen Organisation d' ßc־ samten Welt, der die hohe britische Regierun u°d

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