Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1905)
- Date
- 1905-11-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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k l \ f V 11 \ 11 ך V vJUIbo l!\3üük3 *nnementsprels (Zusend, inbegriffen) *i«rl,1jl11Hicl1: urch die Expedition: »)In Bei __gQ f,\ar^!,) nach aus* »irt* Vrtjfk cj fjjr das Ausland 1.50 Mark. *• '״itibsnnement 1,25 Mark. Wtlonsprels «e ״'״ßaitene Petit-Zeile oder "*1 Raum 25 Pfennig. Organ 2^ der Zionistischen Vereinigung für T Adresse für Geldsendungen and Bestellungen: Vertag lOdtuh■ Rundschau, E. Q. m. b.H» BfHin NL 54. Auguatatr. 48a. a**chS(t1*tunden der Eapcdltlo* ן ligllch (ausserSabbat und Sonntag) totmittags 10—1, nachmittags 3—7 Ubc. Deutschland Adresse dar Redaktion: Bartls M W. 62, Malaaekthiastraa•• 4 Alle Rechte torbehalten. Abdruck aus der JUEDlSCHEM RUNDSCHAU nur te» 7011er Quellenangabe gesuttet. Numer 461| Berlin, 19. Cheschwan 5666— 17.November 1905 j X. Jahrgang Zionisten, Gesinnungsgenossen! Von Neuem ist schweres Unheil über unsere Brüder im Osten gekommen. Fanatisierlpöbelhaufen haben mordend und brennend die russischen Städte durchzogen, unnennbare Gräuesind geschehen, wie sie selbst in der mit Blut geschriebenen Geschichte unseres Volkes einzigjastehen. Nach Tausenden zählen die Opfer der letzten Tage, die Männer und Frauen, die ןווו unter scheusslichen Martern getötet, die armen Kinder, deren hilflose Unschuld man nicht;schont hat. Das Wort ist zu schwach, um die Scenen des Entsetzens zu schildern, die in3c|essa und Nikolajew, in Kiew und Tomsk, an mehr als fünfzig Orten sich ereigneten und d Geschichte des christlichen Russland mit Schmach bedecken. Und die Regierung, berufen zum Schutze ihrer Untertanen, hat nicht nur die Mordbuben.eschützt, nein sie hat ihnen die Wege gewiesen. Polizisten und Regierungsagenten warerpührer der entmenschten Horden, Beamte und Offiziere teilten mit ihnen den blutgeträr^en Raub, bezeichneten die Häuser der Juden und verstümmelten und verbrannten Greise und hanke. Keine Zeit und kein Land hat derartiges je geschaut, nie hat eine Regierung vorde solche Blutschuld auf. sich geladen. Vor Gott, dem gerechten Richter und im Namen der geschändeten Menschlichkeit erhebe wir |aut unsere Stimme, um anzuklagen ein entmenschtes Volk und dessen pflichtverße%ne Leiter. Wir heischen von ihnen das Leben unserer schuldlosen Brüder und Schwe.ern, das vergossene Blut ihrer Kinder und erhoffen die Sühne dieses ungeheuren Verbrechcs. Zionisten, Juden, Euer Herz muss wie das unsere brennen, wenn Ihr des Geschehenen denkt. Darum rufen wir Euch auf, mit uns das schlafende Gewissen der Völker wachzurüttelr |n Schrift und Wort sollt Ihr Euch an die Oeffentlichkeit wenden, um das Treiben der Wden jenseits der Grenze zu brandmarken. Mit uns soll die ganze zivilisierte Welt dageg* Einspruch erheben, dass man ein verrottetes und dem Untergang geweihtes Regiment zu stüen sucht, indem man verdienten Hass abwälzt auf die Aermsten der Armen, die unsere Brüder^. Veranstaltet überall öffentliche Versammlungen, sucht die Mitwirkung aller menschlich Empf»]enden nach, sammelt Gelder, um der dringendsten Not zu steuern und den noch immer Bedroten die Möglichkeit der Abwehr zu schaffen. Zeigt, dass das Leid unseres Volkes nirgenj willigere Helfer findet als im Kreise unserer Gesinnungsgenossen. Und handelt schnell! Zionistische Vereinigung für Deutschland. Dr. Bodenheimer.