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Jüdische Rundschau · 1905-11-10 · Heft 45 (10.11.1905) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 45 (10.11.1905)
Date
1905-11-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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584 No. 45 JÜDISCHE RUNDSChAU Benin. Die Jüdisch-nationale Fraticn-Vcreinigung vcran- ן staltct: am 22. Oktober zur Feier des Simchaththora in den Räumen des Eber-Bräu. Roscntalcrstrasse. einen geselligen Thecabeitd. der zur allgemeinen Zufriedenheit der Mitglieder und Gäste ausfiel. Ausser interessanten Vorträgen wurde ein ׳mpravisiertes Tanzkränzcbcu ariangiert wc'chcs Alt und Jung bis gcg'.n Morgen heiter und froh vereinte. Inniger An- Schluss und g c ui c •i n samc Arbeit sei die Parole der Jüdisch-nationalen Fraucn-Vereinigune. T. S. Königsberg L Pr. Am Mittwoch, dem IV Oktober, cröffnete Jic Königsberger Zionistische Yer; nigung ihre Vcrcinsvcrsannnlungen im Winterhalbjahr mit einem DiskussionsaboaJ: Stellungnahme zu den Beschlüssen des VII. Kongresses*•. Dr. Hoppe gab ein kurzes enleite des Ro'crat in welchem er speziell die Stellung der ״politischen Zionisten" gegenüber dem Hcsc111tr.sc beleuchtete. Er unterschied 2 Gruppen uiher diesen. I. die eigentlichen Landsucher, welche der JtiJLitnot atigenb ickl eh abhelfcn wollen, und 2. d'c, welche die Möglichkeit einer Kolonisation in einem Tcrritorium ausserhalb Palästinas u»d seiner Nächbarläudc«• als ein eventuelles politisches Mittel nicht ausgeschlossen sehen wollen. Die Beschlüsse des Kongresses haben sowohl den ierritori ־ülischcn Bestrebungen als dein Chowewe-Zionismus df. Airsage erteilt. Das Misstrancu. dass Bestrebungen in der Richtu g des Chowewe-Zionismus im •Aktionskomitee missgehend werden konnten, sei durch nichts begründet. da L'isischktu selb.st erk'art habe, dass er v>׳:n Chowcwc-Ziouistrus geheilt sei. Refetcnt kennzeichnet zum Schluss die Gefahret, welche;n der Gründung eines besonderen Verbandes politischer Zionist.u nir die Einigkeit der Bewegung, erwachsen, wenn er auch die Berechtigung derselben, für ihre Überzeugung, c'uzutrcteu. zugestanJ. In der Yeru; teilung dieser Verbandsgriindung wart! ziemlich alle Redner eitue. seilst solche, weiche sich als politische Zion'sten bekanntst*. Als solche sprachen Herr Otto Cohn. Palis. \Y o I f s <• Vn und Po mer a tt z. während Dr. Pelz und sind. Fried nt a n n sich auf Seiten des Blocks der Zior.c-Zion ste’Iten. der keine Partei bedeute, solidem eigens für die Zwecke des Kongresses sich zusintmcngeian halte, und Herr Kourow einen mcl.r vermitteln־ den Stardpunkt einnahm. Die Diskussion verlief in euer durchaus ruhigen e־d würdigen Weise. Von einer Resolution wurde Abstand genommen, da cs als selbstverständlich angesehen wurde, dass die Kongressbeseliliisse für alle, verbindlich seien. Fllchne. Am Sanntag.dem 5. November er., eröffnete di. hiesige Zionist sehe Ortsgruppe dca Reigen der Wintervorträge. Der Vorsitzende Alfred Sa litt ge r schilderte in hingeicr Rede die Vorgänge auf dem letzten Zionisteukongrcss, sprach die Erwartung aus. dass für alle Zionisten ohne Unterschied der Partcisteflimg de Beschlüsse des Kongresses bildend sein müssen. Die Versatnr/.ung erklärte sich mit den Ausführungen des Vorsitzenden einyeistanden und begrüßte die Beschlüsse des Zentralkomitees. Nach Vortrug einiger Lieder und Gedijehte wurde dem Beschlüsse d-s Vorstandes, betreffend die Wähl des H.rrn Rechtsanwalts Dr. Kollcusehcr in das Poscner D'ßtriktsbureau einstimmig genehmigend beigetreten. Rechtsanwa t Kollcusehcr wird am 19. d. Mts. in der hiesigen , Oitsgruppe einen Vortrag halten, zu wefclum auch die Gesljtmmg$gen״sse!1 aus Schöttlanke geladen werden sollen. Hamburg. Unsere Ortsgruppe hat durch die vor einigen Tagen erfolgte Uebersiedelung des bisherigen Vorstands!!! tgliedes S. N. Murgtilies nach New-York einen empfindliehen Verlust erlitten. Margulics. der das Amt eines Schatzmeisters mit grosser Umsicht verwaltete, und dem Hanseatisehen DUtriktsburcau aB Mitglied angeliörte. war unermüdlich für die Entwicklung des Zousnitis in Hamburg tätig. Ein h.rvorr-igeuder Kenner unserer Volkssprache, war er eitrigst bemiiht. der Kenntnis derselben innerhalb der Hamburger Ortsgruppe Verbreitung zu verschaffen. Die Ortsgruppe, die anlässlich seiner Silberhochzeit seine Eintragung ins Goldene Buch bewirkt hatte, hat ilm zum Ehrenmitglied gewählt und auf seinen Namen 10 Oelbäume gestiftet. Mögen auch in der neuen Welt seine Fähigkeiten Betätigung und Anerkennung innerhalb der zionistischen Bewegung finden. V. (Verspätete Mitteilung.) Frankfurt a. AI. In der am In. v Mts. abgehobenen Generalversammlung wurden gewählt: J. L. <i o i t c י n I. Vorsitzender, Hermann FrUsWindcr 2. Vorsitzender: Baruch Sfern Kassier; Joseph Hackenbroch Schrift'iihrer; Dr. jur. Elias. Ingenieur S. F e i n d ol d und Dr. nteJ. H. Feucht w a n g c r Beisitzer. Zu Bei׳ im der Versäumt- <iung atu 31. Oktober gedachte der I. Vors. (1 o i t c i n des veiewigteit Dr. O. K «• k c s e h. In warmen W orten schilderte er die Verdienst, des Verstorbenen als Vorkämpfer und!Mitarbeiter Dr. Hcrzls. Als Thema des Abends hörten wir alsdann •den Vortrag des Herrn Ingenieur Feingold über ״P i c VV a s s c r k r ä f t c Palästina s". G. H. Strassburc I. Eis.!11 der Zionistischen Ortsgruppe referiert■: am Sonntag, dem 29. Oktober Herr cattd. iur. S i nt o 11 Weil vor einer stattlichen Anzahl Herren und Damen über ״D i e Lage im Z i o 11 i s nt u s na c I! d e tu VII. K o tt g r c s s". Ausgehend voa den Baseler Kongr.ssresolutianen über die Landfrage und die Wirtschaft! che Ucgenwaitsarbeit erörterte der Herr Referent die Fragen, ob es nicht unzweckmässig sei. beute schon im Lande selbst zu arbeiten ohne die rechtlichen Sicherungen, und ob es nicht ein politischer Fehler des Kongrosses gewesen, überhaupt jedes andere Land, auch als Mittel zur :1: Hängung Palästinas zu verwerten. In beiden Punkten gelangte Herr Weil zu einer Bejahung dieser Fragen. Er sprach s clt 1 er für die technischen und wissenschaftlichen Vorarbeiten aas. worunter auch die Anlagen von Farmen in verschiedene,* T.ilen des Landes zu rechnen seien. Ausserdem sei das jüdische Element itt Palästina aufs kräftigste zu stärken und zu organisieren. Bezüglich der Mittel, durch die man Palästina erlangen könne, stellte er die Forderung auf. dass der VIII. Kongress wieder zum Programm des ersten zurückkehren müsse, wodurch erreicht würde, dass die Lehmig alle guten Mittel zur Erreichung unseres Zieles i!1 der zionistischen Politik anwenden könne. Die nett organisierte territoriulistiscbc Organisator dürfe keineswegs zu c nem phtiautropiscl.cn Unternehmen gestempelt werden, sondern es müsse im Gegenteil darauf geachtet werden, dass diese Bewegung streng national bliebe ׳.md ' c sie dereinst dem Zionismus zu gute komme. Deshalb sei ״.c Abscht der politischen Zürn-stcit zu begriissen. als organisierte Parte in die territoriabstische Organisation einzutietcn. ׳denn atti diese Weise konnte es eriuüg'lcht werden, dass das Territorium mich iiir den Zionismus von Nutze tt w erde, dass es zur Vorstu'e werde für Palästina, wo allein das jüdische Problem iur immer gelöst werden könne. Beinahe sämtliche Diskussio.-sr.dner traten diesen Ausführungen des Referenten entgegen. Herr stud. tnatlt. Pich er t meinte, aas best- M ttel zttr Erlangung Palästinas sei Geld ur.d verlangte eifrige Tätigkeit iiir J.e zionistischen Institutionell. Strenge Dicrnpiin in der Bewegung verlangte Hetr Rolski. während Herr Lu eien Dreytuss trotz, seiner Sympathien für den poütischen Zionismus die ganzen Händel für ׳-,.neu Streit um Kaisers Bart hielt, da man ja vorläufig gar kein Territorium habe und. wenn sich ein solches zeigte, es trotz aller Resolutionen vor den Kongress kommut würde. Ausserdem beteiligten sich an der Diskussion •die Herren P i k h a r t. VV' o 11 i s c h und Dr. k a l c b. In sc rem Schlussw ort sprach der Retere nt d.n Wunsch aus. dass die eben tagende Sitzung des Zentralkomitees und der nächste Delegiertentag vom besten Erfolge iiir die Bewegung gekrönt sein möge. Sammlung für den Natioialtonds 0 Mk. Die Sa mittelstelle für Materialien h a t E r I. Paula Hammel, in» Verein mit F r I. R o t sc h i I d ii be r 11 o tu in c a. Die Strasshurger Gesinnungsgenossen bitten wir um Gfrige Sammeltätigkeit. M. B• Rundschau Aus Russland Was jetzt in Russland vorgebt, kommt nur durch seine Oraueiihattigkcit überraschend. Dass ..die russische Revolution ihren Weg über jüdische LeYheu nehmen" werde, haben w,r Zionisten unseren tussisch-jüdischeit Gegnern oft genug g.stgt. Freilich ist c> in djgsom bäll ein trauriger Ruhm, d r richtige Prophet g•.wesen zu sein. - Überall beginnen bereits d.e Sammlungen für d;e ttugliickhclten Opfer rusischer Kultur — soweit sic noch au» Leben sind. Wir registrieren nur die wichtigsten der ciucegangcuen Meldungen und verweisen auf den Leitartikel der heutigen Nummer. London. 2. November. Aus K i c w wird telegraphiert: Vorgestern Nacht spielten sich uubesvhrcib'ichc Szenen des Schreck.ns ab. Der Pöbel brach 11׳ das Rathaus ein und riss das Gemälde des Zaren lurab. Die Truppen feuerten tnd töteten ־tu Personen. dreihundert wurden verhaftet. Soldaten wurden von Pierden gerissen lind am Boden liegend ermordet. En Adfvokat riss das Porträt des Zaren aus dem Rahmen, schnitt den Kopf des Bildes her u!s. steckte seinen Kopf hindurch und hielt so eine Rede an den Mob vom Balkon des Rathauses. Gestern fritlt crstiinnV «,itu; Baude Arbeiter (?) sein H.tus und tiss 11m in Stöcke. U״.t Mitternacht begann eine J u d e 11 h e t z et de Marktgebäude wurden zerstört, und kein indischer Laden

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