Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1905-10-27 · Heft 43 (27.10.1905) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 43 (27.10.1905)
Date
1905-10-27
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2651394-2651437--02918-2659823
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 560 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. '43 nicht, trotz der fast zweistündigen Ausführungen des Redners. \ und gab wiederholt seine lebhafte Zustimmung zu erkennen, ns t zeigte; sich, dass die Metzer Juden fast durchweg dem poli-! tischen Zionismus lebhafte Sympathien entgegenbringen, Eine grosse Anzahl von Damen und Herren traten der Ortsgruppe bei. Herrn Dr. Friede mann ist der Vorstand zu aufrichtigern Dank verpflichtet. Fr hat es verstanden, unsere Idee■» in einer Weise zu propagieren, dass der Zionismus nunmehr hier eine bleibende Statte gefund.״׳ hat. Der Vortragende jmthielt sich jeder Stellungnahme zu den verschiedenen s*trömutigen innerhalb der Bewegung. Jedoch wurde von Scit.ni der Versammlungsteilnehmer wiederholt betont, dass die Metzer Judenschaft nur mit dem politischen Zionismus sympatisicit, und die Tendenzen der Zio!1e־Zion ahlchut. Die Versammlung und ihre grossen Erfolge haben bewiesen, dass eine zionistische Agitation hierzulande in jeder Beziehung anssichtsrcicl! ist, sofern radikale Bestrebungen ausgesehaltet bleiben. Dr. F. Mannheim. Ein schönes Beispiel von Selbstzucht und Disziplin gaben die Vertreter der verschiedenen Parteien undsercr Ortsgruppe in der Versammlung, in welcher unser allvcrehrtcr Delegierter, Herr Dr. Moses, seinen Wahlen! Bericht über de״ VII. Kongress erstattete. In seinem Reterat verbreitete Herr Dr. Moses sich hauptsächlich über die zwei wichtigsten Fragen, die dem Kongresse Vorlagen: die Ostafrika- •frage und die Wahl einer luiicii Leitung. Im Interesse der Erhaltung unserer Bewegung ihrer Finhcit und Stetigkeit, die bei der Beibehaltung der Ostafrikafragv aufs äusserste gefährdet waren, habe Referent gewichtige Bedenken gegen die Fixierung eines die misserpalästincnsischc Kolonisation aussciiiiessendat Passus in einem Kongressbesc’üusse unterdrückt und im A.-K. für die Resolution gestimmt. Von den deutschen Mitgliedern des A.-K. hätten in der betreffenden Sitzung die Herren Dr. Klee und Dr. Fricdcmaon wegen beruflicher Ab* baltung gefehlt. Dr. Bodenheimer habe gleich Dr. Moses für die Resolution gestimmt, und es sei schwer verständlich, dass Dr. Bodenheimer, wie ein Kölner Bericht in der Rundschau erkennen lässt, jetzt nicht voll entstehe fiir sein damaliges Votum. Redner glaubt, dass, nachdem klar und eindeutig das Palästina-Heimstätteprogramm als alleiniges Ziel und alleiniger Inhalt der zionistischen Arbeit durch den Kongress sanktioniert wurde, die territorialistischen Bestrebungen nur unabhängig vom Zionismus gefördert werden könnten. Zangwili habe den rechten Weg eingeschlagen. Die JTO ist als eine wertvolle Ergänzung der jüdischen Woliltahrtsbcstrebungcn attzttsehen und zu fördern.• Im Zionismus bilden jetzt politische Bcmühungen um Palästina neben einer in bisheriger Weise von der Palästina-Kommission 'fortzusetzenden Friorschtingsarheit die vorherrschende Aufgabe. Die neue Leitung verdient unser volles Vertrauen, vor allem Wol'sohn, der langjährige getreue Beirat H^rzls. Der Redner ermahnt zum Ausharren: man müsse w ieder, wie man ehedem nicht anders gewusst hätte, sich gcdulden, und ohne Jagd nach Augenblicksfolgen fair das grosse Ziel arbeiten. Wenn man dieses Ziel klar hinstcllt. wird cs stets neue Massen anziehen. Redner befürchtet keine Finbusse der progandistischcn Kraft des Zionismus und schiiesst mit einem hoffpungsfrohen Ausblick auf dessen Zukunft. Nach dem sehr beifällig aufgenommenen Referate votierte die. Versammlung Herrn Dr. Moses den Dank für seine Vertretung der Ortsgruppe auf dem Kongress. Seitens des Vorstandes der Ortsgruppe wurden nun folgende Resolutionen zur Annahme empfohlen.!. Die Zionistische Ortsgruppe Mannheim hegriisst David Wolfsohn als neuen Führer. Sic bringt ihm. wie der neuen Leitung überhaupt, volles Vertrauen entgegen u!!d gelobt treue Gefolgschaft. An der Durchführung der Beschlüsse des VII. Kongresses wird die zionistische Ortsgruppe Mannheim selbstverständlich mit allen Kräften mitzuwirken suchen. II. Die Zionistische Ortsgruppe Mannheim, in deren Reihen Zionisten Verschiedener Schattierungen Zusammenwirken, hält die proklamierte Gründung eines besonderen Ver- ■ bandes innerhalb der Zionistischen Vereinigung für selüid- ־ lieh für die Bewegung. Die zionistische Ortsgruppe MannhcNii hält cs für die Pflicht eines jeden Zionisten, seine Kräfte innerhalb der Organisation lediglich auf den Ausbau dieser Organfsation zu konzentrieren, durch Propaganda nach aussen und Erziehung im zionistischen Sinne nach innen in Oernässhcit der Beschlüsse des VII. Kongrosses. In der Diskussion betonte Herr Ludwig Clotzl. dass er zwar in Basel auf dem Standpunkte der Minorität des Kongresses gsctanden hatte, dass er sehr bedaure. dass der Kongretss sich durch die Beschlüsse nach dieser Richtung hin gebunden hätte. Nichtsdestoweniger aber beuge er sich diesen Beschlüssen. Wir Küssen uns eben auf den Boden der Diszipiin steifer»; cs sei dies der einzige W'cg. den wir betreten können, um der neuen Führung die .Möglichkeit zu arbeiten zu geben. Er schloss mit dem Appell, den Resolutionen cinstimtnig zuzustimmen. Die Versammlung nahm hierauf beide Re- Solutionen, die, einem Antrag gemäss, getrennt zur Abstitnmutig gebracht wurden, durch Akklamation an. Budapest. Die ״Makkabäer-Tischgesellschaft israelitischer Umversitätshörer" veranstaltete am 17. Oktober Nachmittags* die erste zionistische Vorlesung in der Hauptstadt. Die Vorlesung fand im Beratungssaalc des neuen Stadthauses statt, wo sich ein zahlreiches Auditorium cingcfnndcit hatte. Den Vorsitz führte Advokat Dr. Nikolaus Weissberger, der in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Zionismus w ürdigte. Hierauf sprach der Ingenieur Armin Bcregi über die Kolonien in Palästina und Argentinien. Vorträge liicltcn noch Professor Armin B nkor über die k n 11 u reifen Bestrebungen des Zionismus, Bernhard Fisenbc.rg über die gesellschaftliche Lage des Judentums und Dr. Ludwig Dönteny über die Verhältnisse der ungarischen Juden. .Petersburg. Mehrere hiesige zionistische Vereine bcschlossen, in einer gemeinsamen Versammlung, die Finberufmig cings russischen Z ionis t e nk o 11 g r e s sc s zu he,tutragen, der sich mit der Frage der Beziehung der russischen Zionist.n zu der allgemein russischen Befreiungstendenz beschattigen soll. * Die Jiicffsch-nationaic Fraiienvereiiilgung setzt ihre Sa mmdingen von Siauiolkapseln. Zigarrenspitzen und Marken aiic'1 weiterhin fort. .Fs sei bemerkt, dass inländische Mark׳.!! denselben Wert haben, wie ausländische, dass das Loslösen der Marken vom Panier nicht notwendig ist und dass nur solche Marken von Postkarten zu verwerten sind, die nicht c-iiigedruckt, sondern aufgcklcht sind. Gefällige Spenden nimmt Frau Dr. Julie lionmann. Krausnickstr 15 gern entgegen. t Rundschreiben des Bevollmächtigten der zionistischen Vereine Im Sudwestgebiete Russlands. Der Generalbevollmächtigte der zionistischen Verbände und Vereine im Siidwcstgcbictc Russlands hat an die ihm un-!erstehenden zionistischen Organisationen und alle Gesiummgs* genossen im Südwcstrayon ein Zirkular gerichtet, weiches ausführliche Daten über die Tätigkeit des jüngsten Kongresses und über die Arbeit, welche nunmehr in Angriff genommen werden soll, enthält. Vor allem wendet sich das Zirkular gegen einige Ankh' gen. welche die Feinde des Zionismus gegen den Kongress erhoben haben. Fs heisst da unter anderem: 1״. Die Feinde des Zionismus sprechen eine Unwahrheit, wenn sie behaupten, dass in vielen Ortschaften ein Delegierter nicht von 200. so״- dem von 100 Schekelzahlern gewählt wurde. Die Wahlen wurden überall nach dem Muster der vorangceangeneu Jahre vorgenommcii und jeder Gruppe der Schekelzahler die Mögliehkeit gegeben, einen Vertreter zu wählen. Niemand hat auch früher irgend welchen Protest gegen die Wahlen erhoben, und erst auf dem Kongress selbst versuchte eine Minderheit, diese Wahlen zu kompromittieren. Unser Gewissen ist aber rein: .die Zusammensetzung des Kongresses war gesetzmässig. 2. Mehrere Vertreter der Presse haben gegen die Zione-Zion die Anklage erhoben, sie hätten die Minderheit auf den: Konercss drangsaliert. Von einer Drangsalierung kann aber keine Rede sein. Die Mehrheit blieb nur dort unbeugsam, wo es sich direkt-oder indirekt um das Prinzip gehandelt hat. Die Forderuugen der Minderheit waren unvereinbar mit dem Prinzip. Wir handelten nur so. wie Männer handeln mussten, denen die zionistische Organisation, der zionistische Kongress und das zionistische Ideal teuer sind. 3. Finige den Zionisten feindlich gesinnte Pressorgane verbreiteten das Gerücht, dass in der zionistischen Organisation eine Spaltung cingetreten wäre. Das entspricht der. Wahrheit nicht. Der Austritt einiger Zionisten war qualitativ und quantitativ ganz, unbedeutend. Die indischen Volksmassen würden sieb von jenen Delegierten mit Scham lossugeu. welche unter dem Finfhissc der Ugandisten und Tcrritorialistgu übertriebenen Hoffnungen sich hingaben und merkwürdige Theorien über das Wesen der Juden und des Judentums entwickelten. Die zionistische Organisation ist also ganz. 4. Auch die Anklage der Feinde des Zionismus, dass der letzte Kongress sich mit Kalturfragen nicht beschäftigt hätte, ist ganz unstichlinltig. Von der tief kulturellen Bedentung abgesehen, welche die Art der Durchführung des nationalhistorischeii Prinzipes im Zionismus allein hat. braucht man

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.