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Jüdische Rundschau · 1905-10-20 · Heft 42 (20.10.1905) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 42 (20.10.1905)
Date
1905-10-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 542 No. 42 JÜDISCHE RUNDSCHAU ,denkbare ״Kompromiss״ wäre der gewesen, den Beschluss in der prinzipiellen Frage nicht zu fassen, mit anderen Worten — da die sogen, politischen Zionisten 1a selbst gegen die Annähme des Ugandaprojektes waren, und es sich folglich nur um den prinzipiellen Punkt handelte, -- den sogen, politischen Z!onisten alles zu konzedieren!! P.e Entscheidung musste aber getroffen werden, nachdem man durch Wandlung vieler sogenannter politischer Zionisten des VI. Kongresses z!!einen Ttrritorialisten gesehen hatte, wohin die Reise sonst gehen würde. Sic musste ferner in den! einen oder andern Sinne getroffen werden, um unserer Leitung eine bestimmte Marschroute vorzuschreiben unJ sie so vor einem Konflikt mit dem nächsten Kongresse zu bewahren. Und sic musste schliesslieh getroffen werden, damit das unserer Bewegung so verhängiiisvollc ״offizielle” Politisieren der Ortsgruppen und Vereine endlich einmal aufhöre.• Es wird aufliörcn, wenn man erst die Zwecklosigkeit desselben eingesehen haben wird. Hoffentlich dauert das nicht gar zu lange. Sollen sieb dooh alle die, welche die Beschlüsse des VII. Kongresses durchaus umstossen wollen, einmal klar werden, was sie auf dem nächsten Kongress, auf dem die territorialistischen Stimmen Ja fehlen werden, ausriehten könnten, auch wenn sic - - was noch daz.u unmöglich ist — alle deutschen Gruppen gewinnen würden! Pie Entscheidung in der Frage, oh autonome Siedlungen irgendwie in den Rahmen des Baseler Programms gehuren oder nicht, wird stets hei uitsern östlichen Ocrinnungsgenossen sein. Und dort sind ״Miuclpancicn“ s״ gut wie unmöglich. — 4. Jetzt, nach dem Ausscheiden der Territorialisten, dürfte es uns wahrlich nicht so schwer fallen, eine Einigung zu erztekit. Wir wollen ja alle dasselbe! Worin wir auseinander gehen, ist nur, dass die einen den NN' e g iiir gangbar halten, in dem die andern die grösste Gefahr erb'icken. Ist es da nicht das Natürlichste, dass man den Ängstlichen nachgibt und allein den sicheren NVeg geht, ausser dem man selbst noch vor zwei Jahren keinen andern gekannt hatte?! Une dürfte das nicht ganz besonders denen recht leicht fallen, die immer erklären, nicht auf die Ländersuche gehen, sondern ein anderes Territorium nur dann berücksichtigen zu wollen, w׳enn es ״angeboten“ wird? Hat doch auch die so viel geschmähte Majorität in der Frage des Landankauts in Palästina der ängstlicheren Minorität bereitwilligst nachgegeben־ NVir hätten wirklich besercs zu tun, als unsere Kräfte in entern ganz unnützen papiernen Kampfe zu messen und uns dadurch ־ wenn auch unbeabsichtigt — gegenseitig immer mehr zu erbittern und zu entfremden und die weitere Propagierung der zionistischen Idee in Deutschland unmöglich zu machen! NVir haben jetzt Ja alle ein Ziel. Marschieren wir auf dieses los, auf dem vom Kongresse beschlossenen Weg. Dass dieser a priori ungangbar sei, wird von Zionisten wohl niemand bchaupten wollen, und das er auch tatsächlich zum Ziele führen möge, in diesem NVunsche begegnen sich mit der Majorität sicher alle, denen das Ziel alles ist und nichts der .,Ruhm“, gerade auf dem von ihnen vorgeschlagenen NVcgc zum Ziele zu kommen. Unser aller Losung muss jetzt sein, 1hit aller Energie die Kongressbcschlüssc durchzufOhren und durchführen zu helfen. Dann erst, wenn sich der vom Kongresse beschlossenc NVeg als ungangbar erweisen sollte, dann erst könnte man mit Recht den ungangbaren NVeg durch einen anderen, vielleicht gangbaren ersetzen. Das wird hoffentlich nie geschchen, und der emgeschlagenc Weg dürite wohl zum Ziele führen gerade infolge der Konzession des Mannes, dem man mit Vorliebe jede Nachgiebigkeit und jede Friedfertigkeit abzu sprechen pflegt: durch die von Ussischkin und seinen Anhängen! zugestandene Einbeziehung der Nachbarländer Palästinas ln das streng zionistische Tätigkeitsgebiet. 5. Und in diesem Zusammenhänge möchte ich mir zun! Schluss eine Anfrage an unsere Palästina-Kommission erlauben. Auf dem VI. Kongresse erklärte Dr. Herz!, dass die Verhandlungen über El-Arisch nur gescheitert wären, weil das für die Besiedelung der pclus;nischcn Ebene erforderliche Nilwasser von der ägyptischen Regierung nicht bewilligt werden konnte, wegen der Unentbehrlichkeit desselben für Ägypten selbst. Sollte cs nun den ägyptischen Wasscrbänkünstlcrn nicht möglich sein, einen Teil der ungeheueren Mengen Nilwasscr, die sich 11• das Mittelländische Meer ergiessen, also auch jetzt d:m Lande ״verloren“ gehen, erst kurz vor der Mündung eines der vielen N'ilarmc abzuleitcn und so das Wasser in NVahrheit nicht Ägypten, sondern dem Meere abzugewinnen? Mir als Laien scheint das ganz durchführbar. Jedenfalls wäre eine Aufklärung über diese Frage wohl von allgemeinem fnteicssc. Zum Stande der zionistischen Bewegung ln der Tab.llc, die zu diesem Artikel der Nr. 41 gehörte, sind leider im Druck einige Ziffern ausgefallen, weshalb wir die interessante Tabelle hier wiederholen: Spenden zum Nationalfonds. Summe t Land 1er Spenden 1.1. 1903 1. 8. 1903 bis bis 31.7. 1903 1 7. 1905 PfA Sierl. Hd. Ster!. Von den Spenden in der Zeit vom 1. S. 19.3׳ bis 1. 7.!905 cn«■ fallen auf das nebenstehende Land. | pro Kopf der in * 0 der Gejüd. BtvOlk. samtspenden. : Frc. Russland .... England u. Süd- 12324 |!2 430 50,9!! 0,061 afrika. 2298 4 114 16,8 0,410 Oesierr.-Ung. . 461 2 352 9,6 0,0*18 Nordamerika . . 1 H5; 1813 7,4 0,035 Deutschland . . 374 1674 6,8 0,071 Rumänien .... 982 809 3,3 0,075 Schweiz. 138 240 1,0 0,480 Bulgarien .... 143; 202 0,8 0,150 Südamerika. . . 44 191 0,8 0,318 Frankreich . . . 103; 160 0,7 0,040 Italien. 3 129 0,5 0.074 Palästina .... 43; 157 0,6 0,052 Holland. 19 79 0,3 0,019 Belgien. Schweden und ־ 12 67 03 0,140 Dänemark . . 4 13 0,1 0,043 Serbien. 18 11 0.1 4־0,05 Egypten. Griechenland. . ges. durch das offiz. Organ ״Die Welt",, 4 2 1475 3 0,0 0,003 Sa. j 19562 24 444 | 100,0 0,055 Ferner müssen wir eine Unrichtigkeit, die dex Artikel ent* hielt, hier richtig stellen. Die Schekel־Einnahmni mit 130 280 Kronen sind nicht die der letzten zwei Jahre, sondem nur die des letzten Jahres, sodass in diesem letzten Jahre, nicht wie der Verfasser des Artikels meint, 65000 sondern 130 280 Zionisten den Sclukel bis zum Abschluss der Abrechnung bezahlt hatten. Vom Territorialismus Das Berliner .Bureau des ..H ilfsverelns der deutscheu Juden” versendet an die Prea.%». (nur die zionistischc Presse scheint dabei übergangen!) den unten wiedergcgebtiiei! Brieiwcchel mit der folgenden Einleitung• Berl in W. 35. d. 10. Okt. 05. Herrn Zaugwill ist es bereits gelungen, die hervorragendsteil Männer der englischen und amerikanischen Judenheit für seinen Plan zu gewinnen, und auch die englische Regierung hat in Form eines in sehr warmen! Tone gehaltenen Schreibens seitens des Knlouialinimstcrs LyttcUonan Herrn Zaugwill*) ihre *) Siehe Nr. 41, Rundschau ,.Hin Briefwechsel". Red.

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