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Jüdische Rundschau · 1905-10-20 · Heft 42 (20.10.1905) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 42 (20.10.1905)
Date
1905-10-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 42 Seite 541 JÜDISCHE RUNDSCHAU IMI , ד , ■ J 1 ■ hui r 1—1 J j 111. _ ־ I » » «•«-וי■ ׳ ׳ ׳»״׳ .״■״. *-״■««״& 11.« ■I—■■■״ ■״ u . ״ »■I «— ׳ ״■.y a ׳ kommen bewiesen worden. Der Beschluss betr. den Landkauf | in Palästina z;igt dies leider zu sehr, denn mit Rücksicht auf ihn wird Ja sogar Herzls letzter Wille tatsächlich nicht mehr zur Ausführung gebracht, ehe Käufe uir die Vorschläge der Palästmakommission, obwohl a:c'1 K l c e und Friedemann sich in jener Aktions-Komitecsitzung sehr dafür eingesetzt hatten. Wer hat, wie Oroncmam behauptet, die deutscher Verbändler mit Hohn und Schimpf überl.auit? Wer hat, ״von der Tribüne herab und im Finzdgespräch“ diesen geraten, sich liinwcgzupacken aus einer Gesellschaft, in die sic nicht gehörten?" Oroucmauu nenne die, die solch.s getan, und er nenne auch die ״mehreren bedeutenden Zionc-Zioristeu". die ihm sagten, er müsse konsequenter We;si׳ hinaus. Hat ihm das vielleicht einer scherzhaft gesagt? aber auch das bezweifle ich stark. Gronemann will weht ״neue Erbitterung" säen. Nach solchen Behauptungen ist das auch gar nicht mehr möglich. ♦ Natürlich war das Progr2.m11 verlassen worden. Aber niemand hat behauptet, dass מ'.'•, die cs g.tai! haben, die heute im ״Verband" sich zusammen!':״ Jen. Die ״Verbändlcr“ sollten sich dooh nicht getroffen fühlen, wenn man gegen die Palästinauntreuen Terroristen des Kongresses spricht. $ Gronemann schreibt: ,,Seine Überzeugung aber stets offen zu vertreten, wenn es sich cm das Wohl und Wehe des Ganzen handelt, ist nicht nur das Recht, sondern die Pflicht eines jeden Zionisten.“ Hatte!» die Männer, denen letzt d’c.v׳..• vorzuwerfen Gronemann sich nicht versagen kann, nicht auch dieses Recht und diese Pflicht? Und die K ngress/xmisten? Durften sie nach den» Kongress ihren Standpunkt »ich t vertr־.t;n? Sollten sie das allein den ״Vcrbändlem" überlassen? Aber man blättere nur die RUNDSCHAU : ach und sehe, w c r der! Ton, der im Streit letzt vorherrscht, hineingebracht hat, wer mit den Schimpfereien bcgonu.11 har. Frei heraus: vor dem Artikel des Herrn Dr. Karl Jeremias wird man vergebens nach solchen Tonen suchen, wie er sie brachte. Und dass die RUNDSCHAU nicht den verbat Jlcrischen, sondern den kongresszionistisoheji Standpunkt vertrat, war auch nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht: Jas offizielle Organ hat doch wohl den offiziellen Standpunkt zu vertreten. So war es früher, warum sollte cs nun anders sein. ♦ I Den Anschluss an die JTO können und werden die Kongresszionisten keinem verwehre:, ebensowenig wie den An- Schluss an den ״Zentralvcrein” •der de!» ״Fsra”. UnJ ich glaube sogar m:t Gronemann, die JTO kann eine Brücke zum Zionistnus werden, wenn in ihr ״von vornherein ein starker Stamm von zielbewussten Zionisten" ist. Aber das ist eben d i c JTO, die ausserhalb des Zionismus steht. 1 n n e rhalb des Zynismus ist kein Raum ׳für Bestrebungen, die andercs als Zion wollen, sc'* es als Zweck, sei es als Mitt.l. Darum müssen und darum werde־:• wir das Unding des ״V c rb a n d c s" auf schärfste bekämpfen, nicht seine Leute. Mit diesen wird, so hoffe ich sicher, eine Verständigung möglich sein und erreicht werden. Hugo Schachtel. ♦ * * Einige Bemerkungen Von Dr. E. Chamizer -Leipzig. Ursprünglich hatte ich die Absicht, in dem Streite, der jetzt in unserer Rundschau ausgetragen wird, nicht das Wort zu nehmen. Einige in der Diskussion aufgestcHte Behauptungen veranlassen mich aber zu folgenden Bemerkungen. 1. In den letzten Wochen wird immer und immer wieder betont, die überwiegende Majorität der deutschen Zionisten vertrete die Anschauungen der sogenannten ״politischen" Zionisten, Da düritc cs doch an der Zeit sein, hier fcstzustelleti, dass von den in Deutschland gewählten Delegierten di; überwiegende Mehrheit, und von allen aus Deutschland nach Basel gekoinmenen Delegierten (also insbesondere einschliesslich der in Südafrika gewählten) immer noch d׳c Hälfte (ich glaube mit 25 gegen 25 Stimmen) sich in Basch bei einer eigens hierzu vorgeiiommeiien Abstimmung auf d.n Boden der Kölner Erklärungcn gestellt hat. Da ferner dieses Mal die Kongressdelegierten wohl durchweg au! Grund eines Programmes und nicht einfach deshalb gewählt worden sind, weil sie zufällig Vorstandsmitglieder wart»», so folgt hieraus ohne weiteres, dass die überwiegende Majorität der deutschen Zionisten auf dem Boden der Kölner Erklärungen steht, wenigstens zur Zeit der Wahl stand. Die Kölner Erklärungen aber stehen — wenigstens wie sie allgemein und wohl nur mit Ausnahme des Herrn Dr. Adler verstanden worden sind — den Kongress!)?- schlössen uueu‘dl:ch viel näher als dem Standpunkt der ״politischen“ Zionisten. Auf Grund dieser Tatsachen dürfte cs angezeigt sein, eine Majorität, der sogen, politischen Zionisten nicht schon au»‘ Grund der Resolutionen überwiegend kleiner und kleinster Gruppen zu konstruieren. 2. Ein grosser politischer Fehler der Kongrcssmajo/ität soll es nach vielen gewesen sein, dass sie offene Gegner der Kongressbcschltissc nicht wieder ins A.-K. gewählt hat, auch wem» altbewährte zionistische Vorkämpier in Frage kamen. LVd die dies behaupten, sind immer dieselben, welche in der Verurteilung derCharkowcr Konfere»»z nicht weit genug gehen können! Ist ihnen denn »»och nicht klar geworden, dass ein Charkow eben nur möglich war, weil von» Vf. Kongresse die Gegner seiner Beschlüsse zur ״Regierung" berufe!» wurden, dass sonst Charkow ein ganz legale Versammlung gewesen wäre? Ist ihnen nicht klar, dass, wenn z. B. Dr. Jeremias, Dr. Kalmus, Dr. Gronemann vom VII. Kongress ins A.-K. gewählt w'orderf wären, die Tagung der sogen, politischen Zionisten in Berlin ein zweites Charkow gewesen wäre? Oder hätten die Herren für chien Sitz im A.-K. den Kampf gegen die Kongressbeschlüsse aufgegeben? Dann war cs allerdings der denkbar grösste politische Fehler, sie nicht zu wählen! 3. Ein anderer Vorwurf. Durch die Freiburger Beschlüsse “ die übrigtiis vollständig legal waren, genau so legal wie irgend w׳c1cl:c Fraktionsbeschliissc währeirJ des Kongresses! — und d*e Unabä»»derlichkeit derselben hatte man, schreibt Rechtsanwalt Gronemann, ״allen unern Reden von vornherein den Stempel der Zwecklosigkeit und damit den d;r Lächeilichkeit aufgedriiekt". Das letztere ist so unrichtig, wie das ersterc richtig ist. Die ״Reden" auf den» Kongresse werden, w׳ie in allen Parlamenten, am allerwenigsten für die Delegierten gehalt.«, sic sind — was man auch viel?»» ohne weiteres a»1merken konnte — in erster I.iuie, wenn nicht ausschliesslich für viel, viel weitere Kreise von Anfang an bestimmt. Es können deshalb Rede:׳, auf dem Kongresse dadurch allein, dass ihnen von vornherein jeder Einfluss auf das Resultat e’ner Abstimmung genonnnen ist, nie und nimmer als lächerlich erscheinen. Zwecklos aber waren sic — wenn man ihren Einfluss auf die Abstimuiung betrachtet - ganz genau so wie die Reden der Zfar.e-Zion.' Die Situation war eben diesmal anders, als auf dem VI. Kongress, eine* durch die zwei Jahre lang geführte lebhafte Diskussion vollkommen geklärte. Was irgend an Konzessiotien bewilligt werden konnte, batte die Freiburger Versammlung schon beschlossen, w׳ie z. B. die Einbeziehung der Nachbarländer. Auf die hauptsächlich strittige Frage aber: ist die Schaffung einer autonomen Siedlung irgendwo ein Mittel zur Schaffung miserer öffentlich-rechtlich gesicherten Heistätte in Palästina? gibt es nur zwei mögliche Antworten: ja oder nein, nicht auch ein halbes ja und ein halbes nein. Wie ist da eh» Kompromiss überhaupt möglich?! Der einzig

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