Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1905)
- Date
- 1905-10-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 52S JÜDI SCH t _ R UN DSC HAU__ ____ No. 41 in Palästina und e:gen jede Förderung der Emigration dorthin. Wir haben jedoch selbstverständlich gegeu technische Und wissenschaftliche Vorarbeiten für eine spätere öffentlich-recht• lieh gesicherte Kolonisation nichts cinzuw enden. 2. Pit Ortsgruppe Duisburg erklärt sieb gegen jede zionistische Organisation inuerhalh oder!üben der bestehenden zionistischen Organisatiou. insbesondere gegen die Gründung eines ..Verbindes politischer Zionisten Deutschlands־*. (legen eine Minderte t abgetehitt wurde folgender Antrag: Die Ortsgruppen als solche sind nicht berechtig*״ durch Resolutionen Stellung zu den K״ngrcsshcsch.fisscu zu n.hnv.1!.; München. Alle V. J. St. er. die in! W.-S. die Münchener ן Universität aufsuchen, werden gebeten, ihre Adresse und das I genaue Datum der Ankunft au Herrn Dr. Hermann Stahl. Dachauerstr. 22 II I. zu senden. Ueber die hiesigen Unrversitätsvcrliältnisse wird gern Auskunft•..erteilt. Lemberg. Hude Oktober findet!rer ein Kongress der zionistischen Akademiker ׳Galiziens statt, und Anfang Januar soll die galizische Landeskonferenz der Zionisten einberufen werden. Al. B J. Jardenia. München. In der hiesgen Universitätsstadt habet! eme Reihe von Studenten dem Rektor und Senat die Statute!• einer neu zu gründenden Korporation eingercicht. Da dies:lke0ant Statut d.e zionistisch. Idee vertritt, so wäre es zu wünschen, wenn sic eine grosse Anzahl von Oesiunungs* genossen lande, damit der zionist sehe (iedanke. der heson- Jers in letzter Zeit unter Akademiker!: keine weiteren Fortschritte gemacht hat. durch diese Korporation wieder zur Oe!* jung konnut. Zu jeder Auskunft sind gern bereit cand. iu.d. dent cand. med. Fritz B e r u I! e i n!. W י I h. W a d 1 e r. München. Rotlinuiiidstr. 6 II. Naus-Sachsstr. 7 I. Rundschau — Aus Russland Juden an der Universität Hinsichtlich der Zulassung tlcr J ude!! z.u!11 Universitätsstudiutn ist von dem!־roiessorpn-Konseil der Petersburger Universität ein Beschluss von prinzipieller Bedeiitung gefasst worden. Auf d.r letzten Kos.älsitzung legte nämlich der Rektor Pro:". Borgmau!! dem Ko; seil die Aufnahmegesucht• derjenigen Juden vor, die in! Hinblick au! das prozent tuale Verhältnis der jüd.schen Studenten normierende Gesetz von der Universität zurückgewiesen sind. Der Professoren- Konseil hat sich für die Notwendigkeit ausgesprochen, ohne Ausnahme sämtlich.- jüdische Aspiranten aufzunehmcii. Hierauf versprach der Rektor, de von ihm abhänger Jen Massnahmen zur Durchführung dieses Beschlusses unverzüglich zu ergreif•;)!. Ausweisungen aus Petersburg Der Stadthauptmann hat die ArorJmmg getroffen. dass diejenigen jüdischen Apothekerlehrlinge, die die Arbeit in den Apotheken eingestellt haben, aus der Residenz verwies;!! würden. Die Judenhetze In Kertsch Ober die JuJcnhetzc in Kertsch lesen wir in russischen Zeitungen folgende auch heute noch interessierend: Einzelheiten: Am 13. August kam es auf dem treuen Basar zu euer 1 ö r!11i i c h e n Plünderung. So wild der \ olkshaufe dabei verfuhr, so konnte mau doch insoiern eine gewisse PI a 11n« ä s s» g k c i t konstatieren, als konsequent!11! r i ü d «־ schcL&dcn geplündert wurden. Sobald der Haufe an den Laden eines Russen. Griechen oder Armeniers he rankam, ertönte im lauten Bcfehlston aus der Menge der Ruf: ״Geht weiter!*־ Dig Plünderer demolierten d »־ Kleidcrläden und vertauschten ihre alte Kleidung gegen de eben geraubten Kleidungsstücke. Fin'gw der Exzellenten zogen mehrere Kleidungsstücke übereinander an. - - Nun begann eine allgemeine Flucht der fredlichen Bewohner, die;hrc Person und ihr Eigentum bedroht sahen ans der Stadt. Die Aufregung trre eilte ihren Höhepunkt. — Fine ausserordentliche Duma- Sitzung wurde zum nächsten Tage einberufen, um über Massregeln zum Schutz der Bewohner z,u beraten. Der Morgen des nächsten Tages des H. August, begann ruhig. Man hoiiu• schon, dass die Dcmolicrungswut des Volkshaufens gesättigt wäre. Da durchlei plötzlich die Stadt das Gerücht, 01! Jude habe ein Weib mit einem Kinde getötet. Das gab einen neuen «!!und zu Ausschreitungen, d e wieder kolossale Dimensionen aiinahmen. Wieder wurden unter wilden Hurrarufen und den; Cltjohl .,Hattt die Juden!•‘ de Läden demoliert und geplündert. Nun begannen sich aus dem Te l der Volksmenge, der sich bisher passiv zuschauend verhalten hatte. Gruppe n v 0 11 Weibern loszulösen. die ebenfalls unter den durcheinander geworfenen Waren Beuic zu suchen begannen. Auel! besser gekleidete Datncn konnten, w ie es heisst, der Versuchung nicht widerstehen, in den von den Plünderern hinterlassend׳ Waren einiges für s i c 11 ausz usuellen und nicht, sogar tu e h r e r c Male z u r ü c k z u k e h r e n. um cs angeniert niitzunehnicn. F'iiige von ihnen scheuten sich eine bessere Auswal;! unter den iiniherliegcnden Sachen zu treffe!!! Auf der Nikolajewskaja erschien schliesslich eine (•׳nippe \ou Personen, die sch zum Selbstschutz zusammengefunden hatte und dem Treiben der Hoolgans und Plünderer Einhalt tun wollte. Als das Selbstschutz-Detachement siel! näherte begannen die Plünderer sich in d e nächste Strasse zimickzuz.eiien. Das Sehut/.detachemcnt stand dem Militär gegenüber. Fine Salve krachte ans den ReJien der erstere״, hierauf feuerten die Soldaten. Die Plünderer liefen davon Zwei Leichen und ׳etwa cm Dutzend Verwundeter blieben aut dun Platz. Die zum Selbstschutz verbundene Gruppe von Peisonen. zerstreute sich und wurde• von den Rowd cs. die sich r. zwischen wieder gesammelt halten mit Stehlen und Fisen- Stangen verfolgt. - Unterdessen hatte eine ausserordentliche Inmasitzimg staUgefune'.en. auf der es zu erregten Debatte;• kam. als das Stadtoberhaupt erklärte, er wisse ken anderes Mittel, als einen Aufruf au die Bevölkerung. Die Stadtvcrordneten beschlossen, au den Mildster des Innern ein Telegram!!! ahzuseuden. - Auf den Strassen nahm die Pltiudcru g ihren Fortgang. - Schliesslich, gegen 7 Uhr aben־'* cntblössteu der Polizeimeister und die Polizisten ihre Säbel. Schüsse ertonten, und der Menschcnliaufe wurde auselnaudcrgesprengt. Durch die Stadt begannen verstärkte Patrouillen zu z ehen. Die R u 11 c war wieder 11 e r g 0 s t c 111. Das Leben •u der Stadt ist aber vollständig ausgestorben. Die Läden sind vernagelt. Der Handel stockt fast gänzlich. Kommentar nötig? Jüdisch» Prasse In Petersburg fr.gann am 3. Oktober die von der Regierung einberufeue ..Konferenz zur Ree lung der Pressbcstim niungc!1" zu tagen unter Vorsitz des Geheimrats K.nbeka, A11 der Konteren nahmen u. a. teil alle geladenen Vertreter der polnischen!,resse der litauischen Presse und zwei Vertreter der jüdischen Presse, unsere Oesim ungseeuossen N. S 0 k o I o w - Warschau (mZFFlRAH) und Ginzbnrg-Petersburg (DFR FRA INF». Alle forderten einstimmig die gänzliche Abschaffung der Zensur und die Gleichstellung der polnischen, ,dauischcn und indischen Presse mit den in Zukunft iiir die russische Presse geltenden Bestimmungen. Ein Briefwechsel Kolonialamt. 16. September 1905. Werter Mr. Z a n g w i II! Ich bin im Besitz I'ires Bri.fes vom 8. d. Mts., in welchen! Sie litte!׳, dass über das Territorum. das ursprünglich für eine zionistische Siedlung in Ostafrika in Aussicht gtoommen wurde, nicht anderweitig verfügt werden möge, bevor Sc Gelcg-.nbeit gehabt hätten, mit mir die Frage zu besprechen, mit Rücksicht auf die Bildurg einer internationale!: Gesellschai't zur Wdtcrvcrtolgung des Planes. Ich wusste natiirVch. dass Sie gegen die F.ntseheidune des Baseler Zionistenkongresses, nicht weiter auf die Mateiie einzugeheu. protestiert hatten und die Absicht Ihrer Partei, sich zu trenn.n und gesondert ihre Ziele weit.rzuverfolgen, kundgegeben hatten. Aber ich wusste auch, dass ein Teil der Minorität welche Sie repräsentierten, sich naehträc!!ch mit der Majorität wieder vereinigte, tird dass cs unwahrscheinlich erschien, dass die Sez.ssonshewegimg bedeutende Dimensionen ai nehmen würde. Als ich daher durch Mr. (ireenhCrg eine offizielle Bvkanntgebung der Entscheidung des Baseler Kongresses erhielt, informierte ich den Kommissar fiir das Ostafrikaprotektorat, dass das Land, welches fiir die Siedlung in Ausscht genommen war. nicht mehr länger r.serviert werd/m sollt•;. Mit Rücksicht auf diese UmstätrJc und darauf, dass Sie. wie ich aus Ihrem Brie; in den TIMFS ferner ersehe, seihst keineswegs sicher sind, dass das LauJ Ihren Ansprüchen c 111spricht, von welchem Si־.׳ wünschen, dass darüber nicht anderweitig verfügt werde, sehe ich m ich 11 i c ht in der Lage. Ihrem in de m Brie 1 e v o m 8. d. M. ent־ 1.a 11 e n e n Verlangen zu entspreche וו, Ich brauche kaum hiuziizufügcn. dass dies Sr. Majestät Regierung nicht hindern wird, jeden woliLrwoeeueu Vui schlag, de׳; Sie selbst weiterhin zu machen in der l.ag.: sein sollten, in Erwägung zu ziehen. Ihr sehr ergeh.per Alfred L v 11 e 11 o!!. *