Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1905)
- Date
- 1905-10-13
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Seite 527 ו > # t i I i I JÜDISCHE RUNDSCHAU No. -II f~~ in einem schwer.־:! Irrtuinc begriffen. e:ne solche fiir die Partei uitd das Volk verhängnisvolle Parole ausgegeben haben, bald wieder Schulter an Schulter :11 Reih* und (ilied zu stehen, im Kampfe um die Ausbreitung und Ausweitung des Zionismus. Zur Herbe;ühruug der Einigkeit, die in die Brüche zu gehen droht, bedürfen wir der offenen Aussprache und der Parte: a r b c i t. Zij beiden ist der Ü e I c gi c r t e n t a g die breit. (Irundlage. ..Und keine Scharfnfacherei treiben". -- Nun. mein Herr, es bleibt doch dahin gestellt, wer Scharfmacherc׳ getrieben hat, * rn meinem Artikel kann sic nietnaud ÜL'den. Aber wir wollen uns nicht die Watten des Ziolüsmus s t u tu pf machen lassen. Heinrich Locwe. —I Aus der Bewegui^g ן-—j Berlin. Am Donnerstag, dem 5. Oktober, iand in ein.r von über .150 Schekelzalilcrn besuchten Versammlung der ..Berliner Zion stischen Vereinigung" unter Vorsitz von Dr. Jung mann die Portsetzung der Diskussion über deti VII. Kongress statt. Ein einleitendes Referat gab Rechts,inwalt Dr. A. Har. tkc. der die Beschlüsse des VII. Kongresses nochmals begründ.te und zur Einigkeit aui Grund dieser Be- Schlüsse aufforderte. Besonders scharf verurteilte der Re- .'ereilt die Haltung derjenigen ..politischen" Zionisten, die zur Untätigkeit iutfiorderten und dadurch der ganzen Sache schwereu Schaden zuiügten. Solche Leute gehörten weder in kite1!Je Stellungen der Ortsgrupcn. noch gar in das Zentral- Komitee der Z. V. i, P. In der Diskussion Pnit je 15 Minuten Redezeit) sprach zunächst Herr .M ־; v c r o w it /.. der wi.• die beiden Redner der letzten Versammlung d. 11 Standpunkt der sogenanten ״politischen“ Zionisten vertrat. Daun sörachya zw ei Redner. Woigin und W e i n g r ü u . in udisch-deutschcr Sprache für die KongresslaeschJiis.sc. die auch Dr. Israel Auerbach in der fiir seäic grossang.legten Ausführungen zu knappci: Zeit verteidigte. Um einer abermalig*:» Vertagung vorzubeugeu und auch die Stellungnahme der Berliner Zionisten endlich festzusteileiu beantragte um 12 Uhr nachts Herr Engländer Abstimmung filier die von Dr. L o c w e eingebrachten Resolutionen, die dann auch mit erdrückend.r Majorität, die erste gegen etwa 10 Stirninen, d e zweite nahezu einstimmig, argen« 111 in c 11 wurden. Hie Resolutionen lauten: ״I. Die Berliner Zonistei: stellen fest, dass der VII. K״ngiess in strenger Wahrung der Grundsätze des politischen Zionismus, wie sic im Baseler Programm ni.dergelegt sind, die Schaffung einer öffeu*J׳ch-recht!icl1 gesichert.11 Heimstätte iir das. Jüdische Volk in Palästina als den einzigen Zweck des Zionismus iestg.halten hat. Sie sind entschlossen, die Be- Schlüsse, des Kongresse auf das Genaueste durclizuführeii.“ ״II. Die Berlin.r Zionisten sprechen dem Aktionskomitee ihr volles Vertrauen aus.“ (Ein hiesiges jüdisches Blatt, das mit grossem Eifer um die Gunst der Tcrritorialisten wirbt, bringt über diese Ver- Sammlung einen so dreist gefälschten B. 1 ■eilt zu Gunsten der von ihm umworbenen Gruppe, dass wir es für unsere Pflicht halten, diese Eälscliung hier iestzunagehi. Her die Tatsachen verfälschende Passus des Berichtes lautet: ״Trotzdem noch eine Anzahl von Rednern auf der Liste stand, unter denen namentlich die Ausführungen des auf pol tisch-zionistischem Boden stehenden Herrn Dr. Zlozisti mit Spannung erwartet wurden, setzte die Majorität ein.11 Beschloss durch nach welchem die Versa<11־״.u .!׳viicii gegen eine ausserordentlich starke Minorität sich auf den Boden der Baseler Kongressbeschlüsse stellte. Es machte einen peinlich;n Eindruck, dass von der Seite der Maioritäts- Partei, die zunächst beantragt batte, die Debatte nach der Ahstjimmmg fortzusetzen, sofort nac'.i Annahme der Resolution ein Antrag am' Schluss der ganzen Diskussion iib.r den Kongress gestellt war. Das Recht der übrigens beträcht• liehen Minorität wurde durch• den Vorsitzenden Dr. Juncmann wenigstens insofern gewahrt, dass er di. Portseti.tmg der Diskussion in einer späteren Versammlung in Aussicht stellt•:. Der erzwungene vorzeitige Schluss der ganzen Kongress* debatte bedeutet leider keine Klärung d.r schweren Präge." Demgegenüber stellen wir fest, dass die ..aiisserord.ntlieb starke." ..übrigens beträchtliche" Minorität in einer Ver- Sammlung von wenigstens 150 Personen ganze 10. maximal 15 Stimmen betrug. Mit dieser Peststellung s nd auch die stimniuiigiiiacbeiiden Zeitnugsplirasen ״mit Spannung erwartet", ״setzte die Majorität einen Beschluss durch". ...s machte einen peinlichen Eindruck". ..erzwungene vorzeitige Schluss" auf diren wahren. Wert zurüekgciiihrt. wenn matt zumal »(»cli erwägt, dass — wie selbstverständlich — hei Stellung des Schlussantrages ausdrücklich betont wurde, dass ja noch gemigend Geb.gcuhe.it zu Diskussionen über das vorliegende Thema werde gegeben werden, und dass es sich einstweilen nicht darum handele, die schweb.ndcii Prägen zu lösen, sonder!! die Stellungnahme der Berliner Zionisten kennen zu lernen. Die Redaktion des betreffenden Blattes, dessen verantwortlicher Leiter in der Versammlung als Gast anwesend war. wird nicht umhin können, sich unzweideutig darüber zu äussern. wie es mögbeh war. dass in den Spalten einer bisher unabhängigen jüdische׳: Zeitung ein derartiger, so gröblich entstellter Bericht Aufnahme finden konnte. Die Red.) Stettin. Am 27. September sprach in der Zionistischen Vereinigung Herr stud. Grä.iciihagen über ..Emanzipation und Autocnianzipatioii" und im Anschluss daran Herr stud. Preyer über ״Die Entwi :klung,jjis Zionismus". Beide Redner verstanden es. durch ihre klaren und anziehenden Ausführungen ein anschauliches Bild der Emaiizipationsgeseliichte und der modcrr.cn jüdischen Volksbewegung zu geben und das Intercsse Ir Zuhörer zu fesseln. In der Debatte fragt stud. Preyer an. weshalb seitens der Vereinigung nicht mehr für öfi.ntlicho Vorträge geschehe und wie es mit dem schon längst in Aussicht gestellten Palästiiia-Vortrage stehe. De» Vorsitzende erwidert, dass se tei s des Vorstandes alles föorderhelle in der gewünschter. Richtung geschehen sei. Der Vorstand habe sich im vorigen und auch im laufenden Jahre um Redner fiir öffentliche Vorträge und insbesondere für einer. Pa;,ist!!,:!*Vortrag bemüht, habe aber lcid.־.r nicht den gewünschten Erfolg genabt, vielmehr wenig Entgegenkommen geiund.n. So haben z. B. einige Herren, an die man s eh direkt gewendet, es für angemessen gehalten, mehrfache Anfragen unbeantwortet zu lassen. Es sei auch bis jetzt noch von keiner Seite eine Zusage zu erlangen gewesen, was umsomehr zu btdau.rii sei. als die Aufklärung über Palästina eine der wichtlgstci• Gtgenwartsarbeiten b:lde. Nach einer Erwiderung des Herrn Preyer wird die Versammlung g.schlossen- Leipzig. Am IQ. v. Mts. fand eine Schvkelzahlerversanimlang statt. ״י der der Delegierte des 7. Kongress.s referierte. In;!usfölirücher Weise schilderte er die Hatiptverhandhingen des Kongresses und ging ganz besonders auf die vo.1 diesem angenommenen Beschlüsse ein. Nach Lbhafter und aufgeregter Debatte, in der besonders di: ..politischen" Zionisten zum Worte kamen, wurde folgende Resoluton mit überwiegender .Mehrheit angenommen: ״Die zionistische Vereinigung Leipzig hält am Baseler Programm unerschütterlich fest. Sie hält durch die mit so grosser Majorität gefassten Beschlüsse des 7. Kongresses die theoretische Präge, ob kolonisatorische Tätigkeit ausserhalb Palästinas und seiner Nachbarländer ein Mittel ist. das Baseler Programm zu verwirklichen, fiir erledigt. Sie wird bestrebt sein, die •Kongressbeschlüsse, soweit es in ihren Krähen steht, ehr ich durchführen zu helfen." Die au demselben Abend veranstaltete Sammlung für den Herz’.-Wald ergab ein befriedigendes Resultat. Hamburg. ״Warum kann ein orthodoxer Jude nicht Zionist sein?" lautete das Thema eines Vortrages, den Herr canJ. jur. Möller auf Veranlassung des Komitees fiir jung-jüdische Abende hielt. Der Redner wies zunächst daran: hin. dass di׳, jüdische Orthodoxie mit dem Zionismus darin vollkommen iih.reiustinimc. dass; sie die Juden als eine Nation ansehe. Trotz dieses gemeinschaftlichen Zuges müsse sich aber der orthodoxe Jude vom Zjo.isnms äi seiner augenblicklichen Porm fernhaltea. da er die rtTgiösei! Überzeugungen des En,•/.einen als Privatsuche betrachte. Der orthodoxe Jude könne sielt nur einer Bew egttnv! :*tisch!:essen, die an d e erste Stelle das religiöse Moment setze. Mit dem Wunsch., dass bald eine Änderung in JVser Beziehung ei! treten möge, schloss der ReJner seine Ausfiihrungen. hi der Diskussion wurden die Ausführungen einer abfälligen Kritik unterzogen: es״wurde namentlich betont, es sei ene durchaus falsche Auffassung, dass orthodoxe Juden s.c‘1 nicht dem Zionismus aaschJessen dürften: der beste Beweis hierfür s i. dass in Deutschland. England. Russland. Amerika, liberal! selbst orthodoxe Rabbiner die Ideen des Zionismus fördert.n «nd verbreiteten. Es gebe keinen stichhaltigen Grund, weshalb 1'cht die Juden aller religiösen Richtungen sic!! dem Zionismus anschliesscn sollten. Duisburg. Am 3. Oktober nahm d׳e Ortsgruppe ״••ireu eine Minderheit folgende Beschlussanträge an: J- Palästina ist und bleibt das unverrückbare Ziel des Zionismus. Als Mitt:l zur Erreichung dieses Ziels, dem wir mit all.11 politischen Mitteln ziistrebeu. halten wir auch ein nationale, autonome Siedelung auf einem ausserhalb Palästinas gelgenen Gebiet für zweckdienlich und deshalb im Rahmen d.s Baseler Programms gelegen. Vor Erlangung r.chtlieher Sicherungen durch die Institutionen des Zionismus sird wir gegen jcü*: Kolonisation! $ 1 I 1 t ו;; i i i j I I I t 1 * I j f 4! J ' l i i! i I י! w Pf f w