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Jüdische Rundschau · 1905-10-13 · Heft 41 (13.10.1905) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 41 (13.10.1905)
Date
1905-10-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 526 JÖDISCHE kirs werden das Prinzipientreue, Gegner Starrköpfigkeit nennen, f-’iir alle diejenigen, die also nach Basel kamen, ohne du* Ansichten des ,.Blocks“ zu teilen, war der Aufwand an Kraft tmd Zeit vollkommen überflüssig, ihre Mitarbeit eine Farce, die wesentlichen Beschlüsse waren in F'reiburg bereits gemacht. Nun befinden sich ab.r zweifellos die deutschen Zionisten in ihrer Majorität im Gegensatz zu Ussischkin tmd dem ״Block״. Ist da wirklich ihre Gereiztheit verwunderlich? Rs liegt uns nichts ferner, als den Wert unserer Gesinnungsgenosse.» gegeneinander abiuwägett. aber selbst der eiiragierf.ste Anhänger b'ssisclikins wird zugeben müssen, dass die Männer, um die es sielt in Deutschland handelt, so wertvolles Material für die Bewegung darstellen, dass man ihnen unbedingt, das deprimierende Gefühl hatte ersparen müssen, sich in Basel als überflüssig zu fühlen. Wo e;n Wille ist, ist ein Weg, und bei voller Aufrechterhaltung des prinzipiellen Standpunktes hätte sich eine Verständigungsbasis finden lassen, wenn man ernstlich gewollt hätte. Hier liegt zweifellos en politischer Fehler des ״Blocks", der nun freilich nicht wieder guigemacht werden knnn. Ks .wird, wie gesagt. Zeit brauchen, ehe hier das Gefühl des mit seinen Id.cn uml Anschauungen in beinahe kränkender Weise Zariickgesetztsclns verschwindet. Diese Zeit muss bcnutzt werden, unter Vermeidung der Darbietung neuer Reibung^- flächen, ayf eine Aussöhnung hinzuarbeite!!. Hierin müsste in erster l.inie unsere Presse ein verdienstliches Werk sehen. Die Kr.tik. die zweifellos auf bjden Seiten im Augenblick fortiter in re sein muss, sollte vielmehr suaviter in modo erfolgen. Temperament darf keine Kntschuldigung bilden. Die Ironie, mit der Hamburg und Posen von mancher Seite hehandelt worden ist. ist sträflich, denn sie fügt zu der wohl überhrückbaren sachlichen Differenz den scharfen persönlichen Gegensatz, der -- al’e Menschen haben Galle — nachher weit schwerer aus der Welt zu schaffen ist und für lange Zeit ein Zusammenarbeiten unmöglich macht.. Man sollte sich vor den! Kxtrcm auch im Aufdruck hüten. Ks ist unwürdig.^dass das Wort ,.Verrat" bei Saclihclie-0 oder taktischen Meinung*- Verschiedenheiten gebraucht wird: ernste Männer, die verschiedeuc Wege wcis.n — denn darauf allein kommt es vorläufig hei uns hinaus und an unserer Geschicklichkeit würde es liegen, wem! cs anders wurde — sollten diese Art der Bekämpfung meiden. Rin Beispiel: Der Verband politischer Zionisten scheint augenblicklich nicht recht geneigt, Propaganda nach aussen zu treiben. Das ist verständlich, denn den Zionisn!us des ״Blocks״ zu propagieren, sind die Herren ausser Stande, für ihre Auffassung können sie nicht Propaganda machen, ohne W iderspruch fürchten zu müssen. Ks i«t deshalb eine weise Beschränkung, die Anerkennung vg; dient, wenn sie abwartend und ohne die Zirkel d r Baseler Majorität zu störtn. besc'te stehen. StnM dessen greift sie der letzte Artikel der RUNDSCHAU scharf an. Wozu soll das führen? Zcitablauf urü rub:*e Auseinandersetzung werden uns wieder zusamnienfohien. Schärfen erbittern überflüssig. Auch die Männe 1, die heute in der Opposition stehen, haben einen An- «p!uch auf ehte andere Methode der Bekämpfung. Ks sind unter ihnen Männer, die in jahrelanger harter Arbeit unter Hintansetzung aller privaten Interessen uns den deutschen Zionismus erst geschaffen haben. Das sollten ihnen auch die nicht vergessen, die auf dem Boden der Kongressmajorität stehen. Die S tuatUm ist wirklich nicht so ernst, wenn wir sic nicht künstlich verschärfen. Darum vor allem ruhig abwarten. Kin Delegiertentag wäre heute mehr schädlich als nützlich. Um! keine Scharimachcre! treiben! F e 1 i x S i m 0 n. ♦ * ♦ RUNDSCHAU ־___ _ _ __ No. Al Zur Verständigung mit der Verständigung Der Wunsch des Herrn Simon, der Verständigung zu di.neu. begegnet sich mit dem!reinigen. Dazu wäre der von Bodenheintcr angeregte Delegiertentag tatsächlich das beste Mittel. Je eher desto besser! Dem! die ״stille Arbeit unter den Gesinnungsgenossen״ macht viel starrköpfiger a.s das schlimmstenfalls seihst auf einem noch so hitzigen l\kgiertentagc der Fall sein könnte,!!:zwischen bemüht sich j.de Gruppe, möglichst viele andere davon zu überzeugen, dass sie die Majorität in Deutschland hat. um sie zu bekom- »neu. Dabei bin ich ganz im Gegensatz zu Herrn Simon der Meinung, dass auch in Deutschland die grosse Mehr heit auf dem Boden des unbedingten Gehorsams gegenüber Kongress- Beschlüsse!! steht. Und solch!! W erbearbeit um die Mehrheit wirkt um so verbitternder, je länger das Hott und Hiil! von beiden Seiten erschallt, ebenso w:e es ganz und gar nicht zum Frieden beiträgt, wen! die Irrtiiiner über die Freiburger Konferenz inaner w ieder; vorgetragen werde:!. Diese Gereiztheit und das Misstrauen bedingen sich gegenseitig. Wenn ich mich auch keineswegs persönlich verletzt fü lle, wem! wiederholt ״d e zionistische Familie Lneue” in de Dehatte gez.o^n wurde. ־ cenn wer am Wege haut, muss anhören, was die W anderer sagen ־ so würde Herr sin!״:: doch sofort verstehen, dass es nicht zum Frieden beitrage:! würde, wenn man von der ״zionistischen F'amlie Si!!!<«!;" oder etwa ״Klee" sprechen wollte. Wir wollen uns eben bemühen, zu verstehen, dass auch die Gruppe, der wir!;,eilt angeboren, allmählich in ihren Geiühlcn und zwar gar z;!:lei;! in ihren zionistiscne.i U׳e;!!11’.:! verletz! wird. Dann werden wir uns bemühen, edle Motive zu suchen bei denen, die b >- her in allem unsere Gesinnungsgenossen waren t!rd mm doch, wie ja auch von der ״politischen" Seite,׳ zugegeben wird, nur i!1 takt!selten Krage!! von uns abw׳eichen. Per \enasser des vorigen Artikels hat es mir übel ׳genommen. dass i»ci das Verhalten der.r tadelte, die etwa die Absicht haben, de zionistische Tätigkeit so lange .41 unterlassen, bis die Kongressbeschlüsse gefallen sind. R׳ meint, dass ich damit den! ״Verbände politischer Zionisten" zu nahe getreten sei. und ihm Verrat vorgeworf.׳!! hätte. ..w ell er au״e:1hl!ckl־ch nicht recht geneigt scheine. Propaganda!!:uh aussen zu treiben." Ich weiss mich von di.?cm Vorwürfe frei. Die Absichten des gepaarten Verband(.-, sind mir nur jUj'5 ut'n! ״Protokoll" bekannt. Darin stand nichts davon. Aber was unsere Freunde Kalmus und Gronemann erklärt haben, dass si. keineswegs die Absicht haben, sich an der Paro’c ״Gew eh׳ bei b'uss“ z.u beteil gen. wie uns in einer Rerli»:cr Versammlung von zwei Seiten nach einander erklärt wurde, das werden viele, wohl fast alle unterschreiben, die in den taktischen Fragen mit den Mehrhcitsgrupceu d,s Kongress.s differieren. Dr. Bodenheimer. der «l.-ch keineswegs!! allem nie■־neu Standpunkt tei t. hat dutiir keinen m'Ub.rcu Ausdruck als ich augewendet, vvr״;, er schreibt: ״Wer von der Mannschaft nicht da ist. wenn das zionistische Schuf zu neuen! Werbezug in >.c sticht, der hat sich der M e u t e r c i s c h u I d i g g e - mach t." Hier is: der wahre Streitpunkt. Man kam! über alle Fragen i 11!1 e r I! a I h des Zionismus!nichtig blcilx. 11. ׳wem! man nach aussen cesch'osscii auftritt. Wohin mein •Artikel zielt?, verstand jeder, der .s w eiss. dass von h v 0 e rpobtischer Seite der sehr unnolitischc Rat gegeben worden ist. die Arbeit liinziiwerfcn und cs den Mehrlieitsparteien zu überlassen, wie sie mit der PrnpugauJaarbeit. mit den Bureauarbeiten tisu. fertig w.rden wollen. ..Ks s: deshalb ein? we se Beschränkung, die Anerkeitmirg verdient, wenn sie abwartend und ohne die Zirkel der Baseler Majorität zu sturen, beiseite stelle!." Gegen dieses so diolomat.sci! ausgedruckte ״Gewehr bei Kuss!" wehren wir uns einmütig. Kalmus und Gronemaiin nicht mimter als ich - ur-d es g׳bt wohl heute im d.titschen Zionismus kaum eine so grosse Sach iche Diiicrenz* wie zwischen mir und unserem Freunde Grotte־ mann, ln dieser Arbeit nach aussen werden wir unsere Kinick;it immer wieder finden, und der stört deshalb auch diese Rinigkeit. der ..Gewehr hei F'uss" kommandieren möchte. Rin solch.s Kommando dar! kein Gehör finden. Iminerhi!! glaube icl! sehr wohl, dass dies W ort w ie viele andere in! Acrger und tu Verstimmung gesprochen wurde. Das!nacht das Wort begreiflich, nicht entschuldbar. Nur eine volle Zu* ritcknahtue durch Wort und T a t ist die Rutsehiildiguuc. Aber wenn ein solches Wort von einem Zionist en gesprochen wurde. So dürfen wir auch billig diese klare und unzweideutige Antwort in Wort und Werk erhalten, und deshalb ־gebe icl! mich der Hoffnung hin. auch mit denen, die 4

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