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Jüdische Rundschau · 1905-10-13 · Heft 41 (13.10.1905) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
X (1905)
Issue
Heft 41 (13.10.1905)
Date
1905-10-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 41 Seite 525 JÜDISCHE RUNDSCHAU Er hätte daun nicht den Satz mit so ganz unklaren Vorwürfen | nicJcrgeschriebcn: ״Wohin die Politik des Ussischkinismus steuert, das beweist F'reiburg.“ W!■: Ussischkin tatsächlich einer Majorität Sich zu lügen weiss, zeigt ein anderes: Es dürfte bekannt sein, dass Ussischkin stets Gegner aller NacliliarUinder war. Die Majorität der in Ereiburg Versammelten war aber dafür, und so trat schliesslich Ussischkin als Vertreter d;eser geeinigten Gruppe auch für die Nachbarländer ein. Man sollte siel, doch einigcrmass.11 über das, was in Freibürg vorging, orientieren, che man darüber auch nur ein Wort verliert. So macht sich z. B. irgend einer darüber lustig, dass unter den Freiburger Beschlüssen stand.' ..in möglichst demohra- :־schein Geiste"; das wäre überflüssig gewesen, das wäre selbstverständlich. So dachten auch die meisten Freiburger, aber sic ::lachten gern diese Konzession, das ausdrücklich zu erklären, Jen dort vertretenen Poalci-Zion, die darauf bestanden. Das ur nebenbei. Nichts gibt Anlass, den Erklärungen der Freiburger zu .nisstrati.ii, denen keine widersprechenden Auslegungen;iuz.eluer nach dem Kongress gefolgt sind. Aber man misstraut in jenem Lager ja allem, wird doch _:»r behauptet, die Uganda-Expedition wäre nur eine Schein- ־.\pedition gewesen. Gibt es dafür einen parlamentarischen \11sJruck? $ Die deutsch.11 ..Ycrbündler*־ werden nach Zangwiüs Rede \111׳ den englischen und russischen politischen Zionisten sclilicss. ::c!1 gar ihk:I1 abgvlelmt, sic gelten ihnen nicht weit genug, .־־ie stehen also vereinsamt, und wie wir oben sahen, keineswegs einig da. W ieviel sich zersplitternde Gruppen stellen also den geeinigten ..Kongress-Zionisten“ gegenüber? Für die G e s a in 111 e i t der deutschen Z i 0 - nisten (bis auf ganz wenige Ausnahm.it) gibt es aber eine Möglichkeit einer Einigung, wenn nur der Wille dazu da wäre, einer Einigung, die sicher dann nicht bloss die deutschen Zionisten umfassen würde. Eines ist zunächst erforderlich, das gegenseitige Misstrauen muss ausgemerzt werden. Die Zionc-Zion haben meines Erachtens keinen Anlass dazu gegeben: aber um alle Zweifel zu beseitigen, sollten auch sie noch einmal unzweideutig ihr Wollen oder ihr Nicht-Wollen erklären. Die anderen sollen das gleiche tun. Da wird es sich zeigen, mit wem ein Zusammenarbeiten in Frieden möglich Ist, lind mit wem nicht. Das Misstrauen kann nur schw inden auf Grund eines c 11 rliehen Kompromisses. \Yi״■ dieses möglich ist, dass laben die Kongrcssbeschlüssc selbst bereits gezeigt: aut der Basis der Nachbarländer. Schon während des Kongresses schwebten Eiitigungsver-!,andhmgen zwischen den deutschen Zimtc-Zion und den ״Poli-!sehen״, nicht nur deutscher. Diesen wurde, da von den ersteren gesagt: ״Ihr sagt, ihr wollt natürlich ״hundertmal!!eher” ein NebenlanJ Palästinas als ein anderes Tenitorium, j s wvohl als politisches Mittel wie als Knlonisatiousgehiet zur Nmstandsaktion. Gut, so setzt für dieses ״humhrtma! lieber” d!e’ Worte ״bis zum nächsten Kongress”: — gebt dem Aktions־ Komitee den Auftrag, bis zum nächsten Kongress sich um die tugiiscl.cn Nachbarländer zu bemühet!, und das Territorium "׳rd da sein, das uns einigt und nicht entzweit.“ Die Einigung kam dort irclit zustande, obwohl sehr viel Stimmung auch unter den ״Politischen■’ dafür war. Franz. Oppenheimer schrieb neulich gelegentlich der ״Bezalel-'-GriiuJung (WELT No. 25): ״Ich str-.ite mich nicht gen! mit Leuten über das letzte Ziel einer iiützix'heii UnternJunung. Mindern ich irage nur, ob wir die nächsten zehn ׳»Jer zwanzig Schritte gemeinsamen Weg haben. Ist das der I all, so stemme ich nieine Schulter vergnügt mit gegen das Hinterrad, ganz darauf vorbereitet, dass nach ״zehn oder zwanzig Schritten“ eine Wegkreuzung kommen könnte, an der ein Teil der Genossen Abschied nehmen wird.“ Diesen Standpunkt sollten, ja, müssen wir uns zu eigen machen. Die Wichtigkeit des politisch-diplomatischen Mittels unterschätzen die Zioiic-Zionistcn gewiss nicht. Dann aber möchte ich an die Resolution •;1incs deutschen bclegicrtcntages erinnern, mit dem die deutsche Landsmann* schalt schon einmal nach dieser Richtung bahnbrechend wirkte. Als noch alles die Nachbarländer ahlehntc, erklärte der deutsche Ddegierteutag vom I. Mai 1901: ״dass es Pflicht der Zionisten ist, ihr Augenntark auch den Palästina benachbarten Ländereien zuzuwenden und dahhi zu streben, dass di.• Auswanderung, die bereits j.tz.t stattfiiulct, nach diesen Gebieten.gelenkt werde, so lange cs nach Palästina in grösserem Umfange noch, nicht ausführbar ist.“ An diese alte Resolution sollte die deutsche Landsmannschuft anknüpfe;־, uni so eiligem! und aufbauend sich betätigen. Z.igt sich bis zntn nächsten Kongress alle Bemühung um die englischen Nebeniätider Pa'ästinas erfolglos, was zu glaube!! kein stichhaltiger Grund vorliegt, so mag dann der Kampf v0|j neuem beginnen. •״ es sei denn, es ist bis dahin ein neuer Weg der Einigung gefunden. P.n Erfolg des S 11 c 11 e 11 s nach neuen Territorien sollten wir wirkbeh der. Tcrritoria!is:e11 gönnen, das Suchen kann unmöglich, unsere Aufgabe sein, jedenfalls nicht, so la:;ge es nicht 1111 z. w e i f c 1 h a f t ׳iesisteht. dass alle LänJ.rstriche, die in unseren Tätigkeitsbereich fallen, völlig unz.ugänzlich sh:d. Diese uns zu erscliliessen, ist gewiss eine wichtigere und positivere Tätigkeit, als Dogmeustreit und vor allem gegenseitige Anfeindung. So lauge aber ein anderer Weg zur Einigung nicht gefunden wird, muss der hier gewiesene von den deutschen Zionisten besch ritten werden im Interesse der deutschen ZkmisFschen Organiation. Im Interesse des Zionismus, zum Wohle des indischen Volkes. Hugo Schachtel. * * * Ein Wort zur Verständigung Der Leitartikel der vorigen Nummer enthielt den Wunsch, ein demnächst zusanimentretender Delegicrtentag möge die Basis schaffen für eile Einigung der Partei in Deutschland. Icii glaube, dass dieser Wunsch verfrüht ist. Noch zittert in uns allen die Erregung der Kongresstage nach, ein Delegiertentag würde uns ein heftiges AuieipanderplatZ/tn der Meinungen bringen, am Schluss würde, ähnlich wie Wolffsohu auf dem Kongress es tat, ltervorgehoben werden, um des Friedens w illen, dass die Krisis •vorüber sei, wir würden wieder nach Mause gehen, und ־ wären um nichts gebessert. Vielleicht sind die sachlichen Differenzen gar nicht einmal so gewaltig in D.-utschland. Dr. Moses in Mannheim dürfte recht haben, wenn er amiinnm. dass in Deutschland :die überwiegende Majorität der Gesinnungsgenossen mit ihren Anschaumigen auf dem Boden des Verbandes politischer Zionisten stehen. Ob auch in Jeu Fragen der Taktik, bleibe dahingestellt. Fs bestellt aber eine ausserordentlich gereizte Stimmung, und wer den Frieden will, muss in langsamer Arbeit helfen, dies; \ Gereiztheit aus beiden Seiten aus der Welt zu schaffen. Das erfordert Zeit, diese Zeit wird für die Arbeit nach aussen ungenützt vcrstr.fcl.cn; man mag das bedauern, zu andern ist es iiicht. Und d ese Gereiztheit ist auch nicht unbegreiflich. Es stellt f.-st, dass der Freiburger ״Block“ in Basel geschlossen stimmte, dass er Ln keiner Weise Konzessionen machte und half, eirc geniemsäme Basis Iterbeizutuliren. Freunde Ussisch-

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