Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1905)
- Date
- 1905-10-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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So. 11־ JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 52! i f i Gesinnungsgenossen! Wer von Euch in der Lage ist, unsere Sache irgcndw ie unterstützen zu künen, der setze sich mit uns in Verbindung. Wir brauchen vor allem Dozenten für die wissenschaftlichen Vorlesungszyklen, aber auch ieder an-; Jere kann uns, sofern er bereit ist, für diese Sache einmal , in der Woche 2 Stunden zu opfern, In im deutscl.cn oder ן Rcchcuur.tcrricht unterstützen. Der Arbeitsausschuss für eine Jüdiche Volkshochschule ln Berlin. A. S c h w a r z . stud. med. (Verein Jüdischer Studenten), j < •mhnanstr. 2<b M. Exilier, cand. jur. (Freie Verbindung Hasmmiaca) W.. ßlunicntlialstr. 13 I. I s i d o r \V o l f *', stud. rer. techn. (Jüdisch.r Volksvcrcin). Zur Aussprache der Gesinnungsgenossen In dem Rundschreiben unseres deutschen Führers Dr. M. I. BoJeuhcimcr, der unserer vorigen Nummer beilag, war eine k’t-s dntioi! in Aussc'it gestc’t. die unsere RUNDSCHAU hetriift. Des ׳•:!izielc Organ s־׳ü1• in einem hierfür bestimmten Raume .!!Ln Riol tungea innerhalb der Bew egung für eine Diskussion :1 parlanientarischeu Formen seine Spaitui öffnen. Wenn auch! •v:er die Redaktion der RUNDSCHAU sich bemüht hat. jede kchtimg im Zionismus voüaui und uneingeschränkt zu Worte kommen zu lassen, so wollen wir gern schon jetzt Jieseni Wunsche unseres langjährigen Führers in Deutschland willfahren und in der "rw arttng. dass der Pelegiertemag Ji.se Neuerung gutheissen wird, mit der heutigen Nummer diese Rubrik cröfinen. Artikel, die innerhalb des Zionismus einen bestimmten S־׳nderstandpunkt vertreten, sollen hier zum Abdruck kommen. F.s soll den Parteigenossen diese neue Rubrik wie ein Sprechsaal g.öffnet sein, aber im Untci schiede von diesem nur die Fragen der inneren und äusseren Politik unserer Bewegung erörtern, dagegen eb en natürlich viel weiteren Raum eiimolunen. Wenn es anc't a!t und für s:ch jedem msichtigen Leser immer plar war und ist. dass die Reduktion eines abhängigen ParteiMattes manchen Artikel und manche Korrespondenz anfu.hmeii muss, trr't denen sich ilire besonderen Anschauungen nicht decken, so wird jedem durch diese Trennung nun ganz. klar, dass Artikel, die in dieser Rubrik veröffentlicht werden, nicht den Standpunkt der Redaktion als solcher wiedergehe!!, und dass, wenn etwa Artikel eines Mitgliedes unserer Redaktion in dieser Rubrik erscheinen, es hier cb.uso wie jeder andere, aber auch nicht *mehr sich das Recht uitnnt. seine pnvatc Meinung zu äussern. Wir honen, damit einen weiteren Reibungspunkt beseitigt zu haben, der zu Miss- Verständnissen und damit zu Reibereien Veranlassung gegeben hat. W ir sind uns dabei wohl bewusst, dass wir einen grossen .md nicht den unwichtigsten Teil unseres Blattes hier aus dem <!esnimrahm.n herausschäivu, aber wir glauben, das dem Frieden in der Partei und der Arbeit nach aussen dringend schuldig zu sein. Als erstem erteilen wir unserem Gesinnungsgenossen י i r ח ס e tu a n ח ,das W’ort. * > * * Wozu der Lärm? W'as steht den Herrn zu Dunsten? Von Rechtsanwalt Sanuuy 0 roue m a ti n , Hannover. Der folgende Artikel lag bereits der Redaktion diackiertig \or. nachdem er die Zensur passiert hatte, als mir von gesel.ätz- >tite nahe gelegt wurde, das o'ue oder das andere scharfe Wort zu mildern und meine Stellung zur Frage künftiger Tätig- Reit näher zu präzisieren. Ich glaube, dass die Befürchtung, niciiK; den Frieden der Parteien atistrcbendeu Bemühungen könnten missverstanden werden, irrig ist. Ich glaubt aber. dass ein kurzer Hinweis aui de Vorkommnisse, welche nur und m.inen Fr.linden Anlass zur Klage gegeben haben, unumgänglich ist, wenn w׳.r einen Modus vivend־ suchen wollen. Was die andere Frage betrifft, so will ich gern noch e’nnial in kurzen Worten w iederholen, was ich u: dem Art kei ausfiihr ichcr darlcge: Ich persönlich und wohl d.e meisten von uns sind bcre't. wie bisher auch künftig alle unsere Kräfte dem Zion smus zur Verfügung zu steilen. Fs besteht in dieser Beziehung kein Unterschied zwisch.n der Anschauung des Herrn Dr. Kalmus tu d der unseren. Voraussetzung alnr ist. dass mau uns unserer Ueherzeuguug gemäss wirken lässt. Mit dem Momente, in dem man künftig uns vor der Oefientüchkcit auz.ugreifeu uni hcrabzusetzen den V.rsuch machen sollte, werden wir uns zurück/'eben, da wir die Austragung innerer Zwiste vor dem grossen Publikum a!s verderblich für die Bewegung cr*chtc11. A's Beweis für die Aufrichtigkeit dieser Absichten führe ich an. dass ■ch eine R.ihe von Agitatio; svorträgen bereits zugesagt habe und noch bereit bin. auderc zu filier! ehmeu. Dass uns die Ausbreitung unserer Anschaumig innerhalb des zionistischen Lagers von immenser Wichtigkeit erscheint, ist selbstverständlich. $ Vorweg wir ich freimütig die Hrkl;in1ng!»!,geben, dass ich m.hrcre Zione-Zionisteu kenne, welche ich, weder des Taschen .hebst;! h!s noch schwerer Mordtaten für iühig hake, ־ andererseits konstatiere •ch mit inn rer Genugtuung, d iss eil ige dieser Herren ohne schtbare Befangenheit• mich, griisse:! und mir sogar die Ham! rechen. Ich will diese Vorurteilslose•! Ldlen!t eilt durch Namensnennung hei ־ihren Gesintiuugsgenossen demin/irrcn. Diese Tatsachen geben mir aber den Mut. noch auf eine schwache Möglichkeit gegenseitigen Verständnisses zu hoffen. Di: Artikel, offenen Briefe. Randbemerkungen und andere Grobheiten und Bosheiten, welche •ch in den letzten Wochen in der RUNDSCHAU gefunden habe, könnten mich dar n verzweJ.eiu lasse״. - W'as in allerW'e t ist der.1 geschehen, das diese neue Erbitterung zeitigt? ־ Woher diese Wut gegen unseren neuen ״Verband pol tisch־, r Zionisten"? Ich möchte in Nachstehendem den N'achwe:s versuchen, dass di. Gründung und die künftig geplante Tätigkeit dieses Verbandes gerade die Rettung aus den gegenwärtiger Nöten bedeutet. •״• den Frieden, die Möglichkeit gemeinsanier Arbeit hei voller Wahrung des prinzipiellen St in J- Punktes eines jeden. — Ich kann im Moment nur meire persöulichc Auflassung darlcgcn. — »ch glaube aber der Zustftnmuiig aller nt.iner politisch!n Freunde sicher zu sein, die mich mit der vorläufigen Wahrnehmung der Verbardsgeschäite betraut haben. Ucber den Namen ..Verband politischer Zionisten" will io'1 nicht erst viel sprechen: die Vorwürfe, die aus diesem Namen hergeleitet werden, sind zu kleinlich. Natürlich be7.weifcln wir nicht, dass es auch ausserhalb des Verbandes politscli? Zionisten gibt. d. 11. Zionisten. die mit politischen Mitteln nach Zion str.׳bc:\ (Jemand, der sich nur deshalb so nennen wollte, weil er a’s Endziel ein ״politisches Zion" au* strebt, erscheint eng verschwägert m-t dem .,baumwollenen Strumpfwarentabrikanteu" vis a vis der ״reitendei: Artilleriekas!ruc”). Der Name birgt keine Unduldsamkeit in sich, keine Anklage gegen andere, - ebensowenig als d'e Herren Zicme-Zion' uns durch diese B.Zeichnung ihrer Fraktion die Aufrichtigkeit unserer Sehnsucht nach Zion absprechen wollten. ״Zione-Zion" wie ״politische Zionisten" sinJ gut gewählte Etikettes: — wem der We n zusagt, wird nicht der Aufschrift wegen Magenschmerzen bekommen. ־ Zur Sachvl Die Vorgänge auf dem Kongresse sind bekannt. Die Beratimg (ih r die Territorienirage war eine Farce. Die Mai״• rität der Delegierte״ hatte einen Riit’isehwur geleistet, unerbittlich, taub und versteh» rt zu bleiben. — im gegebenen Moniert die Hand 711 erheben. die Gegner aber sieb selbst zu überlassen. - Die Loyalität dieser Taktik will ich h er 7 1 "יי fl|r 0 1 i f ו ו 4 t I 1 I f I י 1 { I f ,1 1• li i 8! i £j n ר ן! || 4 *