Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- X (1905)
- Issue
- Heft 41 (13.10.1905)
- Date
- 1905-10-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite?20 JÜDISCHE RUNDSC H AU jeden Delegierten zur Grundlage, so würde sich bei 800 gewählten Delegierten eine Zahl von 160 000 schekelzahlenden Ziotusten trieben, während nach Ausweis der Schckeleiigftnge — selbst unter Hinzurechnung der nachträglich eingegangenen 30 000 Fr. — nur eine Zahl von 80 000 Zionisten hcrauskonum. Man kann wohl mit Recht die eine Zahl als Mittmalzahl und die andere 21s Maximalzahl betrachten, zwischen denen d'c wirk'iche Anzahl" liegt. Für einige wenige Uinder sind übrigens hi dem erwähnien Kongressreferat Zahlen mite.teilt worden: so wurden iür die Schweiz 1360 Schckelzahler (d. h. etwa 11^״ der gesamten jüdischen Bevölkerung), für Italien 1200 (d. h. ctxva 3 cc der jüdischen Bevölkerung). für Aus'ralicu 3000 (ca. 18*־״) angegeben. Den Einnahmen in Höhe von 133 189 K. stehen A u s- -gaben in Höhe von 129 063 K. gegenüb.r. Hiervon entfallen 51501 K. aut Reisen und Agitation. 27 827 K. auf die Presse. 15-105 K. auf Spesen. 12150 K. atif Gehälter. Der Jüdische National f o ti d s. aus freiwillige״ Spenden von Zionisten seit 1. Januar 19"2 gesammelt und zum Ankauf von Land in Palästina bestimmt, untersteht der Ycrwalttmg der zionistischen Organisation und betrug nach dem sehr übcrsrchtiicheu von dem Verwalter des Nationalfonds erstatten Bericht am 1. Ju!11997• 1905 ׳ (ca. 8501W1 M.). Oeger den 31. Juli 1903. wo er 18 668 Pfd. Sterl. betrug, ist er also’um 23 329 P:"d. Sterl. gewachsen. Die nachfolgende. Tabelle gibt eine Zusammei Stellung über die Spenden für de!1 NationaVfonds in den einzelnen Ländern (Urutto-hinnahm.n. von •denen d׳e Vcrwalttmgsspcsen abgehen). Ls zeigt sich, dass mehr als die Hälfte a'ler Spenden (50.9 r׳) aus Russland kommen, dem erst in weitem Abstande England mit Südafrika (I6.S**׳). Oesterreich-Ungarn (9.6f<). Nordamerika (7.-17״) und Deutschland (6,8^־) folgen. Pro Kopf der jüdischen Bevölkerung w'id atu meisten zunt N'ationalfouds beigestcuert in der Schweiz, nämbch 0.-18 Erc. (ca. 40 Pig.) auf den Kopf: dar.1t kommen England mit Südafrika (".-II Erc.). Südamerika (0.32 Erc.). Bulgarien (0,15 Erc.) und Belgien (0.1-1 Erc.). In der ganzen Welt entfallen aut den Kopf der jüdischen Bevölkerung 0.055 ETc. (ca. 5 Pfg.). Auf den einzelnen Monat berechnet, betrugen di. Einnahmen zum Nationalfonds in der Zeit vom I. Januar 1902 bss 31. Juli 19*0 durchschnittlich monatlieh 107-1 Pt'd. Sterl. brutto (982 Pfd. Sterl. netto), in der Spenden zunt N'at onalionds. Summe d Land er Spenden 1. 1. 1932 l.;a 1903 bis bis 31 7. 1903 1..7. 1905 Pfd Sterl Pfd. Sterl Von den Spenden in der Zc:t vom 1.1 1903 bis 1. 7. 1905 en - fallen auf das nebenstehen; e Land pro Kopf d:r in *. der Ge• jüd. BevölK samtspenden Frc. Russland. .... England u. Süd- 12 324 430 12 ׳ 50,0 0/ 61 afrika. 298׳ 2 4 114 10,8 0,410 Oesterr.-Ung. . 4«U 2 352 9,ti 0,018 Nordamerika . . 1 115 1 S 3 7,4 0,035 Deutschland . . 74 1074 ti.S 0.071 Rumänien .... 982 809 3,3 0,075 Schweiz. 13S 240 1." 0,48*1 Bulgarien .... 143 202׳ ".8 ",150 Südamerika. . . 44 191 9,8 0,318 Frankreich . . . 103 H'>0 0,7 0,010 Italien. 3 129 0,5 0,074 Palästina .... 43 157 0.0 0,052 Holland. 19 79 0,3 0,019 Belgien. Schweden und 12 07 0,3 0,140 Dänemark . . 4 13 0,1 0,043 Serbien. 1s 11 *o.t 0,054 Egypten. Griechenland. . ges. durch das offiz. Organ ״Die Welt“ . . 4 •_> 1475 3 0,0 0,003 Sa. | 19 51»2 24 411 100,0 0,055 No. dl Zeit vom 1. August!903 bis I. Juli 1905 1170 Pt'd. Sterl. brutto (10-10 Pid. Sterl. netto). Die Jüdische K o I o n i a I b a n k (The Jewislt Colonial Trust) ist eine nach englischem Rechte begründet.' Aktiengcst'lscliatt mit dem Sitze in London. Sie soll ais das finanzielle Insttmnent des Zionismus alle auf die Erwerbung und Erschliessung Pakist uns und seiner Nachbarländer gerichteten zionistischen Bestrebungen finanziell fundieren oder unterstützen. Durch die Statuten der Gesellschaft ist der /innistischeu Organisation etn massgebender /.:influss auf die Geschäftsführung der Bank. gesichert. Die Aktien lauten auf 1 Pfd. Sterl.. ihr Verkauf au Zionisten wird von der zionistiselten Organsation propagiert. Bisher (31. Dezember lOn-D sind von den Akten in» Gesamtbeträge von 20 Million.1, Pfund Sterling (4001HMD 1(1״ M.l t:ur Aktien im Gesamtbeträge von 2-19 915 Pfd. Sterl. abgesetzt, sodass das voll cingezahlte Aktieukarita! bisher ca. 5 Milboueit Mark beträgt. Die Bank hat sich an mehreren jüdischen MandeIsgeseTschaft.il in Palästina. insbesondere der Aneio-l’alestine Compauv. beteiligt, und pflegt alle Zweig: des Bankgeschäfts. Im Jahie- I94״ wurde en Bruttogewinn von 1-1690 pfd. Sterl. (gegen 12 "!א Pfd. Sterl. im Jaltre 190.3) und ein Nettogewinn von 0.31^- pfd. Sterl. erzielt, aus dem eine Dividende von 21: ׳ ׳ verteil: "ird. A. R. (Wir entnehmen die vorstehende lobenswerte Zusammen- Stellung der unter unseren <»esitmtiugsgcnosscn noch viel zu wen g verbreiteten ZEITSCHRIFT El R DEMOGRAPHIE I NH STATISTIK DER JUDEN, herausgegeben vom ..Bureau t'iir Statistik der Juden‘■ Berlin-!laleusee. unter der Redaktion \o: Dr. Arthur Ru חח in. dem Verfasser des obig.■11 Artikels.) Jüdische Volkshochschule Gesinnungsgenossen! \or mehreren Monaten hat die Freie Verbindung Masmonaea gemeinsam mit dem Verein Jüdischer Studenten z.u Berlin Unterrichtskurse in der deutschen Sprache für jüdische Arbeiter, fast durchweg jüdische Emigranten aus Russland lind Galiz*en, cing.richtet, um diese in ihrem schweren Existenzkatnpf zu unterstützen. Diese Kurse haben in der jüdischen Arbeiterschaft grossen Beifall gefunden und sich in sehr befriedigender Weise entwickelt. Sie sollen daher jetzt zu e uer Jüdischen Volkslioohsehul ausgebaut werden. Die Unterrichts* g» genstände sollen sich auf folgende Gebiete erstrecken: I. D.tttsclic Sprache (Lesen, Schreiben. Sprechen). ff. Rechner. III. Allgemeine Wissenschaften: a) Geselächte. h) Erdkünde, c) Naturwissenschaften, d) Nationalökonom!•., e) Deutsches Auslätiderrecht. f) Häusliche und öfientliehe Hygiene. IV. Jüdische Wissenschaften: a) Jüdische Geschichte, b) Jüdisch-deutsche Literatur, c) Hebräisch, d) Pa'.:• stina-Kimdc. Die Vorlesungen sollen poptilärw isseiischaitliclt sein. Ein die Zukunft sind feri.er in Aussch: genommen E'achbc'.el.rung-c über diejenigen Industriezweig:, die die einwand, rn.len Ju Je:; hauptsächlich zu ergreifen pflegen. Finanziell ist das neue Unternehmen bereits g.sichert, wir hoffen ferner, die Räume der Jüdischen Mädchenschule (Kai* serstrasse 29/3״), die wir durch das freundliche Entgegenkommen des Vorstands der Jüdischen Gemeinde bisher benützen konnten, auch für unseren n.tien Zweck zu erhalte:!• Gesinnungsgenosse!!! Es handelt sicli iür uns nicht daran!, unseren von Land zu Land gehetzten Brüdern cm demoraüsicrcudcs Almosen hinzuueneu. sondern wir wollen als Bruder zu unseren Brüdern gehen, denen gegenüber wir eine Pflicht .zu eriülleu haben; es gilt hier ein jüdisch-soziales Kulturwerk im hestert Sinne des Wortes zu schaffen.